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Handlungspädagogischer Studiengang

Zusammen mit den anderen Handlungspädagogischen Schulen «Hofschule Pente» und «Dorfschule Wismarer Land» hat Gut Loberthal einen dualen Ausbildungsgang entwickelt, der es Studierenden ermöglicht, in zwei Jahren eine waldorfpädagogische Ausbildung mit handlungspädagogischem Profil zu absolvieren. Dazu arbeiten die Studierenden für zwei Jahre als Assistenzlehrer an einer der Schulen mit und absolvieren neben einem wöchentlichen Nachmittagsseminar zusätzlich sechs Blockwochen wechselweise an den verschiedenen Schulen. Diese Blockwochen dienen den Schulen darüber hinaus als gemeinsame Weiterentwicklung und Evaluation des handlungspädagogischen Konzepts, das sich je nach Lokalität auf eigene Weise fortentwickelt. Der Ausbildungsgang wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Software AG Stiftung unterstützt, so dass anfänglich sogar Stipendien für die Studierenden ausgezahlt werden können.

www.loberthal.de

https://handlungspaedagogik.org

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Schulkreis, Die Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, Sommer 2025, Lernen in offener Landschaft, Gut Loberthal entwickelt eine Handlungspädagogik für die Grossstadt, Marcus Erb-Szymanski, S.25 

Handlungspädagogik

"Die Waldorfpädagogik [...] hat aber [...] eigene innere Hemmnisse aufgebaut, bestimmten pädagogisch-menschenkundlichen Ur-Ideen [...] die Treue zu halten.

"Ich will auf der Erde leben. Ich will den Planeten Erde kennenlernen. Ich will zu einer gedeihlichen Entwicklung der Erde beitragen."

"Der junge Mensch findet in seinem Klassenzimmer den optimalen Ort, an der er von den Naturreichen und vom Wirken der Elemente fast völlig abgeschnitten ist."

"Da das heutige Kind [...] während der ersten sieben Lebensjahre von den Naturreichen schon stark abgeschnitten aufwächst, bildet es sich in weitgehender Unverbundenheit mit der Erde [...] zu einer folgendschweren Fremdheit im eigenen Leibe heran."

"Die Folgen der Entfremdung des Menschen von Erde und Leib beeinträchtigen nicht nur ihn selbst, sondern zunehmend den ganzen Erdplaneten."

"Das moderne Urbild einer solchen "vollständigen Umgebung" (Goethe) ist der bäuerlich-landwirtschaftliche Hof – für das kleinere Kind zunächst der Garten."

"Das Nachahmungsgenie des Kindes ermöglicht es ihm, unaufgefordert und ungehindert, ohne Belehrung, in dem Tätigkeitsstrom der dort Arbeitenden "mitzuschwimmen"".

"Für das erste Jahrsiebt ist der Hof deshalb ein besonders geeigneter Lern- und Lebensort; denn hier werden nicht nur Fähigkeiten, hier wird Gesundheit erworben. Vor allem aber wird hier erworben: Verbundenheit mit den Naturwesen."

"Er spielt arbeitend und arbeitet spielend im Willensstrom des arbeitenden Erwachsenen, der das Kind in den Kreis seine Aufmerksamkeit einlässt, seine Tätigkeit für eine Weile verlangsamt, zeigt, beschreibt, erzählt, aber nicht erklärt."

"Arbeite so, wie die Umgebung es erfordert."

"Der Erfolg der Übung hängt ganz und gar von den Fähigkeiten und der Flexibilität der Mitwirkenden ab und von dem Willen und dem Mut, tradierte Gemeinschafts- und Wirtschaftsformen nach den Erfordernissen der sich selbst erziehen wollenden Menschen zu verwandeln."

"Seit langem wird ja in Zweifel gezogen, ob die Schule in der Mittelstufe überhaupt der geeignete Ort für Bildung und Erziehung sei."

"1919 formulierte Steiner: "Heute ist es notwendig, dass die Menschen sich entschließen, in diesen Dingen bis in die Fundamente hinein umzudenken. (11. Mai 1919)"

Quelle: "Teilnehmen bildet – Gedanken zur Heilpädagogik" Text: Peter Guttenhöfer, veröffentllicht in: Schulkreis - Die Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, Ausgabe Winter 22.

Freiheit in der Zusammenarbeit im Kollegium 
– Arbeit an sich selbst

Grundsatz einer neuen, nicht hierarchischen Struktur ist die Freiheit des Lehrerkollegiums – die republikanisch-demokratische Einrichtung des Lehrerkollegiums. Diese historischen Begriffe weisen auf die Eigenverantwortung (republikanisch) und auf die Gleichberechtigung (demokratisch) hin, denn hier in der Schule arbeiten unabhängige Persönlichkeiten selbstverantwortlich in kollegialer Verbundenheit gleichberechtigt zusammen.

Konferenzen sind freie republikanische Unterredungen. Jeder ist darin ein Souverän. Aber eine produktive Zusammenarbeit von Souveränen in Verantwortungs- und Entscheidungsgremien verlangt Befähigungen, die der einzelne zu erwerben hat.

Dazu gehört das Urteilsvermögen, das in einer Realbeziehung zur geistigen Wirklichkeit der Welt gründet; elementar ist das soziale Vertrauen, das nicht nur das Gewordene, sondern das Werdende im anderen Menschen wahrnimmt; es ist bei sich selbst und beim Anderen auf die Bereitschaft zu bauen, der gemeinsamen Zielsetzung selbstlos zu dienen; nicht zuletzt gilt für das kollegiale Miteinander, dass seine Mitglieder die Grundübungen bewusster Selbstbildung aufnehmen, um selbst sozialfähig zu werden. 

Zusammenarbeit in der Schule ist nicht auf der Ebene der Diskussion, horizontal zu erreichen, sondern nur vertikal, indem sich die Beteiligten zur Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten aufschwingen, was eine im höchsten Sinne moralisch-geistige Aufgabe ist.

Traditionellerweise vollzieht sich Führung häufig so, dass Menschen gegen ihren Willen oder ohne ihr Einverständnis zu etwas verpflichtet werden, entweder von Autoritäten oder durch Regeln. Zeitgemäße Führung hingegen richtet sich an das Bewusstsein der Menschen. Das Ziel soll den Menschen führen, nicht der Chef! Die Führungskraft hat die Aufgabe, eine dialogische Verständigung auf Augenhöhe zu führen, und die Mitarbeitenden haben das Recht auf Selbstverpflichtung. Würde ist das Recht auf Selbstverpflichtung im Sinne der Idee, die eigene Verantwortung zu finden und zu tragen.

Die Grundübungen bewusster Selbstbildung

Gedankenkontrolle
Sie besteht darin, daß man wenigstens für kurze Zeiten des Tages nicht alles mögliche durch die Seele irrlichtern läßt, sondern einmal Ruhe in seinem Gedankenlaufe eintreten läßt. Man denkt an einen bestimmten Begriff, stellt diesen Begriff in den Mittelpunkt seines Gedankenlebens und reiht hierauf selbst alle Gedanken logisch so aneinander, daß sie sich an diesen Begriff anlehnen. Und wenn das auch nur eine Minute geschieht, so ist es schon von großer Bedeutung für den Rhythmus des Leibes und der Lebenskräfte.

Initiative des Handelns
Bedenke, wie wenig eigentlich aus der eigenen Initiative hervorgeht! Die meisten Ursachen des Handelns liegen in Familienverhältnissen, in der Erziehung, im Berufe und so weiter. Man zwinge sich zu wenn auch unbedeutenden, aber aus eigener Initiative entsprungenen Handlungen, zu selbst auferlegten Pflichten. Kurze Zeit ist darauf zu verwenden, Handlungen aus der eigenen Initiative hervorgehen zu lassen. Das brauchen durchaus nicht wichtige Dinge zu sein; ganz unbedeutende Handlungen erfüllen denselben Zweck. Wenn sie regelmäßig stattfinden, zum Beispiel täglich zur selben Uhrzeit ohne dass ein Äußeres einen daran erinnert, erhöht sich die Wirkung.

Gelassenheit
Das dritte, um was es sich handelt,  ist die Gelassenheit. Man den Zustand des Hin- und Herschwankens zwischen «himmelhoch jauchzend» und «zum Tode betrübt» regulieren. Wer das nicht will, weil er glaubt, daß dadurch seine Ursprünglichkeit im Handeln oder sein künstlerisches Empfinden verlorengehe, der kann eben keine weitere Entwicklung durchmachen. Gelassenheit heißt, Herr sein in der höchsten Lust und im tiefsten Schmerz. Es ist sogar so: Man wird für die Freuden und Leiden in der Welt erst dann richtig empfänglich, wenn man sich nicht mehr im Schmerz und in der Lust verliert, wenn man nicht mehr egoistisch darin aufgeht. Die größten Künstler haben gerade durch diese Gelassenheit am meisten erreicht, weil sie sich dadurch die Seele aufgeschlossen haben für subtile und innere wichtige Dinge.

Unbefangenheit
Das vierte ist, was man als Unbefangenheit bezeichnen kann. Das ist die Eigenschaft, die in allen Dingen das Gute sieht. Sie geht überall auf das Positive in den Dingen los. Als Beispiel können wir am besten eine persische Legende anführen, die sich an Jesus Christus knüpft: Der Jesus Christus sah einmal einen krepierten Hund am Wege liegen. Er blieb stehen und betrachtete das Tier, die Umstehenden aber wandten sich voll Abscheu ab ob solchen Anblicks. Da sagte Jesus Christus: Oh, welch wunderschöne Zähne hat das Tier! - Er sah nicht das Schlechte, das Hässliche, sondern fand selbst an diesem eklen Kadaver noch etwas Schönes, die weißen Zähne. Sind wir in dieser Stimmung, dann suchen wir in allen Dingen die positiven Eigenschaften, das Gute, und wir können es überall finden. Wir sind uns des Hässlichen und Schlechten bewusst, leugnen es nicht. Aber wir wenden uns dem Guten und Schönen zu. Das wirkt in ganz mächtiger Weise positiv auf unseren Leib und unsere Lebenskräfte.

Glaube
Das nächste ist der Glaube – aber nicht im konfessionellem Sinne gedacht, sondern in einem anderen Sinne. Man übe sich darin, sich niemals in seinem Urteil durch seine Vergangenheit die Zukunft bestimmen zu lassen. Es geht darum unter Umständen alles außer acht zu lassen, was man bisher erlebt hat, um jedem neuen Erleben mit neuem Glauben gegenüberstehen zu können. Das muß man bewußt durchführen. Wenn einer zum Beispiel kommt und sagt: Der Turm der Kirche steht schief, er hat sich um 45 Grad geneigt – so würde jeder sagen: Das kann nicht sein. – Der Übende muß sich aber noch ein Hintertürchen offen lassen. Ja, er muß so weit gehen, daß er jedes in der Welt Erfolgende, was ihm entgegentritt, glauben kann, sonst verlegt er sich den Weg zu neuen Erfahrungen. Man muß sich frei machen für neue Erfahrungen; dadurch wird der Mensch in eine Stimmung versetzt, die voller Innbrunst Neues hervorbringen kann.

Inneres Gleichgewicht
Aus den vorhergegangenen Übungen folgt als Eigenschaft das innere Gleichgewicht. Sie bildet sich durch die fünf anderen Eigenschaften nach und nach ganz von selbst heraus.

Wenn der Mensch ernsthaft eine Weiterentwicklung anstrebt, die ihn in ein ausgeglicheneres, von innerer Kraft getragenes Leben bringen soll, womit er sozialfähiger werden wird, ist ihm geraten, streng auf diese sechs Eigenschaften bedacht zu sein. Er muß sein eigenes Leben in die Hand nehmen und langsam fortschreiten im Sinne des Wortes: Steter Tropfen höhlt den Stein. Es empfiehlt sich, für jede Übung einen Monat einzurichten, ohne die vorhergegangenen zu vernachlässigen und dann wieder von vorne zu beginnen.

Unsere Kinder –Autismus verstehen

Hiermit schicke ich euch noch etwas von und zu Iris Johansson, Davis und Digitalisierung. Was Iris über die „Vierte Kommunikationsdimension“ sagt, fand ich so spannend, dass ich es in meine „Blog-Sammlung“ gepackt habe, wo noch ganz viel anderes Spannendes und Kurioses zusammengetragen ist.

https://stirnwelt.blogspot.com/2021/08/von-der-dritten-in-die-vierte.html

https://stirnwelt.blogspot.com/2021/08/von-der-dritten-in-die-vierte_20.html

Das ist das zentrale Buch von Iris:  

Eine-andere-Kindheit-Mein-Autismus

Hier wird kurz die Davis Methode vorgestellt und über autistisches Denken gesprochen:

https://www.youtube.com/watch?v=s7H3raDWefQ&ab_channel=DavisLernverband

Noch zwei Bücher:

Das fragile-Gleichgewicht-zwischen-Sein-Nichtsein 

Die-unmittelbare-Begegnung-mit-Welt

Auswirkungen der Digitalisierung

Digitalisierung frisst unser Leben. Und das unserer Kinder.
Hier einige Links für Eltern und Lehrer

https://www.erziehungskunst.de/artikel/digitalisierung/idisorder/

https://www.erziehungskunst.de/artikel/informationskompetenz/informationskompetenz-als-paedagogische-aufgabe/

 https://www.keimefuerdiezukunft.de/post/sprengstoff-im-gehirn

https://medienfasten.org/wp-content/uploads/2019/05/Hensinger_Teuchert_Noodt_Reader_iDisorder_2018-1.pdf

https://diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=1289

https://www.klett-cotta.de/autor/Manfred_Spitzer/92187

https://www.youtube.com/watch?v=MRrPbNLhEuQ&ab_channel=RPPInstitut

https://lernenderzukunft.com/manfred-spitzer/

Insight-Out Pädagogik von Dieter Schwartz

Das bestmögliche Leben als Lehrer
Warum es dieses 12 stufige Mentoring gibt


Da der erste 12-Stufen-Mentoringkurs den TeilnehmerInnen offensichtlich sehr viel geholfen und wertvolles geben konnte, habe ich mich entschlossen, einen weiteren solchen Mentoringkurs anzubieten.

