Naomi Klein

Naomi Klein ist die weibliche Stimme der intellektuellen Gegner des Neoliberalismus. Ihr aktuelles Buch ist dick, umfassend, klug - und eine der besten Zusammenfassungen zum Thema Kapitalismus vs. Klima. Es bietet auch Anregungen zum Thema: Wie retten wir die Welt! Wenn es nicht so dick wäre, sollte man es ständig mit sich tragen. Es aufmerksam durchzulesen, habe ich mir zumindest vorgenommen. Solange ich es das noch nicht tue, sehe ich mir wenigstens Interviews mit ihr an und lese, was über sie geschrieben wird.
Foto: Murdo Macleo.


Was gesagt werden muss - Von Günter Grass

"Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen, in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten - ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes, dem sich mein Schweigen untergeordnet hat, empfinde ich als belastende Lüge und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird, wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert, ein weiteres U-Boot nach Israel geliefert werden soll, dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist, doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will, sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir - als Deutsche belastet genug - Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, es mögen sich viele vom Schweigen befreien, den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern und gleichfalls darauf bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen."

Günter Grass Interview zu seinem Israel - Gedicht : " Was gesagt werden muss "

Die Grundlagen sind geschrieben

Präambel der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika vom 4. Juli 1776:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.

Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.

 Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstossung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen.

Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen, auf einen und eben den Gegenstand unabläßig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“
Unabhängigkeitserklärung

Präambel der Allgemeinen Menschenrechte vom 10. Dezember 1948:

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen,

und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt, da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen, da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegende Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Forschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern, da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist, verkündet die Generalversammlung diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal,

damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.
Menschenrechte

Präambel der Allgemeinen Menschenpflichten:

Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt ist und Pflichten oder Verantwortlichkeiten einschließt, da das exklusive Bestehen auf Rechten Konflikt, Spaltung und endlosen Streit zur Folge hat und die Vernachlässigung der Menschenpflichten zu Gesetzlosigkeit und Chaos führen kann,

da die Herrschaft des Rechts und die Förderung der Menschenrechte abhängen von der Bereitschaft von Männern wie Frauen, gerecht zu handeln, da globale Probleme globale Lösungen verlangen, was nur erreicht werden kann durch von allen Kulturen und Gesellschaften beachtete Ideen, Werte und Normen, da alle Menschen nach bestem Wissen und Vermögen eine Verantwortung haben, sowohl vor Ort als auch global eine bessere Gesellschaftsordnung zu fördern – ein Ziel, das mit Gesetzen, Vorschriften und Konventionen allein nicht erreicht werden kann,

da menschliche Bestrebungen für Fortschritt und Verbesserung nur verwirklicht werden können durch übereinstimmende Werte und Maßstäbe, die jederzeit für alle Menschen und Institutionen gelten, deshalb verkündet die Generalversammlung der Vereinten Nationen diese Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten.

Sie soll ein gemeinsamer Maßstab sein für alle Völker und Nationen, mit dem Ziel, daß jedes Individuum und jede gesellschaftliche Einrichtung, dieser Erklärung stets eingedenk, zum Fortschritt der Gemeinschaften und zur Aufklärung all ihrer Mitglieder beitragen mögen.

Wir, die Völker der Erde, erneuern und verstärken hiermit die schon durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte proklamierten Verpflichtungen: die volle Akzeptanz der Würde aller Menschen, ihrer unveräußerlichen Freiheit und Gleichheit und ihrer Solidarität untereinander. Bewußtsein und Akzeptanz dieser Pflichten sollen in der ganzen Welt gelehrt und gefördert werden.
Menschenpflichten

Frau mit Meinung: Bilbo Calvez

Sie arbeitet im Team mit KenFM und hat auch eine eigene Meinung. Diese teilt sie mit uns. Persönlich. Direkt. Kritisch. 

