Die Dreigliederung des Menschen

I. Die leibliche Wesenheit des Menschen

Durch leibliche Sinne lernt man den Leib des Menschen kennen. Und die Betrachtungsart kann dabei keine andere sein als diejenige, durch welche man andere sinnlich wahrnehmbare Dinge kennen lernt. Wie man die Mineralien, die Pflanzen, die Tiere betrachtet, so kann man auch den Menschen betrachten. Er ist mit diesen drei Formen des Daseins verwandt. Gleich den Mineralien baut er seinen Leib aus dem Stoffen der Natur auf; gleich den Pflanzen wächst er und pflanzt sich fort; gleich den Tieren nimmt er die Gegenstände um sich herum wahr und bildet auf Grund ihrer Eindrücke in sich innere Erlebnisse. Ein mineralisches, ein pflanzliches und ein tierisches Dasein darf man daher dem Menschen zusprechen.

Die Verschiedenheit im Bau der Mineralien, Pflanzen und Tiere entspricht den drei Formen ihres Daseins. Und dieser Bau - die Gestalt - ist es, was man mit den Sinnen wahrnimmt und was man allein Leib nennen kann. Nun ist aber der menschliche Leib von dem tierischen verschieden. Diese Verschiedenheit muss jedermann anerkennen, wie er auch über die Verwandtschaft des Menschen mit den Tieren sonst denken mag. Selbst der radikalste Materialist, der alles Seelische leugnet, wird nicht umhin können, den folgenden Satz zu unterschreiben, den Carus in seinem «Organon der Erkenntnis der Natur und des Geistes» ausspricht:

«Noch immer bleibt zwar der feinere innerlichste Bau des Nervensystems und namentlich des Hirns dem Physiologen und Anatomen ein unaufgelöstes Rätsel; aber dass jene Konzentration der Gebilde mehr und mehr in der Tierreihe steigt und im Menschen einen Grad erreicht, wie durchaus in keinem anderen Wesen, dies ist eine vollkommen festgestellte Tatsache; es ist für die Geistesentwicklung des Menschen von höchster Bedeutung, ja wir dürfen es geradezu aussprechen, eigentlich schon die hinreichende Erklärung. Wo der Bau des Hirns daher nicht gehörig sich entwickelt hat, wo Kleinheit und Dürftigkeit desselben, wie beim Mikrozephalen und Idioten, sich verraten, da versteht es sich von selbst, dass vorn Hervortreten eigentümlicher Ideen und vom Erkennen gerade so wenig die Rede sein kann wie in Menschen mit völlig verbildeten Generationsorganen von Fortbildung der Gattung. Ein kräftig und schön entwickelter Bau des ganzen Menschen dagegen und des Gehirns insbesondere wird zwar noch nicht allein den Genius setzen, aber doch jedenfalls die erste unerlässlichste Bedingung für höhere Erkenntnis gewähren.»

Wie man dem menschlichen Leib die drei Formen des Daseins, die mineralische, die pflanzliche und die tierische, zuspricht, so muss man ihm noch eine vierte, die besondere menschliche, zusprechen. Durch seine mineralische Daseinsform ist der Mensch verwandt mit allem Sichtbaren, durch seine pflanzliche mit allen Wesen, die wachsen und sich fortpflanzen; durch seine tierische mit allen, die ihre Umgebung wahrnehmen und auf Grund äußerer Eindrücke innere Erlebnisse haben; durch seine menschliche bildet er schon in leiblicher Beziehung ein Reich für sich.

II. Die seelische Wesenheit des Menschen

Als eigene Innenwelt ist die seelische Wesenheit des Menschen von seiner Leiblichkeit verschieden. Das Eigene tritt sofort entgegen, wenn man die Aufmerksamkeit auf die einfachste Sin- nesempfindung lenkt. Niemand kann zunächst wissen, ob ein anderer eine solche einfache Sinnesempfindung in genau der gleichen Art erlebt wie er selbst. Bekannt ist, dass es Menschen gibt, die farbenblind sind. Solche sehen die Dinge nur in verschiedenen Schattierungen von Grau. Andere sind teilweise far- benblind. Sie können daher gewisse Farbennuancen nicht wahrnehmen. Das Weltbild, das ihnen ihr Auge gibt, ist ein anderes als dasjenige sogenannter normaler Menschen. Und ein Gleiches gilt mehr oder weniger für die andern Sinne. Ohne weiteres geht daraus hervor, dass schon die einfache Sinnesempfindung zur Innenwelt gehört. Mit meinen leiblichen Sinnen kann ich den roten Tisch wahrnehmen, den auch der andere wahrnimmt; aber ich kann nicht des andern Empfindung des Roten wahrnehmen.

Man muss demnach die Sinnesempfindung als Seelisches bezeichnen. Wenn man sich diese Tatsache nur ganz klar macht, dann wird man bald aufhören, die Innenerlebnisse als bloße Gehirnvorgänge oder ähnliches anzusehen. - An die Sinnesempfindung schließt sich zunächst das Gefühl.

Die eine Empfindung macht dem Menschen Lust, die andere Unlust. Das sind Regungen seines inneren, seines seelischen Lebens. In seinen Gefühlen schafft sich der Mensch eine zweite Welt zu derjenigen hinzu, die von außen auf ihn einwirkt. Und ein Drittes kommt hinzu: der Wille. Durch ihn wirkt der Mensch wieder auf die Außenwelt zurück. Und dadurch prägt er sein inneres Wesen der Außenwelt auf. Die Seele des Menschen fließt in seinen Willenshandlungen gleichsam nach au- ßen. Dadurch unterscheiden sich die Taten des Menschen von den Ereignissen der äußeren Natur, dass die ersteren den Stempel seines Innenlebens tragen. So stellt sich die Seele als das Eigene des Menschen der Außenwelt gegenüber. Er erhält von der Außenwelt die Anregungen; aber er bildet in Gemäßheit dieser Anregungen eine eigene Welt aus. Die Leiblichkeit wird zum Untergrunde des Seelischen.

III. Die geistige Wesenheit des Menschen

Das Seelische des Menschen wird nicht allein durch den Leib bestimmt. Der Mensch schweift nicht richtungs- und ziellos von einem Sinneseindruck zum andern; er handelt auch nicht unter dem Eindrucke jedes beliebigen Reizes, der von außen oder durch die Vorgänge seines Leibes auf ihn ausgeübt wird. Er denkt über seine Wahrnehmungen und über seine Handlungen nach. Durch das Nachdenken über die Wahrnehmungen erwirbt er sich Erkenntnisse über die Dinge; durch das Nachden- ken über seine Handlungen bringt er einen vernunftgemäßen Zusammenhang in sein Leben. Und er weiß, dass er seine Aufgabe als Mensch nur dann würdig erfüllt, wenn er sich durch richtige Gedanken sowohl im Erkennen wie im Handeln leiten lässt. Das Seelische steht also einer zweifachen Notwendigkeit gegenüber.

Von den Gesetzen des Leibes wird es durch Naturnotwendigkeit bestimmt; von den Gesetzen, die es zum richtigen Denken führen, lässt es sich bestimmen, weil es deren Notwendigkeit frei anerkennt. Den Gesetzen des Stoffwechsels ist der Mensch durch die Natur unterworfen; den Denkgesetzen unterwirft er sich selbst. - Dadurch macht sich der Mensch zum Angehörigen einer höheren Ordnung, als diejenige ist, der er durch seinen Leib angehört. Und diese Ordnung ist die geistige.

So verschieden das Leibliche vom Seelischen, so verschieden ist dieses wieder vom Geistigen. Solange man bloß von den Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff-, Sauerstoffteilchen spricht, die sich im Leibe bewegen, hat man nicht die Seele im Auge. Das seelische Leben beginnt erst da, wo innerhalb solcher Bewegung die Empfindung auftritt: ich schmecke süß oder ich fühle Lust. Ebensowenig hat man den Geist im Auge, solange man bloß die seelischen Erlebnisse ansieht, die durch den Menschen ziehen, wenn er sich ganz der Außenwelt und seinem Leibesleben überlässt. Dieses Seelische ist vielmehr erst die Grundlage für das Geistige, wie das Leibliche die Grundlage für das Seelische ist. - Der Naturforscher hat es mit dem Leibe, der Seelenforscher (Psychologe) mit der Seele und der Geistesfor- scher mit dem Geiste zu tun. Durch Besinnung auf das eigene Selbst sich den Unterschied von Leib, Seele und Geist klarzuma- chen ist eine Anforderung, die an denjenigen gestellt werden muss, der sich denkend über das Wesen des Menschen aufklä- ren will.

http://anthroposophie.byu.edu/schriften/009.pdf

Adam Curtis documentaries

2021: Can’t Get You Out of My Head 

https://www.youtube.com/watch?v=JFKx8ILUe14&list=PL_wv2OekqOtV_R6kfXnmly6GtZXqRjp7A&ab_channel=AlexSantos

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2016: HyperNormalisation

https://www.youtube.com/watch?v=yS_c2qqA-6Y&ab_channel=L33TGUY

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2015: Bitter Lake

https://www.youtube.com/watch?v=84P4dzow1Bw&ab_channel=Godburn

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2011: All Watched Over By Machines of Loving Grace
Der Computer als ein Modell der Welt um uns herum.

(TRAILER) https://www.youtube.com/watch?v=YgADKpMStts&ab_channel=LarsL%27enfantTerrible

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2007: The Trap: What Happened to Our Dream of Freedom
Serie über das moderne Konzept von Freiheit.

https://www.youtube.com/user/CHARLESEWINGSMITH/search?query=the%20trap

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2004: The Power of Nightmares.
Dreiteilige Dokumentation der BBC über die Entstehung des Neokonservatismus und des Islamismus und die Nutzung von Angst und Feindbildern in der Politik.

https://www.youtube.com/watch?v=Lsh6F6gMch0&list=PLG11ccwUKOVdIMKjVByB5nmTfgoi2xeG3&index=8&ab_channel=CharlesEwingSmith

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2002: The Century of the Self
Beschreibt den Einfluss von Sigmund Freuds Familie und seiner Psychoanalyse auf das 20. Jahrhundert.

https://www.youtube.com/watch?v=DnPmg0R1M04&ab_channel=JustAdamCurtis

Nicht wie die "gelobten" Schrifsteller erzählen.

«Ich verzichte von vornherein, so wie die ‹gelobten› Schriftsteller zu erzählen. Warum? Es wäre das Allerleichteste für mich. Aber ich müßte dabei das Allerschwerste aufgeben: die Entwicklung zu einem höheren Menschentum, mein Gewissens-Verhältnis zum Geist. Als ich mich zu dieser Strenge mir selber gegenüber entschloß, stand ich vor der Frage: werde ich überhaupt noch Leser finden? Aber selbst auf die Gefahr hin, daß ich den letzten verliere, wollte ich diesen Weg gehen. […] Ich betrachte die Aufgabe des Dichters, um es ganz schlicht zu sagen, darin, Bausteine zu einer im Geiste verjüngten Menschheit, zu einer neuen Erde, beizutragen. […] Durch jenen Verzicht, so wie die meisten gegenwärtigen Schriftsteller zu schreiben, gab ich nicht, wie meine Kritiker meinten, das Dichtertum auf, wohl aber den Erfolg. Was sichert heute den Erfolg? Die großen Auflagen liefern die Antwort. Entweder die photographische Treue, mit der man unsere Zivilisationsverhältnisse schildert, oder aber die rücksichtslose Darstellung des Trieblebens. Oder beides miteinander verbunden. Aber dieses ist die verderblichste Ehe.»

von Albert Steffen

Albert Steffen (* 10. Dezember 1884 in Wynau; † 13. Juli 1963 in Dornach) war ein Schweizer Schriftsteller und Anthroposoph. Nach dem Tode Rudolf Steiners war Steffen ab 1925 dessen Nachfolger als Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Prolog
Es ist mir kein Auftrag gegeben,
von Göttern nicht
und nicht von Menschen,
keine Lehre von irgendwem wurde mir anbefohlen.
Ich wußte nicht, woher ich gekommen,
wohin ich gehe,
ich fand mich am Platze, wo ich geboren,
Vater, Mutter, Geschwister um mich,
den Garten, den Acker, den Wald,
fern das Gebirge.
Eines erfaßte ich bald, aber von mir aus:
Wahr will ich werden, Schönes erleben, Gutes tun.
Viele Menschen wurden mir Vorbild darin,
und ich hatte sie gern.
Von diesen durfte ich lernen,
von Werken der göttlichen Vorzeit,
sie zu erforschen, sie zu erproben, sie zu befolgen,
das war mein Wille, nicht eines andern.
Kein Lehrer gebot mir: Du sollst!
Und wenn er es sagte, prüfte ich erst,
tat, was mir recht schien.
So schaute ich um mich,
erblickte das Erdreich,
Steine, Pflanzen, Tiere und die Gestirne.
Alle Wesen sprachen zu mir,
und ich suchte sie zu begreifen.
Von jedem lernte ich etwas,
von mir nur wenig,
bis ich mich selber erkannte,
wie einen Fremden, von meinem höheren Selbst aus.
Zuerst erschien mir die Welt gut,
dann sah ich, daß manches bös war.
Ich meinte, alle Menschenseelen sind schön,
und erblickte viele sehr häßlich.
Ich suchte die Wahrheit
und fand die Lüge.
Böses, Häßliches, Lüge,
verwandeln wollte ich sie.
Ich kämpfte deshalb mit Menschen,
wenn sie mir nicht die Freiheit gewährten,
zu sehen, zu sagen, zu tun,
was selber als wahr und gut und schön ich erkannte.
Christus durfte ich lieben,
weil er mich, niemals zu etwas genötigt.
Er ist mein höchster Lehrer geworden.
Andere Menschen wurden es nur,
sofern sie sprachen
Nicht ich, sondern Christus in mir.
Aber die Nacht, die ins Nichts führt?
Ich lernte vom Dunkel die Sehnsucht nach Licht.
Licht entwickelt am Finstern die Farbe.
Farbe erweckt die Seele.
Die Seele lernt von den Sternen
die Worte der Götter.
Die erste Wahrheit, die sie mich lehrten,
sie lautet:
Mensch, du bist frei, und Mensch, du darfst lieben,
Mensch, erkenn dich zur Freiheit bestimmt,
aus Liebe immer wieder geboren,
als Einer in Aller Gemeinschaft zu wirken.
Das ist dein Auftrag, dir von dir selber verliehen,
Freien und Liebenden recht.

http://asteffen.com/es-ist-mir-kein-auftrag-gegeben/

Die Tiere stammen vom Menschen ab

Viele Menschen suchen ein ganzheitliches und spirituelles Verständnis des Menschen und der Natur. Wie und warum sind der Mensch und die Tiere entstanden? Für die Naturwissenschaften sind der Mensch und die Tiere darwinistische Zufallserscheinungen. Die christlichen Kirchen sehen im Menschen ein Abbild Gottes, doch können sie die menschliche Gestalt und Evolution nicht genauer erklären. Für den Buddhismus spielt die Frage nach dem Wesen des Menschen und dem Unterschied von Mensch und Tier keine wesentliche Rolle.