In diesem Kurs geht es darum, wie wir uns als Mensch entwickeln können und vielleicht sogar müssen, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können.

Als ich den Impuls bekam, mein gesamtes Erfahrungswissen zu teilen, stieß ich auf 12 Themen, zu denen ich in Seminaren und Coaching-Sitzungen besonders oft gefragt wurde, da so viele Lehrer*innen offensichtlich mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Da heraus habe ich 12 Hauptthemen gefunden.

Eines davon ist zum Beispiel, wie wir mit unserer eigenen Unsicherheit und gegebenenfalls Ohnmacht umgehen können.

Ich hatte irgendwann über mich selbst herausgefunden, dass ich, wenn ich ehrlich bin, ziemlich oft unsicher bin. Und egal, ob ich einen Weg fand, äußerlich überlegen zu wirken, oder tatsächlich auch äußerlich sichtbar unsicher wirkte, stellte ich fest, dass die Kinder größtenteils unbewusst, aber doch sehr deutlich auf meine offensichtliche oder innerlich weggedrückte Unsicherheit reagierten.

Am Ende des Schultages gab es zum Beispiel regelmäßig die Situation, dass gerade dann, wenn die Eltern bereits vor der Tür warteten, die Lautstärke im Klassenzimmer enorm zunahm. Und ich fühlte mich jedesmal so schlecht dabei und machte mir Sorgen, dass die Eltern ein völlig falsches Bild von meiner Situation im Klassenzimmer bekommen würden. Aber dann, als ich auf die Idee kam, dass es einen Zusammenhang zwischen meiner Sorge um die Meinung der Eltern über meine Tauglichkeit als Lehrer und der Lautstärkesteigerung geben könnte, fing ich an zu experimentieren. Und es war wie Magie!

Jedesmal, wenn ich es schaffte, auch während der Anwesenheit von Eltern und unabhängig davon, ob es lauter werden würde oder nicht, innerlich ruhig zu bleiben, blieben auch die Kinder ruhig. Aus dieser und ähnlichen Erfahrungen heraus suchte ich nach einem Weg, mich durch meine eigene interne Kommunikation, in diese unabhängige, innere Ruhe zu führen und fand heraus, wie dies möglich ist. Mit der Zeit habe ich in diesem Bereich so viel experimentiert und geübt, und dabei meine innere Kommunikation so weit entwickelt, dass ich sagen kann, ich habe meine eigene Unsicherheit gemeistert. Damit meine ich nicht, dass die Unsicherheit verschwunden ist, sondern dass ich obwohl sie da sein kann, von ihr nicht beeinträchtigt werde, und ganz anwesend und innerlich ruhig bleiben kann, unabhängig von den äußeren Umständen.

Wie ich dorthin gekommen bin und welche inneren Werkzeuge ich hierfür gefunden habe, wird also Teil des Kurses sein. Das Thema, wie man seine eigene Unsicherheit meistern kann, ist jedoch nur eines von zwölf Hauptthemen, die ich für die persönliche Entwicklung eines Lehrers und einer Lehrerin zentral finde.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter www.waldorfmentor.de für den Newsletter anmelden. Du bekommst dann innerhalb der nächsten zwei Wochen noch vier weitere Posts, in denen die gesamte Struktur des Mentorings, die finanziellen Konditionen und auch weitere inhaltliche Kostproben zu finden sind. Am Ende dieser zwei Wochen kannst du dann in einem Live Webinar Antworten auf alle noch offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen. Da das Mentoring auch die Möglichkeit von Einzelcoaching beinhaltet, ist die Teilnehmerzahl auf 30 Teilnehmende beschränkt.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Was Du nicht in der Universität lernst
Die Magie unserer inneren Kommunikation


Meine eigene Reise als Lehrer begann nicht mit irgendeiner Fortbildung oder formalen Ausbildung. Stattdessen hatte ich zuerst mehr als 20 jährige autodidaktische Praxis, bevor ich ein grundständiges Pädagogikstudium studierte.

Ich machte dabei so etwa alle Fehler, die man als Lehrer machen kann, und suchte anschließend stets nach Lösungen für die Schwierigkeiten, die meine Fehler verursacht hatten. Und ich suchte immer solche Art Lösungen, die mir in Zukunft ermöglichten, in ähnlichen Situationen selbst wirklich gut zurecht zu kommen und zugleich das Sinnvollste für meine Schüler*innen zu tun.

Auf diese Weise entwickelte ich mehr als 20 Jahre lang meine eigene Weise, Lehrer zu sein. Erst dann besuchte ich 9 Jahre lang Fortbildungen in Intuitiver Pädagogik, absolvierte zwei dreijährige Ausbildungen bei Iris Johansson als Mentor für pädagogische Berufe und Kommunikation als Kunst, begleitete Pär Ahlbom zwei Jahre lang als persönlicher Lehrling in seiner Seminartätigkeit und absolvierte schließlich auch noch ein grundständiges Pädagogikstudium.

Während meiner inzwischen mehr als zehnjährigen Dozententätigkeit an mehreren priaten und staatlichen pädagogischen Hochschulen, durch meine Seminarleitertätigkeit für Intuitive Pädagogik, und ebenfalls durch meine mehr als fünfzehnjährige Coachingtätigkeit für Lehrer*innen bemerkte ich dann mehr und mehr, dass bei fast allen studierten Lehrer*innen ein Bereich der Kommunikation völlig unterentwickelt war.

Für mein Verständnis sind es nämlich vier Bereiche der menschlichen Kommunikation, die für das Lehrersein von entscheidender Bedeutung sind. Drei davon werden in der Regel an Pädagogischen Universitäten ausführlich unterrichtet:

- Die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler – wie man unterrichtet, wird in fast allen Pädagogischen Richtungen behandelt.
- Die Kommunikation innerhalb eines Schülers – Menschenkunde und Lerntheorien werden als Grundlage für die Didaktik ebenfalls behandelt.
- Die Kommunikation zwischen den Schüler*innen – z.B. in Pear-Tutoring, Lerngruppen und SMV, letzteres sehr weitgehend entwickelt in freien demokratischen Schulen.

Selbst wenn es heutzutage um Mobbing, Schulverweigerung oder andere häufige Phänomene in Schulen geht, werden normalerweise nur diese drei Bereiche der Kommunikation berücksichtigt.

Der vierte Bereich, der entweder vergessen oder zumindest unterbelichtet ist, ist die innere Kommunikation innerhalb des Lehrers selbst.

Mit innerer Kommunikation meine ich die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, Bewertungen, Vorstellungen, möglicherweise auch Inspiration und Intuition, während wir als Lehrer*in im Klassenzimmer stehe.

Erst durch die Arbeit mit vielen, vielen Seminar- und Coachingteilnehmer*innen wurde mir selbst bewusst, dass ich wirkliche Lösungen für die Fragen der Pädagogik vor allem in diesem vierten Bereich gefunden hatte.

Ich will an dieser Stelle nur ein einziges Beispiel anführen für die Magie unserer inneren Kommunikation, im 12 Stufen Mentoring werde ich jedoch aus unzähligen solchen Beispielen schöpfen.

Stell dir vor, du unterrichtest in einer Klasse mit einem autistischen Jungen, der regelrechte Tobsuchtsanfälle bekommt, wenn Du ihn zum Beispiel aufforderst, seine Fehler beim Diktat zu korrigieren; Der manchmal sogar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gegenständen um sich schlägt, wenn Du etwas von ihm willst.

Und stell Dir weiter vor, dass Dir jemand sagt, dass Du nur eine Kleinigkeit an Deiner inneren Haltung ändern brauchst, während Du mit dem Jungen sprichst, dann würde er ohne Probleme tun, was Du ihm sagst. Wärst du skeptisch oder würdest du es zumindest ausprobieren?

Mir ist genau dies passiert und diejenige, die mir prophezeite, dass der Junge tun würde, was ich ihm sagte, wenn ich durch meine innere Kommunikation eine solche innere Haltung entwickeln würde, war Iris Johansson. Als ich dann mit ihrem Vorschlag experimentierte, zeigte sich, dass sie 100% Recht hatte.

Ich bin überzeugt, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin dasselbe entwickeln kann und zum eigenen Wohl und zum Wohle der Kinder auch sollte! In dem 12 Stufigen Mentoring zeige ich Euch, wie auch ihr Eure innere Kommunikation so weit entwickeln könnt. Dabei vermittle ich nicht eine Kommunikationstechnik, sondern eine innere Haltung, die viel universeller wirksam ist als jegliche Technik.

Wenn ihr daran interessiert seid oder jemanden anderen kennt für den dies interessant sein könnte, könnt Ihr den Newsletter abonnieren. Es wird noch 3 weitere Posts zu Struktur und Inhalt des Kurses geben und kurz vor erneutem Kursbeginn könnt ihr dann in einem Live Webinar noch Antworten auf alle offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie Du das Gefühl loswerden kannst, (als Lehrer*in )nicht gut genug zu sein

Eine Frage, die in pädagogischen Seminaren immer wieder auftauchte, war die Frage: „Wie kann ich das Gefühl loswerden, als Lehrer*in nicht gut genug zu sein?“ Manchmal war sie zwar nicht genau so formuliert, lag aber unterbewusst vielen Fragen zu Grunde.

Besonders oft habe ich sie von Waldorfpädagog*innen gehört, die das Gefühl hatten, dem Idealbild eines Waldorflehrers, welches in ihnen durch Studium und Literatur entstanden war, niemals gerecht werden zu können.

In diesem Post möchte ich dich zu einer inneren Reise einaden, um zu untersuchen, wie sehr unsere Gedanken die Erlebnisqualität unseres Alltags beeinflussen.

(Wenn du möchtest, kannst du gleich hier eine Pause einlegen und erst einmal selbst über das Phänomen nachdenken, wie sehr unsere Gedanken unsere Erlebnisqualität von Situationen beeinflussen.)

Zu Beginn lade ich dich nun ein, dir eine Situation in deinem Arbeitsalltag vorzustellen, die du als herausfordernd empfindest. Visualisiere sie und mache sie dir ganz deutlich.

Stell dir zunächst vor, dass du, während du diese schwierige Situation erlebst, den Gedanken in deinem Kopf hast: „Ich sollte eigentlich schon besser sein“ oder „Ich sollte eigentlich schon weiter entwickelt sein und damit kein Problem mehr haben”. Nimm dir einen Moment Zeit, um zu erleben, wie es sich anfühlt, zusammen mit diesem Gedanken im Kopf in dieser Situation zu sein, die du gewählt hast…

In meiner Anfangszeit als Waldorflehrer begleiteten mich solche Gedanken fast täglich. Damals dachte ich, es gäbe einen objektiven Grund für mein Minderwertigkeitsgefühl darin, dass ich Autodidakt war und kein Pädagogikstudium absolviert hatte. Doch später, als ich dann ein vollständiges Pädagogikstudium absolviert hatte, blieben solche Gedanken noch lange meine Begleiter. Jetzt lauteten sie, dass ich doch nun alles können sollte, da ich doch jetzt ausgebildeter Pädagoge sei. In beiden Fällen stand ich also innerlich nicht richtig zu mir als der, der ich war.

Erst viel später bemerkte ich, dass unter meiner Selbst-Infragestellung zum großen Teil richtiggehende Gedankenfehler lagen. Damit meine ich Gedanken, die, wenn ich sie bis zu Ende denke, sich als unsinnig erweisen, die ich aber unbewusst als eine Art Grundlage in mein Denken eingebaut habe, so dass mein gesamtes Denken auf ihnen aufbaut.

Mit Hilfe der Kommunikationskunst Iris Johanssons bemerkte ich dann, dass ich eine innere Einstellung finden kann, in der ich inklusive aller Unvollkommenheit und aller Fehler, die ich hatte und machte, zu mir selbst stehen kann als der, der ich bin. Ab dieser Zeit radelte ich nach einem Schultag meist unbeschwert nach Hause und hatte schlicht mein weiteres Leben vor mir. In den Zeiten davor dachte ich meistens, wenn ich nach der Schule auf meinem Fahrrad saß: „Wahrscheinlich sollte ich lieber doch kein Lehrer sein“.

