Freiheit in der Zusammenarbeit im Kollegium 
– Arbeit an sich selbst

Grundsatz einer neuen, nicht hierarchischen Struktur ist die Freiheit des Lehrerkollegiums – die republikanisch-demokratische Einrichtung des Lehrerkollegiums. Diese historischen Begriffe weisen auf die Eigenverantwortung (republikanisch) und auf die Gleichberechtigung (demokratisch) hin, denn hier in der Schule arbeiten unabhängige Persönlichkeiten selbstverantwortlich in kollegialer Verbundenheit gleichberechtigt zusammen.

Konferenzen sind freie republikanische Unterredungen. Jeder ist darin ein Souverän. Aber eine produktive Zusammenarbeit von Souveränen in Verantwortungs- und Entscheidungsgremien verlangt Befähigungen, die der einzelne zu erwerben hat.

Dazu gehört das Urteilsvermögen, das in einer Realbeziehung zur geistigen Wirklichkeit der Welt gründet; elementar ist das soziale Vertrauen, das nicht nur das Gewordene, sondern das Werdende im anderen Menschen wahrnimmt; es ist bei sich selbst und beim Anderen auf die Bereitschaft zu bauen, der gemeinsamen Zielsetzung selbstlos zu dienen; nicht zuletzt gilt für das kollegiale Miteinander, dass seine Mitglieder die Grundübungen bewusster Selbstbildung aufnehmen, um selbst sozialfähig zu werden. 

Zusammenarbeit in der Schule ist nicht auf der Ebene der Diskussion, horizontal zu erreichen, sondern nur vertikal, indem sich die Beteiligten zur Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten aufschwingen, was eine im höchsten Sinne moralisch-geistige Aufgabe ist.

Traditionellerweise vollzieht sich Führung häufig so, dass Menschen gegen ihren Willen oder ohne ihr Einverständnis zu etwas verpflichtet werden, entweder von Autoritäten oder durch Regeln. Zeitgemäße Führung hingegen richtet sich an das Bewusstsein der Menschen. Das Ziel soll den Menschen führen, nicht der Chef! Die Führungskraft hat die Aufgabe, eine dialogische Verständigung auf Augenhöhe zu führen, und die Mitarbeitenden haben das Recht auf Selbstverpflichtung. Würde ist das Recht auf Selbstverpflichtung im Sinne der Idee, die eigene Verantwortung zu finden und zu tragen.

Die Grundübungen bewusster Selbstbildung

Gedankenkontrolle
Sie besteht darin, daß man wenigstens für kurze Zeiten des Tages nicht alles mögliche durch die Seele irrlichtern läßt, sondern einmal Ruhe in seinem Gedankenlaufe eintreten läßt. Man denkt an einen bestimmten Begriff, stellt diesen Begriff in den Mittelpunkt seines Gedankenlebens und reiht hierauf selbst alle Gedanken logisch so aneinander, daß sie sich an diesen Begriff anlehnen. Und wenn das auch nur eine Minute geschieht, so ist es schon von großer Bedeutung für den Rhythmus des Leibes und der Lebenskräfte.

Initiative des Handelns
Bedenke, wie wenig eigentlich aus der eigenen Initiative hervorgeht! Die meisten Ursachen des Handelns liegen in Familienverhältnissen, in der Erziehung, im Berufe und so weiter. Man zwinge sich zu wenn auch unbedeutenden, aber aus eigener Initiative entsprungenen Handlungen, zu selbst auferlegten Pflichten. Kurze Zeit ist darauf zu verwenden, Handlungen aus der eigenen Initiative hervorgehen zu lassen. Das brauchen durchaus nicht wichtige Dinge zu sein; ganz unbedeutende Handlungen erfüllen denselben Zweck. Wenn sie regelmäßig stattfinden, zum Beispiel täglich zur selben Uhrzeit ohne dass ein Äußeres einen daran erinnert, erhöht sich die Wirkung.

