Der Geist in der Versammlung

Ethnologe und Arzt Gustave Le Bon schrieb in seinem Buch „Psychologie der Massen“
 „In der Masse sinkt der Verstand mit der Anzahl der Versammelten“.  
Prof. Dr. Rothfuß meint, es käme auf den Geist an, der bei der Versammlung inspiriert. Sinnvoller und friedensstiftender wäre es, die menschliche Perspektive in den Mittelpunkt zu rücken. Er als Geograph sagt, politische Geographen sehen zwar die geostrategischen Aspekte von Konflikten, vergäßen aber schlicht die beteiligten Individuen. Für Rothfuß sind Konflikte hingegen immer in erster Linie eine menschliche Tragödie.

Auf der persönliche Ebene heißt das: Was für den Betrachter keine Bedeutung hat, berührt nicht - und ermöglicht keine Empathie. Es ist eine besondere Herausforderung, das Leid zu sehen. Nicht nur das von Kollegen, obwohl das mitunter schon schwierig sein kann, sondern das Leid von weit entfernten Opfern jenseits von Meer und Gebirge.

Mit der Fähigkeit, emphatisch zu sein, ist eine Erkenntnis verbunden: Konflikte entstehen nicht im Draußen. Sie entstehen im Menschen selbst, insbesondere in Verbindung mit dessen sozialem Umfeld, das sich entscheidet, welche Wertefunktion es kultiviert, das der Konkurrenz oder das der Kooperation.

Wer das erkannt hat, erkennt auch die Bedeutung jedes Einzelnen für ganze Systeme. Durch das Denken und Fühlen jedes Einzelnen entsteht der Geist einer Versammlung. Es gibt also einen klaren Auftrag. Wir müssen uns gegenseitig unsere Menschlichkeit eingestehen, selbst gegenüber ISIS-Kämpfern. Wir müssen immer auf die Menschen zugehen, nicht auf Systeme. Denn Menschen machen die Systeme.

Was passiert, wenn Systeme miteinander kommunizieren, erkennt man am Nahen Osten. Die militärischen Interventionen des Westens haben zu einer katastrophalen Entwicklung geführt. Gewalt sät Hass. Ist ein Feind besiegt, hat man sich auch schon zehn neue gemacht. Hätte man mit den Ölförderländern nicht auch eine friedliche Handelsbeziehung aufbauen können, auf Basis menschlicher Achtung? Nur Empathie und Verständnis für den anderen, und die verbale Kommunikation darüber, hat die Kraft, Frieden zu schaffen.

Idealismus & Freiheitssinn - ohne Kampf

Lou Salomé in „Und Nietzsche weinte“ von Irvin D. Yalom, Piper, 2005:
„Doch wir sind Freigeister und Idealisten, wir lehnen gesellschaftlich diktierte Regeln ab. Wir vertrauen auf unsere Kraft, uns eigene moralische Maßstäbe zu setzen.“
Das Eingangszitat laß ich im Zug auf der Fahrt von Paris nach Straßburg. Mir gefiel die Aussage sofort. In vielerlei Hinsicht vertrete ich diese Auffassung. Ich denke jedoch auch, dass es gesellschaftliche Regeln geben muss, um die sehr komplexen zwischenmenschlichen Verflechtungen zu organisieren und zu überschauen.

Der Konflikt in der Realität ist allerdings offensichtlich: Oft kann ich einigen Regeln nichts abgewinnen und versuche sie zu durchbrechen, in dem ich mich ihnen verweigere. Andererseits kann ich mich auch immer wieder beobachten, wie ich Regeln aufnehme und unüberlegt nach ihnen handele. Längeres Nachdenken darüber brachte mich zu einer Lösung:

Lou Salomé macht etwas kluges. Sie stemmt sich den gesellschaftlich diktierten Regeln nicht einfach so entgegen und landet dann im leeren, regel- und ordnungslosen Raum, sondern Sie vertraut auf ihre eigene Wahrnehmung und ihr eigenes Handeln. Sie ist der Ansicht, dass die eigenen moralischen Vorstellungen auf die Gesellschaft übertragbar sind.

Woherher kommt dieses Vertrauen? Hat sie das Recht, ihre eigenen Maßstäbe als Grundlage ihres Handelns anzunehmen?

Feindbilder und Medienmacht

mit Infos aus einem KenFm-Interview mit Prof. Dr. Rainer Rothfuß

Feindbildgenese

Wenn eine Regierung einen Krieg führen möchte, vielleicht um Rohstoffe zu erbeuten, muss sie das Volk für den Krieg mobilisieren. Ein klares Feindbild hilft dabei. Und dieses Feinbild lässt sich generieren. Grob vereinfacht helfen dabei drei Maßnahmen.

Man kann Handlungen des Gegners, die das Feindbild stützen, in den Mittelpunkt rücken. Man kann auch Handlungen des Gegners überzeichnen und sie eindeutig negativ beurteilen, sogar ohne, dass man Fakten hat. Bis heute scheint nicht genau geklärt, wer Flug MH17 abgschossen hat. Die Meinung, dass Putin der Verantwortliche sei, wurde sehr schnell und sehr deutlich publiziert. Aber war er es wirklich, oder war es die Regierung in Kiew, oder war es sogar eine Operation unter falsche Flagge?

Denn die dritte, heftigste Maßnahme ist eine False-Flag-Operation. Man handelt selbst und schiebt es dem Feind in die Schuhe. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von klugen Köpfen, die mit Kenntnissen vieler False-Flag-Operations auch die Attentate von 9/11 diskutieren. Damit werden sie aber als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Man kann aber auch genauer hinsehen.

Selbst in vermeintlich freien, scheinbar demokratischen Gesellschaften gibt es also Mechanismen, die Kriegstreiber nutzen, um eine Bevölkerung für einen Krieg zu gewinnen. Wichtige Redner, wie der Bundespräsident, tragen dazu bei, die Massen auf sogenannten Sicherheitskonferenzen für "mehr Verantwortung" zu gewinnen. Die Sprache des SuperGauks, wie Ken Kebsen den Bundespräsidenten gerne nennt, ist übrigens ein Paradebeispiel für Orwells Neusprech. Hier aber eine Aussage, die sehr konkrekt ist:
"Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen." Gauk 2012.
Mehr über den falschen Präsidenten auf den Nachdenkseiten. Hier mehr Wissenschaftliches über Feindbilder.

Der Unterschied zwischen Dildos und Vibratoren

Was genau sich hinter den okkulten Begriffen Dildo und Vibrator verbirt, obwohl schon einer der Begriffe klar ansagt, um was es geht, ist trotzdem ein Mysterium, das hier und heute entlüftet wird. Dr. Axel erklärt hier nun, was der Unterschied ist.

Vibratoren sind elektromechanische Sexspielzeuge mit einem weichen Äußeren, ähneln aber in keinster Weise Plüschtieren mit Musik im Bauch. Es gibt sie in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien. Manche sehen aus wie eine Zigarre, manche wie ein Mini-Ufo. Manche sind aus Hartgummi, manche aus Weichkautschuk, Holz oder eiskaltem Metall. Kleine Elektromotoren setzen sie in Schwingung. Dabei ensteht ein Geräusch, das an einen Rasierapparat erinnert. Sie kitzeln, beziehungsweise erregen, damit. Surrrrr. Lach. Stöhn.

Ursprünglich wurden sie wohl als medizinisches Gerät gegen die sogenannte „weibliche Hysterie“ entwickelt, die auch Freud behandelte. Die vibrierenden Bewegung sollten schon damals erogene Zonen am Körper stimuliern. Aber nicht zwecks Masturbation, sondern zur Heilung des kranken, hysterischen Weibes. Heute nutzt man Vibratoren natürlich als Masturbationshilfe und als Sexspielzeug im partnerschaftlichen Geschlechtsverkehr - überwiegend für die sexuelle Erregung der Frau. Aber auch Männern nutzten sie für bestimmte Areale des Körpers, beispielsweise Brust oder Anus. Dafür bietet die Industrie selbstverständlich ganz spezielle Vibratoren an.