Wenn du solche Situationen kennst oder aus einem anderen Grund Interesse hast, lade ich dich ein, eine innere Reise zu unternehmen, während du diesen Text liest, auch wenn sich das Lesen eines Textes stark von einem Live-Mentoring unterscheidet. Dort kannst du direkte Fragen stellen und wir können Probleme gemeinsam besprechen. Wenn du dich aber öffnest dafür, dir beim Lesen dieses Textes eine innere Reise zu erlauben, hast du eine bessere Chance, eine ähnliche Art von Transformation zu erleben, wie sie eine lebendige Gruppenerfahrung mit sich bringen kann.

Wenn du also nun solch eine innere Reise tun möchtest, schlage ich dir vor, dich zuerst einmal damit zufrieden zu machen, dass du gerade jetzt an der Stelle sitzt, liegst oder stehst, an der du dich befindest und dir nun Zeit dafür nimmst, diesen Text zu lesen. So dass die Zufriedenheit beim Lesen schon von Anfang an von innen da ist und nicht nach außen verschoben wird, auf den Zeitpunkt nach dem Lesen.

Und nun hinein in die Reise!

Kehren wir zu der Situation zurück, die du dir schon zuvor vorgestellt hast und in der du etwas Schwieriges erlebt hast. Lass sie wieder ganz deutlich vor deinem inneren Auge entstehen.

Dieses Mal möchte ich, dass du einen anderen Gedanken in deinem Kopf versuchst: „Ich bin genauso weit entwickelt, wie ich in diesem Moment sein kann, und ich werde mein Bestes geben, um aus dieser Erfahrung zu lernen.“

Visualisiere dich wieder in dieser Situation und versuche wirklich, dich von diesem Gedanken durchdringen zu lassen. Du kannst ihn sogar ein paar Mal laut aussprechen, wenn du möchtest.

Wie fühlt es sich jetzt an, in dieser Situation zu sein ?

Einer der sehr verbreiteten Gedankenfehler, die ich in diesem Zusammenhang bemerkt habe, ist zu denken, dass man als Lehrer*in, als Eltern, als Mensch weiterentwickelt sein sollte, als man ist.

Als Gedankenfehler bezeichne ich diesen Gedanken, weil unsere Entwicklung ja daher kommt, wie unser bisheriges Leben verlief. Und in jedem Moment unseres Lebens verlief unser bisheriges Leben ja ganz exakt so, wie es verlief! Wenn unsere Entwicklung aber daher kommt, wie unser Leben bis jetzt verlief, ist es nicht sinnvoll zu denken, dass man im jetzigen Augenblick weiter entwickelt sein könnte oder gar sollte als man ist.

Vom aktuellen Zeitpunkt ausgehend kann man sich ja dann vornehmen, alles zu entwickeln, was noch als unentwickelte Anlage in einem vorhanden ist, und dies ist in der Regel noch sehr, sehr viel, da die allermeisten Menschen weit weniger als 20 % ihrer eigenen Kapazität nutzen.

Auch für die Kinder ist es gut, wenn wir Erwachsene in Entwicklung sind, denn gerade dann sind wir ja eine besonders entwicklungs-anregende Umgebung für sie.

Nimm dir einen Moment Zeit und mache hier eine Pause. Lass den Atem ein paar Mal tief strömen, wenn du willst, und erlaube dir, überhaupt nichts zu tun. Vielleicht erlebst du nach der Visualisierungsübung, die wir gerade durchgeführt haben, starke Emotionen und das ist völlig in Ordnung. Die Untersuchung der Gedanken, die wir haben, und wie diese die Erlebnisqualität unseres täglichen Lebens beeinflussen, kann ein emotionaler Prozess sein, und es ist wichtig, sich dafür Zeit zu geben. Wenn du keinen starken emotionalen Zustand hast, ist das selbstverständlich auch völlig in Ordnung.

Ein letzter zu erwähnender Punkt ist, dass aus meiner Sicht die Art und Weise, wie wir über uns selbst und die Welt denken, oft das Ergebnis einer Strategie ist, die wir zu einem früheren Zeitpunkt im Leben entwickelt haben. Wenn wir einen schwierigen Zustand oder Prozess erlebt haben, haben wir uns möglicherweise unbewusst entschlossen, den damit verbundenen Schmerz durch eine clevere Strategie (die sowohl Gedanken als auch Verhalten umfassen kann) zu vermeiden. Wenn wir diese alten Strategien loslassen, haben wir auch die Chance, um das zu trauern, was in der Vergangenheit schwierig war, oder durch unsere aufkommende Wut durchzugehen, damit wir in der Gegenwart freier sein können. Dieser Prozess ist schwer zu durchlaufen, wenn man nur in dieser schriftlichen Form begleitet wird, aber ich erwähne ihn, damit du weißt oder dich erinnerst, dass er möglich und sinnvoll ist.

Wenn du dich bereit fühlst, setze die Reise fort, indem du weiter liest.

Willkommen zur zweiten Station der Gut-Genug-Reise. Hier werden wir das wunderbar interessante Thema „Fehler“ untersuchen!

Im ersten Teil haben wir betrachtet, wie man sich entwickelt und wie es wirklich unmöglich ist, weiter entwickelt zu sein als man gerade ist, on jetzt ab jedoch für die Zukunft noch super viel möglich ist. Daher haben wir immer die Möglichkeit, unseren aktuellen Entwicklungsstand zu akzeptieren und von hier aus mit der Weiterentwicklung zu beginnen. Jetzt werden wir unsere Beziehung zu Fehlern betrachten, um zu sehen, wie sie unsere zukünftige Entwicklungsmöglichkeit bestimmt!

Eine lustige Eigenschaft an Fehlern ist, dass sie bei uns selbst und bei anderen Menschen zu sehr unterschiedlichen emotionalen Reaktionen führen können.

Wenn du davon noch nicht überzeugt bist, kannst du es dir selbst beweisen, indem du dich an eine Situation erinnerst, in der du einen Fehler gemacht hast und infolgedessen jemand wütend, enttäuscht, frustriert oder traurig wurde.

Mir ist es erst heute passiert, dass ich eine Absprache nicht eingehalten habe, wodurch bei jemand anderen eine starke Enttäuschung entstand. Ich war innerlich mit dem Schreiben dieses Textes beschäftigt und hatte offensichtlich nicht richtig zugehört.

Vielleicht kennst du ähnliche Situationen?

Als nächstes schau, ob du dich auch an eine zweite Situation erinnern kannst, in der du einen Fehler gemacht hast, die Reaktion jedoch völlig entgegengesetzt war!

Vielleicht hast du kürzlich eine Klasse unterrichtet und deine Gedanken wanderten dabei ein wenig herum, so dass dir ein falsches Wort in einen Satz flutschte und dies zu großem Gelächter führte?

Meiner Ansicht nach gibt es drei Aspekte, die bestimmen, wie wir und andere unsere Fehler erleben:

- Die Art des Fehlers selbst.
- Das Maß an psychologischer Sicherheit in dem Gruppenkontext, in dem wir uns befinden.
- Unsere innere Beziehung zu Fehlern im Allgemeinen.

Hier beschränken wir uns auf den letzten dieser drei Punkte, da wir diesen ganz direkt beeinflussen können!

Der Gedankenfehler, der sich bei vielen Menschen in diesem Zusammenhang eingeschlichen hat, ist, dass wir bewusst oder unbewusst danach trachten, keine Fehler zu machen. Um zu verstehen, dass dies nicht sinnvoll ist, hilft es, ein wenig philosophisch zu werden:

Das Leben benötigt als Grundlage, dass es Bewegung gibt. Ohne Bewegung – kein Leben. Und die Bewegung benötigt als Grundlage, dass es Unvollkommenheit gibt. Denn ohne Unvollkommenheit gäbe es keinen Grund für Entwicklung und Bewegung. Es macht also Sinn, sich mit der Unvollkommenheit (als Grundlage) des Lebens, inklusive unserer eigenen, zu versöhnen und dann das beste aller Leben zu leben, das mit unserem eigenen So-Sein und den bestehenden Umständen möglich ist, anstatt nach einem Leben ohne Fehler zu trachten.

Was sollen wir aber mit den Fehlern tun?

Ich habe bis jetzt nur zwei konstruktive Möglichkeiten gefunden, mit Fehlern umzugehen:

Manche Fehler können wir berichtigen. Wir hatten zum Beispiel die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten und haben dann die eine davon gewählt. Nach einiger Zeit merken wir jedoch, dass es die falsche war. Nun können wir die Folgen dieses Fehlers auflösen, indem wir alles rückgängig machen, was durch den Fehler entstanden ist. Dann stehen wir wieder an derselben Stelle, wo wir uns falsch entschieden haben, und wählen diesmal die richtige Möglichkeit.

Es gibt aber auch Fehler, die wir nicht zurückdrehen können, weil Folgen daraus entstanden sind, die wir nicht auflösen können. Dann ist das Konstruktivste, dass wir uns vollständig mit einem solchen Fehler versöhnen und so viel wie möglich daraus lernen, so dass wir zumindest bei einer ähnlichen Situation in Zukunft diesen Fehler nicht noch einmal machen. Mehr sind Fehler nicht! Sie sind nur etwas, das wir entweder berichtigen können, oder daraus lernen.

Nachdem wir uns nun allgemein mit Fehlern befasst haben, kann es sein, dass du ein Gefühl der Befreiung erlebst. Denke und fühle, wie schön es ist zu leben, wenn du dir keine Sorgen um Fehler machen musst? Fehler bilden eine endlose Quelle zum Lernen und wer möchte ohne Lernen leben? Ja, einige Fehler verursachen Schmerzen in uns und anderen (und wenn dies geschieht, können wir unser Einfühlungsvermögen nutzen, um zu heilen und zu wachsen, anstatt uns selbst und andere zu bestrafen), wenn wir aber vermeiden wollen, Fehler zu machen, besteht die Möglichkeit, dass wir unser Leben überhaupt nicht vollständig leben.

Du kannst an dieser Stelle vielleicht in dich hineinhorchen und dich fragen, wie’s dir gerade geht und was gerade dran ist. Vielleicht sind es 5 Minuten Pause an der frischen Luft zum Nachdenken oder nichts tun oder direkt weiterlesen.

Da wir uns dem Ende dieser virtuellen Reise nähern, hast du dich vielleicht gefragt, ob es vielleicht eine bessere Reise woanders gibt, oder du hast gedacht, dass diese Reise eindeutig besser ist als andere Online-Reisen, auf denen du warst? Genau darum geht es bei unserem nächsten Halt!

Es gibt nämlich eine weitere Idee, die ich als Gedankenfehler bezeichne, dass wir nämlich glauben, dass wir gut genug seien, wenn wir besser sind als jemand anderes. Die meisten Menschen haben sich solch ein Denken schon in der Schule angewöhnt, wo es grob gesagt darum geht, besser zu sein als der Durchschnitt. Dass dies nur für etwa die Hälfte der Menschen der Fall sein kann, liegt in der Natur der Sache. Dazu kommt noch, dass nur ein kleines Spektrum des Mensch Seins in die schulischen Bewertung mit eingerechnet werden können, weil eben nur ein kleiner Teil des menschlichen Spektrums überhaupt vergleichbar bewertet werden kann. Daraus folgt, dass es nicht so besonders sinnvoll ist, einen solchen Durchschnitt als Maßstab zu nehmen, um unser So-Sein als Mensch zu beurteilen.

Nach meiner Erfahrung führt der Vergleich mit anderen auf diese Weise immer zu innerer Unsicherheit. Ich bin heute vielleicht besser als die andere Person, aber was ist morgen oder nächster Woche? Auf diese Weise können wir zudem das Wachstum der Menschen um uns herum weniger unterstützen, und eine solche Haltung schränkt auch unser eigenes Wachstum ein.

Wenn du feststellst, dass du dich mit anderen vergleichst, ist ein nützlicher Trick, den ich von Iris Johansson gelernt habe, dass du dir klar machst, dass du dich nur dann mit anderen vergleichst, wenn du den Kontakt zu dir selbst und deiner inneren Freude verloren hast. So gesehen können wir unser Vergleichen mit anderen als Signal dafür nehmen, dass wir jetzt innehalten und uns wieder mit uns selbst verbinden sollten.

Jetzt haben wir das Ende unserer virtuellen Reise erreicht. Ich hoffe, es war ein anregender und bereichernder Prozess für dich und ich lade dich ein, mit den oben genannten Gedanken zu experimentieren, zu erleben, wie sie sich anfühlen, wenn du sie in den Körper sinken lässt, und immer mal wieder deine gelebte innere Haltung damit abzugleichen.

Dieser Text steht natürlich allen zur Verfügung. Für diejenigen, die sich für das 12 stufige Mentoring interessieren ist er gedacht als eine Kostprobe aus welcher Art Gedankenhintergrund ich schöpfe.

Im nächsten Text werde ich dann meine Weise Mentor zu sein und die zeitliche Struktur des Mentoring-Kurses darstellen. Im letzten Text folgt noch der Themenüberblick und die finanzielle Seite des Mentorings. Vor dem nächsten Kursbeginn wird es noch eine Live Videokonferenz geben, in der du alle noch offenen Fragen beantwortet bekommst. Und dann beginnt der Kurs mit maximal 30 Teilnehmern.