Im Anschluss an Goethes Metamorphosenlehre entwickelte Rudolf Steiner eine Methode der Naturbetrachtung, die so exakt wie die Naturwissenschaft arbeitet und doch zu ganzheitlichen Ergebnissen über das Wesen und Werden des Menschen in seinem Verhältnis zum Tierreich führt. Die Metamorphosenlehre ist eine wesentliche methodische Grundlage der Anthroposophie und insbesondere auch der Waldorfpädagogik. So steht die Ausstellung auch im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum der Waldorfschulen in 2019.

Steiner griff Darwins und Haeckels Idee der gemeinsamen Abstammung aller Lebewesen auf, ergänzte sie aber um die spirituelle Anschauung, dass sich im Menschen das geistige Urbild des Tierreiches verkörpert. Nach Steiner sind die Tiere Absonderungen aus dem geistigen Menschenwesen, die notwendig waren, damit der Mensch als selbstbewusste Seele zuletzt auch in physischer Gestalt erscheinen konnte. In den letzten 100 Jahren wurde viel nach der Methode Goethes/Steiners geforscht. In der Ausstellung werden wichtige Ergebnisse dieser Forschung über Mensch und Tier anschaulich dargestellt und allgemeinverständlich erläutert. Sie ist so konzipiert, dass sie den Betrachter zum inneren Nachvollzug der Ideen und zum selbstständigen »Sehen mit Geistesaugen« anregt. Zusammen mit der Ausstellung werden Vorträge und Seminarkurse sowie ein begleitender Katalog angeboten.

Rudolf Steiner vertrat in dezidierter Weise die Auffassung, dass nicht der Mensch von den Tieren, sondern die Tiere aus dem Wesen des Menschen abstammen. Den Gedanken der Tierabstammung des Menschen bezeichnete er einmal als den »größtdenkbaren Irrtum, der in der Menschheitsentwicklung möglich war«. Dieser darwinistische Gedanke ist jedoch eine der geistigen Grundlagen der modernen Kultur. Er führt zu einem tief in den Seelen verankerten Materialismus - wie es beispielsweise in dem aktuellen Bestseller Homo deus von Yuval Noah Harari deutich wird -, der der Transformation aller Lebensbereiche durch digitale Technologien nichts ent- gegenzusetzen vermag. Rudolf Steiners Auffassung gründet auf Goethes Art der Naturbetrachtung, die sich durch ein bewegliches, sich mit den Naturphänomenen verbindendes und ihr inneres Wesen erlebendes Anschauen auszeichnet. In der Ausstellung wird diese goetheanistische Methode erläutert und an vielen Beispielen erlebbar gemacht.

- Vgl. hierzu Christoph Hueck: »Alles Niedere hat sich aus Höherem herausentwickelt« Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier. Die Drei Heft 10 und 11, 2017.
- Steiner, Rudolf, GA 194, 22.11.1919

https://www.waldorf-ideen-pool.de/faecher/biologie/evolution/Metamorphose%20Mensch%20u%20Tier/Ausstellung%20Metamorphose%20Mensch%20und%20Tier.pdf

Beziehungsanarchie in 9 Punkten

Beziehungsanarchie stellt die Idee in Frage, dass Liebe eine begrenzte Ressource ist, die nur dann echt ist, wenn sie nur zwischen zwei Personen auf einmal stattfindet. Du kannst viele Menschen lieben, und die Beziehung zu einem Menschen beschränkt nicht die Liebe, die du für jemand anderen empfindest. Bewerte und vergleiche keine Menschen und Beziehungen - schätze jede Beziehung auf ihre individuelle Art und Weise. Es ist nicht nötig, jemanden als "Partner" zu benennen, damit die Beziehung echt ist. Jede Beziehung ist eigenständig, und eine Beziehung zwischen eigenständigen Menschen.

Liebe und Respekt statt Forderungen

Auf Forderungen als Grundlage für eine Beziehung zu verzichten, heißt die Autonomie und das Urteilsvermögen anderer Menschen zu respektieren. Deine Gefühle für jemanden oder eure gemeinsame Vergangenheit geben dir nicht das Recht, Forderungen und Ansprüche zu haben. Findet heraus, wie ihr miteinander umgehen könnt, ohne persönliche Grenzen zu übertreten. Anstatt immer nach einem Kompromiss zu suchen, lasse jeden Menschen seinen eigenen Weg finden, ohne dass das für die Beziehung eine Krise bedeutet. Keine Ansprüche zu haben, ist der einzige Weg, um sicher zu sein, dass die Beziehung immer auf beidseitiger Freiwilligkeit aufbaut. Liebe ist nicht "echter", wenn ihr euch füreinander verbiegt, nur weil das so üblich ist.

Finde deinen festen Standpunkt

Wie willst du von Anderen behandelt werden? Und ich meine alle anderen. Was sind deine Grenzen und Erwartungen für alle Beziehungen? Mit was für Menschen willst du dich umgeben, und wie soll deine Beziehung mit ihnen aussehen? Finde deine Kernpunkte, die für dich wichtigsten Werte, und verwende sie ohne Ausnahme in allen Beziehungen. Weiche nicht davon ab, um irgendwem zu beweisen, dass du ihn "wirklich" liebst.

Die heterosexistische Norm ist vorhanden, aber fürchte dich nicht.

Denke daran, dass es ein sehr starkes normatives System gibt, das dir sagen will, wie du zu leben hast und was wirkliche Liebe ist. Viele werden dich und deine Beziehungen in Frage stellen, wenn du nicht der Norm folgst. Arbeite mit den Menschen, die du liebst, zusammen und findet Wege und Tricks, um die Normen zu vermeiden, die euch Probleme bereiten. Findet positive Gegenentwürfe, damit ihr für etwas streiten könnt, und nicht nur gegen die Norm. Lasst eure Beziehungen nicht von der Angst vor gesellschaftlichen Normen beeinflussen.

Spontanität statt Verpflichtung

Die Freiheit, spontan zu sein - sich auszudrücken und zu handeln, ohne Angst vor Strafe und ohne Pflichtgefühl - das ist es, was eine anarchistische Beziehung lebendig macht. Spontanität ist vor allem das Gegenteil von Pflicht. Du willst eine Beziehung haben, in der man aus einem positiven Wunsch heraus miteinander zu tun hat, nicht aus Pflichtgefühl. Bei Spontanität geht es nicht darum, dass alles ohne Planung und Nachdenken gemacht wird, sondern darum, eine Beziehung zu schaffen die nicht auf Aufgaben und Anforderungen basiert. Organisiere deine Beziehungen so, dass Spontanität möglich ist!

Fake it till you make it

Manchmal scheint es, als müsste man ein unglaublicher Übermensch sein, um solche anarchistischen Beziehungen "hinzukriegen". Aber das stimmt nicht. Verwende den Trick "Schummeln, bis es funktioniert": Überleg dir in einer ruhigen Situation, wie du handeln würdest wenn du dich so stark und sicher fühlst wie du dir wünschst. Verwandle das in einfache Verhaltensregeln, die du anwenden kannst wenn du dich nicht so stark fühlst. Sprich mit Anderen darüber wie sie das machen, und mach dir keine Vorwürfe wenn es nicht immer klappt!

Vertrauen ist besser

Gehe davon aus, dass die Menschen in deiner Umgebung dir nur Gutes wollen. Es ist Unsinn, dass Egoismus der einzige Antrieb des Menschen ist. Vertrauen ist besser als eine Beziehung, in der du ständig nach Bestätigung suchst, dass der Andere immernoch für dich da ist. Du und die Anderen wollt euch gerne sehen und kommunizieren, aber manchmal hat man so viel um die Ohren, dass man alle Energie auf seine eigenen Sorgen richten muss. Je mehr du dann eine verständnisvolle Umgebung für dich und andere schaffen kannst, desto mehr Energie bleibt übrig, um sich gegenseitig zu unterstützen. Gib den Leuten die Chance zu reden, sich zu erklären, und zu zeigen dass sie Verantwortung in der Beziehung übernehmen, aber auch die Chance, sich um sich selbst zu kümmern. Denke an deine Grenzen.

Veränderung durch Kommunikation

Für das meiste, was Menschen gemeinsam machen, gibt es schon eine Art von Standard, wie das im Normalfall gemacht wird. Wenn du mit den Menschen in deiner Umgebung nicht darüber redest, dann werden sie sich verhalten wie üblich. Kommunikation, und gemeinsam anders zu Handeln, ist der einzige Weg um sich von Normen zu befreien. In radikalen Beziehungen ist Kommunikation ein Hauptbestandteil, kein Ausnahmezustand. Vertrauensvolle Gespräche sind das wichtigste Werkzeug. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass Menschen nicht das sagen, was sie wirklich meinen, sondern dass wir die richtige Interpretation suchen müssen. Solche Interpretationen funktionieren aber nur auf der Grundlage von Normen - wer eine Beziehung jeseits der Norm führen will, muss Klartext reden!

Mach deine Vereinbarungen passend für dich

Das Leben wäre ärmer an Struktur und Bedeutung, wenn man sich nicht mit anderen Menschen zusammentun könnte um Dinge zu erreichen - gemeinsam etwas aufbauen, Kinder großziehen, ein Haus besitzen und zusammen durch dick und dünn gehen. Solche Unterfangen brauchen normalerweise sehr viel Vertrauen und Verbindlichkeit zwischen den Leuten, um zu funktionieren. Beziehungsanarchie heißt nicht, dass du dich niemals auf irgendwas festlegen darfst - es geht darum, mit den Menschen in deiner Umgebung deine eigenen Vereinbarungen zu entwerfen. Frei von den Normen, die dir vorschreiben wollen, dass bestimmte Arten von Verpflichtung für Liebe notwendig sind, damit sie echt ist, oder dass manche Vereinbarungen wie Kinder kriegen oder zusammen wohnen von bestimmten Gefühlen angetrieben sein müssen. Fang bei Null an und mache deutlich, welche Art von Vereinbarung genau du mit anderen Leuten eingehen willst!

Dieser Text ist eine Übersetzung der Broschüre "Relationsanarki i åtta punkter" von Andie Nordgren. Ich habe den Text vom Blog: https://mehrplatzfuerdieliebe.blogspot.com/p/beziehungsanarchie-in-8-punkten.html

Jeany & Flo sprechen bei monokultur.fm über Beziehungsanarchie: 

https://open.spotify.com/episode/5AbK80DBVbM8LyiEOIh9EO?si=7hjZmO0VT7qcIUSRF4Z3LA&dl_branch=1

Insight-Out Pädagogik von Dieter Schwartz

Das bestmögliche Leben als Lehrer
Warum es dieses 12 stufige Mentoring gibt


Da der erste 12-Stufen-Mentoringkurs den TeilnehmerInnen offensichtlich sehr viel geholfen und wertvolles geben konnte, habe ich mich entschlossen, einen weiteren solchen Mentoringkurs anzubieten.

In diesem Kurs geht es darum, wie wir uns als Mensch entwickeln können und vielleicht sogar müssen, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können.

Als ich den Impuls bekam, mein gesamtes Erfahrungswissen zu teilen, stieß ich auf 12 Themen, zu denen ich in Seminaren und Coaching-Sitzungen besonders oft gefragt wurde, da so viele Lehrer*innen offensichtlich mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Da heraus habe ich 12 Hauptthemen gefunden.

Eines davon ist zum Beispiel, wie wir mit unserer eigenen Unsicherheit und gegebenenfalls Ohnmacht umgehen können.

Ich hatte irgendwann über mich selbst herausgefunden, dass ich, wenn ich ehrlich bin, ziemlich oft unsicher bin. Und egal, ob ich einen Weg fand, äußerlich überlegen zu wirken, oder tatsächlich auch äußerlich sichtbar unsicher wirkte, stellte ich fest, dass die Kinder größtenteils unbewusst, aber doch sehr deutlich auf meine offensichtliche oder innerlich weggedrückte Unsicherheit reagierten.

Am Ende des Schultages gab es zum Beispiel regelmäßig die Situation, dass gerade dann, wenn die Eltern bereits vor der Tür warteten, die Lautstärke im Klassenzimmer enorm zunahm. Und ich fühlte mich jedesmal so schlecht dabei und machte mir Sorgen, dass die Eltern ein völlig falsches Bild von meiner Situation im Klassenzimmer bekommen würden. Aber dann, als ich auf die Idee kam, dass es einen Zusammenhang zwischen meiner Sorge um die Meinung der Eltern über meine Tauglichkeit als Lehrer und der Lautstärkesteigerung geben könnte, fing ich an zu experimentieren. Und es war wie Magie!

Jedesmal, wenn ich es schaffte, auch während der Anwesenheit von Eltern und unabhängig davon, ob es lauter werden würde oder nicht, innerlich ruhig zu bleiben, blieben auch die Kinder ruhig. Aus dieser und ähnlichen Erfahrungen heraus suchte ich nach einem Weg, mich durch meine eigene interne Kommunikation, in diese unabhängige, innere Ruhe zu führen und fand heraus, wie dies möglich ist. Mit der Zeit habe ich in diesem Bereich so viel experimentiert und geübt, und dabei meine innere Kommunikation so weit entwickelt, dass ich sagen kann, ich habe meine eigene Unsicherheit gemeistert. Damit meine ich nicht, dass die Unsicherheit verschwunden ist, sondern dass ich obwohl sie da sein kann, von ihr nicht beeinträchtigt werde, und ganz anwesend und innerlich ruhig bleiben kann, unabhängig von den äußeren Umständen.