Ein Dildo ist eine Nachbildung eines erigierten Penis und insofern ein Sexspielzeug, als dass ein erigierter Penis mehr mit Sex zu tun hat, als mit Kochen. Das Wort Dildo ist nur leider nicht so deutlich. Es kommt wahrscheinlich vom italienischen diletto "Entzücken" und/oder vom lateinischen dilectio bzw. diligere "hochachten", "lieben".

Dildos gibt es in allen Materialien, Formen und Farben. Frauen kaufen wohl mehr bunte, fantasievoll geschwungene, während Männer mehr naturgetreue Phallusformen bevorzugen. Anwendung findet der Dildo bei der vaginalen bzw. analen Penetration. Er stimuliert, unter manueller Bedienung, die Klitoris und den sogenannten G-Punkt bei Frauen. Beim Mann kann er anal die Prostata stimulieren natürlich auch bei der Selbstbefriedigung, der parterschaflicher Sexualaktivität, beim Einkaufen oder im Wartezimmer.

Gerüchte berichten, es wurden schon vibrierende Dildos gesehen, und sogar Vibratoren in Penisform. Crazy!

Geistige Größe

Das Große posaunet sich nie aus, es ist bloß und wirkt so. Meist weiß das Große nicht, dass es groß ist, daher die höchsten Künstler der Welt die lieblichste, kindlichste Naivität haben und dem Ideale gegenüber, das sie immer leuchten sehen, stets demütig sind.
Albert Stifter an Aurelius Buddeus, 21.August 1847

In meiner Jugend dominierte eine feste Überzeugung. Ich war damals der Meinung, dass man das Leben, wenn man es richtig erleben möchte, nur in Extremen mitbekommen darf: Extrem frei, extrem laut, extrem individuell, extrem dicht!

Das war zwar eine Zeit lang intensiv, aber nicht erfüllend. Dann habe ich vom „Mittelweg“ gehört, vom buddhistischen "Ausgeglichen-sein" gelesen. Ich probierte es einmal kurz aus. Aber es erschien mir nicht als das Wahre. Zu langweilig war es. Ich mochte die Extreme. Die waren wenigstens lebendig. Sie bescherten mir extreme Gefühle. Ich dachte also, dass der Mittelweg langweilig sei, so wie ich ihn damals verstand. Für mich bedeutete er: Keine Liebe mehr, keine Trauer mehr, kein Glück mehr, kein Unglück mehr. Dumpfe Zufriedenheit stellte ich mir als Mittelweg vor.

Einige Jahre später, nachdem ich vorerst bei den Extremen geblieben war, beschlich mich mit zunehmender Bildung und Umsicht der Eindruck, dass es auch noch einen anderen „Mittelweg“ geben müsse, einen lebendigen, der glücklich machen könnte, einen Weg, der nicht so anstrengend wäre, wie das ständige auf und ab von Extrem zu Extrem.

Also beschloss ich, weiterhin alle Höhen und Tiefen des Lebens mitzunehmen und mir zusätzlich einen Grundstock, eine Basis der guten Laune und der Ausgeglichenheit, zuzulegen. Wenn schon Mittelweg, dann auf hohem Niveau. Aber er sollte nicht  ausschließen, dass ich Höhen und Tiefen intensiv erleben kann.

In dieser Aufgabe bin ich nun schon ein ganzes Stück vorangekommen. Das heißt, dass ich mir schon einen gutes Fundament angelegt habe. Ein eigenes, freies und gutes Fundament. Auf diesem Fundament, kann ich mir vorstellen, kann sich ein Leben aufbauen.

Die Wirkung dieser stabilen Grundlage, die Ausgeglichen-sein erschafft, ist interessant: Ich lasse mich nicht mehr von Krisen in die Tiefe zerren. Tief bleibt tief, aber ich kentere nicht schon auf dem Weg nach unten. In Wirklichkeit, so meine ich inzwischen, hindert der Mittelweg nicht daran, ein exktatisches Leben zu leben, sondern er schützt davor, sich von "Zufällen" und "Schicksalsschlägen" aus der Bahn werfen zu lassen.

Das geistige Niveau meines Mittelwegs entscheidet also mit über den Einfluss der Mächte, die mein Leben lenken. Höhen bleiben Höhen - und ich genieße sie in vollen Zügen. Tiefen bleiben Tiefen - und ich erkenne sie als Chance zum Neuanfang. Diese Erkenntnis ist für mich ein Aspekt geistiger Größe.

Das Leben ist nu

„Man sagt, Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.“
Johann Wilhelm Wilms (1772 – 1847), deutscher Komponist und Musiklehrer

"Was Wilmsi sagt, gilt für jeden einzelnen Tag! Es gilt für jeden ersten bewussten Atemzug am Morgen, für jede Stunde des Tages. Wir haben zu jeder Zeit, in jeder Sekunde unseres Lebens die freie Entscheidung darüber, wer und was wir sein wollen. Du brauchst nur die Vergangenheit und die Zukunft zu vergessen und den Moment zu checken. Check das!"
Dr. Axel Stirn (1876*), deutscher Denker und Lebenslehrer

Die Goldene Regel

Textquelle: www.internetloge.de/arst/goldregl.htm  

Einmal angenommen, die Menschheit müsste ihre gesammelten Moralvorstellungen auf einen einzigen Grundsatz reduzieren, und diese Regel sollte gleichermaßen vor Mord und Totschlag, Diebstahl und Betrug, Unterdrückung und Rache schützen - wie würde ein solches Fundamentalprinzip lauten?

Der Darwinist Ernst Haeckel bezeichnete es 1899 in seinem Buch "Welträthsel" als "das edelste Prinzip der allgemeinen Menschenliebe" - und tatsächlich bildet es unter dem Namen "Goldene Regel" seit mehr als 3000 Jahren die ethische Gesamtbotschaft aller Weltreligionen und Kulturen.

Dieses Sittengesetz lautet in seiner volkstümlichen Variante:
"Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!"
Die weite Verbreitung der Goldenen Regel (lateinisch: regula aurea) als Lebensweisheit beweist, dass sie auf volkstümliche Weise das ideale zwischenmenschliche Miteinander beschreibt. Sie verbietet oder gebietet nichts Bestimmtes, sondern sie stellt nur eine Situation vor Augen, die ich anders bewerten würde, wenn ich selbst in diese Lage käme. Mit anderen Worten: die Regel lässt mich für mein Handeln reflektiv erkennend meine Wertetafel überprüfen. Die Gleichheit im Zumuten und Erwarten ist also der Kern der in ihr enthaltenen Ethik.

Der Wald hat ihn geschickt

Das hier ist eine Naturserie. Eine Serie ohne Menschen. Baum. Bäume. Ist vielleicht auch mal ganz cool. Das hier war in Guatemala.

Das war alles in Guatemala?

Ja. Ich denke schon. Alle Bilder sind Guatemala.

Hast du irgendeinen Schimmer, was man auf diesen Bilder sieht?

Warte mal. Ich schau noch mal. Ja. Den Dschungel vor meinem Haus. Das war auf einer Bananen-lasagne. Ich meine, Plantage. Ich weiß nicht mehr genau, wie das heißt. Valley? Wo Europäer seit ein paar Hundert Jahren plantagen. Es wird einfach ohne Ende Zeug angebaut. Bananen. Bananen. Wir haben da auf einer Kaffeeplantage gewohnt. Es war so ein Hilfsprojekt.

Wann war das?

Das war im März rum.

Wie hast denn da hingefunden?

Die zwei Typen, die dort arbeiten, habe ich in einem Hostel kennengelernt, und die haben erzählt: Komm doch mit und blaaa. Und ich hab gedacht, klaaa, und dann bin ich mit denen in den Dschungel gefahren. Ich habe dort umsonst gewohnt, umsonst gegessen. Als Gegenleistung habe ich ihnen einen kleinen Film gemacht.