Weitere Infos und die Möglichkeit, dich für den Newsletter anzumelden findest du hier.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Mentoring Gruppe und Entwicklungsgemeinschaft

Wenn es um die persönliche Entwicklung geht, habe ich paradoxerweise fast immer erfahren, dass die Entwicklung schneller geht und solider ist, wenn sie in einem Gruppenkontext stattfindet.

Aus diesem Grund wollte ich mein 12-Stufen-Mentoring-Programm so gestalten, dass das Lernen und sich Entwickeln eine Gruppenkomponente enthält.

Doch zuerst einmal „Was verstehe ich überhaupt unter Mentoring?“

Ich verstehe darunter im Grunde das, was mir selbst bei meiner eigenen Entwicklung als Mensch und als Lehrer so viel geholfen hat. Ich hatte neben Pär Ahlbom für das menschliche Spiel vor allem zwei Menschen, die ich für mein Lehrer-Sein als meine Mentoren bezeichne, Marcel Desax und Iris Johansson. Bei beiden habe ich erlebt, dass ich regelmäßig nach Gesprächen mit ihnen wieder eine klare Orientierung hatte, wenn ich diese zuvor verloren hatte, oder dass ich plötzlich eine Möglichkeit sah, eine Situation, die ich zuvor von außen gesteuert erlebte, durch meine eigene Kommunikation, innen und außen, selbst gravierend zu beeinflussen oder gar zu wandeln, oder aber dass ich mich nach einem solchen Gespräch bestmöglich auf eine unbekannte Situation vorbereitet fühlte.

Was mich dabei immer überzeugte, war die Tatsache, dass die „Lösungen“, die ich nach solch einem Mentoring-Gespräch gefunden hatte, sich ganz wie meine eigenen anfühlten. Oft entstanden sie nur durch Nachfragen meines Gegenübers direkt in mir selbst. Doch auch wenn Marcel Desax oder Iris Johansson mir etwas vorgeschlagen hatten, wusste ich direkt tief innen, dass es dies war, was ich wollte.

Später, als ich dann selbst von mehr und mehr Menschen um Rat gefragt wurde, übte ich mich in derselben inneren Haltung, die ich bei Iris Johansson oder Marcel Desax erlebt hatte. Aus dieser Haltung helfe ich Menschen, das zu erreichen, wofür sie den Weg nicht sehen, oder das zu entwickeln, wofür sie den nächsten Schritt nicht sehen. Zusätzlich habe ich diese Haltung auch noch durch zwei Ausbildungen bei Iris Johansson vertieft, eine dieser Ausbildungen führte zum „Mentor für Pädagogische Berufe“. Aus dieser Haltung heraus helfe ich Menschen, das zu verwirklichen, was sie von Herzen wirklich wollen.

Im Praktizieren von Mentoring habe ich dann außerdem eine Art von Talent bei mir entdeckt, durch das Menschen oft nur recht wenig von ihrer als schwierig erlebten Situation zu erzählen brauchen, bis ich vor meinem inneren Auge ein klares Bild von der aktuellen Lage und von dem dahinterliegenden inneren Konflikt sehe und durch beides hindurch direkt sehe, wie die Lösung dieses inneren Konflikts aussehen würde und wohin eine solche innerliche Veränderung im Außen führen würde.

Dieses Talent springt bei mir vor allem dann an, wenn jemand mit einer wirklichen inneren Frage zu mir kommt.

Obwohl die Fragen aus jedem beliebigen Lebensbereich kommen können, möchte ich hier einige Beispiele nennen, aus welcher inneren Lage heraus ich Lehrer*innen bisher oft geholfen habe. Vielleicht kennst du ja eine der Folgenden:

Das Gefühl,
mit den Kindern und Jugendlichen nicht ganz in Kontakt zu kommen.

Die Lage,
dass du einfach nicht so machen kannst oder willst, wie du es bei den älteren Lehrern siehst oder von diesen empfohlen bekommst, aber noch nicht ganz deinen eigenen Weg gefunden hast.

Den Mangel,
dass du dich trotz Studium und Praxiserfahrung nicht vollständig auf den Lehreralltag vorbereitet fühlst und da heraus manchmal sogar an deiner Eignung als Lehrer*in zweifelst.

Die Spannung,
dass du regelmäßig unangenehme Situationen erlebest in der Kommunikation mit Kindern, Eltern oder KollegInnen oder von deren Bewertungen beeinträchtigt wirst.

Die Ahnung,
dass Waldorflehrer der schönste Beruf der Welt sein kann, aber du dich oft weit weg davon fühlst, dies in jedem Moment auch so zu erleben.

Das Ideal,
und das Gefühl, dem im Studium oder durch Literatur an dich herangetragenen Idealbild eines guten Lehrers niemals gerecht werden zu können.

Das Mentoring wird zum großen Teil als Einzelarbeit in der Gruppe stattfinden. Dies hat den großen Vorteil, dass jeder eine innere Nebenarbeit machen kann, während ein anderer im Prozess ist. Eine solche Nebenarbeit kann oft sogar intensiver sein als der Hauptprozess desjenigen, der eine Frage gestellt hat.

Eine solche Arbeit innerhalb einer Entwicklunggruppe hat den psychologischen Nebeneffekt, dass man sich mit seinem Entwicklungsbedarf nicht alleine fühlt. In den wöchentlichen Lehrerkonferenzen an Waldorfschulen geschieht oft das Gegenteil: Die meisten Lehrer*innen schützen sich selbst und sprechen eher über ihre Erfolge als über ihre Schwachpunkte. Wenn dann mal jemand von seinen Schwierigkeiten erzählt, wird dies von den Anderen oft so behandelt, dass nach einer möglichst schnellen äußerlichen Lösung gesucht wird, um die Schwierigkeit vor allem im Hinblick auf die Eltern, schnellstmöglich zu beseitigen. Beides führt natürlicherweise zu einer ungeborgenen Atmosphäre.

Die größte Geborgenheit entsteht, wenn wir von Erwachsenen umgeben sind, die sich in Entwicklung befinden. Das Format des 12-Stufen-Mentorings ist genau so angelegt, dass diese Geborgenheit durch eine Entwicklungsgemeinschaft entsteht. Neben den Gruppensitzungen besteht die Möglichkeit in einem internen Gruppenforum schriflich Antworten auf seine Fragen zu bekommen und sich mit anderen Teilnehmer*innen direkt auszutauschen.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter hier für den Newsletter anmelden. Über die inhaltliche Struktur des Mentorings und die finanziellen Konditionen wird in Kürze der letzte Post erscheinen. In diesem Post wird auch der Termin für das Live-Webinar angekündigt werden, in dem du noch Antworten auf offene Fragen bekommen kannst. Danach endet die Anmeldefrist und der 12-Stufen-Mentoring-Kurs wird beginnen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie ist das 12-Stufen-Mentoring aufgebaut?

Angenommen, du hast beschlossen, deine innere Kommunikation zu entwickeln, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können. Was solltest Du entwickeln?

Als ich mir selbst diese Frage gestellt habe, was in meiner eigenen Entwicklung als Lehrer das Wichtigste war, habe ich 12 Bereiche gefunden.

Das 12-Stufen-Mentoring zielt also darauf ab, dass du alle 12 Bereiche meistern kannst. Mit meistern meine ich hier, dass du in jedem dieser Bereiche deine innere Kommunikationsfähigkeit soweit entwickelst, dass du nicht nur mit dem zurecht kommst, was du dir zuvor angeeignet hast, sondern auch eine eigene Lösung finden kannst, wenn etwas völlig Neues oder Unerwartetes in diesem Bereich auftaucht, womit du meist nicht direkt klar kommst, wenn du einem Konzept oder einer Methode nur wie ein „Lehrling“ folgst.

Dass ich diese 12 Bereiche Stufen nenne, meint dabei kein starres System, aber dennoch ist die Reihenfolge bewusst gewählt und die Meisterschaft auf mancher dieser Stufen nach meiner Erfahrung hilfreich für spätere.

Hier kommen nun alle 12 Stufen.

1. Meisterschaft über die eigene Unsicherheit
Wie kann ich Zugang behalten zu meiner vollen Kapazität in Momenten, in denen ich unsicher werde?

2. Meisterschaft über die „kleine“ Sinnhaftigkeit
Wie kann ich ohne Selbstbetrug in jedem Moment meines Lehrerseins einen Sinn darin erleben, was ich tue?

3. Meisterschaft über die verschiedenen Weisen, wie du das Mandat der Kinder bekommen kannst
Für heutige Kinder haben wir als Lehrer, anders als noch vor 30 Jahren, keine Autorität nur dadurch, dass wir die Position eines Lehrers inne haben. Heutzutage brauchen wir, um eine wirkliche Grundlage für unser Lehrersein zu haben, von jedem einzelnen Kind das Mandat, sein Lehrer sein zu dürfen.

4. Meisterschaft über die eigene Wut durch deren Umschmelzung in Lebenskraft
Der eigentliche Sinn von Wut (nicht Aggression) und wie sie uns hilft, den Zugang zu unserer Lebenskraft offen zu halten.

5. Meisterschaft über die Unterrichtsvorbereitung durch das öffnende Vergessen
Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich beim Unterrichten immer irgendwie sicherer war, wenn ich mich gut vorbereitet fühlte. Dann bekam ich durch einen Hinweis von Marcel Desax irgendwann die Idee, dass dieser Zusammenhang zwischen meinem Sicherheitsgefühl und der Länge meiner Unterrichtsvorbereitungszeit gar nicht zwingend besteht, sondern durch etwas darunter Liegendes verursacht wird. Dies führte zu einer großen Befreiung und wahren Kontaktmöglichkeit mit den Kindern.

6. Meisterschaft im Gestalten von Übergängen durch das Verständnis von Flow und die bewusste Produktion von hellem Chaos Was die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Mihaly Csikszentmihalyi über den Flow-Zustand mit dem kreativen und angstfreien Gestalten von Übergängen zu tun hat.

7. Meisterschaft in Elternabenden und Konferenzen durch die Entwicklung der eigenen inneren Kommunikationsfähigkeit
In Situationen der Selbstverwaltung das beste aller Leben leben.

8. Meisterschaft bei Mobbing und destruktivem Verhalten
Mobbing auflösen ohne Strafen, nur durch die Neutralisierung der Atmosphäre und des sozialen Codex.

9. Meisterschaft bei offener Aggression anderer
Die innere Haltung, der innere Prozess und die 3 glasklaren Schritte, die helfen.

10. Meisterschaft beim Umgang mit der Angst und den Blockaden anderer; Kinder, Eltern und Kollegen
Gedankenvoraussetzungen, das Wissen um die Ladung in meinem eigenen Kommunikationsfeld, die Neuprogrammierungs-möglichkeit des Autopilotsystems.

11. Ohne Manipulation die menschliche Entwicklung bewusst beeinflussen durch die Spiegelfunktion des Universums
Beiderseitigkeit, Quantenphysik & Spiraldynamic.

12. Meisterschaft über die Routine und die eigene Sicherheit durch das Balancieren auf dem Seil des Unkalkulierbaren und durch das Spiel
Da die persönliche Entwicklung meiner Erfahrung nach eher in Spiralformen verläuft als in Stufen, habe ich das Mentoring folgendermaßen strukturiert:

In den ersten 12 Wochen des Mentorings durchlaufen wir eine komplette Runde der Spirale. Jede Woche ist also einer der 12 Stufen gewidmet. Es gibt hierzu jede Woche eine 90-minütige Themeneinheit zur jeweiligen Stufe, in der ihr nach meiner Themeneinführung direkt Fragen stellen und Antworten bekommen könnt. Die Aufzeichnung dieser Themeneinheiten stehen den Teilnehmer*innen danach zum vertiefenden Anschauen zur Verfügung. Auf diese Weise kann individuell immer wieder aufgefrischt werden, was einen persönlich am meisten interessiert.

Zusätzlich gibt es eine 60-minütige Frage-und-Antworten-Sitzung pro Woche, in der ihr themenfrei Fragen stellen und Antworten bekommen könnt.

Im Mitgliederbereich der Kurswebseite gibt es außerdem die Möglichkeit, im Forum schriftlich Fragen zu stellen oder auch über Themen mit anderen Kursteilnehmer*innen auszutauschen, Gruppen mit anderen Teilnehmer*innen zu bilden und Direktnachrichten zu schreiben.

Das Mentoring beinhaltet für jede Teilnehmer*in außerdem noch eine 90-minütige Einzelsitzung, die innerhalb der ersten sechs Monate zu einem beliebigen Zeitpunkt angefragt werden kann.

Das Mentoring wird sich im Kern auf sechs Monate erstrecken. Mit Rücksicht auf die Sommerpause sind dies die Monate Mitte April bis Mitte Juli und Anfang September bis Ende November 2021.