Wie ich dorthin gekommen bin und welche inneren Werkzeuge ich hierfür gefunden habe, wird also Teil des Kurses sein. Das Thema, wie man seine eigene Unsicherheit meistern kann, ist jedoch nur eines von zwölf Hauptthemen, die ich für die persönliche Entwicklung eines Lehrers und einer Lehrerin zentral finde.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter www.waldorfmentor.de für den Newsletter anmelden. Du bekommst dann innerhalb der nächsten zwei Wochen noch vier weitere Posts, in denen die gesamte Struktur des Mentorings, die finanziellen Konditionen und auch weitere inhaltliche Kostproben zu finden sind. Am Ende dieser zwei Wochen kannst du dann in einem Live Webinar Antworten auf alle noch offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen. Da das Mentoring auch die Möglichkeit von Einzelcoaching beinhaltet, ist die Teilnehmerzahl auf 30 Teilnehmende beschränkt.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Was Du nicht in der Universität lernst
Die Magie unserer inneren Kommunikation


Meine eigene Reise als Lehrer begann nicht mit irgendeiner Fortbildung oder formalen Ausbildung. Stattdessen hatte ich zuerst mehr als 20 jährige autodidaktische Praxis, bevor ich ein grundständiges Pädagogikstudium studierte.

Ich machte dabei so etwa alle Fehler, die man als Lehrer machen kann, und suchte anschließend stets nach Lösungen für die Schwierigkeiten, die meine Fehler verursacht hatten. Und ich suchte immer solche Art Lösungen, die mir in Zukunft ermöglichten, in ähnlichen Situationen selbst wirklich gut zurecht zu kommen und zugleich das Sinnvollste für meine Schüler*innen zu tun.

Auf diese Weise entwickelte ich mehr als 20 Jahre lang meine eigene Weise, Lehrer zu sein. Erst dann besuchte ich 9 Jahre lang Fortbildungen in Intuitiver Pädagogik, absolvierte zwei dreijährige Ausbildungen bei Iris Johansson als Mentor für pädagogische Berufe und Kommunikation als Kunst, begleitete Pär Ahlbom zwei Jahre lang als persönlicher Lehrling in seiner Seminartätigkeit und absolvierte schließlich auch noch ein grundständiges Pädagogikstudium.

Während meiner inzwischen mehr als zehnjährigen Dozententätigkeit an mehreren priaten und staatlichen pädagogischen Hochschulen, durch meine Seminarleitertätigkeit für Intuitive Pädagogik, und ebenfalls durch meine mehr als fünfzehnjährige Coachingtätigkeit für Lehrer*innen bemerkte ich dann mehr und mehr, dass bei fast allen studierten Lehrer*innen ein Bereich der Kommunikation völlig unterentwickelt war.

Für mein Verständnis sind es nämlich vier Bereiche der menschlichen Kommunikation, die für das Lehrersein von entscheidender Bedeutung sind. Drei davon werden in der Regel an Pädagogischen Universitäten ausführlich unterrichtet:

- Die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler – wie man unterrichtet, wird in fast allen Pädagogischen Richtungen behandelt.
- Die Kommunikation innerhalb eines Schülers – Menschenkunde und Lerntheorien werden als Grundlage für die Didaktik ebenfalls behandelt.
- Die Kommunikation zwischen den Schüler*innen – z.B. in Pear-Tutoring, Lerngruppen und SMV, letzteres sehr weitgehend entwickelt in freien demokratischen Schulen.

Selbst wenn es heutzutage um Mobbing, Schulverweigerung oder andere häufige Phänomene in Schulen geht, werden normalerweise nur diese drei Bereiche der Kommunikation berücksichtigt.

Der vierte Bereich, der entweder vergessen oder zumindest unterbelichtet ist, ist die innere Kommunikation innerhalb des Lehrers selbst.

Mit innerer Kommunikation meine ich die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, Bewertungen, Vorstellungen, möglicherweise auch Inspiration und Intuition, während wir als Lehrer*in im Klassenzimmer stehe.

Erst durch die Arbeit mit vielen, vielen Seminar- und Coachingteilnehmer*innen wurde mir selbst bewusst, dass ich wirkliche Lösungen für die Fragen der Pädagogik vor allem in diesem vierten Bereich gefunden hatte.

Ich will an dieser Stelle nur ein einziges Beispiel anführen für die Magie unserer inneren Kommunikation, im 12 Stufen Mentoring werde ich jedoch aus unzähligen solchen Beispielen schöpfen.

Stell dir vor, du unterrichtest in einer Klasse mit einem autistischen Jungen, der regelrechte Tobsuchtsanfälle bekommt, wenn Du ihn zum Beispiel aufforderst, seine Fehler beim Diktat zu korrigieren; Der manchmal sogar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gegenständen um sich schlägt, wenn Du etwas von ihm willst.

Und stell Dir weiter vor, dass Dir jemand sagt, dass Du nur eine Kleinigkeit an Deiner inneren Haltung ändern brauchst, während Du mit dem Jungen sprichst, dann würde er ohne Probleme tun, was Du ihm sagst. Wärst du skeptisch oder würdest du es zumindest ausprobieren?

Mir ist genau dies passiert und diejenige, die mir prophezeite, dass der Junge tun würde, was ich ihm sagte, wenn ich durch meine innere Kommunikation eine solche innere Haltung entwickeln würde, war Iris Johansson. Als ich dann mit ihrem Vorschlag experimentierte, zeigte sich, dass sie 100% Recht hatte.

Ich bin überzeugt, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin dasselbe entwickeln kann und zum eigenen Wohl und zum Wohle der Kinder auch sollte! In dem 12 Stufigen Mentoring zeige ich Euch, wie auch ihr Eure innere Kommunikation so weit entwickeln könnt. Dabei vermittle ich nicht eine Kommunikationstechnik, sondern eine innere Haltung, die viel universeller wirksam ist als jegliche Technik.

Wenn ihr daran interessiert seid oder jemanden anderen kennt für den dies interessant sein könnte, könnt Ihr den Newsletter abonnieren. Es wird noch 3 weitere Posts zu Struktur und Inhalt des Kurses geben und kurz vor erneutem Kursbeginn könnt ihr dann in einem Live Webinar noch Antworten auf alle offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie Du das Gefühl loswerden kannst, (als Lehrer*in )nicht gut genug zu sein

Eine Frage, die in pädagogischen Seminaren immer wieder auftauchte, war die Frage: „Wie kann ich das Gefühl loswerden, als Lehrer*in nicht gut genug zu sein?“ Manchmal war sie zwar nicht genau so formuliert, lag aber unterbewusst vielen Fragen zu Grunde.

Besonders oft habe ich sie von Waldorfpädagog*innen gehört, die das Gefühl hatten, dem Idealbild eines Waldorflehrers, welches in ihnen durch Studium und Literatur entstanden war, niemals gerecht werden zu können.

In diesem Post möchte ich dich zu einer inneren Reise einaden, um zu untersuchen, wie sehr unsere Gedanken die Erlebnisqualität unseres Alltags beeinflussen.

(Wenn du möchtest, kannst du gleich hier eine Pause einlegen und erst einmal selbst über das Phänomen nachdenken, wie sehr unsere Gedanken unsere Erlebnisqualität von Situationen beeinflussen.)

Zu Beginn lade ich dich nun ein, dir eine Situation in deinem Arbeitsalltag vorzustellen, die du als herausfordernd empfindest. Visualisiere sie und mache sie dir ganz deutlich.

Stell dir zunächst vor, dass du, während du diese schwierige Situation erlebst, den Gedanken in deinem Kopf hast: „Ich sollte eigentlich schon besser sein“ oder „Ich sollte eigentlich schon weiter entwickelt sein und damit kein Problem mehr haben”. Nimm dir einen Moment Zeit, um zu erleben, wie es sich anfühlt, zusammen mit diesem Gedanken im Kopf in dieser Situation zu sein, die du gewählt hast…

In meiner Anfangszeit als Waldorflehrer begleiteten mich solche Gedanken fast täglich. Damals dachte ich, es gäbe einen objektiven Grund für mein Minderwertigkeitsgefühl darin, dass ich Autodidakt war und kein Pädagogikstudium absolviert hatte. Doch später, als ich dann ein vollständiges Pädagogikstudium absolviert hatte, blieben solche Gedanken noch lange meine Begleiter. Jetzt lauteten sie, dass ich doch nun alles können sollte, da ich doch jetzt ausgebildeter Pädagoge sei. In beiden Fällen stand ich also innerlich nicht richtig zu mir als der, der ich war.

Erst viel später bemerkte ich, dass unter meiner Selbst-Infragestellung zum großen Teil richtiggehende Gedankenfehler lagen. Damit meine ich Gedanken, die, wenn ich sie bis zu Ende denke, sich als unsinnig erweisen, die ich aber unbewusst als eine Art Grundlage in mein Denken eingebaut habe, so dass mein gesamtes Denken auf ihnen aufbaut.

Mit Hilfe der Kommunikationskunst Iris Johanssons bemerkte ich dann, dass ich eine innere Einstellung finden kann, in der ich inklusive aller Unvollkommenheit und aller Fehler, die ich hatte und machte, zu mir selbst stehen kann als der, der ich bin. Ab dieser Zeit radelte ich nach einem Schultag meist unbeschwert nach Hause und hatte schlicht mein weiteres Leben vor mir. In den Zeiten davor dachte ich meistens, wenn ich nach der Schule auf meinem Fahrrad saß: „Wahrscheinlich sollte ich lieber doch kein Lehrer sein“.

Wenn du solche Situationen kennst oder aus einem anderen Grund Interesse hast, lade ich dich ein, eine innere Reise zu unternehmen, während du diesen Text liest, auch wenn sich das Lesen eines Textes stark von einem Live-Mentoring unterscheidet. Dort kannst du direkte Fragen stellen und wir können Probleme gemeinsam besprechen. Wenn du dich aber öffnest dafür, dir beim Lesen dieses Textes eine innere Reise zu erlauben, hast du eine bessere Chance, eine ähnliche Art von Transformation zu erleben, wie sie eine lebendige Gruppenerfahrung mit sich bringen kann.

Wenn du also nun solch eine innere Reise tun möchtest, schlage ich dir vor, dich zuerst einmal damit zufrieden zu machen, dass du gerade jetzt an der Stelle sitzt, liegst oder stehst, an der du dich befindest und dir nun Zeit dafür nimmst, diesen Text zu lesen. So dass die Zufriedenheit beim Lesen schon von Anfang an von innen da ist und nicht nach außen verschoben wird, auf den Zeitpunkt nach dem Lesen.

Und nun hinein in die Reise!

Kehren wir zu der Situation zurück, die du dir schon zuvor vorgestellt hast und in der du etwas Schwieriges erlebt hast. Lass sie wieder ganz deutlich vor deinem inneren Auge entstehen.

Dieses Mal möchte ich, dass du einen anderen Gedanken in deinem Kopf versuchst: „Ich bin genauso weit entwickelt, wie ich in diesem Moment sein kann, und ich werde mein Bestes geben, um aus dieser Erfahrung zu lernen.“

Visualisiere dich wieder in dieser Situation und versuche wirklich, dich von diesem Gedanken durchdringen zu lassen. Du kannst ihn sogar ein paar Mal laut aussprechen, wenn du möchtest.

Wie fühlt es sich jetzt an, in dieser Situation zu sein ?

Einer der sehr verbreiteten Gedankenfehler, die ich in diesem Zusammenhang bemerkt habe, ist zu denken, dass man als Lehrer*in, als Eltern, als Mensch weiterentwickelt sein sollte, als man ist.

Als Gedankenfehler bezeichne ich diesen Gedanken, weil unsere Entwicklung ja daher kommt, wie unser bisheriges Leben verlief. Und in jedem Moment unseres Lebens verlief unser bisheriges Leben ja ganz exakt so, wie es verlief! Wenn unsere Entwicklung aber daher kommt, wie unser Leben bis jetzt verlief, ist es nicht sinnvoll zu denken, dass man im jetzigen Augenblick weiter entwickelt sein könnte oder gar sollte als man ist.

Vom aktuellen Zeitpunkt ausgehend kann man sich ja dann vornehmen, alles zu entwickeln, was noch als unentwickelte Anlage in einem vorhanden ist, und dies ist in der Regel noch sehr, sehr viel, da die allermeisten Menschen weit weniger als 20 % ihrer eigenen Kapazität nutzen.

Auch für die Kinder ist es gut, wenn wir Erwachsene in Entwicklung sind, denn gerade dann sind wir ja eine besonders entwicklungs-anregende Umgebung für sie.

Nimm dir einen Moment Zeit und mache hier eine Pause. Lass den Atem ein paar Mal tief strömen, wenn du willst, und erlaube dir, überhaupt nichts zu tun. Vielleicht erlebst du nach der Visualisierungsübung, die wir gerade durchgeführt haben, starke Emotionen und das ist völlig in Ordnung. Die Untersuchung der Gedanken, die wir haben, und wie diese die Erlebnisqualität unseres täglichen Lebens beeinflussen, kann ein emotionaler Prozess sein, und es ist wichtig, sich dafür Zeit zu geben. Wenn du keinen starken emotionalen Zustand hast, ist das selbstverständlich auch völlig in Ordnung.

Ein letzter zu erwähnender Punkt ist, dass aus meiner Sicht die Art und Weise, wie wir über uns selbst und die Welt denken, oft das Ergebnis einer Strategie ist, die wir zu einem früheren Zeitpunkt im Leben entwickelt haben. Wenn wir einen schwierigen Zustand oder Prozess erlebt haben, haben wir uns möglicherweise unbewusst entschlossen, den damit verbundenen Schmerz durch eine clevere Strategie (die sowohl Gedanken als auch Verhalten umfassen kann) zu vermeiden. Wenn wir diese alten Strategien loslassen, haben wir auch die Chance, um das zu trauern, was in der Vergangenheit schwierig war, oder durch unsere aufkommende Wut durchzugehen, damit wir in der Gegenwart freier sein können. Dieser Prozess ist schwer zu durchlaufen, wenn man nur in dieser schriftlichen Form begleitet wird, aber ich erwähne ihn, damit du weißt oder dich erinnerst, dass er möglich und sinnvoll ist.

Wenn du dich bereit fühlst, setze die Reise fort, indem du weiter liest.