Lebenslange Entfaltung

Der menschliche Nachwuchs durchlebt von der Zeugung bis zur Geburt im Mutterleib die komplette menschliche Evolution. Er entwickelt sich vom Einzeller zu einem Schlauch, dem Gesicht und Glieder wachsen. Nach der Geburt lernt er zuerst seinen Körper kennen, dann wächst und bildet er ihn aus. Soweit die physische Entwicklung.
Anschließend hat er die Wahl, ob er auch die komplette menschliche Zivilisationsgeschichte, also die geistige Entwicklung der Menschheit, durchlebt, bis er an deren Kopfende angekommen ist, um dort die Geschichte an vorderster Front weiterzubringen, oder ob er sich mit rudimentären Fähigkeiten zufriedengibt und eine Existenz der Mittelmäßigkeit, ein Leben als Konsument, Verbraucher und Bückling verbringt, in dem er sich seiner eigenen Gestaltungsmacht nicht bewusst ist.

Schule sollte eigentlich die körperliche und geistige Entwicklung fördern, ihre Entfaltung unterstützen. Stattdessen sollen wir still sitzen und alle das Gleiche lernen und können.

Wir haben so viel Mathe in der Schule, weil das Fach uns das Denken lernt. Wahrscheinlich übergewichtet das bereits diese Fähigkeit. Sinnvoll wäre ein Gleichgewicht, das Schüler erkennen lässt, das nicht das Denken zum Selbstzweck allein geschult wird, sondern es der inneren Stimme des Herzens Ausdruck ermöglichen soll.

Die ersten Naturwissenschaftler beobachteten die Natur und leiteten daraus die Mathematik ab. Sie beobachteten die Natur und leiteten davon die Chemie ab. Heute sind wir mit Schulbüchern, kleinlichen Laborexperimenten und der abstrakten Mathematik so weit von der Naturbeobachtung entfernt, dass diese Disziplinen uns als etwas von der Natur Losgelöstes erscheinen. Erst sehr spät im Leben realisieren manche Menschen, woher alles kommt und dass alles zusammenhängt.
Im Studium der Geografie war es gleich. Die einzelnen geografischen Disziplinen behandeln jeweils einzelne Aspekte der ganzen Welt. Die Konklusion der einzelnen Aspekte, die Fähigkeit, das große Ganze zu erkennen, geschieht oder entwickelt sich oft spät – wenn überhaupt. So bleiben die meisten von uns in der Spezialisierung stecken und verkennen dabei ihre Menschlichkeit und ihre Zugehörigkeit zur gesamten, uns umgebenden Natur.

Anaïs Nin, ich liebe dich.

Mitte der 1930er Jahre schrieb Anaïs Nin in ihr Tagebuch:
„Es treibt die Menschen zur Verzweiflung, dass sie nach einem universellen Sinn des Lebens in seiner Totalität suchen und am Ende nur finden, dass es absurd, unlogisch, sinnlos ist. Das Ganze hat keinen großen, kosmischen Sinn; es gibt nur den Sinn, den wir selbst unserem Leben geben, eine individuelle Bedeutung, einen persönlichen Plan, wie ein individueller Roman, ein Buch für einen allein. Nach der totalen Einheit zu suchen, ist falsch. Jedem Leben soviel Sinn wie möglich zu geben, erscheint mir richtig. Ich gehöre zum Beispiel zu keiner der politischen Bewegungen, die, wie ich, sehe, voller Fanatismus und Ungerechtigkeit sind, aber ich behandle jeden Menschen demokratisch und human. Ich gebe jedem menschlichen Wesen das Seine. Klasse und Besitz interessieren mich nicht. Ich respektiere nur Geist und menschliche Qualitäten, und Bedürfnisse insoweit, als ich fähig bin, sie zu erfüllen. Wenn alle so handeln würden wie ich, gäbe es keine Kriege und keine Armut. Ich habe mich selbst für jeden verantwortlich gemacht, dem ich begegne.“

uff Englisch:

There is not one big cosmic meaning for all, there is only the meaning we each give to our life, an individual meaning, an individual plot, like an individual novel, a book for each person.

If all of us acted in unison as I act individually there would be no wars and no poverty. I have made myself personally responsible for the fate of every human being who has come my way.

Visionär und Medienkritiker: Marshall McLuhan

"Wer verstehen will, wie Schrift, Fernsehen oder Computer unsere Körper und unseren Geist verändern, muss den Klassiker der Medientheorie lesen – Marshall McLuhan."

Als Pop-Soziologe wurde McLuhan 1951 von seinen Kollegen verspottet, weil er sich als Inhaber eines Lehrstuhls für englische Literatur an der Universität Toronto mit Werbung beschäftigte und diese gar mit Kunst gleichsetzte. Heute gilt er als Avantgardist, als Begründer der Medientheorie, als unübertroffener Kenner der Alltagskultur,  als Virtuose raffinierter Textmontagen und Konstrukteur eines neuartigen Erkenntnismodells.

Sein Hauptwerk entstand in den 60er Jahren und erlebt seit der Verbreitung des Internets eine ungeahnte Renaissance. Offensichtlich musste die Wirklichkeit mit der Weitsicht seiner Prophezeiungen erst gleichziehen, bis die Menschen nach den Ursachen dieser Veränderungen fragen. Heute erleben wir, wie seine in den 1960er-Jahren getroffenen Prognosen Realität werden.

"Machen Sie sich auf ein Abenteuer gefasst. Marshall McLuhan wird Ihr Denken so durcheinanderwirbeln, dass es in keine Schublade mehr passt. Wagen Sie eine Reise mit ihm durch die »Gutenberg-Galaxis« und das »globale Dorf« und entscheiden Sie selbst, welches Ihr bevorzugter McLuhan ist: der eklektisch-elektrische Historiker, der häretisch-anarchistische Philosoph oder einfach der unangefochtene Gott der Medienforschung."

"ABSOLUTE Marshall McLuhan bietet einen Zusammenschnitt der wichtigsten Textpassagen im Kontext der Hauptwerke sowie sein wichtigstes Interview. Dazu einen biografischen Essay von Philip Marchand. Mit Manuskriptseiten und der ersten deutschen Übersetzung von McLuhans Kommentar zu William S. Burroughs."

www.orange-press.com - absolute-marshall-mcluhan

(Textquellen: Amazon, Orange Press, Bildquelle: Marshallmcluhan.com)

Links:
marshallmcluhan.com
3sat.de - Kolumne
3sat Sendung - Marshall McLuhan - Ein Visionär des Medienzeitalters
zeit.de - Medientheoretiker-McLuhan

Die drei Affen

Die drei Affen haben ihren Ursprung in einem japanischen Sprichwort. Sie symbolisieren den vorbildlichen Umgang mit Schlechtem: "Was nicht dem Gesetz der Schönheit (= angemessenes Verhalten) entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht." Soweit die drei Affen.
(Bildquelle: http://deutsch-tuerkische-zeitung.de/israel-und-die-drei-affen/)

Der vierte, weniger bekannte, bedeckt seine Genitalien und signalisiert: "Was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht." Er wird aber auch sehr unterschiedlich gedeutet: "Tu nichts Böses!", "Habe keinen Spaß!“, "Habe keinen Sex!".

Im Englischen heißt die Beschriftung der Affen fast immer ‘See no evil!’ ‘Hear no evil!’ ‘Speak no evil!’ ‘Have no fun!’. Hin und wieder variiert der vierte auch zu ‘Think no evil’ oder ‘Take no evil’. Auf einer Geburstagskarte kann das vierte Äffchen mit seinem verschmitztem Lächeln auch ganz positiv ‘Have fun’ bedeuten.

Wikipedia schreibt, dass wohl wegen diesen drei Affen die Legende von anderen (oder den gleichen?)drei Affen entstand, die den Göttern über die Menschen berichten sollten. Aufgrund eines Abwehrzaubers konnten sie weder Bösen sehen, noch hören, noch Böses sprechen. 