Die Kontaktmöglichkeit über das Forum wird insgesamt mindestens 1 Jahr lang bestehen und die Aufzeichnungen der Gespräche stehen ebenfalls mindestens 1 Jahr, nach Möglichkeit sogar unbegrenzt zur Verfügung. Auch die Q&A Sitzungen können auch in der zweiten Kursjahreshälfte bei Bedarf noch angeboten werden, diesbezüglich möchte ich jedoch noch keine Zusage zur Häufigkeit machen.

Nun zum Preis: Wenn ich mein Wert-Preis-Gefühl nach einem angemessenen Preis für solch eine persönliche Entwicklungsmöglichkeit befrage, lande ich bei einem Preis ab 1500€. Wenn ich mein Geldgefühl jedoch nach einem für Waldorflehrer*innen gefühlt leicht bezahlbaren Preis befrage und dabei eine monatliche Zahlweise mit einberechne, lande ich monatlich bei 100-150€, bei einer gesplitteten Zahlweise über sechs Monate also bei einem Gesamtbetrag von 600 bis 900€.

Da dieser Kurs nur einmalig geplant ist, wollte ich ein Preisniveau finden, bei dem alle, die inhaltlich Interesse haben, auch mitmachen können, und durch welches, bei 20 Teilnehmer*innen, meine Grundlebenskosten für die entsprechende Zeit gedeckt sind. Alles zusammen führt zu einem Sonderpreis von 600€, gesplittet in sechs monatliche Zahlungen à 100€ von April bis September.

Wer sich unter diesen Bedingungen schon verbindlich anmelden möchte, kann dies hier gerne tun. Wer zuerst noch an einer Q+A-Sitzung teilnehmen will, kann die entsprechenden Zoom Links hier finden.

Herzlichen Gruß Dieter

Von der dritten in die vierte Kommunikationsdimension

Dies ist ein hilfreicher Vergleich konkreter Aspekte in der Auseinandersetzung des Übergangs zwischen 3. und 4. Dimension:

In der dritten Dimension wurden Diaabende veranstaltet und Urlaubsbilder gezeigt, als Status für das eigene Leben. Bilder sind sehr bedeutungsvoll, eher schwer. In der vierten Dimension sind Bilder spontan da, und auch gleich wieder weg. Sie drücken momentane Gefühle aus und verlieren sehr schnell an Bedeutung. Bilder verlieren ihre Schwere.

In der dritten Dimension bedeutet Besitz Lebensqualität. In der vierten Dimension ist Lebensqualität gute Beziehungen zu haben, eine gute Kommunikation zu den Menschen zu pflegen, sich seiner Begabungen bewusst zu sein und diese einsetzen zu können.

In der dritten Dimension ging es darum, recht zu haben. In der vierten Dimension geht es um Austausch, Lernen voneinander, Bereicherung aneinander.

In der dritten Dimension sind Lehrer auf Basis ihrer Funktion Autoritätspersonen. (Lehrerzentriert) In der vierten Dimension hat der Status keine Bedeutung. Die Beziehungsebene steht im Zentrum der Kommunikation. Menschen sind an den Persönlichkeiten der anderen interessiert. (Schülerzentriert)

In der dritten Dimension wurde nach Gemeinsamkeiten gesucht. Auch dafür gekämpft. In der vierten Dimension gibt es Akzeptanz für Verschiedenheit. Gemeinschaften sind Einrichtungen, die dafür sorgen sollen, dass alle sich darin wohl fühlen. Neuzugänge werden einfach aufgenommen. Wenn der Neuzugang allerdings eine Rolle spielt

In der dritten Dimension wurde Geld gespart, um nach der Arbeit im Alter das spätere Paradies erleben zu können. In der vierten Dimension gibt es Geld, um Möglichkeiten zu schaffen, die Erfahrungen bieten, beruflich oder sonstwie. Wer kein Geld hat, arbeitet. Wer Geld hat, gibt es aus. Auch werden Möglichkeiten organisiert, Dinge zu nutzen und Erfahrungen zu sammeln, die auf Basis von Tauschhandel basieren; bspws. das Haus eines Eigentümers an Frankreichs Mittelmeerküste hüten.

In der dritten Dimension wähle ich das Bild meines Lebens, behalte es und arbeite lange daran. In der vierten Dimension suche ich nach meinen individuellen Begabungen und meine Nische, oder baue mir meine Nische.

In der dritten Dimension gibt es Identität durch Nationalbewusstsein, durch Kultur, die meine Wurzel ist. In der vierten Dimension bin ich tendenziell wurzellos und Weltbürger.

In der dritten Dimension gab es tiefgeerdetes Handwerker Know-how. In der vierten Dimension sind die Handwerkerströme sehr mangelhaft.

In der dritten Dimension galt das Ideal, alleine zurechtzukommen. In der vierten Dimension machen wir es gemeinsam: zusammen sind wir ein Team mit verschiedenen Talenten und Stärken, die alle benötigt werden.

In der dritten Dimension galt viel Wissen als wertvoll. In der vierten Dimension gilt Kompetenz zu haben, das passende Wissen zu bekommen als wertvoll.

In der dritten Dimension galt es in der Wissenschaft, den Menschen möglichst raus zu halten. In der vierten Dimension wissen wir, dass der Mensch immer einen Einfluss auf das Messergebnis hat. Dadurch verändern sich die Versuchsaufbauten. Man will wissen, wie welcher Mensch welchen Prozess beeinflusst.

In der dritten Dimension meinte Gerechtigkeit, wenn alle das gleich haben. In der vierten Dimension meint Gerechtigkeit, wenn alle das passende haben, um so zu leben, dass sie sich ihren Begabungen entsprechend in die Gesellschaft einbringen können.

In der dritten Dimension machte man gerne Pläne, vor allem Zeitpläne. In der vierten Dimension tanzt man mit den Gelegenheiten und den Fügungen, die sich ergeben, und folgt den inneren Kräften mehr als den äußeren.

In der dritten Dimension zählte das Allgemeine als Maßstab. In der vierten Dimension zählt immer das Momentane.

In der dritten Dimension laß man vor Inbetriebnahme eines Gerätes die Gebrauchsanleitung. In der vierten Dimension nehmen die Menschen das Gerät in die Hand und lernen es kennen, indem sie es bedienen oder reparieren.

In der dritten Dimension hat man das Leben als eine Linie vor sich. In der vierten Dimension hat man das Leben als einen Bogen um sich.

Sechs Kommunikationsdimensionen

In der Evolution den menschlichen Bewusstseins gibt es immer wieder sprunghafte Veränderungen, die sich in wenigen Jahrzehnten vollziehen. Diese Veränderungen sorgen für Schwierigkeiten, weil Menschen der dominierenden Stufe ihre Weltsicht durch das Neue bedroht sehen. Die neuen wiederum sehen ihr Neues durch das Alte bedroht. Beide Seiten verstehen sich dabei als das "Normale" und haben meist kein Verständnis für die andere Perspektive.

Iris Johannsen ist Autistin mit klassischer Inselbegabung. Diese nutzte sie, um die menschliche Kommunikation zu erforschen. Aus ihren Ergebnissen und Beobachtungen ergab sich ein Konzept mit sechs Kommunikationsdimensionen. Wir befinden uns seit 1990 im Übergang von der dritten in die vierte Kommunikationsdimension, wobei unsere ganze Gesellschaft mit dem Denken der Dritten Dimension aufgebaut ist und auch mit diesem funktionsfähig gehalten wird.

1. Kommunikationsdimension

Die erste Kommunikationsdimension findet statt in der Begegnung zwischen Menschen, im Zusammensein. In Schweden gab es diese Kommunikationsdimension bis ca. 1850. Die Menschen lebten lokal an einem Platz und konnten die anderen Menschen, die sie kannten, alle an einem Tag zu Fuß treffen. Die Menschen lebten in ihrem eigenen Tempo und sind von morgens, wenn sie aufstanden, bis abends, wenn sie zu Bett gingen, ihren Tätigkeiten nachgegangen. Ungefähr 90% der Zeit des Tages brauchte man für das Notwendige. Es gab keine moderne Freizeit. Zum Lernen sind die Kinder einfach dem Rhythmus der Eltern gefolgt. Sie waren darinnen, in allem, was die Erwachsenen machten. Sie lernten alles durch das Dabei-Sein.

2. Kommunikationsdimension

Es ging langsam hinüber in die zweite Kommunikations-Dimension. Die erste blieb weiter bestehen. Von Staatsseite wollte man, dass alle Kinder in die Schule gehen, damit alle das Gleiche lernen. Aber viele Eltern wollten nicht, dass ihre Kinder in die Schule gingen, weil sie da so viele Flausen in den Kopf bekamen und anfingen, anders zu denken. 1842 wurde in Schweden die Schulpflicht eingeführt, um die Eltern dazu zu zwingen ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Die Buchdruckkunst machte möglich, dass man täglich Reichsnachrichten bekommen konnte und ein paarmal in der Woche auch Lokalnachrichten. Die Nachrichten, das Wetter und Bücher. Klassische Musik wurde eingespielt und ausgestrahlt. Das war unglaublich faszinierend. Doch das „neumodische“ Wissen wurde nicht direkt in das alltägliche Leben integriert, es blieb noch außerhalb. Man fand es erst einmal interessant zu hören, was es weiter weg von zuhause alles gab. Aber zunächst beeinflusste es die erste Dimension sehr wenig. Man war vertraut mit dem Leben in der ersten Dimension. Das, was jetzt von außen an Information dazu kam, dafür musste man erst mal ein Verständnis entwickeln. Das dauerte ein paar Generationen.

3. Kommunikationsdimension

Behalten wir im Auge, dass die anderen Dimensionen bleiben und die neue dazu kommt. In der ersten Dimension sind wir zuhause in unserem kleinen Dorf, in der zweiten Dimension werden wir uns bewusst, dass wir in einem Land leben und in der dritten Kommunikations-Dimension werden wir Weltenbürger.
Was technologisch dazu kommt, ist das Fernsehen. Damit können wir Bilder aus der ganzen Welt in unserem Wohnzimmer sehen. So bekamen wir Einblick in verschiedene geographische Gegenden, die wilde Natur, die verschiedenen Städten und so weiter. Dazu kam die Möglichkeit, viel weiter zu reisen; zunächst innerhalb der Landesgrenzen, später auch in andere Weltteile. Die Zollstationen verschwanden und es gab viel mehr Verkehrsmittel mit denen man sich viel weiter weg bewegen konnte: Auto, Schiff, Flugzeug. Das hat unser Denken und unsere Linguistik sehr verändert, besonders im Verhältnis zu der ersten und zweiten Dimension. Wir konnten uns auch immer mehr Luxus, Zeit und Bequemlichkeit kaufen. Dadurch geschah etwas Merkwürdiges mit den Menschen: Wenn wir 90% des Tages dazu verwenden, die Notwendigkeiten zu verrichten, dann sind wir nicht gleichzeitig mit allen möglichen Gedanken, Abwertungen, Beurteilungen, Bestrafungen beschäftig. Wir haben fast keine psychischen Probleme.

Aber wenn wir nur noch zwei oder drei Stunden für das Notwendige aufwenden müssen, haben wir eine Menge Zeit, um anderes zu tun. In dieser Zeit schaffen wir uns Bequemlichkeiten. Doch für diese Bequemlichkeiten müssen wir Geld ausgeben, und dieses müssen wir durch Arbeit beschaffen. Damit passen wir uns auf die eine oder andere Weise an, und wir fühlen uns mit der Zeit ausgenutzt und unzufrieden. Wir haben den Eindruck, dass wir nicht den Lohn für unsere Mühe bekommen. Wir haben eine unendliche Menge von Zeit, die wir Freizeit nennen, in der wir machen und entscheiden können, was wir wollen, verbringen Sie jedoch entweder mit Arbeit, um Geld zu verdienen, um die Bequemlichkeit zu finanzieren, oder machen sinnfreie Freizeitaktivitäten, die uns auf Dauer nicht erfüllen, wodurch dies alles immer höher, schneller, weiter und vor allem immer mehr werden muss. Weil wir glaubten, mit mehr äußeren Dingen mehr Geborgenheit zu schaffen, haben wir immer mehr Dinge angeschafft. Wir nannten das „Glück“.

Darin verstecken sich eine Menge Gedankenfehler. Doch leider sind sie so allgemein, dass fast alle Menschen sie denken. Deswegen werden sie Majoritätsmissverständnisse genannt.

Wir schaffen uns in diesem Hamsterrad immer mehr Dinge an, Häuser, Autos, Boote, Sommerhäuser. Wir werden sehr gute Konsumenten. Was dabei geschieht, ist, dass wir uns mehr und mehr um Dinge kümmern müssen, an Dinge denken müssen, Dinge pflegen müssen. Wir merken, dass uns das begrenzt.

Gleichzeitig bekommen wir durch die Nachrichten das ganze Elend der Welt herein. Auch das beeinträchtigt uns, es reißt uns aus unsere inneren Zufriedenheit heraus.

Bei dem Übergang von der 1. zur 2. Dimension ging in der Zeit, wo die Bevölkerung sich so explosionsartig vermehrte viel mehr darum, alle Menschen ernähren zu können. Das hatte auf die alte Art nicht geklappt. Als es so weit war, dass alle etwas zu essen hatten, und ein Dach über dem Kopf hatten, hätte man mit der neuen Art aufhören können, das Wachstum beenden und und zu einer Gebrauchsökonomie zurückkommen können.