Willkommen zur zweiten Station der Gut-Genug-Reise. Hier werden wir das wunderbar interessante Thema „Fehler“ untersuchen!

Im ersten Teil haben wir betrachtet, wie man sich entwickelt und wie es wirklich unmöglich ist, weiter entwickelt zu sein als man gerade ist, on jetzt ab jedoch für die Zukunft noch super viel möglich ist. Daher haben wir immer die Möglichkeit, unseren aktuellen Entwicklungsstand zu akzeptieren und von hier aus mit der Weiterentwicklung zu beginnen. Jetzt werden wir unsere Beziehung zu Fehlern betrachten, um zu sehen, wie sie unsere zukünftige Entwicklungsmöglichkeit bestimmt!

Eine lustige Eigenschaft an Fehlern ist, dass sie bei uns selbst und bei anderen Menschen zu sehr unterschiedlichen emotionalen Reaktionen führen können.

Wenn du davon noch nicht überzeugt bist, kannst du es dir selbst beweisen, indem du dich an eine Situation erinnerst, in der du einen Fehler gemacht hast und infolgedessen jemand wütend, enttäuscht, frustriert oder traurig wurde.

Mir ist es erst heute passiert, dass ich eine Absprache nicht eingehalten habe, wodurch bei jemand anderen eine starke Enttäuschung entstand. Ich war innerlich mit dem Schreiben dieses Textes beschäftigt und hatte offensichtlich nicht richtig zugehört.

Vielleicht kennst du ähnliche Situationen?

Als nächstes schau, ob du dich auch an eine zweite Situation erinnern kannst, in der du einen Fehler gemacht hast, die Reaktion jedoch völlig entgegengesetzt war!

Vielleicht hast du kürzlich eine Klasse unterrichtet und deine Gedanken wanderten dabei ein wenig herum, so dass dir ein falsches Wort in einen Satz flutschte und dies zu großem Gelächter führte?

Meiner Ansicht nach gibt es drei Aspekte, die bestimmen, wie wir und andere unsere Fehler erleben:

- Die Art des Fehlers selbst.
- Das Maß an psychologischer Sicherheit in dem Gruppenkontext, in dem wir uns befinden.
- Unsere innere Beziehung zu Fehlern im Allgemeinen.

Hier beschränken wir uns auf den letzten dieser drei Punkte, da wir diesen ganz direkt beeinflussen können!

Der Gedankenfehler, der sich bei vielen Menschen in diesem Zusammenhang eingeschlichen hat, ist, dass wir bewusst oder unbewusst danach trachten, keine Fehler zu machen. Um zu verstehen, dass dies nicht sinnvoll ist, hilft es, ein wenig philosophisch zu werden:

Das Leben benötigt als Grundlage, dass es Bewegung gibt. Ohne Bewegung – kein Leben. Und die Bewegung benötigt als Grundlage, dass es Unvollkommenheit gibt. Denn ohne Unvollkommenheit gäbe es keinen Grund für Entwicklung und Bewegung. Es macht also Sinn, sich mit der Unvollkommenheit (als Grundlage) des Lebens, inklusive unserer eigenen, zu versöhnen und dann das beste aller Leben zu leben, das mit unserem eigenen So-Sein und den bestehenden Umständen möglich ist, anstatt nach einem Leben ohne Fehler zu trachten.

Was sollen wir aber mit den Fehlern tun?

Ich habe bis jetzt nur zwei konstruktive Möglichkeiten gefunden, mit Fehlern umzugehen:

Manche Fehler können wir berichtigen. Wir hatten zum Beispiel die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten und haben dann die eine davon gewählt. Nach einiger Zeit merken wir jedoch, dass es die falsche war. Nun können wir die Folgen dieses Fehlers auflösen, indem wir alles rückgängig machen, was durch den Fehler entstanden ist. Dann stehen wir wieder an derselben Stelle, wo wir uns falsch entschieden haben, und wählen diesmal die richtige Möglichkeit.

Es gibt aber auch Fehler, die wir nicht zurückdrehen können, weil Folgen daraus entstanden sind, die wir nicht auflösen können. Dann ist das Konstruktivste, dass wir uns vollständig mit einem solchen Fehler versöhnen und so viel wie möglich daraus lernen, so dass wir zumindest bei einer ähnlichen Situation in Zukunft diesen Fehler nicht noch einmal machen. Mehr sind Fehler nicht! Sie sind nur etwas, das wir entweder berichtigen können, oder daraus lernen.

Nachdem wir uns nun allgemein mit Fehlern befasst haben, kann es sein, dass du ein Gefühl der Befreiung erlebst. Denke und fühle, wie schön es ist zu leben, wenn du dir keine Sorgen um Fehler machen musst? Fehler bilden eine endlose Quelle zum Lernen und wer möchte ohne Lernen leben? Ja, einige Fehler verursachen Schmerzen in uns und anderen (und wenn dies geschieht, können wir unser Einfühlungsvermögen nutzen, um zu heilen und zu wachsen, anstatt uns selbst und andere zu bestrafen), wenn wir aber vermeiden wollen, Fehler zu machen, besteht die Möglichkeit, dass wir unser Leben überhaupt nicht vollständig leben.

Du kannst an dieser Stelle vielleicht in dich hineinhorchen und dich fragen, wie’s dir gerade geht und was gerade dran ist. Vielleicht sind es 5 Minuten Pause an der frischen Luft zum Nachdenken oder nichts tun oder direkt weiterlesen.

Da wir uns dem Ende dieser virtuellen Reise nähern, hast du dich vielleicht gefragt, ob es vielleicht eine bessere Reise woanders gibt, oder du hast gedacht, dass diese Reise eindeutig besser ist als andere Online-Reisen, auf denen du warst? Genau darum geht es bei unserem nächsten Halt!

Es gibt nämlich eine weitere Idee, die ich als Gedankenfehler bezeichne, dass wir nämlich glauben, dass wir gut genug seien, wenn wir besser sind als jemand anderes. Die meisten Menschen haben sich solch ein Denken schon in der Schule angewöhnt, wo es grob gesagt darum geht, besser zu sein als der Durchschnitt. Dass dies nur für etwa die Hälfte der Menschen der Fall sein kann, liegt in der Natur der Sache. Dazu kommt noch, dass nur ein kleines Spektrum des Mensch Seins in die schulischen Bewertung mit eingerechnet werden können, weil eben nur ein kleiner Teil des menschlichen Spektrums überhaupt vergleichbar bewertet werden kann. Daraus folgt, dass es nicht so besonders sinnvoll ist, einen solchen Durchschnitt als Maßstab zu nehmen, um unser So-Sein als Mensch zu beurteilen.

Nach meiner Erfahrung führt der Vergleich mit anderen auf diese Weise immer zu innerer Unsicherheit. Ich bin heute vielleicht besser als die andere Person, aber was ist morgen oder nächster Woche? Auf diese Weise können wir zudem das Wachstum der Menschen um uns herum weniger unterstützen, und eine solche Haltung schränkt auch unser eigenes Wachstum ein.

Wenn du feststellst, dass du dich mit anderen vergleichst, ist ein nützlicher Trick, den ich von Iris Johansson gelernt habe, dass du dir klar machst, dass du dich nur dann mit anderen vergleichst, wenn du den Kontakt zu dir selbst und deiner inneren Freude verloren hast. So gesehen können wir unser Vergleichen mit anderen als Signal dafür nehmen, dass wir jetzt innehalten und uns wieder mit uns selbst verbinden sollten.

Jetzt haben wir das Ende unserer virtuellen Reise erreicht. Ich hoffe, es war ein anregender und bereichernder Prozess für dich und ich lade dich ein, mit den oben genannten Gedanken zu experimentieren, zu erleben, wie sie sich anfühlen, wenn du sie in den Körper sinken lässt, und immer mal wieder deine gelebte innere Haltung damit abzugleichen.

Dieser Text steht natürlich allen zur Verfügung. Für diejenigen, die sich für das 12 stufige Mentoring interessieren ist er gedacht als eine Kostprobe aus welcher Art Gedankenhintergrund ich schöpfe.

Im nächsten Text werde ich dann meine Weise Mentor zu sein und die zeitliche Struktur des Mentoring-Kurses darstellen. Im letzten Text folgt noch der Themenüberblick und die finanzielle Seite des Mentorings. Vor dem nächsten Kursbeginn wird es noch eine Live Videokonferenz geben, in der du alle noch offenen Fragen beantwortet bekommst. Und dann beginnt der Kurs mit maximal 30 Teilnehmern.

Weitere Infos und die Möglichkeit, dich für den Newsletter anzumelden findest du hier.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Mentoring Gruppe und Entwicklungsgemeinschaft

Wenn es um die persönliche Entwicklung geht, habe ich paradoxerweise fast immer erfahren, dass die Entwicklung schneller geht und solider ist, wenn sie in einem Gruppenkontext stattfindet.

Aus diesem Grund wollte ich mein 12-Stufen-Mentoring-Programm so gestalten, dass das Lernen und sich Entwickeln eine Gruppenkomponente enthält.

Doch zuerst einmal „Was verstehe ich überhaupt unter Mentoring?“

Ich verstehe darunter im Grunde das, was mir selbst bei meiner eigenen Entwicklung als Mensch und als Lehrer so viel geholfen hat. Ich hatte neben Pär Ahlbom für das menschliche Spiel vor allem zwei Menschen, die ich für mein Lehrer-Sein als meine Mentoren bezeichne, Marcel Desax und Iris Johansson. Bei beiden habe ich erlebt, dass ich regelmäßig nach Gesprächen mit ihnen wieder eine klare Orientierung hatte, wenn ich diese zuvor verloren hatte, oder dass ich plötzlich eine Möglichkeit sah, eine Situation, die ich zuvor von außen gesteuert erlebte, durch meine eigene Kommunikation, innen und außen, selbst gravierend zu beeinflussen oder gar zu wandeln, oder aber dass ich mich nach einem solchen Gespräch bestmöglich auf eine unbekannte Situation vorbereitet fühlte.

Was mich dabei immer überzeugte, war die Tatsache, dass die „Lösungen“, die ich nach solch einem Mentoring-Gespräch gefunden hatte, sich ganz wie meine eigenen anfühlten. Oft entstanden sie nur durch Nachfragen meines Gegenübers direkt in mir selbst. Doch auch wenn Marcel Desax oder Iris Johansson mir etwas vorgeschlagen hatten, wusste ich direkt tief innen, dass es dies war, was ich wollte.

Später, als ich dann selbst von mehr und mehr Menschen um Rat gefragt wurde, übte ich mich in derselben inneren Haltung, die ich bei Iris Johansson oder Marcel Desax erlebt hatte. Aus dieser Haltung helfe ich Menschen, das zu erreichen, wofür sie den Weg nicht sehen, oder das zu entwickeln, wofür sie den nächsten Schritt nicht sehen. Zusätzlich habe ich diese Haltung auch noch durch zwei Ausbildungen bei Iris Johansson vertieft, eine dieser Ausbildungen führte zum „Mentor für Pädagogische Berufe“. Aus dieser Haltung heraus helfe ich Menschen, das zu verwirklichen, was sie von Herzen wirklich wollen.

Im Praktizieren von Mentoring habe ich dann außerdem eine Art von Talent bei mir entdeckt, durch das Menschen oft nur recht wenig von ihrer als schwierig erlebten Situation zu erzählen brauchen, bis ich vor meinem inneren Auge ein klares Bild von der aktuellen Lage und von dem dahinterliegenden inneren Konflikt sehe und durch beides hindurch direkt sehe, wie die Lösung dieses inneren Konflikts aussehen würde und wohin eine solche innerliche Veränderung im Außen führen würde.

Dieses Talent springt bei mir vor allem dann an, wenn jemand mit einer wirklichen inneren Frage zu mir kommt.

Obwohl die Fragen aus jedem beliebigen Lebensbereich kommen können, möchte ich hier einige Beispiele nennen, aus welcher inneren Lage heraus ich Lehrer*innen bisher oft geholfen habe. Vielleicht kennst du ja eine der Folgenden:

Das Gefühl,
mit den Kindern und Jugendlichen nicht ganz in Kontakt zu kommen.

Die Lage,
dass du einfach nicht so machen kannst oder willst, wie du es bei den älteren Lehrern siehst oder von diesen empfohlen bekommst, aber noch nicht ganz deinen eigenen Weg gefunden hast.

Den Mangel,
dass du dich trotz Studium und Praxiserfahrung nicht vollständig auf den Lehreralltag vorbereitet fühlst und da heraus manchmal sogar an deiner Eignung als Lehrer*in zweifelst.

Die Spannung,
dass du regelmäßig unangenehme Situationen erlebest in der Kommunikation mit Kindern, Eltern oder KollegInnen oder von deren Bewertungen beeinträchtigt wirst.

Die Ahnung,
dass Waldorflehrer der schönste Beruf der Welt sein kann, aber du dich oft weit weg davon fühlst, dies in jedem Moment auch so zu erleben.

Das Ideal,
und das Gefühl, dem im Studium oder durch Literatur an dich herangetragenen Idealbild eines guten Lehrers niemals gerecht werden zu können.

Das Mentoring wird zum großen Teil als Einzelarbeit in der Gruppe stattfinden. Dies hat den großen Vorteil, dass jeder eine innere Nebenarbeit machen kann, während ein anderer im Prozess ist. Eine solche Nebenarbeit kann oft sogar intensiver sein als der Hauptprozess desjenigen, der eine Frage gestellt hat.

Eine solche Arbeit innerhalb einer Entwicklunggruppe hat den psychologischen Nebeneffekt, dass man sich mit seinem Entwicklungsbedarf nicht alleine fühlt. In den wöchentlichen Lehrerkonferenzen an Waldorfschulen geschieht oft das Gegenteil: Die meisten Lehrer*innen schützen sich selbst und sprechen eher über ihre Erfolge als über ihre Schwachpunkte. Wenn dann mal jemand von seinen Schwierigkeiten erzählt, wird dies von den Anderen oft so behandelt, dass nach einer möglichst schnellen äußerlichen Lösung gesucht wird, um die Schwierigkeit vor allem im Hinblick auf die Eltern, schnellstmöglich zu beseitigen. Beides führt natürlicherweise zu einer ungeborgenen Atmosphäre.