In Japan sind die Affen bekannte Glücksbringer. Das liegt an deren genereller Bedeutung: "Siehe über Schlechtes weise hinweg. Lächle und gehe weiter." In der westlichen Welt bedeuten sie eher: „Alles Schlechte nicht wahrhaben wollen“. Aufgrund dieses umgekehrten Bedeutungswandels gelten die drei Affen daher häufig als Beispiel für mangelnde Zivilcourage. Ich mag die japanische Sichtweise lieber. Und warum müssen es Affen sein?

Die intensivste Woche meines Lebens

Der Gemeinschafts-Intensiv-Prozess 1 am Schloss Tempelhof ist eine Schule des Fühlens. Er wirkt gegen die Flucht vor Gefühlen durch Verwendung der Sprache. Ob man also durch Text überhaupt eine Ahnung davon bekommt, was dort abgeht, ist mehr als fraglich.

Auf dem Fragebogen, den ich für die Anmeldung ausfüllen sollte, war ich gefragt, was ich von der Woche Gemeinschafts-Intensiv-Prozess erwarte. Ich schrieb: Erfahrung! Ich wollte mehr über mich, mehr über den Menschen im Allgemeinen und mehr über das Miteinander verschiedener Menschen herausfinden. Das war abstrakt. Aber es ist mir in der Tat gelungen. Ich habe, metaphorisch gesprochen, im Nebel des Lebens einen Schritt Richtung Licht gemacht.

Tolle Hefte: Orange Press

In der absolute-Reihe von Orange Press, so schreibt der Freiburger Verlag, werden nicht nur Aspekte einer Person oder eines Diskurses hervorgehoben, sondern ein kompletter Einblick gegeben, mit Interview, Biografie und Originaltexten. Toll, da hat er recht.

Aber einmal von den Inhalten der Hefte abgesehen, obwohl diese der Grund sind, warum ich sie mag, mag ich sie noch ein bißchen mehr, weil sie so toll gebunden sind:

Die Hefte sind in der Schweizer Broschur gebunden. Dafür wird der fadengeheftete „Buchblock“ ausschließlich auf der Rückseite in den Einband eingeklebt. Folglich können die Bücher ganze 180°Fahrenheit aufgeschlagen werden, ohne dass die Buchliebe leidet. Und sie bleiben sogar offen liegen. Bhäm! Da hat mal einer nachgedacht.
 
Es gibt bei Orange Press tolle Titel. Und wenn ihr einen bestellt, bestellt ihn bitte nicht beim großen amerikanischen Konzern, sondern bei
www.orange-press.com/buchhandel.html

absolute Black Beats

absolute Charles Darwin

absolute Claude Lévi-Strauss

absolute Ernst Haeckel

absolute Fashion

absolute Feminismus

absolute Jacques Derrida

absolute Jean Baudrillard

absolute Karl Marx

absolute Marken - Labels – Brands

absolute Marshall McLuhan

absolute Max Weber

absolute Michel Foucault

absolute Noam Chomsky

absolute Paul Feyerabend

absolute Pierre Bourdieu

absolute Simone de Beauvoir

absolute Vilém Flusser


absolute(ly) Big Lebowski

absolute(ly) Macht und Gerechtigkeit

absolute(ly) Sigmund Freud



und viele tolle Titel mehr.

Was ist Tan­tra?

Die Wie­der­ver­bin­dung von Liebe, Sexua­li­tät und Bewusst­sein
von Saleem Mathias Riek 

Tan­tra, das Wort mit dem schö­nen Klang, war bis vor 20 Jah­ren im Wes­ten weit­ge­hend unbe­kannt. Heute erfreuen sich Tantra-Seminare zwar immer grö­ße­rer Beliebt­heit, aber es ran­ken sich auch viele zwei­fel­hafte Gerüchte darum herum. Tan­tra löst Sehn­süchte und zugleich auch Ängste aus, und das hat einen ganz ein­fa­chen Grund. Im Unter­schied zu den aller­meis­ten spi­ri­tu­el­len Rich­tun­gen und Reli­gio­nen, und auch im Unter­schied zu den meis­ten For­men von The­ra­pie und Selbst­er­fah­rung, macht Tan­tra nicht den obli­ga­to­ri­schen Bogen um das Thema Sexua­li­tät.

Dichterei zur Wahrheit

"Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen."
Voltaire


"Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit."
Marie von Ebner-Eschenbach


"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben."
André Gide


"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher."
Bertolt Brecht


"Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann."
Ernst R. Hauschka


"Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, dass man ihn vom Irrtum zur Wahrheit führt."
Thomas von Aquin


"Gelegentlich stolpern die Menschen über die Wahrheit, aber sie richten sich auf und gehen weiter, als sei nichts geschehen."
Winston Churchill


"Die Wahrheit hat weder Waffen nötig, um sich zu verteidigen, noch Gewalttätigkeit, um die Menschen zu zwingen, an sie zu glauben. Sie hat nur zu erscheinen, und sobald ihr Licht die Wolken, die sie verbergen, verscheucht hat, ist ihr Sieg gesichert."
Friedrich der Große


"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist."
Johann Wolfgang von Goethe


"Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist."
Alfred Polgar


"Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Masse getötet."
Platon


"Jede Wahrheit durchläuft drei Stufen: erst erscheint sie lächerlich, dann wird sie bekämpft, schließlich ist sie selbstverständlich."
Arthur Schopenhauer


"In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt."
George Orwell

Anti Agro Agrar

Am 15. Januar 2015 veröffentlichte das AgrarBündnis e. V. eine neue Ausgabe des kritischen Agrarberichts, einen aktuellen und umfassenden Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Das diesjährige Schwerpunktthema lautet »Agrarindustrie und Bäuerlichkeit«, doch auch viele weitere Themenbereiche werden in zahlreichen Einzelbeiträgen verschiedener Autoren abgehandelt. Wie schon im letzten Jahr zählt auch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wieder zu den Unterstützern des Berichts und ist mit einem eigenen Beitrag vertreten – dieses Mal mit Fokus auf den Konsum von Fischen und seine Alternativen.

In der Einleitung des neuen Agrarberichts wird ein steigendes öffentliches Interesse an bäuerlicher Landwirtschaft festgestellt. Abgesehen davon, dass die Erwartungen der Gesellschaft in vielem an der landwirtschaftlichen Realität vorbeigingen – das grundsätzliche Interesse für das ländliche Leben und Wirtschaften könne gutgeheißen werden: »Denn nur so kann es gelingen, die Art und Weise, wie wir Landwirtschaft betreiben, Lebensmittel erzeugen und sie auf den Märkten handeln zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft zu machen.«
Festgestellt werden auch die beiden Pole, zwischen denen die gegenwärtige politische Debatte um die Landwirtschaft verläuft und die im diesjährigen Bericht schwerpunktmäßig thematisiert werden: »Agrarindustrie und Bäuerlichkeit«.

Sie wussten genau, was sie taten


„Wenn ich auch nicht viel von Politik verstehe, und auch nicht den Ehrgeiz habe, es zu tun, so habe ich doch ein bisschen ein Gefühl, was Recht und Unrecht ist … Und ich könnte heulen, wie gemein die Menschen auch in der großen Politik sind, wo sie ihren Bruder verraten um eines Vorteils willen … Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur werden sie zu wenig gesucht. Vielleicht auch, weil es die härtesten Maßstäbe sind.“

Sophie Scholl (1921-1943) schrieb das in einem Brief als Neunzehnjährige an ihren Verlobten Fritz Hartnagel. Die deutsche Widerstandskämpferin der Gruppe „Weiße Rose“ rief mit ihrem Bruder und einigen anderen jungen Erwachsenen zum Ungehorsam gegen die nationalsozialistische Diktatur auf.
1943 wurde sie mit ihrem Bruder Hans beim Austeilen von Flugblättern in der Münchner Universität verhaftet. Vier Tage später wurden beide wegen „Hochverrat“ und „Wehrkraftzersetzung“ mit der Guillotine enthauptet. (Zitat aus Sönke Zankel: „Mit Flugblättern gegen Hitler“ Köln, Böhlau Verlag, 2008, S. 95)

In einer Gesellschaft, die die Todesstrafe abgeschafft hat (Ein großer Erfolg!) gibt es immernoch Gründe "dem System" seine Meinung mitzuteilen - und nicht einfach ungefragt mitzumachen.
Spätestens seit der Ukraineberichterstattung quillt das Internet fast über mit Informationen, wofür es sich auch heute noch lohnt auf die Straße zu gehen. Was hindert uns, es auch zu tun?
Man kann damit sogar unsterblich werden:

Bodendenkmal „Weiße Rose“ vor der Ludwig-Maximilian-Universtiät München

Lichthof der LMU München, wo die Flugblätter auf die Studenten herabflatterten

Filmstill aus Sophie Scholl - Die letzten Tage (2005)

Filmstill aus Sophie Scholl - Die letzten Tage (2005)

Äußerlich ähneln ihm heute viele: Hans Scholl

Viel mehr als jung und hübsch: Sophie Scholl


Links:
sophiescholl-derfilm.de
gerhard-hirsch.de/scholl

Sie kaute auf ihrer Lippe.