Aber wenn wir neue Dimensionen entwickeln, um die Welt zu verstehen, werden wir entweder davon verzaubert und schmeißen uns da hinein, oder wir bekommen eine Riesenangst und grenzen es aus. In beiden Fälle werden wir offen für Manipulation. Und so kam immer jemand, der sieht, dass Menschen in der Lage sind manipuliert werden zu können, und erliegt der Versuchung seinen eigenen Nutzen daraus zu ziehen. Das ist auch eine Form von psychologischem Spielen. Es geht immer von einzelnen Menschen aus. Grundsätzlich gibt es also immer die Möglichkeit, Geld aus etwas zu schlagen: Jemand will den anderen ausnutzen, der andere lässt sich ausnutzen und entscheidet nicht frei für sich selbst.
Es gibt da noch einen anderen Gedanken, mit dem wir uns angeschmiert haben: „Wissen ist nie schwer zu tragen!“. Da liegen wir aber falsch. Wissen, das man benutzt, ist nicht schwer zu tragen. Aber alles Wissen, das wir nicht anwenden, pocht die ganze Zeit, und will benutzt werden. Das ist sehr schwer zu tragen.

4. Kommunikationsdimension

Es ist wichtig, immer zu wissen, dass die vorhergehenden Dimensionen immer bleiben. Es kommt nur etwas Neues hinzu kommt, was das Denken sehr verändert. Das was jetzt, seit ungefähr 1990, mit der vierten Dimension hinzukommt, ist wirkliche Kommunikation. Man wird viel mehr global, es verschwinden die Grenzen. Die eigene Kultur und die anderen Kulturen werden auf eine völlig andere Weise aufgefasst. Weil das so unterschiedlich zur Dritten Dimension ist, entsteht oft eine Wand zwischen dem Denken in der dritten und dem Denken in der vierten Dimension.

In der vierten Dimension versteht man viel mehr als vorher, dass der Reichtum in uns drinnen sitzt. Reichtum hat damit zu tun, wie wir denken, mit dem, was wir tun und können, hat was mit dem zu tun, was wir innerlich tragen, egal wohin wir reisen. Diesen Reichtum kann uns niemand nehmen. Diejenigen, die in der vierten Dimension geboren sind, sind nicht so schnell geneigt zu glauben, dass Reichtum mit dem Wert von Geld zu tun hat. Sie sind vielmehr daran interessiert, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, einen kleinen Teil davon zu verkaufen, so dass sie sich versorgen können, und ansonsten ein qualitätsreiches Leben zu leben. Die Menschen aus der dritten Dimension machen sich darüber große Sorgen, weil es die Zuwachswirtschaft bedroht.

Die Gesellschaft der dritten Dimension ist darauf aufgebaut, dass man sein Brot verdient im Schweiße seines Angesichts und einen Überfluss produziert, der bis zum Ende des eigenen Lebens reicht. Dieses Denken löst sich in der vierten Dimension mehr und mehr auf. Man ist mehr und mehr daran interessiert, sich lokal zu verbinden mit sich und den anderen, um eine Grundlage zu haben, sich hoch und breit hinauszustrecken.

Die Kinder in der Schule sind deshalb so außerordentlich gestresst, weil sie zu etwas gezwungen werden, was überhaupt nicht mit ihnen übereinstimmt. Dennoch versuchen sie hinzubekommen, was von ihnen gefordert wird, wobei natürlich trotzdem die Schulergebnisse bergab gehen. Allerdings gehen nur die Ergebnisse der dritten Dimension zurück. Ihr eigenes Leben untereinander geht nicht zurück. Nur das, was die dritte Dimension von ihnen verlangt.

In der vierten Dimension können wir die großen Veränderungen die mit unserer gesamten Zivilisation vor sich gehen aus einer globalen und gleichzeitig mit einer lokalen Perspektive anschauen. Und vor allem können wir uns frei machen von den Angstsystemen in denen wir festhängen und stattdessen die Phänomene betrachten in denen wir uns befinden.

Was du an den Kindern, die ab den neunziger Jahren geboren sind, sehen kannst, ist, dass sie lokal angeknüpft sind und gleichzeitig in einer globalen Welt leben. Auch wenn sie nicht lokal angebunden sind, so suchen sie doch die ganze Zeit eine lokale Orientierung, um in dieser globalen Orientierung sein zu können, ohne ihr Selbstgefühl zu verlieren. Der Unterschied mit der dritten Dimension ist, dass man sich dort an das Öffentliche anpasst anstelle der lokalen Orientierung. Das macht einen großen Unterschied, weil die Kinder der vierten Dimension nicht daran interessiert sind, sich an ein gesellschaftliches System anzupassen – das macht für sie keinen Sinn. In der Schule, die noch völlig aus den Prinzipien der dritten Dimension heraus organisiert ist, führt das zu einem Bruch mit den Kindern, die sich völlig anders orientieren. Da gibt es noch kaum Verständnisbrücken.

5. Kommunikationsdimension

Nach der vierten kommt in einiger Zukunft die fünfte Dimension hinzu. Sie ist in großen Zügen gesprochen die Synchronisation des Bewusstseins mit den Zeitströmen aus Vergangenheit und Zukunft. Nichts wird mehr zufällig geschehen. Auch jetzt gibt es schon Vorboten dieser Entwicklungsstufe. Einzelne Phänomene gibt es überall.

6. Kommunikationsdimension

In der sechsten Dimension wird die Kommunikation das Sprachfeld transzendieren. Zwei verschiedene Sprachen zu sprechen steht dann dem Verständnis nicht mehr im Weg. Wir lernen "aus der Atmosshäre zu lesen". Wir werden die Worte hören, und gleichzeitig wahrnehmen, was der andere meint, auch die eigentlich dahinter liegenden Fragen, Aussagen oder Absichten.

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So kommen wir ins Spirituelle Unterrichten

Aber es gibt einen anderen Weg, um fruchtbar, um nützlich zumachen dasjenige, was spirituell ist. Ich möchte das wiederum durch ein Beispiel veranschaulichen. Nehmen wir an, beispielsweise, ich unterrichte ein Kind vielleicht vom 9., 10. Lebensjahre. Ich will dem Kinde die Unsterblichkeit beibringen, die Unsterblichkeit der menschlichenSeele. Wenn ich noch so schöne philosophische Auseinandersetzungen mache, das Kind wird nichts begreifen zunächst.

Es bleibt ganz uneingenommen von demjenigen, was ich ihm darbiete. Wenn ich aber jetzt zu ihm sage: Liebes Kind, schau dir an, wie der Schmetterling aus der Puppe herauskommt, wie er ausfliegt aus der Puppe, dann hast du ein Bild, das du anwenden kannst auf den Menschen. Schau dir den menschlichen Leib an, der ist wie die Schmetterlingspuppe. Und wie aus der Schmetterlingspuppe der Schmetterling ausfliegt, so fliegt die Seele,wenn der Tod kommt, aus dem Körper aus. Nur ist der Schmetterling sichtbar, die Seele ist unsichtbar.

Nun, ich will dieses Bild nur andeuten. Aber dieses Bild werde ich im weiteren ausführen vor dem Kinde. Ich kann zweierlei Erfahrungen machen, wenn ich das anwende. Ich kann einen Lehrer, eine Lehrerin finden, die setzen dem Kind dieses Bild auseinander, und das Kind hat gar nichts davon. Das Kind hat vielleicht ein sehr schönes Bild, aber für seine Seele, für dasjenige, was erreicht werden soll, hat es gar nichts.Ein anderer Lehrer oder eine andere Lehrerin setzen auch dieses Bild auseinander, vielleicht mit denselben Worten, nehmen wir an, und das Kind hat ungeheuer viel davon. Das Kind geht in seiner Seele ganz auf.

Wo ist denn der Unterschied? Der Unterschied ist der, daß der ersteLehrer oder die erste Lehrerin furchtbar gescheit sind, unendlich gescheit. Deshalb sagen sie sich: Ja, ein gescheiter Mensch, der glaubt doch nicht daran, daß die Puppe und der Schmetterling ein Bild sind;das mache ich nur, weil das Kind dumm ist. Das Kind ist dumm, ich bin gescheit. Ich mache für das Kind ein Bild. Der gescheite Lehrer, der das dumme Kind neben sich hat und für das dumme Kind ein gescheites Bild gemacht hat, wird nicht verstanden von dem Kinde. Sie können sich verlassen darauf, er wird nicht verstanden!

Da ist ein anderer Lehrer oder eine andere Lehrerin, die glauben selber an ihr Bild. Sie sagen sich: Die göttliche Weltordnung hat, damit wir verstehen können die Unsterblichkeit, dieses Bild selber in die Natur hineingesetzt. Das ist nicht etwa da, damit wir es erst erfinden können, sondern wir entdecken dieses Bild. Die schöpferische Geistigkeit in der Natur schafft uns dieses Bild, damit wir in dem Bilde die Unsterblichkeit sehen können. Gott hat selber hingemalt vor uns dieses Bild. Wir glauben an dieses Bild, wie das Kind auch glauben soll.

Und das Kind hat alles, was es braucht, bloß dadurch, daß wir selbst nicht sagen: Wir sind gescheit und das Kind ist dumm, sondern daß wir sagen: Das Kind hat seinen gescheiten Geist durch die Geburt in die Welt gebracht. Das Kind ist gescheit. Der Geist ist nur noch nicht erweckt. Wenn wir ihn nicht erwecken können, sind wir die Dummen, nicht das Kind.

Wenn wir nur einmal den Gedanken haben können, daß das Kind eigentlich verborgen gescheit und wir offenbar dumm sind, und nun gerade die Aufgabe haben dem Kind gegenüber, von dem Kinde lernend, erst gescheit zu werden, dann werden wir Eindruck machen mit unserem Unterricht auf das Kind.

Und dann, wenn das der Fall ist, dann haben wir im ersten Beispiel durch den Lehrer, durch die Lehrerin, die sich gescheit fanden, das Wirken des Intellektes gesehen, und bei dem zweiten Beispiel das Wirken des Geistes, des Spirituellen, desjenigen, was innerlich lebendig ist, was sich mit den Dingen verbindet, und was auch wirken kann, wenn man keine hellseherische Anschauung von dem Geiste hat. Da ist der Geist der Tätige. Da tut man im Geiste, wenn man selber an sein Bild glaubt. Wenn man nicht daran glaubt, sondern aus lauter Gescheitheit.

und aus lauter Intellektualität das Bild formt, steht man mit Intellektualität und «mind» außerhalb der Wirklichkeit, hat man bloß ein Spiegelbild. Spiegelbilder wirken nicht, Spiegelbilder sind inaktiv. Spiegelbilder sind bloß passiv. Der Geist ist produktiv, der Geist ist schöpferisch. Und wir müssen uns vor allen Dingen, um im Geiste zu tun, indas Schöpferische hineinfinden.

Und so kommen wir auf dem Wege des seelischen Arbeitens, indem wir uns in die Imagination selbst hineinarbeiten, dem Geist nah, kommen wir allmählich in den Geist hinein, in dasjenige was das Spirituelle ist. Wir müssen nur erst die Ohnmacht des Intellektuellen empfinden,dann kommen wir in das Spirituelle hinein.

Rudolf Steiner: Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst. Spirituelle Werte in Erziehung und sozialem Leben., GA 305, S. 36

http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA305.pdf#view=Fit

Bildung zur Kompetenz ohne Inhalt?

Alfred Lumpe: „Es reicht nicht aus, wenn sie nur Wissen reproduzieren und rezitieren können, sondern sie müssen mit diesem Wissen umgehen können. Sie müssen unter Anwendung ihres Wissens handeln können. Sie  müssen dieses Wissen bewerten können und in neue Situationen übertragen können. Sie müssen das Wissen verwenden, in andere Zusammenhänge transferieren, zum Lösen von Problemen und komplexen Aufgaben intelligent anwenden können. Dieses Handeln muss in der Schule eingeübt werden.“

„Es kommt jetzt nicht mehr ausschließlich darauf an, Wissen zu vermitteln (im Sinne von transportieren), sondern in diesem Bild kommt es darauf an, Situationen zu schaffen, in denen 20 Individuen ihre individuellen Bildungsprozesse optimal – und jeder dieser 20 hat eine eigene Optimierungslinie – entwickeln können. Wenn Lehrkräfte derartige Prozesse organisieren sollen, müssen sie dies auf der Grundlage entsprechender struktureller Vorgaben auch dürfen.“

„Es kann dann in Lehrplänen nicht mehr festgelegt werden, welche Inhalte wann gelehrt werden sollen. Dann müssen Lehrpläne zu Bildungsplänen werden, die mit anderen Vorgaben zur Grundlage für die Steuerung der Lernprozesse werden. Mit den Bildungsplänen müssen die Ergebnisse beschrieben und Gestaltungsräume eröffnet werden. Am Ende des Lernprozesses soll der Lernende und zwar jede Schülerin und jeder Schüler über bestimmte Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse verfügen und in der Lage sein, bestimmte Handlungen durchzuführen. Diese Anforderungen, also die Ergebnisse von Lernprozessen, sind die Vorgaben in Bildungsplänen. Das ist der Unterschied, der große Unterschied zwischen inhaltsbezogenen Lehrplänen und kompetenzorientierten Bildungsplänen, in denen definiert wird, welche Anforderungen ein Schüler oder eine Schülerin in der Regel erfüllen soll, wenn er oder sie einen ganz bestimmten Bildungsabschluss erreichen will. Der Unterschied zwischen Lehrplänen und Bildungsplänen ist die Konsequenz aus der Weiterentwicklung des Wissens über die Steuerungsmöglichkeiten von Lernprozessen. In den kompetenzorientierten Bildungsplänen sind Vorgaben zu den Kompetenzen enthalten, die die Schülerinnen und Schüler am Ende eines Bildungsabschnittes erworben haben sollen.“

„Was ein Schüler oder eine Schülerin zu einem bestimmten Zeitpunkt können soll, umfasst damit sowohl Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch Bereitschaften, Haltungen, Einstellungen, Strategien und  Routinen, über die die Schülerinnen und Schüler verfügen sollen.“

hlz:
„Es ist also dem Lehrer völlig frei gestellt, was er und welche Literatur er mit den Schülern behandelt?