Die größte Geborgenheit entsteht, wenn wir von Erwachsenen umgeben sind, die sich in Entwicklung befinden. Das Format des 12-Stufen-Mentorings ist genau so angelegt, dass diese Geborgenheit durch eine Entwicklungsgemeinschaft entsteht. Neben den Gruppensitzungen besteht die Möglichkeit in einem internen Gruppenforum schriflich Antworten auf seine Fragen zu bekommen und sich mit anderen Teilnehmer*innen direkt auszutauschen.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter hier für den Newsletter anmelden. Über die inhaltliche Struktur des Mentorings und die finanziellen Konditionen wird in Kürze der letzte Post erscheinen. In diesem Post wird auch der Termin für das Live-Webinar angekündigt werden, in dem du noch Antworten auf offene Fragen bekommen kannst. Danach endet die Anmeldefrist und der 12-Stufen-Mentoring-Kurs wird beginnen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie ist das 12-Stufen-Mentoring aufgebaut?

Angenommen, du hast beschlossen, deine innere Kommunikation zu entwickeln, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können. Was solltest Du entwickeln?

Als ich mir selbst diese Frage gestellt habe, was in meiner eigenen Entwicklung als Lehrer das Wichtigste war, habe ich 12 Bereiche gefunden.

Das 12-Stufen-Mentoring zielt also darauf ab, dass du alle 12 Bereiche meistern kannst. Mit meistern meine ich hier, dass du in jedem dieser Bereiche deine innere Kommunikationsfähigkeit soweit entwickelst, dass du nicht nur mit dem zurecht kommst, was du dir zuvor angeeignet hast, sondern auch eine eigene Lösung finden kannst, wenn etwas völlig Neues oder Unerwartetes in diesem Bereich auftaucht, womit du meist nicht direkt klar kommst, wenn du einem Konzept oder einer Methode nur wie ein „Lehrling“ folgst.

Dass ich diese 12 Bereiche Stufen nenne, meint dabei kein starres System, aber dennoch ist die Reihenfolge bewusst gewählt und die Meisterschaft auf mancher dieser Stufen nach meiner Erfahrung hilfreich für spätere.

Hier kommen nun alle 12 Stufen.

1. Meisterschaft über die eigene Unsicherheit
Wie kann ich Zugang behalten zu meiner vollen Kapazität in Momenten, in denen ich unsicher werde?

2. Meisterschaft über die „kleine“ Sinnhaftigkeit
Wie kann ich ohne Selbstbetrug in jedem Moment meines Lehrerseins einen Sinn darin erleben, was ich tue?

3. Meisterschaft über die verschiedenen Weisen, wie du das Mandat der Kinder bekommen kannst
Für heutige Kinder haben wir als Lehrer, anders als noch vor 30 Jahren, keine Autorität nur dadurch, dass wir die Position eines Lehrers inne haben. Heutzutage brauchen wir, um eine wirkliche Grundlage für unser Lehrersein zu haben, von jedem einzelnen Kind das Mandat, sein Lehrer sein zu dürfen.

4. Meisterschaft über die eigene Wut durch deren Umschmelzung in Lebenskraft
Der eigentliche Sinn von Wut (nicht Aggression) und wie sie uns hilft, den Zugang zu unserer Lebenskraft offen zu halten.

5. Meisterschaft über die Unterrichtsvorbereitung durch das öffnende Vergessen
Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich beim Unterrichten immer irgendwie sicherer war, wenn ich mich gut vorbereitet fühlte. Dann bekam ich durch einen Hinweis von Marcel Desax irgendwann die Idee, dass dieser Zusammenhang zwischen meinem Sicherheitsgefühl und der Länge meiner Unterrichtsvorbereitungszeit gar nicht zwingend besteht, sondern durch etwas darunter Liegendes verursacht wird. Dies führte zu einer großen Befreiung und wahren Kontaktmöglichkeit mit den Kindern.

6. Meisterschaft im Gestalten von Übergängen durch das Verständnis von Flow und die bewusste Produktion von hellem Chaos Was die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Mihaly Csikszentmihalyi über den Flow-Zustand mit dem kreativen und angstfreien Gestalten von Übergängen zu tun hat.

7. Meisterschaft in Elternabenden und Konferenzen durch die Entwicklung der eigenen inneren Kommunikationsfähigkeit
In Situationen der Selbstverwaltung das beste aller Leben leben.

8. Meisterschaft bei Mobbing und destruktivem Verhalten
Mobbing auflösen ohne Strafen, nur durch die Neutralisierung der Atmosphäre und des sozialen Codex.

9. Meisterschaft bei offener Aggression anderer
Die innere Haltung, der innere Prozess und die 3 glasklaren Schritte, die helfen.

10. Meisterschaft beim Umgang mit der Angst und den Blockaden anderer; Kinder, Eltern und Kollegen
Gedankenvoraussetzungen, das Wissen um die Ladung in meinem eigenen Kommunikationsfeld, die Neuprogrammierungs-möglichkeit des Autopilotsystems.

11. Ohne Manipulation die menschliche Entwicklung bewusst beeinflussen durch die Spiegelfunktion des Universums
Beiderseitigkeit, Quantenphysik & Spiraldynamic.

12. Meisterschaft über die Routine und die eigene Sicherheit durch das Balancieren auf dem Seil des Unkalkulierbaren und durch das Spiel
Da die persönliche Entwicklung meiner Erfahrung nach eher in Spiralformen verläuft als in Stufen, habe ich das Mentoring folgendermaßen strukturiert:

In den ersten 12 Wochen des Mentorings durchlaufen wir eine komplette Runde der Spirale. Jede Woche ist also einer der 12 Stufen gewidmet. Es gibt hierzu jede Woche eine 90-minütige Themeneinheit zur jeweiligen Stufe, in der ihr nach meiner Themeneinführung direkt Fragen stellen und Antworten bekommen könnt. Die Aufzeichnung dieser Themeneinheiten stehen den Teilnehmer*innen danach zum vertiefenden Anschauen zur Verfügung. Auf diese Weise kann individuell immer wieder aufgefrischt werden, was einen persönlich am meisten interessiert.

Zusätzlich gibt es eine 60-minütige Frage-und-Antworten-Sitzung pro Woche, in der ihr themenfrei Fragen stellen und Antworten bekommen könnt.

Im Mitgliederbereich der Kurswebseite gibt es außerdem die Möglichkeit, im Forum schriftlich Fragen zu stellen oder auch über Themen mit anderen Kursteilnehmer*innen auszutauschen, Gruppen mit anderen Teilnehmer*innen zu bilden und Direktnachrichten zu schreiben.

Das Mentoring beinhaltet für jede Teilnehmer*in außerdem noch eine 90-minütige Einzelsitzung, die innerhalb der ersten sechs Monate zu einem beliebigen Zeitpunkt angefragt werden kann.

Das Mentoring wird sich im Kern auf sechs Monate erstrecken. Mit Rücksicht auf die Sommerpause sind dies die Monate Mitte April bis Mitte Juli und Anfang September bis Ende November 2021.

Die Kontaktmöglichkeit über das Forum wird insgesamt mindestens 1 Jahr lang bestehen und die Aufzeichnungen der Gespräche stehen ebenfalls mindestens 1 Jahr, nach Möglichkeit sogar unbegrenzt zur Verfügung. Auch die Q&A Sitzungen können auch in der zweiten Kursjahreshälfte bei Bedarf noch angeboten werden, diesbezüglich möchte ich jedoch noch keine Zusage zur Häufigkeit machen.

Nun zum Preis: Wenn ich mein Wert-Preis-Gefühl nach einem angemessenen Preis für solch eine persönliche Entwicklungsmöglichkeit befrage, lande ich bei einem Preis ab 1500€. Wenn ich mein Geldgefühl jedoch nach einem für Waldorflehrer*innen gefühlt leicht bezahlbaren Preis befrage und dabei eine monatliche Zahlweise mit einberechne, lande ich monatlich bei 100-150€, bei einer gesplitteten Zahlweise über sechs Monate also bei einem Gesamtbetrag von 600 bis 900€.

Da dieser Kurs nur einmalig geplant ist, wollte ich ein Preisniveau finden, bei dem alle, die inhaltlich Interesse haben, auch mitmachen können, und durch welches, bei 20 Teilnehmer*innen, meine Grundlebenskosten für die entsprechende Zeit gedeckt sind. Alles zusammen führt zu einem Sonderpreis von 600€, gesplittet in sechs monatliche Zahlungen à 100€ von April bis September.

Wer sich unter diesen Bedingungen schon verbindlich anmelden möchte, kann dies hier gerne tun. Wer zuerst noch an einer Q+A-Sitzung teilnehmen will, kann die entsprechenden Zoom Links hier finden.

Herzlichen Gruß Dieter

Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen #coronaaussoehnung

Dieser Text ist das gemeinsame Werk engagierter Staatsbürger*innen aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen. Wir alle sorgen uns um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und üben unsere beruflichen Tätigkeiten in globaler Verantwortung aus.

In Übereinstimmung mit der ärztlichen Berufsordnung und der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO arbeiten wir „der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Gesundheit der gesamten Gesellschaft“ zu und verstehen Gesundheitsförderung als „Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“.

Daher bemühen wir uns nach bestem Wissen und Gewissen um eine ausgewogene und faire Diskussion zur Corona-Krise. Wir wollen die Dialogfähigkeit im demokratischen Gefüge stärken und der Vielfalt wie Komplexität des sozialen Lebens gerecht werden.

Es ist unser Ziel, die Spaltung unserer Gesellschaft zu überwinden, irrationale Ängste abzubauen und eine Politik zu unterstützen, die dem Gemeinwohl dient. Wir möchten als überschaubarer Autor*innen-Kreis mit diesem Starttext einen Aufschlag machen, auf densich weitere Autor*innen beziehen und zusätzliche, kritische wie unterstützende Aspekte beisteuern können. Wir freuen uns auf jede Bezugnahme zu diesem „Covid-19-ins-Verhältnis-setzen“-Text des Autor*innen- Kollektivs aus Deutschland und Österreich.

https://coronaaussoehnung.org/wp-content/uploads/2021/07/Corona_ins_Verhaeltnis_setzen_Update_15-Juli-2021.pdf

Die Kunst der kleinen Schritte – Einführung in einen Manichäismus der Zukunft

„Noch immer leben wir mit einen dualen Verständnis der Welt und uns selbst. Dual, oder dualistisch heißt : entweder... oder.
In diesem Dualismus lässt sich das Prinzip der Kausalität und der Zeit als einer Ablauf sehr gut einordnen. Rudolf Steiner ist derjenige der diese duale Weltsicht neue Möglichkeiten gegeben hat. Von Dualität zum Polarität, das heißt: sowohl als auch.
Im Bezug auf den historischen Manichäismus, der in mancher Hinsicht auch ein Dualismus war, hat Rudolf Steiner die Idee eines zukünftigen Manichäismus eröffnet wo Gut und Böse als Polaritäten einander bedingen, damit ein drittes entstehen kann. Schlüsselwort ist hier die ‚Milde’.
Für einen Manichäismus der Zukunft ist die Milde die Fähigkeit zum Beispiel dem Mitmenschen in seiner ‚Größe’ begegnen zu können und zwar dadurch dass man seine ‚kleinere’ Seiten nicht nur mit einbezieht, sondern dank diese ‚Schattenseiten’ das Lichtvolle im andern fördert und erscheinen lässt.
Dies können nur ganz kleine Schritte sein. Sie können im Grunde nicht klein und anspruchslos genug sein. Die Kunst der kleine Schritten ist diese das man bei jedem darauf achtet dass ein weiterer Schritt möglich bleibt ohne diesen schon im voraus zu bestimmen. Aber aus diesem ahnenden tastenden vorangehen entsteht die Milde als Signatur einer realen Umwandlung."

https://christengemeinschaft.de/gemeinden/herdecke/veranstaltungen/die-kunst-der-kleinen-schritte-einfuehrung-in-einen

Warum mit dem Staat kein Staat zu machen ist

Mit der Dreigliederung das Demokratieverständnis erneuern.
Von Istvan Hunter

Wir brauchen neue Ideen, wie in der gegenwärtigen Situation Erneuerung entstehen kann. Meine Grundthese ist, dass die Corona-Krise uns auch den Weg zu ihrer Überwindung zeigt. Zu dieser Vision halte ich Vorträge, um diejenigen, die eine Alternative zum jetzigen System suchen, mit einer Perspektive gegenüber der bestehenden Problematik auszurüsten.

Das Ziel ist dabei eine individualistisch geprägte und dennoch sozial verantwortliche Ordnung. Denn anstelle einer kollektivistisch organisierten Volksmasse kann durch sozialen Wandel individuelle Verantwortungsfähigkeit entstehen, wenn sich die Gesellschaft so organisiert, dass sie sich organisch entfalten kann.

Ein Modell für diese soziale Orientierung bietet die «Dreigliederung des sozialen Organismus». Die Idee stammt von Rudolf Steiner (1861-1925), der schon vor dem Ersten Weltkrieg versuchte, diese den Regierenden in Mitteleuropa bekannt zu machen, um damit den Krieg zu verhindern.

Warum Dreigliederung? Heute beherrscht das Modell des Einheitsstaates unsere Demokratievorstellungen. Man kann jedoch innerhalb des modernen Staates verschiedene Glieder der menschlichen Gesellschaft unterscheiden. Das Geistesleben (Bildung, Wissenschaft, Kultur), das Wirtschaftsleben (Handel, Produktion und Konsum) und das Rechtsleben (der Staat).

Der zentrale Punkt ist, dass die drei Bereiche «gegliedert», das heisst, unterschieden und unabhängig voneinander reguliert werden müssen, wenn sie dem Individuum und damit der Gesellschaft wirklich dienen sollen.

In der Corona-Krise zeigt sich, dass die Hauptproblematik vom Staat ausgeht. Dies ist, kurz gesagt der Fall, weil der Staat sich von der Wirtschaft korrumpieren lässt und die Wissenschaft dazu benützt, seine Übergriffe zu rechtfertigen. Da alle Staaten als Einheitsstaaten konzipiert sind, lassen sie sich immer wieder von ausserstaatlichen Institutionen und Machtzentren kontrollieren. Das Problem ist nicht das politische Personal. Es ist systemimmanent.