Sie kaute auf ihrer Lippe. Gleich würde sie Besuch bekommen. Mit Erdbeeren und Kuchen. Ob er pünktlich kommen würde? Oder hatte sie noch Zeit, ein paar Flaschen Altglas wegzubringen und damit die Chance, die Küche etwas aufzuräumen? Seit einer Woche standen die leeren Weinflaschen herum, übriggeblieben vom Fest ihres einundzwanzigsten Geburtstags.

Am Abend der Feier war in ihrer kleinen Wohnung keine Bewegung mehr möglich gewesen, so dichtgedrängt hatten die Gäste in allen Zimmern gestanden. Aber die betrunkenen Menschen waren brav geblieben. Nichts war zerstört worden. Sogar die Geranien auf der Fensterbank hatten es überlebt. Nur musste am nächsten Morgen viel Müll weggeräumt werden. Vor allem leere Bierflaschen, die nicht nur im Badschrank aufgetaucht waren, auch im Bücherregal, unter ihrem Bett, auf den Schränkchen im Flur und sogar in den Küchenschränken. Das meiste waren Pfandflaschen gewesen, die sie einen Tag später weggebracht hatte.

Aber elf leere Flaschen Wein standen heute noch in der Küche und blickten sie täglich scharf an. Die Flaschen versammelten sie inzwischen neben dem Regal und vor dem Fenster. Jeden Tag wanderten sie ein wenig. Aber immer waren sie im Weg. Immer wo anders. Bei manchen Schritten stolperte sie darüber und stellte sie erneut auf. An einen neuen Platz. Manchmal musste sie sich weit nach vorne beugen, wenn sie nach Brot und Marmelade griff, um über leere Flaschen zu reichen. Wenn sie am Tisch saß, konnte sie den Stuhl nicht nach hinten schieben, sonst klirrte es und die Flaschen rollten lachend über den Boden. Beim Öffnen der Fenster musste sie besonders vorsichtig sein. Die Flaschen waren sehr egoistische Mitbewohner.

Sie beschloss, dass es keinen guten Eindruck machen würde, wenn die Küche voll mit leeren Flaschen stand. Es war an der Zeit, wenigstens einen Teil davon wegzubringen. Sie packte eine Tasche voll und verließ die Wohnung. Der Glascontainer war nur eine Straße weiter, neben dem kleinen Supermarkt an der Ecke. Sie würde in spätestens fünf Minuten zurück sein.

Auf halben Weg fragte sie sich, ob es richtig war, was sie da tat. Sie hatte den Kerl vor über zwei Wochen auf einer Party kennengelernt und mit nach Hause genommen. In weniger als zehn Minuten würde er bei ihr an der Tür klingeln, wahrscheinlich Erdbeeren in der Hand halten und mit ihr schlafen wollen.

Pornofrühstück 2

In Mandel- und Reismilch eingedickte Mais-Polenta
(mit einer Prise Salz, versteht sich)
neben Attilas veganem Sojajoghurt-Himbeer-Bananen-Eis
unter Haselnuss und Mandelkern,
Rosinchen und selbstgepopptem Amaranth.
Den Kindern schmeckt 's.




Pornofrühstück 1

In Dinkel- und Reismilch gequollene Hirse
(mit einer guten Prise Salz zubereitet, versteht sich)
neben fein-säuerlich geraspeltem Apfel,
geleckert mit RohRohrzucker, gesiebtem Kakao und ausgeklopftem Zimt
unter 432 gepoppten Amaranthflops.
Gibt es nur bei mir!

Desiderata, die Lebensregel von Baltimore

Desiderata ist eine Lebensweisheit des amerikanischen Rechtsanwaltes Max Ehrmann (1872-1945), geschrieben im Jahre 1927. Der Titel leitet sich von dem lateinischen Wort desiderare ab: ersehen, wünschen, verlangen. Der Text wird auch als "Lebensregel von Baltimore" bezeichnet, weil eine Zeit lang vermutet wurde, dass der Text schon im Jahre 1692 als eine Wandinschrift in der Kirche Old St. Paul's in Baltimore gefunden worden wäre. Diese Annahme wurde widerlegt, der Inhalt des Textes jedoch nicht:

Desiderata 


Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke an den Frieden der Stille.

So weit als möglich, ohne dich aufzugeben,
sei auf gutem Fuß mit jedermann.

Sprich deine Wahrheit ruhig und klar aus,
und höre andere an, auch wenn sie langweilig und unwissend sind,
denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen.

Meide die Lauten und Streitsüchtigen.
Sie verwirren den Geist.

Vergleichst du dich mit anderen,
kannst du hochmütig oder verbittert werden,
denn immer wird es Menschen geben,
die bedeutender oder schwächer sind als du.

Erfreue dich am Erreichten
und an deinen Plänen.

Bemühe dich um deinen eigenen Werdegang,
wie bescheiden er auch sein mag;
er ist ein fester Besitz im Wandel der Zeit.

Sei vorsichtig bei deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügerei.
Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen,
denn Tugend ist auch vorhanden:
Viele streben nach Idealen,
und Helden gibt es überall im Leben.

Sei du selbst.

Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor.
Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht,
denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht,
sondern wächst weiter wie Gras.

Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters,
und verzichte mit Anmut auf die Dinge der Jugend.

Stärke die Kräfte deines Geistes,
um dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen.

Quäle dich nicht mit Wahnbildern.
Viele Ängste kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.

Bei aller angemessenen Disziplin,
sei freundlich zu dir selbst. Genau wie die Bäume und Sterne,
so bist auch du ein Kind des Universums.

Du hast ein Recht auf deine Existenz. Und ob du es verstehst oder nicht,
entfaltet sich die Welt so, wie sie soll.

Bleibe also in Frieden mit Gott,
was immer er für dich bedeutet,
und was immer deine Sehnsüchte und Mühen
in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien
– bewahre den Frieden in deiner Seele.

Bei allen Täuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen
ist es dennoch eine schöne Welt.

Sei frohgemut.
Strebe danach glücklich zu sein.

Poesie darf knallen. Ganz leise.

Philosophie dürfte man eigentlich nur dichten.
Ludwig van Wittgenstein

Die Dichtung muss die verschüttete Welt der Poesie bewusst machen und aufdecken, in der Hoffnung, sie wieder zur Herrschaft zu führen.
Dr. Faust, der alte Romantiker.