Alfred Lumpe:
„Ja und nein, es kommt darauf an, was unter „freigestellt“ verstanden wird. Mit kompetenzorientierten Bildungsplänen ist es der Lehrkraft völlig freigestellt, welche Literatur sie behandelt.“

„Müssen alle Schüler im November und Dezember Goethes Faust lesen und im Januar eine Klausur darüber schreiben oder ist man differenzierter und sagt, wir bieten an – klar Goethes Faust, der hat sich bewährt.“

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„Ein Hohelied auf die Kollegenschaft, der damit eine große Verantwortung zukommt. Ich danke Ihnen für das Gespräch!“

Auszüge aus dem GEW
Interview mit Dr. Alfred Lumpe, verantwortlich in der BSB für die Bildungspläne, über den Wandel des Lernens

https://www.gew-hamburg.de/themen/schule/kompetenz-ist-niemals-wissensfrei

Hat Papst Franziskus den Apfel ausgespuckt?

Nach einer 45 minütigen, mündlichen Laudatio eins alten Umweltaktivisten auf die Enzyklika Laudato Si' von Papst Franziskus las ich sie nun selbst. Und wider aller Vorurteile bin ich hingerissen von der Klarheit, vom Friedensgeist, vom Humanitären, von der Offenheit und Toleranz, die in dem Text steckt. Es folgen einige Zitate aus dem Text: Papst Franziskus, Enzyklika Laudato Si’ Über die Sorge für das gemeinsame Haus (24. Mai 2015).

Aus Absatz 5
Alle Bestrebungen, die Welt zu hüten und zu verbessern, setzen vor allem voraus, „dass sich die Lebensweisen, die Modelle von Produktion und Konsum und die verfestigten Machtstrukturen [von Grund auf] ändern, die heute die Gesellschaften beherrschen.“
Die echte menschliche Entwicklung ist moralischer Art und setzt die vollkommene Achtung gegenüber der menschlichen Person voraus, muss aber auch auf die Welt der Natur achten „der Natur eines jeden Wesens uns seiner Wechselbeziehung in einem geordneten System […] Rechnung tragen.“

Aus Punkt 8
Patriach Bartholomäus hat besonders von der Notwendigkeit gesprochen, dass jeder Einzelne die eigene Weise, dem Planten zu schaden, bereut, denn „insofern wir alle kleine ökologische Schäden verursachen“, sind wir aufgerufen, „unseren kleinen Beitrag zur Verunstaltung und Zerstörung der Schöpfung“ anzuerkennen.

Aus Punkt 15
[…] zu den Wurzeln der gegenwärtigen Situation vorzudringen, so dass wir nicht nur die Symptome betrachten, sondern auch die tiefsten Ursachen. Auf diese Weise können wir eine Ökologie vorschlagen, die in ihren verschiedenen Dimensionen den besonderen Ort des Menschen in dieser Wirklichkeit einbezieht. Im Licht dieser Überlegungen möchte ich fortfahren mit einigen ausführlichen Leitlinien für Dialog und Aktion, die sowohl jeden von uns als auch die internationale Politik betreffen. Und da ich überzeugt bin, dass für jede Veränderung Beweggründe und ein erzieherischer Weg nötig sind, werde ich schließlich einige Leitlinien zur menschlichen Reifung vorschlagen, die von dem Schatz der christlichen spirituellen Erfahrung inspiriert sind.

Punkt 19
Nach einer Zeit irrationalen Vertrauens auf den Fortschritt und das menschliche Können tritt jetzt ein Teil der Gesellschaft in eine Phase stärkerer Bewusstheit ein. Es ist eine steigende Sensibilität für die Umwelt und die Pflege der Natur zu beobachten, und es wächst eine ehrliche, schmerzliche Besorgnis um das, was mit unserem Planeten geschieht. Wir geben einen – wenn auch sicherlich unvollständigen – Überblick über jene Fragen, die uns heute beunruhigen und die wir jetzt nicht mehr unter den Teppich kehren können. Das Ziel ist nicht, Informationen zu sammeln oder unsere Neugier zu befriedigen, sondern das, was der Welt widerfährt, schmerzlich zur Kenntnis zu nehmen, zu wagen, es in persönliches Leiden zu verwandeln, und so zu erkennen, welches der Beitrag ist, den jeder Einzelne leisten kann.

Aus Punkt 149
Ebenso ist klar, dass die extreme Entbehrung, die in manchen Situationen erfahren wird, wo Harmonie, Platz und Möglichkeiten der Eingliederung fehlen, das Aufkommen von inhumanen Verhaltensweisen und die Manipulation der Menschen durch kriminelle Organisationen begünstigt . Für die Bewohner von sehr problematischen Wohnquartieren kann der tägliche Gang vom Gedränge zur sozialen Anonymität, den man in den großen Städten erfährt, ein Gefühl der Entwurzelung hervorrufen, das asoziale und gewaltbereite Verhaltensweisen fördert.

Dennoch will ich betonen, dass die Liebe stärker ist. Viele Menschen in diesen Lebensumständen sind in der Lage, Bande der Zugehörigkeit und des Zusammenlebens zu knüpfen, die das Gedränge in eine Gemeinschaftserfahrung verwandeln, wo die Wände des Ichs durchbrochen und die Schranken des Egoismus überwunden werden. Diese Erfahrung gemeinschaftlichen Heils ist das, was gewöhnlich kreative Reaktionen auslöst, um ein Gebäude oder ein Wohnquartier zu verschönern

Aus Punkt 180
An einheitliche Lösungsvorschläge ist nicht zu denken,  denn jedes Land oder jede Region hat spezifische Probleme und Grenzen.

(Ökologische Erziehung und Spiritualität 202 - 208)

Punkt 202
Viele Dinge müssen ihren Lauf neu orientieren, vor allem aber muss die Menschheit sich ändern. Es fehlt das Bewusstsein des gemeinsamen Ursprungs, einer wechselseitigen Zugehörigkeit und einer von allen geteilten Zukunft. Dieses Grundbewusstsein würde die Entwicklung neuer Überzeugungen, Verhaltensweisen und Lebensformen erlauben. So zeichnet sich eine große kulturelle, spirituelle und erzieherische Herausforderung ab, die langwierige Regenerationsprozesse beinhalten wird.

Punkt 205
Trotzdem ist nicht alles verloren, denn die Menschen, die fähig sind, sich bis zum Äußersten herabzuwürdigen, können sich auch beherrschen, sich wieder für das Gute entscheiden und sich bessern, über alle geistigen und sozialen Konditionierungen hinweg, die sich ihnen aufdrängen. Sie sind fähig, sich selbst ehrlich zu betrachten, ihren eigenen Überdruss aufzudecken und neue Wege zur wahren Freiheit einzuschlagen. Es gibt keine Systeme, die die Offenheit für das Gute, die Wahrheit und die Schönheit vollkommen zunichte machen und die Fähigkeit aufheben, dem zu entsprechen. Diese Fähigkeit ist es ja, der Gott von der Tiefe des menschlichen Herzens aus fortwährend Antrieb verleiht.

Punkt 215
In diesem Zusammenhang „darf die Beziehung, die zwischen einer angemessenen ästhetischen Erziehung und der Erhaltung einer gesunden Umwelt besteht, nicht vernachlässigt werden“. 150 Auf die Schönheit zu achten und sie zu lieben hilft uns, aus dem utilitaristischen Pragmatismus herauszukommen. Wenn jemand nicht lernt innezuhalten, um das Schöne wahrzunehmen und zu würdigen, ist es nicht verwunderlich, dass sich für ihn alles in einen Gegenstand verwandelt, den er gebrauchen oder skrupellos missbrauchen kann.

Zugleich muss man, wenn man tiefgreifende Veränderungen erzielen will, berücksichtigen, dass die Denkmuster wirklich die Verhaltensweisen beeinflussen. Die Erziehung wird unwirksam, und ihre Anstrengungen werden unfruchtbar sein, wenn sie nicht auch dafür sorgt, ein neues Bild vom Menschen, vom Leben, von der Gesellschaft und von der Beziehung zur Natur zu verbreiten. Andernfalls wird das auf Konsum ausgerichtete Modell, das durch die Kommunikationsmittel und über die wirkungsvollen Räderwerke des Marktes übermittelt wird, weiter fortschreiten.

Punkt 229
Wir müssen wieder spüren, dass wir einander brauchen, dass wir eine Verantwortung für die anderen und für die Welt haben und dass es sich lohnt, gut und ehrlich zu sein. Wir haben schon sehr viel Zeit moralischen Verfalls verstreichen lassen, indem wir die Ethik, die Güte, den Glauben und die Ehrlichkeit bespöttelt haben, und es ist der Moment gekommen zu merken, dass diese fröhliche Oberflächlichkeit uns wenig genützt hat. Diese Zerstörung jeder Grundlage des Gesellschaftslebens bringt uns schließlich um der Wahrung der jeweils eigenen Interessen willen gegeneinander auf, lässt neue Formen von Gewalt und Grausamkeit aufkommen und verhindert die Entwicklung einer wahren Kultur des Umweltschutzes.

Leseempfehlung: Punkte 202 - 208: Ökologische Erziehung und Spiritualtität

https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2015/2015-06-18-Enzyklika-Laudato-si-DE.pdf

Paracelsus - Sieben Wege zum Wissen

Nach Paracelsus sollte man gewisse Regeln befolgen und sieben Wege kennen, um sich das notwendige Wissen für Heilkunst anzueignen.

Die erste Regel ist ein lebenslanges Studieren, denn das Leben ist kurz und die Kunst in lang. Wer glaubt, ausgelernt zu haben, hat das Wesentliche nicht begriffen.

Die zweite Regel ist der Respekt vor dem Wissen und der Erfahrung anderer. Paracelsus meinte, „dass der Arzt nicht alles, was er können und wissen soll, auf den Hohen Schulen lernt und erfährt, sondern er muss auch zeitweise zu alten Weibern, Zigeunern, Schwarzkünstlern, Landfahrern, alten Bauersleuten und dergleichen unachtsamen Leuten in die Schule gehen und von ihnen lernen. Denn diese haben mehr Wissen von solchen Dingen als alle Hohen Schulen.“

Um solchen Menschen zu begegnen, muss man allerdings sein Studierstübchen verlassen und sich auf Wanderschaft begeben, „weil keinem der Meister im Hause wächst und weil keiner seinen Lehrer hinter dem Ofen hat. Nicht alle Künste sind im Vaterland eines Menschen verschlossen, sondern sie sind in der ganzen Welt verteilt.“

Die dritte Regel ist die Lebensweise. Sie sollte nicht nur bescheiden, sondern so weit wie möglich im Einklang mit den kosmischen Gesetzten sein. Dabei ist nicht wichtig, ob einem dies bereits gelungen ist, wichtig ist, dass man sich bemüht. Außerdem solle man jede Art von Exzessen meiden.

Die vierte, letzte und wichtigste Regel ist die Erfahrung, denn nur sie macht den Heiler zu einem Meister. Erfahrung hat bei Paracelsus allerdings nichts mit „Trial and error“ zu tun. Erfahrung ist vielmehr, „die Kenntnis von dem, was mit Wissen erprobt wird“. Dieses Wissen kann man sich auf sieben verschiedene Weisen aneignen, denn „sieben Wege gibt es, auf welchen wir kunstreich werden“.

Wahre Heiler erlangen Wissen [Zusammenfassung]

1. über Geistwesen (Magie, Channeling, etc.)
2. durch die Überlieferung von Mensch zu Mensch
3. durch die eigene Erfahrung
4. durch Voraussicht über Kontakt mit Elementarwesen
5. über die Chiromantie
6. über die Physionomie
7. über die gesamte Formensprache einer Substanz.