Die Lösung dieser Problematik besteht darin, dass der Staat (vorwiegend das Rechtsleben) grundsätzlich getrennt verwaltet wird von der Wirtschaft und dem, was man als Geistesleben bezeichnen kann (Wissenschaft, Bildung, Kultur). Das klingt zunächst kompliziert, ist es aber nicht, wenn man versteht, wie es funktioniert. Denn was passieren muss, geschieht bereits.

Da der Machtbereich der Staaten auf allen Ebenen zunehmend ausgeweitet wird, beginnen sich zum Beispiel im Geistesleben alternative Medien, oder Privat-Schulen unabhängig vom Staat zu bilden. Da grosse Wirtschaftskonzerne den Staat für ihre eigenen Zwecke missbrauchen (Pharmaindustrie), zeigt sich die Notwendigkeit, Wirtschaftskreisläufe in die Eigenverantwortung grösserer Teile der Bevölkerung zu übergeben, sprich: mehr unabhängig funktionierende Produktions-, Handels-, und Konsumenten-Kreisläufe zu organisieren.

Die Zeichen der Zeit weisen deutlich darauf hin, dass wir neue, eigene Medien, eigene Ärzte, eine eigene Krankenkasse, eine selbständiger verwaltete Lebensmittelversorgung, kurz, ein selbst- statt staatlich verwaltetes Wirtschafts- und Geistesleben aufbauen müssen.

Das wirkliche Gegenmodell zum Reset von Schwab besteht darin, dass wir unabhängigere und dezentralere Strukturen aufbauen. Jeder, der am Aufbau einer autonomeren und menschen-gerechteren Welt beteiligt ist, kann dies aus der Sache heraus nachvollziehen. Es geht um Selbstverantwortung und gegenüber der politischen Verwaltung um ein Zurückdrängen staatlicher Übergriffe aus den Bereichen, in denen sie grundsätzlich nichts verloren haben.

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Aktuelle Vorträge von Istvan Hunter: 3. September 2021, 20:00 in Rünenberg, BL.
Weitere Vortragsdaten sowie genaue Adressen bei:
I. Hunter
i.stephanhunter@posteo.de

Weitere Informationen und eine kurze Einführung zum Thema «Dreigliederung des sozialen Organismus» finden sich auf www.demokratie-schweiz.ch

https://corona-transition.org/warum-mit-dem-staat-kein-staat-zu-machen-ist

Der Manichäismus

Eine noch wichtigere Geistesströmung als die der Rosenkreuzer war die des Manichäismus.

Wir müssen sprechen über den Manichäismus, der durch eine Persönlichkeit begründet wurde, die sich selbst als Mani bezeichnete und etwa im 3. Jahrhundert nach Christi Geburt lebte.

Dieser Mani begründete eine Geistesströmung, die ja zuerst eine kleine Sekte umfaßte, die aber zu einer mächtigen Geistesströmung wurde. Die mittelalterlichen Albigenser, Waldenser und Katharer sind die Fortsetzung dieser Geistesströmung, zu der auch der ja noch für sich zu besprechende Templerorden und ebenso durch eine merkwürdige Verkettung der Verhältnisse das Freimaurertum gehören. Hier hinein gehört das Freimaurertum eigentlich, obgleich es sich mit anderen Strömungen, zum Beispiel dem Rosenkreuzertum verbunden hat.

Ein Kaufmann verfaßte vier bedeutsame Schriften: erstens die Mysteria, zweitens die Capitola, drittens das Evangelium, viertens den Thesaurus. Eine Witwe wiederum hinterließ einen Sklaven, den sie losgekauft und freigelassen habe. Der sei der besagte Mani gewesen, der dann aus diesen Schriften seine Weisheit gezogen habe, aber außerdem in die Mysterien des Mithrasdienstes eingeweiht gewesen war. Er hat dann diese Bewegung des Manichäismus ins Leben gerufen.

Man nennt den Mani auch den «Sohn der Witwe» und seine Anhänger die «Söhne der Witwe». Er selbst aber, Mani, bezeichnete sich als «Paraklet», als den von Christus der Menschheit versprochenen Heiligen Geist. Nun ist das so aufzufassen, daß er sich bezeichnete als eine Inkarnation jenes Heiligen Geistes; nicht etwa meinte er, daß er der alleinige Heilige Geist sei. Er stellte sich vor, daß dieser Heilige Geist in Wiederverkörperungen erscheint und bezeichnete sich als eine solche Wiederverkörperung des Geistes.

Die Lehre, die er verkündigte, wurde von Augustinus, als dieser zur katholischen Kirche übergetreten war, in der lebhaftesten Weise bekämpft. Augustinus stellte seine katholische Anschauung der manichäischen Lehre gegenüber, die er durch eine Persönlichkeit vertreten läßt, die er Faustus nennt. Faustus ist im Sinne des Augustinus der Kämpfer gegen das Christentum. Hier liegt der Ursprung des goethesehen Faust mit seiner Anschauung des Bösen. Der Name «Faust» geht zurück bis auf diese alte augustinische Lehre.

Alle solche Geistesströmungen, die mit Einweihungen zusammenhängen, drücken sich exoterisch aus in Legenden. Nur ist die Legende des Manichäismus eine große kosmische Legende, eine Legende von übersinnlicher Art.

Man erfährt von der manichäischen Lehre gewöhnlich, daß sie sich vom abendländischen Christentum unterscheide durch ihre andere Auffassung des Bösen. Während das katholische Christentum der Ansicht sei, daß das Böse beruhe auf einem Abfall vom göttlichen Ursprung, auf einem Abfall ursprünglich guter Geister von Gott, so lehre der Manichäismus, daß das Böse ebenso ewig sei wie das Gute; daß es keine Auferstehung des Leibes gebe und daß das Böse als solches kein Ende nähme. Es habe also keinen Anfang, sondern sei gleichen Ursprungs mit dem Guten, und habe auch kein Ende. Wenn Sie in dieser Weise den Manichäismus kennenlernen, so erscheint er allerdings wie etwas radikal Unchristliches und wie etwas ganz Unverständliches.

Nun wollen wir der Sache auf den Grund gehen nach den Traditionen, die von dem Mani selbst herrühren sollen und prüfen, um was es sich da eigentlich handelt. Da wird erzählt, daß einstmals die Geister der Finsternis anstürmen wollten gegen das Lichtreich. Sie kamen in der Tat bis an die Grenze des Lichtreiches und wollten das Lichtreich erobern. Sie vermochten aber nichts gegen das Lichtreich. Nun sollten sie und hier liegt ein besonders tiefer Zug, den ich zu beachten bitte -, nun sollten sie bestraft werden von dem Lichtreich. Aber in dem Lichtreich gab es nichts irgendwie Böses, sondern nur Gutes. Also hätten die Dämonen der Finsternis nur mit etwas Gutem bestraft werden können. Was geschah also? Es geschah folgendes.

Die Geister des Lichtreiches nahmen einen Teil ihres eigenen Reiches und mischten diesen in das materielle Reich der Finsternis hinein. Dadurch, daß nun ein Teil des Lichtreiches vermischt wurde mit dem Reich der Finsternis, da durch sei in diesem Reich der Finsternis gleichsam ein Sauerteig, ein Gärungsstoff entstanden, der das Reich der Finsternis in einen chaotischen Wirbeltanz versetzte, wodurch es ein neues Element bekommen hat, nämlich den Tod. So daß es sich fortwährend selbst aufzehrt und so den Keim zu seiner eigenen Vernichtung in sich trägt.

Weiter wird erzählt, daß dadurch, daß dies geschehen ist, gerade das Menschengeschlecht entstanden sei. Der Urmensch sei eben gerade das, was vom Lichtreich her gesendet worden sei, um sich mit dem Reich der Finsternis zu vermischen und das, was im Reich der Finsternis nicht sein soll, zu überwinden durch den Tod; es in sich selbst zu überwinden.

Der tiefe Gedanke, der darin liegt, ist der, daß von Seiten des Lichtreiches das Reich der Finsternis überwunden werden soll nicht durch Strafe, sondern durch Milde; nicht durch Widerstreben dem Bösen, sondern durch Vermischung mit dem Bösen, um das Böse als solches zu erlösen. Dadurch, daß ein Teil des Lichtes hineingeht in das Böse, wird das Böse selbst überwunden.

Dem liegt die Auffassung vom Bösen zugrunde, die ich oftmals als die theosophische auseinandergesetzt habe. Was ist das Böse? Es ist nichts anderes als ein unzeitgemäßes Gutes. Um ein Beispiel anzuführen, das von mir schon öfters angeführt wurde:

Nehmen wir an, daß wir es mit einem ausgezeichneten Klavierspieler und einem ausgezeichneten Klaviertechniker zu tun haben, die beide vollkommen sind in ihrer Art. Zuerst muß der Techniker das Instrument bauen und es dann abgeben an den Spieler. Wenn dieser ein guter Spieler ist, wird er es in entsprechender Weise benützen und so sind beide gleichsam das Gute. Wenn aber nun der Techniker anstelle des Spielers in den Konzertsaal gehen und da herumhämmern wollte, dann wäre er am unrechten Ort. Das Gute würde so zum Bösen. So sehen wir, daß das Böse nichts anderes ist als das Gute am unrechten Ort.

Wenn das, was in irgendeiner Zeit außerordentlich gut ist, sich weiter erhalten, starr werden wollte und nun das schon Fortgeschrittene beeinträchtigen würde in seinem Gange, so wird es jetzt zweifellos ein Böses, weil es dem Guten widerstreben würde. In diesem tiefen Sinne haben wir die manichäische Anschauung aufzufassen, daß das Gute und Böse im Grunde genommen von derselben Art, im Grunde genommen gleich in ihrem Anfang und gleich in ihrem Ende sind. Wenn Sie diese Anschauung so auffassen, werden Sie verstehen, was eigentlich der Mani anregen wollte.

Erst jetzt reift die Menschheit heran, um einen eigenen Menschenbruder als Manu zu haben.

Es geschieht das, daß diese Offenbarung, die Offenbarung von oben, die Leitung der Seele von oben sich allmählich zurückzieht und die Menschheit den eigenen Wegen überläßt, so daß sie ihr eigener Leiter wird.

Die Seele wurde nun in aller Esoterik (Mystik) die «Mutter» genannt; der Unterweiser der «Vater». Vater und Mutter, Osiris und Isis, das sind die zwei in der Seele vorhandenen Mächte: der Unterweiser, derjenige, der das unmittelbar einfließende Göttliche darstellt, Osiris, ist der Vater; die Seele selbst, Isis, konzipiert, empfängt das Göttlich-Geistige, sie ist die Mutter.

Während der fünften Menschheitsepoche zieht sich nun der Vater zurück. Die Seele ist verwitwet, soll verwitwet sein. Die Menschheit ist auf sich selbst angewiesen. Sie muß in der eigenen Seele das Licht der Wahrheit suchen, um sich selbst zu lenken. Alles Seelische wurde von jeher mit weiblichen Sinnbildern zum Ausdruck gebracht. Deshalb wird dieses Seelische welches heute im Keim vorhanden ist und später vollständig entwickelt sein wird -, dieses sich selbst lenkende Seelische, das den göttlichen Befruchter nicht mehr vor sich hat, das wird von dem Mani als «Witwe» bezeichnet. Und deshalb bezeichnete er sich selbst als den «Sohn der Witwe».

Mani ist es, der diejenige Stufe der menschlichen Seelenentwickelung vorbereitet, die das eigene seelische Geisteslicht sucht. Alles, was von ihm herrührt, war ein Berufen auf das eigene Geisteslicht der Seele und das war zugleich ein entschiedenes Aufbäumen gegen alles, was nicht aus der Seele, aus der eigenen Beobachtung der Seele kommen wollte. Schöne Worte rühren von dem Mani her und sind das Leitmotiv seiner Anhänger zu allen Zeiten gewesen. Wir hören:

Ihr müßt abstreifen alles dasjenige, was äußere Offenbarung ist, die ihr auf sinnlichem Wege erhaltet! Ihr müßt abstreifen alles, was äußere Autorität euch überliefert; dann müßt ihr reif werden, die eigene Seele anzuschauen!

Augustinus dagegen vertritt das Prinzip in einem Gespräch, in dem er sich zum Gegner jenes Manichäers Faustus macht: Ich würde die Lehre Christi nicht annehmen, wenn sie nicht auf die Autorität der Kirche begründet wäre. Der Manichäer Faustus sagt aber: Ihr sollt auf Autorität hin keine Lehre annehmen; wir wollen eine Lehre nur annehmen in Freiheit.

Das ist das Aufbäumen des auf sich selbst bauenden Geisteslichtes, das dann auch in der Faust-Sage in so schöner Weise zum Ausdruck gebracht wurde. Wir haben diesen Gegensatz auch in späteren Sagen im Mittelalter einander gegenübergestellt. Auf der einen Seite die Faust-Sage, auf der anderen Seite die Luther-Sage.

Luther ist der Fortsetzer des autoritativen Prinzips, Faust dagegen ist der, der sich aufbäumt, der sich auf das innere Geisteslicht stützt. Wir haben die Luther-Sage: er wirft dem Teufel das Tintenfaß an den Kopf. Was sich ihm als Böses vorstellt, wird beiseitegestellt. Und auf der anderen Seite haben wir das Bündnis des Faust mit dem Bösen. Es wird von dem Lichtreich der Funke nach dem Reich der Finsternis gesandt, um eindringend in die Finsternis, die Finsternis durch sich selbst zu erlösen, durch Milde das Böse zu überwinden.

Wie müssen wir uns das Zusammenwirken des Guten und des Bösen vorstellen? Wir müssen es uns aus dem Zusammenklingen von Leben und Form erklären. Wodurch wird das Leben zur Form ? Dadurch, daß es einen Widerstand findet; daß es sich nicht auf einmal in einer Gestalt zum Ausdruck bringt.

Beachten Sie einmal, wie das Leben in einer Pflanze, sagen wir der Lilie, von Form zu Form eilt. Das Leben der Lilie hat eine Lilienform aufgebaut, ausgestaltet. Wenn diese Form ausgestaltet ist, überwindet das Leben die Form, geht in den Keim über, um später als dasselbe Leben in einer neuen Form wiedergeboren zu werden. Und so schreitet das Leben von Form zu Form. Das Leben selbst ist gestaltlos und würde sich nicht in sich selbst wahrnehmbar ausleben können. Das Leben der Lilie zum Beispiel ist in der ersten Lilie, schreitet weiter zur zweiten, dritten, vierten, fünften.