11.12.2014
Sowohl als auch #1 - Links sein und gegen Frieden?

05.01.2015
Sowohl als auch #2 - Rassismus und andere Volkskrankheiten

09.04.2015
Sowohl als auch #3: Was kann der Einzelne tun?

09.06.2015
Sowohl Als Auch #4 - Männlichkeit oder Kooperation?

Die Anstalt

Satire muss nicht nur für steife, bestinformierte Intellektuelle sein. Sie kann auch menschliches, unterhaltsames Theater sein, mit Gags, Kalauern, Schenkelklopfern und vor allem einer deutlichen Botschaft: Hey, Volk, lass dich nicht verarschen. Übernehme Verantwortung - und lache dabei!

2014
Folge 1 - Revolution - 4. Februar 2014
Folge 2 - Rente - 11. März 2014 
Folge 3 - Europäische Union - 29. April 2014
Folge 4 - Fußball-Weltmeisterschaft - 27. Mai 2014
Folge 5 - Erster Weltkrieg - 23. September 2014  
Folge 6 - Steuern - 28. Oktober 2014
Folge 7 - Flüchtlinge - 18. November 2014
Folge 8 - Weihnachtsfeier und Jahresrückblick - 9. Dezember 2014

2015
Folge 9 - Religion - 3. Februar 2015
Folge 10 - Griechenland - 31. März 2015
Folge 11 - Feminismus - 28. April 2015   
Folge 12 - Spionage - 26. Mai 2015
Folge 13 - Fluchtursachen - 22. September 2015
Folge 14 - Syrien-Konflikt - 20. Oktober 2015    

Talkrunde mit Stil und Gehirn

Wer eine Talkrunde sucht, aber in Fernsehen keine findet, der ist, denke ich, mit diesen zwei Runden gut versorgt, zumindest für fast sechs Stunden. Und das tolle ist, man kann auch auf Pause drücken, und morgen weiterschauen.

03.06.2015
KenFM-Positionen #1: Krieg oder Frieden in Europa - Wer bestimmt auf dem Kontinent?
  • Mit Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches "Wiederkehr der Hasardeure";
  • Mathias Bröckers, TAZ-Mitbegründer und Autor des Buches "Wir sind die Guten";
  • Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF
  • Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, sein bekanntestes Buch: "NATO-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung".

29.09.2015
KenFM-Positionen #2: Ethik oder Etat - Sind unsere Werte nur Börsenwerte? 
  • Mit Prof. Dr. Athanassios Giannis, Leiter des Instituts für organische Chemie der Universität Leipzig,
  • Peter König, der über 20 Jahre für die Weltbank Wasserentwicklungsprojekte geleitet hat,
  • Ernst Wolff, Autor des Buches "Weltmacht IWF - Chronik eines Raubzuges",
  • Albrecht Müller, Ökonom, ehemaliger Wahlkampfleiter von Willy Brandt und Kopf des alternativen Nachrichtenportals NachDenkSeiten. 

04.01.2016
KenFM-Positionen #3: Demokratie oder Markt - Was kostet uns der Casino-Kapitalismus?  
  • Mit Giorgos Chondros, Umweltpolitischer Sprecher und Mitglied im Zentralkomitee von Syriza
  • Dirk C. Fleck, Romancier und Zeitzeuge, Autor von „Feuer am Fuss“ und weiteren Titeln
  • Owe Schattauer, Musiker, Bauunternehmer und Friedensaktivist, auch bekannt als die „Stimme des Zorns“
  • Elias Tsolakidis, Politischer Aktivist und Mitbegründer des griechischen Selbstversorger-Projektes „O Topos Mou“

Der falsche Feind

Druckt das Internet aus - Free21.org

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Das aktuelle Heft als PDF

Der Erfinder im Interview:

27.08.2014
KenFM im Gespräch mit: Tommy Hansen

10.09.2014
KenFM im Gespräch mit: Tommy Hansen (Free21.org)

22.12.2014
KenFM im Gespräch mit: Tommy Hansen (Free21.org)


KenFM - Me, Myself & Media


22.12.2014 
Me, Myself and Medien #1 - Reaktionen auf PEGIDA

06.01.2015
Me, Myself and Medien #2 - Pegida, NoPegida und Reptiloidenschwachsinn

13.01.2015
Me, Myself and Medien #3 - Wer ist alles Charlie?

25.01.2015
Me, Myself and Medien #4 - Sharif Hebdo und die Ukraine im deutschen TV 

27.02.2015
Me, Myself and Medien #5 - Schicksalstage in der deutschen Presse - auf wen hört Jauch noch? 

08.03.2015
Me, Myself and Medien #6 - Gierige Griechen, Rachsüchtige Russen und Arrogante Amerikaner 

27.05.2015
Me, Myself and Medien #7 - USA erfinden IS, G7-Treffen und Programmausblick 

18.06.2015
Me, Myself and Medien #8 - Panorama, G7 und der Marsch der Entschlossenen

02.09.2015
Me, Myself and Media #9 - Recherche? Fehlanzeige!

02.10.2015
Me, myself and Media #10 - Flüchtlinge und Überforderung 

22.10.2015
Me, Myself and Media #11 - Putin greift an, TTIP, Kundus, Flüchtlinge in der ARD 

30.10.2015
Me, Myself and Media #12 - Flucht nach vorn. 

15.11.2015
Me, Myself and Media #13: NATO-Presse auf Kollisionskurs. 

22.11.2015
Me, Myself and Media #14 - Paris, Terror-Übungen und die Ausweispflicht für Attentäter 

07.12.2015
Me, Myself and Media #15. Im Fadenkreuz: Putin, Naidoo, Mali und Syrien

25.12.2015
Me, Myself and Media #16 - Das Schicksal der Andersdenkenden

10.01.2016
Me, Myself and Media #17 - KÖLN. Die innere Sicherheit und der starke Staat!

26.01.2016
Me, Myself and Media #18: Das Ende der Hysterie?

Mehr Koans

Ein Professor wanderte weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen. Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor, nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung.
„Möchten Sie Tee?“, fragte der Mönch.
„Ja, gern“, sagte der Professor.
Der alte Mönch schenkte Tee ein. Die Tasse war voll, aber der Mönch schenkte weiter ein, bis der Tee überfloss und über den Tisch auf den Boden tropfe.
„Genug!“, rief der Professor. „Sehen Sie nicht, dass die Tasse schon voll ist? Es geht nichts mehr hinein.“
Der Mönch antwortete: „Genau wie diese Tasse sind auch Sie voll von Ihrem Wissen und Ihren Vorurteilen. Um Neues zu lernen, müssen Sie erst Ihre Tasse leeren.“

Nachhaltigkeit kommt von innen

Das Thema der Woche acht im Online-Seminar Nachhaltigkeit der Uni Kaiserslautern hieß Pädagogische Herausforderungen einer gesellschaftlichen Transformation für Nachhaltigkeit. Unter diesem Titel ist der Mensch mehr als ein statistischer Akteur des gesamten menschlichen Handelns. Hier geht es nicht um Materialien, Produktionsweisen und Managementstrukturen, die außerhalb des Menschen stehen. Es geht um den Menschen mit seinem Selbst.

Kleiner Text-Wahn

Schreiben kann man lernen, oder auch nicht. Schlimm ist, wenn man nicht schreiben kann, aber trotzdem schreibt und dann behauptet, es sei richtig richtig gut. Ok, eines muss man dem folgenden Text lassen, er hat Persönlichkeit. Aber nutze ich Quasimodos Hackfresse im Kundenkontakt?

"Welche Ursache liegen diesem für die südliche Rhône fast einzigartigen Stil zu Grunde? In erste Linie spielt die relativ hohe Lage der extrem kalkhaltigen Parzellen inmitten der pittoresken Naturlandschaft der Dentelles de Montmirail eine große Rolle, welche besonders große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht ermöglicht, die wiederum ideal sind zur komplexen Aromenbildung der Trauben. Des weiteren ist die hohe Pflanzdichte der sehr alten Reben bedeutsam, wodurch deren Wurzeln zur Nahrungsaufnahme aus Konkurrenzgründen tief in die Erde gezwungen werden und die nördlich orientierte Ausrichtung der Parzellen, die eine späte, selektive und behutsame Handlese sehr aromatischer, hochreifer Trauben mit genügend Säure (wichtig für die Frische der Weine) aus einem relativ langen Vegetationszyklus ermöglichen. Danach vinifiziert Louis in seinen uralten unterirdischen, in die Felsen getriebenen Kelleranlagen (in Stein gehauene Bottiche aus der Römerzeit zeugen hier von einer langen Weinbautradition) unter traumhaften klimatischen Bedingungen „Weltklasse-Gigondas und sehr preiswerte Côtes-du-Rhône in höchster Qualität die meine Leser nicht vermissen sollten”, wie Parker enthusiastisch urteilt! Lassen Sie sich, werte Kunden, diese Trouvaillen auf keinen Fall entgehen."