Text aus:
Paracelsusmedizin: Altes Wissen in der Heilkunde von heute. Philosophie, Astrologie, Alchimie, Therapiekonzepte

Die holistische Schule

Der russische Musikprofessor Mikail Schetinin hat in einem abgelegenen Dorf im Kaukasus mit vielen Schülergenerationen völlig neue holistische Lernmethoden entwickelt. Sie beruhen auf einer Haltung bedingungsloser Achtung vor jedem Einzelnen und dem Wert der Gemeinschaft. In einem freien Miteinander entfalten die Kinder in kleinen, altersgemischten Gruppen alle ihre Fähigkeiten und Talente und entwickeln eben dadurch ein Bewusstsein der Verantwortung für die gesamte Schöpfung.

Eine leuchtende Botschaft. Tekos - eine Schule der Zukunft

Schetinin Schule TEKOS Russisches Lyzeum am Schwarzen Meer 1

Lernmethoden der Schetinin Schule von Richard Kandlin. Teil 1 Vortrag

Vera M. Weld über Dolmen, Waldschule von M. Schetinin und reinigende Quellwasserbecken bei Pschada

und zum Thema Sprachen lernen

Sprachen lernen für SchülerInnen mit Vera F. Birkenbihl - Sprachen lernen

Sprachen lernen - Guided Tour (nach der Birkenbihl-Methode)

Kostenfrei Sprachen lernen - Die Vera F. Birkenbihl Methode

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Radikalkritik an der Schule und die Lust am Denken

"Als Professor für Neurobiologe arbeite ich in der Neurobiologischen Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Wissenschaftlich befasse ich mich u. a. mit den Wirkungsmechanismen von Psychopharmaka, mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen bei Lernprozessen und der neurobiologischen Verankerung von Erfahrungen. "

Meine Kernbotschaft

Aufgrund der langjährigen Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Entwicklungsneurobiologie versuche ich zu beschreiben, dass die Expression der genetischen Anlagen des Menschen zunächst zur Herausbildung eines Überangebots neuronaler Vernetzungsmöglichkeit im sich entwickelnden Gehirn führt und dass anschließend von diesem Überangebot nur diejenigen Verschaltungsmuster stabilisiert werden, die im Verlauf der prä- und postnatalen Entwicklung besonders häufig aktiviert werden.

Das Konzept der nutzungsabhängigen Plastizität („experience dependent plasticity“) impliziert, dass die Strukturierung des menschlichen Gehirns im hohen Maß durch die individuellen Erfahrungen gelenkt wird, die ein Mensch insbesondere während dieser Phase neuronaler Ausreifungsprozesse in seinem jeweiligen sozialen und kulturellen Umfeld macht, zu machen Gelegenheit hat oder zu machen gezwungen ist. Nur unter entsprechend günstigen Rahmenbedingungen kann das anfänglich angelegte Potenzial auch weitgehend genutzt und in Form entsprechend komplexer neuronaler Verschaltungsmuster stabilisiert werden.

Unter weniger günstigen Bedingungen kommt es zur Stabilisierung einfacherer aber dafür robusterer Verschaltungsmuster und damit zur Verbesserung einzelner Teilleistungen auf Kosten von Komplexität und Kohärenz, oder einfacher ausgedrückt: zu einer Kümmerversion dessen, was aus diesem anfänglichen Potenzial hätte werden können. Um es Menschen in Zukunft zu ermöglichen, ihre Potenziale optimaler zu entfalten, müssen dafür günstigere Rahmenbedingungen geschaffen werden, muss eine auf Potenzialentfaltung ausgerichtete Beziehungskultur in Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten, im Berufsleben, und nicht zuletzt in den Kommunen entwickelt werden.

Damit ist grob umrissen, worum es mir in meinen öffentlichen Aktivitäten geht. Ich möchte die Erkenntnisse über die Plastizität des menschlichen Gehirns anbieten, als Hilfe zur Selbsterkenntnis und zur bewussten Gestaltung und Weiterentwicklung der von Menschen auf der Grundlage ihrer jeweiligen Erkenntnisse bisher geschaffenen Lebenswelten.

Gerald Hüther: Schule und Gesellschaft - die Radikalkritik

Gerald Hüther: Wieso die Schulen versagen

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Die neue Lust am eigenen Denken | Gerald Hüther im Gespräch 

Wachse an Dir selbst! - Prof. Dr. Gerald Hüther im Dialog mit I-Protest

Keiner kann Heilen oder Gesundmachen

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www.gerald-huether.de

PISA - verpiss dich!

Kernelement von Propaganda ist, nicht offen für etwas Werbung zu machen – dann würde jeder die Absichten des Akteurs erkennen. Propaganda inszeniert vielmehr Scheinwirklichkeiten, auf die die Medien und dann die Bevölkerung und die Politik erst reagieren, so etwa Walter Lippmann, einer der Begründer des Propaganda-Konzepts schon 1921: „Man fügt eine Scheinwelt zwischen den Menschen und seine Umwelt ein. Sein Verhalten ist eine Reaktion auf diese Scheinwelt. Aber weil es Verhalten ist, operieren die Konsequenzen […] nicht in der Scheinwelt […], sondern in der tatsächlichen Umwelt […].

Die Scheinwirklichkeit der OECD ist der PISA-Test. Er  gibt vor, „Bildung“ zu messen und „objektive Daten“ über den Leistungsstandes Schüler zu liefern. Tatsächlich misst er eben Kompetenzen, die dem Lehrplänen nicht entsprechen und führt ein Menschenbild mit sich, das dem Grundgesetzes und der Länderverfassungen widerspricht. Gleichwohl wurden die Ergebnisse medial skandalisiert und ein „ PISA-Schock“ ausgerufen. Nun fragte niemand mehr, was dort eigentlich gemessen wird, sondern alle reagierten zustimmend oder ablehnend nur noch auf die PISA-Ergebnisse.

In der Schockstarre griffen Politiker dann nur zu gerne auf die seitens der OECD angebotenen Kompetenz-Konzepte zurück, um bei den nächsten Tests in jedem Fall besser abzuschneiden. Und ganze Heerscharen von Wissenschaftlern begannen mit Feuer Eifer, dem neuen Paradigma hinterherzulaufen – nicht zuletzt, weil es dafür nun Unmengen an Forschungsgeldern gab.

Die OECD setzte ihr Konzept so per „Schock-Strategie“ und „diskursiver Streuung“ durch: Man steuerte das Verhalten souveräner Staaten und ihrer Bürger über indirekte, propagandistische Beeinflussung. Die PISA- Tester selbst behaupteten dabei, sie würden ja „nur messen“. Doch liegt die normative Macht dieser Messung in der verdeckten Durchsetzung eines alle kulturellen Überzeugungen negierenden Bildungsverständnisses an den Bürgern vorbei.

Diese Strategie beschreibt die OECD selbst ganz offen: In Peer-Reviews wie PISA sieht sie den „effizienteste(n) Weg, Einfluss auf das Verhalten souveräner Staaten auszuüben“, obwohl ihr dieser Einfluss nicht zusteht. Dieses manipulative Vorgehen der OECD ist seitens der Politikwissenschaft auch empirisch in seiner durchschlagenden Wirkung nachgewiesen. (Vgl. hierzu ausführlich Krautz 2013a, b und Graupe/Krautz 2014)

Textquelle: http://www.gew-berlin.de/public/media/20150622_streit1-kompetenzen.pdf

Scheint mir auch ein gutes Buch zu sein. Wurde im GEW-Heft besprochen:

www.westendverlag.de - gute-macht-geschichten-daniel-baumann-stephan-hebel.html

Auf die Atmosphäre kommt es an

Erkenntnisse und Konsequenzen für das Gelingen von Bildungsprozessen aus der Hirnforschung von Gerald Hüter, Göttingen 2008

Die Zukunft unseres Landes wird von den Kindern gestaltet, die heute heranwachsen. Wollen wir keine Bruchlandung erleiden, müssen wir sie auf die Herausforderungen vorbereiten, die auf sie zukommen und denen wir schon jetzt gegenüberstehen. Wir müssen Ihnen das nötige Rüstzeug zur Bewältigung dieser Aufgaben mit auf den Weg geben. 

Das wichtigste, was Ihnen helfen wird, diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist nicht mehr allein ihr Wissen – das kann künftig jederzeit verfügbar gemacht und abgerufen werden – sondern vielmehr ihre Bildung, also die Fähigkeit, sich das vorhandene Wissen nutzbar zu machen, es zu beurteilen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch wieder neues Wissen hervorzubringen. Und diese Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern bereits im Kindergarten, in Kindergrippen und den jeweiligen Herkunftsfamilien.

In der alten Industriegesellschaft des vorigen Jahrhunderts sollten die Menschen das in der Schule erworbene Wissen ein ganzes Leben lang anwenden. Deshalb brauchten sie gut eingeprägtes Fachwissen und solide Kenntnisse, auf die sie zeitlebens zurückgreifen konnten. In der Wissens- und Ideengesellschaft des 21. Jahrhunderts hat sich dieser Wissenspool enorm erweitert. Jetzt kommt es immer stärker darauf an, neue Herausforderungen annehmen und unbekannte Probleme lösen zu können. Die Schule wird ihre Schüler daher künftig nicht nur auf die Durchführung von Routinen, sondern in erster Linie auf die Bewältigung von Vielheit und Offenheit vorbereiten müssen. Damit ändert sich aber schlagartig auch die traditionelle Vorstellung von Bildung und Erziehung.

Überall dort, wo Bildung stattfindet, geht es nun viel stärker um die Aneignung sogenannter Metakompetenzen, um die Entwicklung von Haltungen und Einstellungen, um die Bereitschaft, sich auf neue Herausforderungen einzulassen, um die Lust am Entdecken und Gestalten, um Engagement, Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft.

„Die Zeit ruft nach Persönlichkeiten, aber sie wird solange vergeblich rufen, bis wir die Kinder als Persönlichkeiten leben und lernen lassen, ihnen gestatten, einen eigenen Willen zu haben, ihre eigenen Gedanken zu denken, sich eigene Kenntnisse zu erarbeiten, sich eigene Urteile zu bilden; bis wir, mit einem Wort, aufhören, in den Schulen die Rohstoffe der Persönlichkeit zu ersticken, denen wir dann vergebens im Leben zu begegnen hoffen.“ (Ellen Key, schwedische Reformpädagogin, 1900).

Und genau hier, bei der Suche nach Lösungen, wie sich diese Forderungen in unserem gegenwärtigen Bildungssystem umsetzen lassen, bekommen diese Bemühungen plötzlich Schützenhilfe und eine enorme Bestätigung ihres Ansatzes von einer Disziplin, der man das eigentlich kaum zugetraut hätte: der Neurobiologie.

Nachhaltiges Lernen

Erkläre mir, und ich vergesse.
Zeige mir, und ich erinnere.
Lass es mich tun, und ich verstehe.

Konfuzius
"Nachhaltigkeit braucht neue Formen des Lernens. Ästhetische Bildung meint empfindende, wahrnehmende, gestaltende Bildung, die, um mit Hannah Arendt zu sprechen, in das herstellende Handeln mündet, das die Kinder und Jugendlichen zu dem befähigt, was von Ihnen künftig im Übermaß gefordert werden wird: Kreativer Umgang mit einem Verlust an herkömmlichen Strukturen, die das Finden und Erfinden neuer Lebens- und Arbeitstätigkeiten einschließt. Wir behaupten, dass weder die Fachpädagogiken noch die Schulen gegenwärtig die Voraussetzungen für diese Anforderungen erfüllen."

[Text: Letzes Kapitel aus: Heinrich Böll Stiftung, BAND 10, Konzeptgedanken zur Errichtung eines Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit, von Adrienne Goehle, S.42-47]

"So wie die meisten staatlichen Schulen heute arbeiten, lassen sie weder für Ästhetik noch für Nachhaltigkeit des Lernens irgendeinen Raum. Die deutsche Regelschule der Gegenwart zielt vorwiegend auf den Vorderlappen des Gehirns, ist sinnesarm, körper- und zusammenhangslos, portioniert in 45 Minuten-Wurstscheiben. Die Noten der PISA-Expert/innen könnten für die deutschen Regelschulen dramatischer nicht sein, aber die Verantwortlichen reagieren auf diese Alarmsignale mit einer Politik, die vom gleichen Schlechten mehr verordnet.

Die ästhetische Bildung liegt bekanntlich völlig im Schatten der «PISA- Themen», die rund um das Training der kognitiven Fähigkeiten kreisen und auf «lernenden Nachvollzug» gerichtet sind. Der Neurobiologe Wolf Singer hat nicht nur große Defizite im Bereich der musischen Fächer Tanzen, Musik, Gestalten, Zeichnen, sondern auch in der Vermittlung von Mimik und Gestik festgestellt. Diese Ausdrucksmittel aber seien «im Dialog, im Dechiffrieren dessen, was die anderen bewegt» von unschätzbarem Wert.

Für die Freisetzung dieser blockierten Energien, stellt Rudolf zur Lippe fest, muss Schule grundlegend verändert werden, sonst bliebe auch die Arbeit mit und von Künstler/innen an den Schulen bloß additiv oder kompensatorisch. Ästhetische Bildung zielt aber auf Kompetenz, auf Durchdringung der Wissens- und Praxisfelder, auf das Sinnenbewusstsein.