Überall ist dasselbe Leben, das in einer begrenzten Form erscheint, webend ausgebreitet. Daß es in begrenzter Form erscheint, das ist eine Hemmung dieses allgemein flutenden Lebens. Es würde keine Form geben, wenn das Leben nicht gehemmt, wenn es nicht aufgehalten würde in seiner nach allen Seiten hin strömenden Kraft. Gerade von dem, was zurückgeblieben ist, was ihm auf höherer Stufe stehend wie eine Fessel erscheint, gerade aus dem erwächst im großen Kosmos die Form. Immer wird das, was das Leben ist, als Form von dem umfaßt, was als Leben in einer früheren Zeit vorhanden war. Beispiel: die katholische Kirche. Das Leben, das in der katholischen Kirche lebt von Augustinus bis ins 15. Jahrhundert, ist christliches Leben. Das Leben darinnen ist Christentum. Immer wieder kommt dieses pulsierende Leben heraus (Mystiker).

Die Form, woher ist die Form? Die ist nichts anderes als das Leben des alten römischen Reiches. Das, was in diesem alten römischen Reich noch Leben war, ist erstarrt zur Form. Was da zuerst Republik, dann Kaiserreich war, was da gelebt hat in seinen äußeren Erscheinungen als römischer Staat, das hat sein zur Form erstarrtes Leben abgegeben an das spätere Christentum bis hin zur Hauptstadt, so wie eben früher Rom die Hauptstadt des römischen Weltreiches war. Sogar die römischen Provinzialbeamten sind durch die Presbyter und Bischöfe fortgesetzt worden.

Was früher Leben war, wird später Form für eine höhere Stufe des Lebens. Ist es nicht mit dem Menschen geradeso? Was ist das Menschenleben? Die manasische Befruchtung ist heute des Menschen inneres Leben. Die Form ist das, was samenartig herübergekommen ist aus der vorherigen Menschheitsepoche.

Immer ist das Leben einer vorhergehenden Epoche die Form einer späteren Epoche. In dem Zusammenklingen von Form und Leben ist zugleich das andere Problem gegeben: das des Guten und Bösen; dadurch, daß das Gute einer früheren Zeit vereint ist mit dem Guten einer neuen Zeit.

Und das ist im Grunde genommen nichts anderes als eben das Zusammenklingen des Fortschreitens mit seiner eigenen Hemmung. Das ist zugleich die Möglichkeit des materiellen Erscheinens, die Möglichkeit, zum offenbaren Dasein zu kommen. Das ist unser Menschendasein innerhalb der mineralisch-festen Erde: Innenleben und das zurückgebliebene Leben der früheren Zeit zur hemmenden Form verhärtet. Das ist auch die Lehre des Manichäismus über das Böse.

Wenn wir uns von diesem Gesichtspunkt aus weiter fragen: Was will nun der Mani und was bedeutet sein Ausspruch, der Paraklet, der Geist zu sein, der Sohn der Witwe? Nichts anderes bedeutet das, als daß er vorbereiten will diejenige Zeit, in welcher in der sechsten Menschheitsepoche die Menschheit durch sich selbst, durch das eigene Seelenlicht geführt werden wird und überwinden wird die äußeren Formen, sie umwandeln wird zu Geist.

Eine über das Rosenkreuzertum hinübergreifende Strömung des Geistes will Mani schaffen, eine Strömung, die weitergeht als die Strömung der Rosenkreuzer.

Das innere christliche Leben als solches überwindet jegliche Form, es pflanzt sich durch das äußere Christentum fort und lebt in allen Formen der verschiedenen Bekenntnisse. Wer christliches Leben sucht, wird es immer finden. Es schafft Formen und zerbricht Formen in den verschiedenen Religionssystemen. Nicht darauf kommt es an, die Gleichheit überall zu suchen in den äußeren Ausdrucksformen, sondern den inneren Lebensstrom zu empfinden, der überall unter der Oberfläche da ist.

Was aber noch geschaffen werden muß, das ist eine Form für das Leben der sechsten Menschheitsepoche. Die muß früher geschaffen werden, denn sie muß da sein, damit sich das christliche Leben hineingießen kann. Diese Form muß vorbereitet werden durch Menschen, die eine solche Organisation, eine solche Form schaffen werden, damit das wahre christliche Leben der sechsten Menschheitsepoche darin Platz greifen kann. Und diese äußere Gesellschaftsform muß entspringen aus der Mani-Intention, aus dem Häuflein, das der Mani vorbereitet. Das muß die äußere Organisationsform sein, die Gemeinde, in der zuerst der christliche Funke wird so recht Platz greifen können.

Daraus werden Sie entnehmen können, daß dieser Manichäismus zunächst bestrebt sein wird, vor allen Dingen das äußere Leben rein zu gestalten; denn es soll Menschen herbeiführen, die ein geeignetes Gefäß in der Zukunft abgeben werden. Daher wurde auf unbedingte reine Gesinnung und auf Reinheit ein so großes Gewicht gelegt.

Die Katharer waren eine Sekte, die wie meteorartig auftrat im 12. Jahrhundert. Sie nannten sich so, weil Katharer die «Reinen» heißt. Es waren Menschen, die hinsichtlich ihrer Lebensweise und ihres moralischen Verhaltens rein sein sollten. Sie mußten die Katharsis innerlich und äußerlich suchen, um eine reine Gemeinde zu bilden, die ein reines Gefäß sein soll. Das ist es, was der Manichäismus anstrebt.

Weniger handelt es sich um die Pflege des innerlichen Lebens - das Leben wird auch in anderer Weise fortfließen -, sondern mehr um die Pflege der äußeren Lebensform.

Nun werfen wir einen Blick auf das, was sein wird in der sechsten Menschheitsepoche. Da werden das Gute und das Böse einen weitaus anderen Gegensatz noch bilden als heute. Was in der fünften Runde für die ganze Menschheit eintreten wird, daß die äußere Physiognomie, die sich jeder schafft, ein unmittelbarer Ausdruck dessen sein wird, was Karma bis dahin aus dem Menschen geschaffen hat, das wird, wie ein Vorklang zu diesem Zustand, in der sechsten Menschheitsepoche innerhalb des Geistigen eintreten.

Bei denjenigen, bei denen das Karma einen Überschuss an Bösem ergibt, wird innerhalb des Geistigen das Böse ganz besonders hervortreten. Auf der einen Seite werden dann Menschen da sein von einer gewaltigen inneren Güte, von Genialität an Liebe und Güte; aber auf der anderen Seite wird auch das Gegenteil da sein. Das Böse wird als Gesinnung ohne Deckmantel bei einer großen Anzahl von Menschen vorhanden sein, nicht mehr bemäntelt, nicht mehr verborgen.

Die Bösen werden sich des Bösen rühmen als etwas besonders Wertvollem. Es dämmert schon bei manchen genialen Menschen etwas auf von einer gewissen Wollust an diesem Bösen, diesem Dämonischen der sechsten Menschheitsepoche. Nietzsches «blonde Bestie» ist zum Beispiel so ein Vorspuk davon. Dieses rein Böse muß herausgeworfen werden aus dem Strom der Weltentwickelung wie eine Schlacke. Es wird herausgestoßen werden in die achte Sphäre.

Wir stehen heute unmittelbar vor einer Zeit, wo eine bewußte Auseinandersetzung mit dem Bösen durch die Guten stattfinden wird. Die sechste Menschheitsepoche wird die Aufgabe haben, das Böse durch Milde so weit als möglich wieder einzubeziehen in den fortlaufenden Strom der Entwickelung. Es wird dann eine Geistesströmung entstanden sein, welche dem Bösen nicht widerstrebt, trotzdem es in seiner dämonischsten Gestalt in der Welt auftreten wird.

Verfestigt wird sich haben in denen, die die Nachfolger der Söhne der Witwe sein werden, das Bewußtsein, daß das Böse wieder einbezogen werden muß in die Entwickelung, daß es aber nicht durch Kampf, sondern nur durch Milde zu überwinden ist.

Dieses kräftig vorzubereiten, das ist die Aufgabe der manichäischen Geistesströmung. Sie wird nicht absterben, diese Geistesströmung, sie wird in mannigfaltigen Formen auftreten. Sie tritt in Gestalten auf, die sich manche denken können, die aber heute nicht ausgesprochen zu werden brauchen.

Würde sie sich lediglich auf die Pflege der inneren Gesinnung beziehen, so würde diese Strömung nicht das erreichen, was sie soll. Sie muß sich ausdrücken in der Begründung von Gemeinden, die vor allen Dingen den Frieden, die Liebe, das Nichtwiderstreben dem Bösen [durch Kampf] als das Maßgebende ansehen und zu verbreiten suchen. Denn sie müssen ein Gefäß, eine Form schaffen für das Leben, das sich auch ohne sie fortpflanzt.

Nun werden Sie begreifen, warum Augustinus, der bedeutendste Geist der katholischen Kirche, der in seinem «Gottesstaat» geradezu die Form der Kirche ausbildete, die Form für die Gegenwart geschaffen hat, warum er notwendigerweise der heftigste Gegner der Form sein mußte, die die Zukunft vorbereitet.

Da stehen sich zwei Pole gegenüber: Faustus und Augustinus. Augustinus, der auf die Kirche baut, auf die gegenwärtige Form; Faustus, der aus dem Menschen heraus den Sinn für die Form der Zukunft vorbereiten will. Das ist der Gegensatz, der sich entwickelt im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus. Er bleibt vorhanden und findet seinen Ausdruck in dem Kampf der katholischen Kirche gegen die Tempelritter, Rosenkreuzer, Albigenser, Katharer und so weiter. Sie alle werden ausgerottet vom äußeren phyischen Plan, aber ihr Innenleben wirkt weiter.

Später kommt der Gegensatz in abgeschwächter, aber immer noch heftiger Form wieder zum Ausdruck in zwei Strömungen, herausgeboren aus einer abendländischen Kultur selbst, als Jesuitismus (Augustinismus) und Freimaurerei (Manichäismus).

Die auf der einen Seite den Kampf führen, sind sich dessen alle bewußt, die Katholiken und Jesuiten der höheren Grade; die aber auf der anderen Seite, die im Geiste des Mani den Kampf führen, bei denen sind sich die wenigsten dessen bewußt, nur die Spitze der Bewegung ist sich dessen bewußt.

So stehen sich in den späteren Jahrhunderten gegenüber Jesuitismus (Augustinismus) und Freimaurerei (Manichäismus). Das sind die Kinder der alten Geistesströmungen. Daher haben Sie sowohl im Jesuitismus wie im Freimaurertum eine Fortsetzung derselben Zeremonien bei den Einweihungen wie in den alten Strömungen. Die Einweihung der Kirche im Jesuitismus hat die vier Grade: coadjutores temporales, scholares, coadjutores spirituales, professi. Die Grade der Einweihung in der eigentlichen okkulten Freimaurerei sind ähnlich. Sie laufen einander parallel, verfolgen aber ganz verschiedene Richtungen.

aus
Rudolf Steiner
DER MANICHÄISMUS
Berlin, 11. November 1904
(gekürzt)

http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA093.pdf

Von der dritten in die vierte Kommunikationsdimension

Dies ist ein hilfreicher Vergleich konkreter Aspekte in der Auseinandersetzung des Übergangs zwischen 3. und 4. Dimension:

In der dritten Dimension wurden Diaabende veranstaltet und Urlaubsbilder gezeigt, als Status für das eigene Leben. Bilder sind sehr bedeutungsvoll, eher schwer. In der vierten Dimension sind Bilder spontan da, und auch gleich wieder weg. Sie drücken momentane Gefühle aus und verlieren sehr schnell an Bedeutung. Bilder verlieren ihre Schwere.

In der dritten Dimension bedeutet Besitz Lebensqualität. In der vierten Dimension ist Lebensqualität gute Beziehungen zu haben, eine gute Kommunikation zu den Menschen zu pflegen, sich seiner Begabungen bewusst zu sein und diese einsetzen zu können.

In der dritten Dimension ging es darum, recht zu haben. In der vierten Dimension geht es um Austausch, Lernen voneinander, Bereicherung aneinander.

In der dritten Dimension sind Lehrer auf Basis ihrer Funktion Autoritätspersonen. (Lehrerzentriert) In der vierten Dimension hat der Status keine Bedeutung. Die Beziehungsebene steht im Zentrum der Kommunikation. Menschen sind an den Persönlichkeiten der anderen interessiert. (Schülerzentriert)

In der dritten Dimension wurde nach Gemeinsamkeiten gesucht. Auch dafür gekämpft. In der vierten Dimension gibt es Akzeptanz für Verschiedenheit. Gemeinschaften sind Einrichtungen, die dafür sorgen sollen, dass alle sich darin wohl fühlen. Neuzugänge werden einfach aufgenommen. Wenn der Neuzugang allerdings eine Rolle spielt

In der dritten Dimension wurde Geld gespart, um nach der Arbeit im Alter das spätere Paradies erleben zu können. In der vierten Dimension gibt es Geld, um Möglichkeiten zu schaffen, die Erfahrungen bieten, beruflich oder sonstwie. Wer kein Geld hat, arbeitet. Wer Geld hat, gibt es aus. Auch werden Möglichkeiten organisiert, Dinge zu nutzen und Erfahrungen zu sammeln, die auf Basis von Tauschhandel basieren; bspws. das Haus eines Eigentümers an Frankreichs Mittelmeerküste hüten.

In der dritten Dimension wähle ich das Bild meines Lebens, behalte es und arbeite lange daran. In der vierten Dimension suche ich nach meinen individuellen Begabungen und meine Nische, oder baue mir meine Nische.

In der dritten Dimension gibt es Identität durch Nationalbewusstsein, durch Kultur, die meine Wurzel ist. In der vierten Dimension bin ich tendenziell wurzellos und Weltbürger.

In der dritten Dimension gab es tiefgeerdetes Handwerker Know-how. In der vierten Dimension sind die Handwerkerströme sehr mangelhaft.

In der dritten Dimension galt das Ideal, alleine zurechtzukommen. In der vierten Dimension machen wir es gemeinsam: zusammen sind wir ein Team mit verschiedenen Talenten und Stärken, die alle benötigt werden.