Die wahre Poesie muß sich ganz von der äußeren Gegenwart loslösen, sozusagen von der wirklichen Wirklichkeit. Sie darf bloß das festhalten, was dem Menschen zu allen Zeiten eigen ist: seine wesentliche Natur. Sie muß dies in individuelle Gestalten kleiden, d.h. sie muß realistische Ideale schaffen.
Otto Ludwig

Wahre Poesie beginnt, wie die echte Barmherzigkeit, im eigenen Hause. 
Charles Kingsley

Die träumerische Viertelstunde eines Poeten oder Philosophen ist oft wichtiger für die Menschheit als der Lärm einer tagelang währenden Feldschlacht.
Wilhelm Raabe

Erst in der Poesie gibt sich uns die innerste Seele einer Nation kund. – Ich möchte behaupten, daß die Nachwelt einer Nation mehr als nach ihrer Tätigkeit im Kriege, im Gewerbe und Ackerbau, nach dem schätzt, was sie in der Dichtung geleistet hat.
Adolf Friedrich Graf von Schack

Aller Poesie liegt die Idee einer höheren Weltordnung zu Grunde, die sich aber vom Verstande nie im ganzen auffassen, daher nie realisieren läßt, und von welcher nur dem Gefühl vergönnt ist, dem Gleichverborgenen in der Menschenbrust, je und dann einen Teil ahnend zu erfassen.
Franz Grillparzer

Ein echter Dichter, der erkoren,
ist immer als Naturalist geboren,
doch wird er ein roher Bursche bleiben,
kann ihm in die Wiege die Fee nicht verschreiben
zwei Gaben aus ihrem Wunderland:
Humor und feinste Künstlerhand.
Thomas Selle

Das Rauchen macht dumm. Es macht unfähig zum Denken und Dichten.
Johann Wolfgang von Goethe

Sie haben recht, Herr Splitterrichter,
Daß alle Dichter Narren sind.
Doch schließ ich ebenso geschwind:
Da Sie, mein Herr, kein Dichter sind,
So sind nicht alle Narren Dichter.
Peter Wilhelm Hensler

Stille ist der Schlüssel zur Poesie.
Klaus Ender

Cäsars Eichhörnchen

Ich denke an Gaius Julius Caesar. Er soll geschrieben haben: Von Spanien bis an den Limes könnte ein Eichhörnchen sich von Baum zu Baum hangeln, so dicht sei der Kontinent bewaldet. Als ich vor wenigen Wochen von Deutschland nach Spanien flog, sah ich die restlichen Waldflächen aus der Luft. Im Vergleich zur Fläche, die schon entwaldet waren, erschienen sie klein. In Spanien musste man den Wald regelrecht suchen. Wie viele Bäume hat der Mensch schon gefällt? Wie viel Wald hat die Menschheit schon zersägt?

In einem Mittelalter-Film fiel der Satz: "Schau dir diese Fregatte an. Man sagt, fünftausend Eichen wurden für sie gefällt."

Während einer Bahnfahrt durch das Moseltal blicke ich aus dem Fenster. Am gegenüberliegen Ufer, dem Nordhang, wächst kein Wein. Dort begleitet ein unberührter Naturwald als grünes Band den Lauf des Flusses. Er ist dicht, steht jetzt, zu Beginn des Sommers, gut im Saft. Seine Millionen Blätter flimmern und glitzern im Sonnenlicht. 

Ich denke an die felsigen Berge, die unter der grünen Decke liegen, an deren Klüffte und Kanten. Ich denke an das Unterholz der schattigen Hänge. Ich erinnere mich, wie ich als Kind quer über den Hang kletterte, über Stämme stieg, durch Dickicht kroch, viele Kurven und Umwege um Hindernisse machen musste, um an mein imaginäres Ziel zu gelangen. 

Von meiner Seite des Ufers, auf der der Zug fährt, sehe ich keine felsigen Berge. Sie sind unter dem weichen Waldteppich versteckt. Das Grün dieses Teppichs wirkt als etwas Ganzes, als etwas Geschlossenes, als wäre der Wald ein separates Element, das einfach auf diesen Hängen liegt. 

Hätte ich eine riesige Hand, würde ich über den Wald streicheln, seine sanften Rundungen erspüren, die er auf Kuppen hat, würde seine Täler bemerken, und erkennen, dass es dort kühler ist, weil die frisch Luft sich dort sammelt. An einigen herausragenden Nadelbäumen wäre es etwas rauer.

Ich würde mit meinem Daumen unten an der Kante, wo der Wald ans Wasser der Mosel reicht, die Dicke des Waldteppichs fühlen. Vielleicht würde ich auch etwas pulen, und schließlich den Teppich als Schicht von den Bergen abziehen. Übrig bliebe rauer, schroffer Stein.

Aber so, wie ich mir das vorstelle, ginge das nicht. Der Wald besteht aus einzelnen Bäumen, die ihre Wurzeln tief im Erdreich haben, so tief, dass eine Grenze, wo der Wald aufhört und das Gestein anfängt, kaum gezogen werden kann. Man sagt, was ein Baum über der Erde hat, hat er auch unter der Erde. Wie weit wurzelt der Wald in den Berg hinein? Er ist mit dem Berg verwachsen.

Bäume gelten auch als die irdischen Wesen, die Sonne und Erde direkt miteinander verbinden. Sie sind der Übergang von grober materieller Sphäre zur feinstofflich, geistigen Welt - wobei es auch hier eigentlich keine Grenze gibt, genau wie bei der Suche nach dem Anfang des Waldes im Boden.
Die Bäume sind einzelne Wesen. Jeder einzelne wächst tief und reckt seine Äste zur Sonne. Untereinander konkurrieren sie ein wenig um das beste Licht von oben, aber ihre Gemeinsamkeit stellen sie nie in Frage. 

Ohne die anderen Bäume stünde ein einzelner nicht im Wald. Alleine könnte er keinem Reh Versteck bieten, alleine könnte er im Sommer nur ein wenig Schatten spenden, aber keine Kühlung, alleine würde ein Baum das bunte Leben, das sich im Wald abspielt, nicht erleben können. Ohne Wald, ohne die Gemeinschaft der Bäume gäbe es die Waldsphäre nicht. Der Wald als Singularität besteht allein aus der Gesamtheit einzelner Wesenheiten. 

Was mögen es für Bäume sein, die dort an den Hängen wachsen? Sie ähneln sich alle, und sind doch so unterschiedlich, dass wir ihnen Namen gegeben haben. Die knorrige, stolze Eiche. Die hohe, elegante Esche. Die helle, neugierige Birke.

Ich mag unseren Wald und respektiere ihn. Ich bin bereit ihn zu schützen. Ich respektiere jeden einzelne Baum. Ich liebe Bäume und Wald. Auch wenn ich mit dieser Einsicht nicht noch einmal nach Spanien fliegen darf - und ihn nie wieder von oben sehen werde.

Nachtrag

Es stand mit dem europäischen Wald schon schlechter. Bilder aus Spiegel-Artikel über Europas Wald.







Glaubensbekenntnisse

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische(rk.)/christliche(ev.) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Vater unser

Das ökumenische Vaterunser, 1970

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Unsere Seele ist ein Vorgarten

Nehmen wir an, unsere Seele ist ein kleiner Vorgarten vor einem kleinen Haus. Ich meine, dort muss das Gras nicht jede Woche mit der Nagelschere geschnitten werden. Es muss nicht jedes modrige Blatt mit Fingerspitzen aufgesammelt werden, als wäre es Giftmüll. Ich meine, der kleine Vorgarten darf wachsen und gedeihen, fast ganz so wie er möchte.

Der Garten wird anfangs auf frischer Erde gesät. Im Laufe der Jahre würde ein Dschungel voller Nischen und Verstecke enstehen. Tiere würden sich ansiedeln. Darunter tausende von Ameisen, die mithelfen, den Stoffkreislauf in Betrieb zu halten. Alle Vögel, Schnecken, Mäuse und Läuse würden Erde bewegen, Pflanzen essen und Samen pflanzen. Ohne planerischen Eingriff würde der kleine Vorgarten ein reiches Biotop werden. Er würde funktionieren, das Leben ihn regeln - ganz einfach und in unvorstellbar komplexen Zusammenhängen.

Grundlagen der Grundlagenbildung

Vor ungefähr 200 Jahren, im Februar 1809, trat Wilhelm von Humboldt seinen neuen Job als preußischer Kultusminister an. Das ist lange her, dennoch fällt Humboldts Name in jeder bildungspolitischen Debatte in diesem Land. Das liegt an einer gängige Formel für das, was wir heute von den Absolventen unserer Schulen erwarten: Sie müssen das Lernen des Lernens lernen.