Was ich damit anstellen musste?

KLOOC - Fairphone und das Rauchen

Das Online-Seminar Nachhaltige Entwicklung der Uni Kaiserlautern KLOOC dauerte acht Wochen im Sommer 2015. Jaja, sage ich heute, es war informativ. Aber viel wichtiger ist: In Woche vier lachte ich den Prof aus. 

Der rundliche Professor steht vor einer weißen Wand und schwadroniert, was die Ressourcen angeht, man müsse schon vorsichtig sein, gerade in Handys befänden sich viele Seltene Erden, unter grausamen Umständen gefördert, aber die technischen Vorteile seien eben überzeugend, meint er. Er holt zur Anschauung sein iphone aus der Tasche. Er hält das Gerät in die Kamera. Er wiederholt mahnende Worte, die Produktionbedingungen des iphones seien ja schon mies, müsse man bedenken. Ich spüre einen leichten Würgereiz. Noch blöder wäre nur, mit einer Kippe im Maul vom Rauchen zu plappern, wie schädlich es sei, man solle auf keinen Fall rauchen, aber der Geschmack liege halt gut auf der Zunge.

Aber dem war nicht genug, so fiel dem Prof ein aktuelles Beispiel für eine nette Idee ein, ja, eine nette Idee, es gäbe da wohl, wähnte er, in den Niederlanden eine junge Unternehmung, die wolle zeigen, dass man ein Handy auch fair produzieren könne. Fairhandy würden sie es nennen wollen. Ich nagte am Bildschirm. Nur mal kurz nebenbei, Herr Professör: Das Online-Nachhaltigkeit-Seminar findet im Sommer 2015 statt. Das Handy heißt Fairphone und ist seit September 2013 erhältlich. Reisen sie noch mit der Droschke?

Dieser Prof dient mir seither als schlechtes Beispiel für die Abgründe der Lehre an der Uni und, viel wichtiger, als Mahnmal des Versagens des Menschen im Bereich Nachhaltigkeit. Wissen ja - handeln nein! Glücklicherweise tauchte in Woche acht ein Prof auf, der mir auch die gute Seite offenbarte. Dazu im nächsten Text, denn ich soll mich kurz fassen, damit Leser nicht so viel lesen müssten, wähnt es mir.

www.fairphone.com

KLOOC

Harald Welzer - gegen die Infantilisierung der Gesellschaft

Harald Welzer ist Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung "Futurzwei", seit Juli 2012 Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, wo er das Norbert Elias Center for Transformation Design Research leitet. Außerdem ist er Affiliated Member of Faculty am Marial-Center der Emory University (Atlanta/USA), lehrt an der Universität St. Gallen und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte und Akademien. Er sprach im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Bundesstiftung Baukultur in Saarbrücken.

Der Titel der Veranstaltungsreihe lautet "Weiterbauen". Welzer stellt sich allerdings die Frage, kann Weiterbauen auch Nicht-Bauen oder Abbauen bedeuten? Und welches Bauen gilt es zu verhindern? Die Beantwortung seiner Fragen bezieht der Soziologe nicht allein auf das physische Bauen von Gebäuden, sondern auf das Bauen am zivilistorischen Modell, auf unsere Gesellschaft, auf unser Zusammenleben. Denn eines ist offensichtlich: Obwohl der nachhaltige Lebensstil wissentlich in aller Köpfe ist, breitet sich der katastrophale Konsumkapitalismus rasend schnell aus. Er wächst. Wie lässt sich auf dasjenige Handeln einwirken, das Kapitalismus überwindet? Wie finden die Menschen in die Aktion, die eine anders geordnete Gesellschaft formt, nachdem sie jetzt bereits wissen, wie ein nachhaltiger Lebensstil aussieht? Gibt es bereits tätige Akteure für den Umbau der Gesellschaft? Die Pioniere dieser neuen Welt stellt die Stiftung Futur zwei vor.