In der dritten Dimension galt viel Wissen als wertvoll. In der vierten Dimension gilt Kompetenz zu haben, das passende Wissen zu bekommen als wertvoll.

In der dritten Dimension galt es in der Wissenschaft, den Menschen möglichst raus zu halten. In der vierten Dimension wissen wir, dass der Mensch immer einen Einfluss auf das Messergebnis hat. Dadurch verändern sich die Versuchsaufbauten. Man will wissen, wie welcher Mensch welchen Prozess beeinflusst.

In der dritten Dimension meinte Gerechtigkeit, wenn alle das gleich haben. In der vierten Dimension meint Gerechtigkeit, wenn alle das passende haben, um so zu leben, dass sie sich ihren Begabungen entsprechend in die Gesellschaft einbringen können.

In der dritten Dimension machte man gerne Pläne, vor allem Zeitpläne. In der vierten Dimension tanzt man mit den Gelegenheiten und den Fügungen, die sich ergeben, und folgt den inneren Kräften mehr als den äußeren.

In der dritten Dimension zählte das Allgemeine als Maßstab. In der vierten Dimension zählt immer das Momentane.

In der dritten Dimension laß man vor Inbetriebnahme eines Gerätes die Gebrauchsanleitung. In der vierten Dimension nehmen die Menschen das Gerät in die Hand und lernen es kennen, indem sie es bedienen oder reparieren.

In der dritten Dimension hat man das Leben als eine Linie vor sich. In der vierten Dimension hat man das Leben als einen Bogen um sich.

Sechs Kommunikationsdimensionen

In der Evolution den menschlichen Bewusstseins gibt es immer wieder sprunghafte Veränderungen, die sich in wenigen Jahrzehnten vollziehen. Diese Veränderungen sorgen für Schwierigkeiten, weil Menschen der dominierenden Stufe ihre Weltsicht durch das Neue bedroht sehen. Die neuen wiederum sehen ihr Neues durch das Alte bedroht. Beide Seiten verstehen sich dabei als das "Normale" und haben meist kein Verständnis für die andere Perspektive.

Iris Johannsen ist Autistin mit klassischer Inselbegabung. Diese nutzte sie, um die menschliche Kommunikation zu erforschen. Aus ihren Ergebnissen und Beobachtungen ergab sich ein Konzept mit sechs Kommunikationsdimensionen. Wir befinden uns seit 1990 im Übergang von der dritten in die vierte Kommunikationsdimension, wobei unsere ganze Gesellschaft mit dem Denken der Dritten Dimension aufgebaut ist und auch mit diesem funktionsfähig gehalten wird.

1. Kommunikationsdimension

Die erste Kommunikationsdimension findet statt in der Begegnung zwischen Menschen, im Zusammensein. In Schweden gab es diese Kommunikationsdimension bis ca. 1850. Die Menschen lebten lokal an einem Platz und konnten die anderen Menschen, die sie kannten, alle an einem Tag zu Fuß treffen. Die Menschen lebten in ihrem eigenen Tempo und sind von morgens, wenn sie aufstanden, bis abends, wenn sie zu Bett gingen, ihren Tätigkeiten nachgegangen. Ungefähr 90% der Zeit des Tages brauchte man für das Notwendige. Es gab keine moderne Freizeit. Zum Lernen sind die Kinder einfach dem Rhythmus der Eltern gefolgt. Sie waren darinnen, in allem, was die Erwachsenen machten. Sie lernten alles durch das Dabei-Sein.

2. Kommunikationsdimension

Es ging langsam hinüber in die zweite Kommunikations-Dimension. Die erste blieb weiter bestehen. Von Staatsseite wollte man, dass alle Kinder in die Schule gehen, damit alle das Gleiche lernen. Aber viele Eltern wollten nicht, dass ihre Kinder in die Schule gingen, weil sie da so viele Flausen in den Kopf bekamen und anfingen, anders zu denken. 1842 wurde in Schweden die Schulpflicht eingeführt, um die Eltern dazu zu zwingen ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Die Buchdruckkunst machte möglich, dass man täglich Reichsnachrichten bekommen konnte und ein paarmal in der Woche auch Lokalnachrichten. Die Nachrichten, das Wetter und Bücher. Klassische Musik wurde eingespielt und ausgestrahlt. Das war unglaublich faszinierend. Doch das „neumodische“ Wissen wurde nicht direkt in das alltägliche Leben integriert, es blieb noch außerhalb. Man fand es erst einmal interessant zu hören, was es weiter weg von zuhause alles gab. Aber zunächst beeinflusste es die erste Dimension sehr wenig. Man war vertraut mit dem Leben in der ersten Dimension. Das, was jetzt von außen an Information dazu kam, dafür musste man erst mal ein Verständnis entwickeln. Das dauerte ein paar Generationen.

3. Kommunikationsdimension

Behalten wir im Auge, dass die anderen Dimensionen bleiben und die neue dazu kommt. In der ersten Dimension sind wir zuhause in unserem kleinen Dorf, in der zweiten Dimension werden wir uns bewusst, dass wir in einem Land leben und in der dritten Kommunikations-Dimension werden wir Weltenbürger.
Was technologisch dazu kommt, ist das Fernsehen. Damit können wir Bilder aus der ganzen Welt in unserem Wohnzimmer sehen. So bekamen wir Einblick in verschiedene geographische Gegenden, die wilde Natur, die verschiedenen Städten und so weiter. Dazu kam die Möglichkeit, viel weiter zu reisen; zunächst innerhalb der Landesgrenzen, später auch in andere Weltteile. Die Zollstationen verschwanden und es gab viel mehr Verkehrsmittel mit denen man sich viel weiter weg bewegen konnte: Auto, Schiff, Flugzeug. Das hat unser Denken und unsere Linguistik sehr verändert, besonders im Verhältnis zu der ersten und zweiten Dimension. Wir konnten uns auch immer mehr Luxus, Zeit und Bequemlichkeit kaufen. Dadurch geschah etwas Merkwürdiges mit den Menschen: Wenn wir 90% des Tages dazu verwenden, die Notwendigkeiten zu verrichten, dann sind wir nicht gleichzeitig mit allen möglichen Gedanken, Abwertungen, Beurteilungen, Bestrafungen beschäftig. Wir haben fast keine psychischen Probleme.

Aber wenn wir nur noch zwei oder drei Stunden für das Notwendige aufwenden müssen, haben wir eine Menge Zeit, um anderes zu tun. In dieser Zeit schaffen wir uns Bequemlichkeiten. Doch für diese Bequemlichkeiten müssen wir Geld ausgeben, und dieses müssen wir durch Arbeit beschaffen. Damit passen wir uns auf die eine oder andere Weise an, und wir fühlen uns mit der Zeit ausgenutzt und unzufrieden. Wir haben den Eindruck, dass wir nicht den Lohn für unsere Mühe bekommen. Wir haben eine unendliche Menge von Zeit, die wir Freizeit nennen, in der wir machen und entscheiden können, was wir wollen, verbringen Sie jedoch entweder mit Arbeit, um Geld zu verdienen, um die Bequemlichkeit zu finanzieren, oder machen sinnfreie Freizeitaktivitäten, die uns auf Dauer nicht erfüllen, wodurch dies alles immer höher, schneller, weiter und vor allem immer mehr werden muss. Weil wir glaubten, mit mehr äußeren Dingen mehr Geborgenheit zu schaffen, haben wir immer mehr Dinge angeschafft. Wir nannten das „Glück“.

Darin verstecken sich eine Menge Gedankenfehler. Doch leider sind sie so allgemein, dass fast alle Menschen sie denken. Deswegen werden sie Majoritätsmissverständnisse genannt.

Wir schaffen uns in diesem Hamsterrad immer mehr Dinge an, Häuser, Autos, Boote, Sommerhäuser. Wir werden sehr gute Konsumenten. Was dabei geschieht, ist, dass wir uns mehr und mehr um Dinge kümmern müssen, an Dinge denken müssen, Dinge pflegen müssen. Wir merken, dass uns das begrenzt.

Gleichzeitig bekommen wir durch die Nachrichten das ganze Elend der Welt herein. Auch das beeinträchtigt uns, es reißt uns aus unsere inneren Zufriedenheit heraus.

Bei dem Übergang von der 1. zur 2. Dimension ging in der Zeit, wo die Bevölkerung sich so explosionsartig vermehrte viel mehr darum, alle Menschen ernähren zu können. Das hatte auf die alte Art nicht geklappt. Als es so weit war, dass alle etwas zu essen hatten, und ein Dach über dem Kopf hatten, hätte man mit der neuen Art aufhören können, das Wachstum beenden und und zu einer Gebrauchsökonomie zurückkommen können.

Aber wenn wir neue Dimensionen entwickeln, um die Welt zu verstehen, werden wir entweder davon verzaubert und schmeißen uns da hinein, oder wir bekommen eine Riesenangst und grenzen es aus. In beiden Fälle werden wir offen für Manipulation. Und so kam immer jemand, der sieht, dass Menschen in der Lage sind manipuliert werden zu können, und erliegt der Versuchung seinen eigenen Nutzen daraus zu ziehen. Das ist auch eine Form von psychologischem Spielen. Es geht immer von einzelnen Menschen aus. Grundsätzlich gibt es also immer die Möglichkeit, Geld aus etwas zu schlagen: Jemand will den anderen ausnutzen, der andere lässt sich ausnutzen und entscheidet nicht frei für sich selbst.
Es gibt da noch einen anderen Gedanken, mit dem wir uns angeschmiert haben: „Wissen ist nie schwer zu tragen!“. Da liegen wir aber falsch. Wissen, das man benutzt, ist nicht schwer zu tragen. Aber alles Wissen, das wir nicht anwenden, pocht die ganze Zeit, und will benutzt werden. Das ist sehr schwer zu tragen.

4. Kommunikationsdimension

Es ist wichtig, immer zu wissen, dass die vorhergehenden Dimensionen immer bleiben. Es kommt nur etwas Neues hinzu kommt, was das Denken sehr verändert. Das was jetzt, seit ungefähr 1990, mit der vierten Dimension hinzukommt, ist wirkliche Kommunikation. Man wird viel mehr global, es verschwinden die Grenzen. Die eigene Kultur und die anderen Kulturen werden auf eine völlig andere Weise aufgefasst. Weil das so unterschiedlich zur Dritten Dimension ist, entsteht oft eine Wand zwischen dem Denken in der dritten und dem Denken in der vierten Dimension.

In der vierten Dimension versteht man viel mehr als vorher, dass der Reichtum in uns drinnen sitzt. Reichtum hat damit zu tun, wie wir denken, mit dem, was wir tun und können, hat was mit dem zu tun, was wir innerlich tragen, egal wohin wir reisen. Diesen Reichtum kann uns niemand nehmen. Diejenigen, die in der vierten Dimension geboren sind, sind nicht so schnell geneigt zu glauben, dass Reichtum mit dem Wert von Geld zu tun hat. Sie sind vielmehr daran interessiert, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, einen kleinen Teil davon zu verkaufen, so dass sie sich versorgen können, und ansonsten ein qualitätsreiches Leben zu leben. Die Menschen aus der dritten Dimension machen sich darüber große Sorgen, weil es die Zuwachswirtschaft bedroht.

Die Gesellschaft der dritten Dimension ist darauf aufgebaut, dass man sein Brot verdient im Schweiße seines Angesichts und einen Überfluss produziert, der bis zum Ende des eigenen Lebens reicht. Dieses Denken löst sich in der vierten Dimension mehr und mehr auf. Man ist mehr und mehr daran interessiert, sich lokal zu verbinden mit sich und den anderen, um eine Grundlage zu haben, sich hoch und breit hinauszustrecken.

Die Kinder in der Schule sind deshalb so außerordentlich gestresst, weil sie zu etwas gezwungen werden, was überhaupt nicht mit ihnen übereinstimmt. Dennoch versuchen sie hinzubekommen, was von ihnen gefordert wird, wobei natürlich trotzdem die Schulergebnisse bergab gehen. Allerdings gehen nur die Ergebnisse der dritten Dimension zurück. Ihr eigenes Leben untereinander geht nicht zurück. Nur das, was die dritte Dimension von ihnen verlangt.

In der vierten Dimension können wir die großen Veränderungen die mit unserer gesamten Zivilisation vor sich gehen aus einer globalen und gleichzeitig mit einer lokalen Perspektive anschauen. Und vor allem können wir uns frei machen von den Angstsystemen in denen wir festhängen und stattdessen die Phänomene betrachten in denen wir uns befinden.

Was du an den Kindern, die ab den neunziger Jahren geboren sind, sehen kannst, ist, dass sie lokal angeknüpft sind und gleichzeitig in einer globalen Welt leben. Auch wenn sie nicht lokal angebunden sind, so suchen sie doch die ganze Zeit eine lokale Orientierung, um in dieser globalen Orientierung sein zu können, ohne ihr Selbstgefühl zu verlieren. Der Unterschied mit der dritten Dimension ist, dass man sich dort an das Öffentliche anpasst anstelle der lokalen Orientierung. Das macht einen großen Unterschied, weil die Kinder der vierten Dimension nicht daran interessiert sind, sich an ein gesellschaftliches System anzupassen – das macht für sie keinen Sinn. In der Schule, die noch völlig aus den Prinzipien der dritten Dimension heraus organisiert ist, führt das zu einem Bruch mit den Kindern, die sich völlig anders orientieren. Da gibt es noch kaum Verständnisbrücken.

5. Kommunikationsdimension

Nach der vierten kommt in einiger Zukunft die fünfte Dimension hinzu. Sie ist in großen Zügen gesprochen die Synchronisation des Bewusstseins mit den Zeitströmen aus Vergangenheit und Zukunft. Nichts wird mehr zufällig geschehen. Auch jetzt gibt es schon Vorboten dieser Entwicklungsstufe. Einzelne Phänomene gibt es überall.

6. Kommunikationsdimension

In der sechsten Dimension wird die Kommunikation das Sprachfeld transzendieren. Zwei verschiedene Sprachen zu sprechen steht dann dem Verständnis nicht mehr im Weg. Wir lernen "aus der Atmosshäre zu lesen". Wir werden die Worte hören, und gleichzeitig wahrnehmen, was der andere meint, auch die eigentlich dahinter liegenden Fragen, Aussagen oder Absichten.

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