Öffentlichte Bildungsräume?!


"Öffentliche Erziehung scheint mir ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit entfalten muss."
Wilhelm von Humboldt

Es war Wilhelm Humboldt, der als erster deutlich zu machen versuchte, dass Bildung als öffentliche Aufgabe zu verstehen ist - nicht jedoch als staatliche. Für ihn war Bildung keine Veranstaltung für das Volk, um Staatsbürger zu erziehen, sondern das eigentliche Initiativ- und Selbstbesinnungsfeld der Gesellschaft.

Deshalb wollte er die durch ihn begründete Universität in Berlin auch in "pekuniärer Hinsicht", das heißt finanzell, der unimittelbaren Verantwortung der Bürger übergeben. Selbstverständlich - und das sah Humboldt sehr klar - ist diese mündige und freiheitliche Bildungsorientierung nur möglich, wenn wir zunehmend auch wirtschaftlich solidarisch, also in gemeinschaftlichen Zusammenhängen, zu denken beginnen.

Wo durch freie Zusammenschlüsse gesellschaftliche Bereiche aus bloß privater und wirtschaftlicher Nutzung gelöst und für Bildungsprozesse geöffnet werden, können lebensvoll-öffentliche Bildungsräume entstehen. So wird eine wirkliche Chancengleichheit ermöglicht - sind doch sogenannte "bildungsferne Schichten" kein Naturereignis, sondern die Folge unseres zentralistisierten Bildungssystems, das mit seinen Selektionsmechanismen individuelle Entwicklungswege unterbindet.

Nicht durch abfragbares Wissen, das im Hinblick auf Musterlösungen zentraler Prüfungen auswendig gelernt wird, sondern durch Vielfalt individueller Fähigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein Einzelner entwickelt sich eine mündige Gesellschaft.

Konrad Schily fodert in seinem Buch "Der staatlich bewirtschaftete Geist" in diesem Sinne einen Rückzug des Staates aus der Verwaltung der Bildung. "Das wird die Menschen ermutigen, die für das Land, für die Menschen etwas bewegen wollen."

CLARA STEINKELLER, Bank Spiegel - Das Magazin der GLS Bank, Ausgabe 2/2014 Heft 221, Seite 25

Der Traumstein

Nach vielen gleichen Tagen brach ich eines Abends auf, um meine Stadt zu verlassen. Viele Stunden war ich unterwegs. Viele Tage. Die Landschaften zogen an mir vorbei und veränderten sich. Ihre Hügel wurden höher, verschwanden mal ganz. Die Wälder wurden lichter, dann wieder dunkler. Ich reiste durch Nacht und bei Tag. Mein Ziel war eine andere Stadt.

Viele Mérci 2014.

Empfänger unbekannt – Retour à l´expéditeur  

Vielen Dank für die Wolken.
Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel.
Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn und für allerhand andre verborgene Organe, für die Luft, und natürlich den Bordeaux.
Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht, und die Begierde, und das Bedauern, das inständige Bedauern.
Vielen Dank für die vier Jahreszeiten, für die Zahl e und für das Koffein, und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller, gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf, für den Schlaf ganz besonders, und, damit ich es nicht vergesse, für den Anfang und das Ende und die paar Minuten dazwischen inständigen Dank, meinetwegen für die Wühlmäuse draussen im Garten auch.

Hans Magnus Enzensberger

Wie sich Charlie Chaplin liebte


Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Gemeinschaftsbildung

„Der nächste Buddha wird nicht in Form eines Individuums erscheinen. Der nächste Buddha könnte die Form einer Gemeinschaft annehmen, einer Gemeinschaft, welche Mitgefühl und liebevolle Zuwendung übt, einer Gemeinschaft, welche ein achtsames Leben übt. Dies könnte unser wichtigster Beitrag sein für das Überleben der Erde.“
Thich Nhat Hanh

Es folgen Auzüge aus dem Buch Gemeinschaftsbildung von M. Scott Peck:

Kapitel 3: Die wahre Bedeutung von Gemeinschaft 

In unserer Kultur des schroffen Individualismus – in der wir normalerweise nicht wirklich ehrlich von uns selbst sprechen können, nicht einmal mit der Person, die neben uns auf der Kirchenbank sitzt, wissen wir nicht, was der Begriff ”Gemeinschaft“ bedeutet. Wir wenden ihn auf fast alle Ansammlungen von Individuen an – eine Stadt, eine Kirche, eine Synagoge, eine Bruderschaft, einen Wohnkomplex, eine berufliche Vereinigung – egal wie wenig diese Personen miteinander kommunizieren. Das ist eine falsche Anwendung des Wortes Gemeinschaft. Wollen wir es richtig anwenden, müssen wir es auf Gruppen von Personen beschränken, die gelernt haben ehrlich miteinander zu kommunizieren, deren Beziehungen tiefer gehen als die Masken des Gefasstseins, und die sich ernsthaft dazu verpflichten, ”gemeinsam zu feiern, zu trauern, sich aneinander zu freuen, die Lage der anderen zu teilen.“

Die Fesseln des Patriarchats sprengen

Das Patriarchat hält Männer und Frauen in einem unwürdigen Zustand. Der Ausweg ist das »Archearchat«, in dem Männer wie Frauen archetypisch initiiert sind. Willst du ein echter Mann sein? Übernimm die volle Verantwortung für dein Leben, und dies nicht nur im Kopf, sondern mit deiner ganzen körperlichen und emotionalen Kraft.  

Tattva Viveka 60 (2014) Autor: Clinton Callahan 

Ab und zu taucht eine Formulierung auf, die schlafende Gehirnzellen erfasst, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie hast. Aufgeschreckt wachen die Neuronen auf und nehmen die elektrisierende Wirkung mit überraschender Wachheit wahr. Wie schnell dann deine Gehirnzellen wieder einschlummern, hängt davon ab, wie groß deine Bereitschaft ist, mit ganzer Entschlossenheit in diese neu gefundene Wachheit zu springen und sie zu reiten wie ein wildgewordenes Pferd. Wenn du das Pferd ignorierst, dann galoppiert es schon bald ohne dich dem Sonnenuntergang entgegen und kehrt vielleicht nie mehr zurück.

Verwirrung zugeben ist Stärke zeigen !

Mir wurde ein offener Brief gemailt:

Liebe FB-Freunde,
nein, ich bin weder verrückt geworden (glaube ich) noch hysterisch, möchte nicht missionarisch auftreten und Euch mit meiner begrenzten Sicht auf die Dinge belehren oder nerven, auch bin ich nicht unter die Seelenexhibitionisten gegangen, um hier öffentlich mit meinen Tagebuchintimitäten hausieren zu gehen. Wer in den folgenden Zeilen dergleichen empfindet, der sei an die Maus verwiesen, die mich mit einem Klick aus Eurem Äther der sozialnetzwerklichen Totalkommunikation zu entfernen vermag.

Ich habe seit einiger Zeit irgendwie ein diffuses Gefühl von Angst. Leute, die mich näher kennen – was auf Facebook ja nun nicht zwingend gegeben ist -, wissen, dass das für mich, der ich eigentlich eher ein in den Sphären der Naivität schwebender Optimist bin, untypisch ist. Dennoch beschleicht mich das ungute, eben: beängstigende Gefühl, in eine Welt geworfen zu sein, die sich zunehmend meinem verstehenden Zugriff entzieht. Das kann daran liegen, dass ich dümmer geworden bin, das kann auch daran liegen, dass die Welt an Komplexität gewonnen hat (laaangweilig, ich weiß). Verschonen wir mich mit einer selbstkritischen Auseinandersetzung hinsichtlich Lebenswandels usw., die erstere Hypothese stützen würde, und konzentrieren wir uns auf zweitere, was schon insofern gerechtfertigt wird, als ich mich in dieser Lage nicht alleine zu befinden glaube.

Verwirrung zugeben ist Stärke zeigen !!