Welzer spricht frei, unterhaltsam und er schafft den Zuhörern Gelegenheiten über sich, als Teil einer irren Gesellschaft, zu lachen. Mit Harald Welzer fällt die gemeinsame Selbstkritik leicht. Und er motiviert uns, in Kooperationen mit anderen die Themen anzusprechen, vor denen wir uns selbst am liebsten verstecken, weil sie absolut subjektiv sind, mit dem Fokus auf unserem Selbst und unserer Handlungsfreiheit.

Gegenwärtig 8

Mein aktueller Status: Ein Podest erreicht.
Mein Outfit: Gelb soll es leuchten.
Letzte gegessene Pflanze: Würssing.
Motto: Lebe, Junge, lebe!
Vergangenheit: Endlich verstanden.
Neue Richtung: Tanzend vorwärts.
Zum Nachtisch: Rein gar nichts.
Zitat der Stunde: "Um ganz wir selbst zu sein, müssen wir unser wahres Selbst zulassen. So einfach ist das. Es liegt nur an uns, wenn es schwer erscheint." (John Strelecky)

Sein Name ist Guz

Liebe Musiksachverständige: Mein Name ist GUZ!

Wenn sie das noch nicht wussten, dann wird es höchste Zeit, dass Sie sich meinen Namen merken, denn ich habe eine CD gemacht! Ein gutes Album sollte klingen, wie wenn es das Erste wäre: Als hätte jemand 20 Jahre darauf gewartet, der Welt endlich zu sagen, was los ist und dahinter rumpelt eine zu allem entschlossene Band entlang am Abgrund. Natürlich habe ich genau so ein Album gemacht und wenn Sie die CD einlegen, beweise ich es Ihnen! Sie werden sehen: Man braucht nicht mehr als 4 Akkorde für ein Album und für ein Lied reicht auch schon mal einer. Zählen Sie nach! Die Musik nennen wir der Einfachheit halber mal BLUES. Allerdings interessiere ich mich auch sehr für schöne POPMUSIK und STUMPFPUNK. Das sind drei gute Stichwörter, den Rest müssen Sie nun selber herausfinden. Ach ja, die Texte: Fassen wirs mal so zusammen: /"Alles was ich weiss, ist dass ich nichts weiss, aber davon eine ganze Menge!"/ Ich halte mich fern von jeglicher Ideologie und propagiere die entschlossene Ratlosigkeit! Ich gucke den Verrückten und Normalen zu und sehe, dass ich genauso verrückt und normal bin. Ich war schon immer sehr altklug. Ausserdem halte ich mich für sehr witzig.

Also! schieben Sie endlich die CD ein, stampfen Sie rücksichtslos auf den Boden und schreien Sie den Refrain mit! Wenn die Bullen kommen, löschen Sie das Licht und tun Sie so als ob sie nicht da wären!

Olifr M. Guz

Und die Kurzbeschreibung, ebenfalls verfasst von Herrn Olifr M. Guz:

GUZ (*1967) wohnt in Schaffhausen (Schweiz) und hat schon einige CDs gemacht und die Band auf dieser CD ist er selber. Er ist Sänger bei den AERONAUTEN und GUZ nennt er sich, wenn er alleine Musik macht. Daneben ist er noch Theatermusiker und ein bisschen Schauspieler. Nebenbei spielt er noch in einer üblen Bierzeltkapelle namens DIE ZORROS. Und damit es ihm nicht langweilig wird, arbeitet er als Tontechniker und Produzent im STARTRACK TONSTUDIO in Schaffhausen. Noch nie hat ihn jemand ohne ein Buch angetroffen. Der Künstler über die CD