Meine Anwort:

Hallo F.,
ich habe von einem guten Freund deinen offenen Facebook-Brief bekommen. Nach einiger Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, dir mit einem lieben Brief zu antworten, denn: Ich kann deinen Eindruck nachvollziehen, auch mitfühlen und verstehen. Ich kann dich sogar ein wenig beruhigen. Es sind bereits viele andere stark verunsichert. Du bist nicht allein. Das ist aber schon die einzige Beruhigung.

Wenn du wirklich an einer neuen Perspektive auf die Welt interessiert bist, die dir das „Gefühl des Verstehens“ gibt, braucht es einen längeren Atem, als du dir vielleicht vorstellst. Ich kann nicht genau sagen, wie viel ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe, Bücher, Webseiten und Zeitschriften, aber eines ist klar. Es hat mich viel Mühe und Zeit gekostet, mir ein neues, mein eigenes Bild von der Lage der Welt zu machen. Und leider ist nichts bequemer, vieles viel unschöner geworden. Hoffnung gibt es dennoch. Ich fand auch viele gute Ideen, tolle Menschen und neue Projekte.

Ich frage dich: Bist du gewillt, dir deine eigene Meinung zu erarbeiten? Bist du bereit etwas zu tun? Zu lesen, zu sehen, zu fragen, zu recherchieren. Bist du bereit deine eigene Verunsicherung zu tolerieren, weil sie der Motor für weitere Recherchen sein kann? Bist zu bereit, Schranken und Vorurteile zu überwinden, weil Vorurteile dich daran hindern, weiter zu bohren? Willst du unvoreingenommen nachfragen, um hinter die Fassade zu blicken? Bist du bereit an die Grenzen deiner aktuellen Vorstellstellungen zu gehen?

Welt: Kurz vor dem Platzen!

Das folgende ist ein Kommentars eines Unbekannten von mir bei Facebook, eine Antwort auf einen Beitrag zwecks "BKA führt eine Million Bürger als Drogenkonsumenten:

"Wer auf dem Oktoberfest zuerst kotzt ist der Coolste, aber ein Freund von mir aus Bayern bekommt wegen 3 Gramm ne Hausdurchsuchung mit Steuerprüfung. Und dann labern die irgendwas von Bildung und Menschenwürde. Doppelmoral wo man nur hinsieht, und Niemand hat die Eier etwas daran zu ändern.

Da macht man Abi, studiert Soziologie und Philosophie, befasst sich jahrelang mit gesellschaftlichen und politischen Missständen. Und wenn man dann sagt, dass hier vieles nicht zusammenpasst, wird man von systemkonformen Angsthasen schief angesehen und muss sich rechtfertigen. Ist Soziologie das Gleiche wie Sozialpädagogik? Sowas muss man sich dann anhören. Oder warum hast du nicht was Richtiges studiert?

Kritische Gedanken haben in der heutigen auf Profitmaximierung ausgelegten westlichen Welt keinen Platz mehr. Sie stören. Menschen denken kurzfristig und egoistisch. Liebe und Romantik verkommen zur Farce. Diejenigen, die unsere Verfassung und die Etablierung der Menschenrechte möglich gemacht haben, würden sich im Grabe herumdrehen und sich für uns schämen. Es zählt nur noch der eigene Vorteil. Wer Rückgrat hat, wird aussortiert, wer kritisch denkt wird gesellschaftlich geächtet.

Und wenn dann Jemand kommt, der es besser machen will, wirft man ihm Populismus und Demagogie vor. Merkel und Co. schicken weiterhin Waffen in Krisenstaaten um die Wirtschaft anzukurbeln und das Wachstum zu sichern. Alternative Positionen finden in den Medien kaum statt und wenn, werden ihre Vertreter im öffentlich rechtlichen Fernsehen diffamiert und als linke Spinner abgestempelt.

Merkt hier eigentlich noch Irgendwer Irgendwas?"

Danke lieber Freund meiner Freundin. Du sprichst mir aus der Seele.

Alkohol gegen die Freiheit

Stellt sich auch mit ausreichend persönlicher Erfahrung jemand noch wirklich und ernsthaft die Frage, warum so viele Wirkstoffe illegal sind, Alkohol aber legal! Man beachte auch das Motto am oberen Rand! Mir ist Angst und Bange.

Außerdem, schon mal realisiert: "Demokratie ist die Herrschaftsform, in der die Bürger so beherrscht werden, wie sie es verdienen."

Wenn wir zunehmend (aktiv) entpolitisiert werden - weil viele von uns so gerne zu reinen Verbrauchern gemacht werden, ist die selbsternannte Elite also nur konsequent beim Energiesparen, wenn Sie ihrem Plan folgt.

Und noch eines: "Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf."

Gedichte für Dichte

Freudentod


Die Kinder schwarzer Todesraben
singen, wo sich Wölfe paaren.
Denn Orte voller Finsternis,
sind Glück im Land des Hindernis.

Wo doch herrschaftlicher Rasen
voller Pracht und kleiner Hasen
Kindern Früchte schenken will.

Im Sonnenschein verbrennt das Ich.
Im Dunkeln lebt das wahre Licht.
Sei wie der Beere feinster Saft
und zehre von der Raben Kraft.

Freudenkot


Der Rinder gelbe Todesgaben
töten, wie sich Wölfe paaren.
Denn Worte voller Finsternis,
sind Glück im Dorf der bösen List.

Wo doch königliche Straßen
voller Tracht und heiler Phrasen
lieber Künste sehen soll.

Im Fackelschein verbrennt man sich.
Im Herrschen lebt das wahre Ich.
Sei wie der Leere feinster Kraft,
und wehre auch der Knaben Saft.

Freuden Mod`


Die Finder schwarzer Todesgraben
fangen, wo sich Wölfe paaren,
jen´ Worte voller Finsternis
sind Glück. Im Land der Pessimist.

Wo noch herrschaftliches Blasen
voller Nacht und kleiner Hasen,
Findern Lüste schenken will.

Im Sonnenschein verbrennt das Ich.
Im Dunkeln lebt das wahre Licht.
Sei wie der Heere feinster Kraft
und zehre von der Knaben Saft.

Käulentod


Der Schänder grauße Todesgaben
fressen, wo sich Läuse schaben.
Denn Torte voller Finsternis,
einst Stücke von der bösen Hex.

Wo doch mancher kleine Strafen
voller Fracht von seinen Maßen
lindernd Künste stehlen will.

Im Mondesschein verbrennt die Sicht.
Im Morden sirbt das wahre Ich.
Sei wie der Heere stärkste Kraft
und wehre auch der scharfen Schaft.

Die Werte von Enrico

Erri De Luca heißt eigentlich Enrico. Total egal! Aber er ist ein italienischer Schriftsteller und Übersetzer. Einer seiner Texte hängt bei dem Vater eines Freundes an der Wand. Es ist dieser:

Werte
Es sind für mich Werte jede Form von Leben, der Schnee, die Erdbeere, die Fliege.
Es sind für mich Werte die Welt der Mineralien und die Versammlung der Sterne.
Es sind für mich Werte der Wein, solange das Essen dauert, ein ungewolltes Lächeln, die Müdigkeit derer, die sich nicht verschont haben, zwei Alte, die sich lieben.
Es sind für mich Werte, was morgen nichts mehr wert sein wird und was heute noch wenig wert ist.
Es sind für mich Werte alle Wunden.
Es sind für mich Werte, Wasser zu sparen, Schuhe zu flicken, zur richtigen Zeit zu schweigen, einem Schrei zu Hilfe zu kommen, um Erlaubnis zu bitten, bevor man sich setzt, dankbar zu sein, ohne zu wissen warum.
Es sind für mich Werte, zu wissen wo der Norden ist in einem Zimmer und wie der Wind heißt, der die Wäsche trocknet.
Es sind für mich Werte die Reise des Landstreichers, die Klausur der Nonne, die Geduld des Verurteilten, welches auch immer sein Verbrechen sei.
Es sind für mich Werte der Gebrauch des Verbes lieben und der Gedanke, es gäbe einen Schöpfer.
Viele dieser Werte habe ich nicht kennengelernt.