Gelassenheit
Das dritte, um was es sich handelt,  ist die Gelassenheit. Man den Zustand des Hin- und Herschwankens zwischen «himmelhoch jauchzend» und «zum Tode betrübt» regulieren. Wer das nicht will, weil er glaubt, daß dadurch seine Ursprünglichkeit im Handeln oder sein künstlerisches Empfinden verlorengehe, der kann eben keine weitere Entwicklung durchmachen. Gelassenheit heißt, Herr sein in der höchsten Lust und im tiefsten Schmerz. Es ist sogar so: Man wird für die Freuden und Leiden in der Welt erst dann richtig empfänglich, wenn man sich nicht mehr im Schmerz und in der Lust verliert, wenn man nicht mehr egoistisch darin aufgeht. Die größten Künstler haben gerade durch diese Gelassenheit am meisten erreicht, weil sie sich dadurch die Seele aufgeschlossen haben für subtile und innere wichtige Dinge.

Unbefangenheit
Das vierte ist, was man als Unbefangenheit bezeichnen kann. Das ist die Eigenschaft, die in allen Dingen das Gute sieht. Sie geht überall auf das Positive in den Dingen los. Als Beispiel können wir am besten eine persische Legende anführen, die sich an Jesus Christus knüpft: Der Jesus Christus sah einmal einen krepierten Hund am Wege liegen. Er blieb stehen und betrachtete das Tier, die Umstehenden aber wandten sich voll Abscheu ab ob solchen Anblicks. Da sagte Jesus Christus: Oh, welch wunderschöne Zähne hat das Tier! - Er sah nicht das Schlechte, das Hässliche, sondern fand selbst an diesem eklen Kadaver noch etwas Schönes, die weißen Zähne. Sind wir in dieser Stimmung, dann suchen wir in allen Dingen die positiven Eigenschaften, das Gute, und wir können es überall finden. Wir sind uns des Hässlichen und Schlechten bewusst, leugnen es nicht. Aber wir wenden uns dem Guten und Schönen zu. Das wirkt in ganz mächtiger Weise positiv auf unseren Leib und unsere Lebenskräfte.

Glaube
Das nächste ist der Glaube – aber nicht im konfessionellem Sinne gedacht, sondern in einem anderen Sinne. Man übe sich darin, sich niemals in seinem Urteil durch seine Vergangenheit die Zukunft bestimmen zu lassen. Es geht darum unter Umständen alles außer acht zu lassen, was man bisher erlebt hat, um jedem neuen Erleben mit neuem Glauben gegenüberstehen zu können. Das muß man bewußt durchführen. Wenn einer zum Beispiel kommt und sagt: Der Turm der Kirche steht schief, er hat sich um 45 Grad geneigt – so würde jeder sagen: Das kann nicht sein. – Der Übende muß sich aber noch ein Hintertürchen offen lassen. Ja, er muß so weit gehen, daß er jedes in der Welt Erfolgende, was ihm entgegentritt, glauben kann, sonst verlegt er sich den Weg zu neuen Erfahrungen. Man muß sich frei machen für neue Erfahrungen; dadurch wird der Mensch in eine Stimmung versetzt, die voller Innbrunst Neues hervorbringen kann.

Inneres Gleichgewicht
Aus den vorhergegangenen Übungen folgt als Eigenschaft das innere Gleichgewicht. Sie bildet sich durch die fünf anderen Eigenschaften nach und nach ganz von selbst heraus.

Wenn der Mensch ernsthaft eine Weiterentwicklung anstrebt, die ihn in ein ausgeglicheneres, von innerer Kraft getragenes Leben bringen soll, womit er sozialfähiger werden wird, ist ihm geraten, streng auf diese sechs Eigenschaften bedacht zu sein. Er muß sein eigenes Leben in die Hand nehmen und langsam fortschreiten im Sinne des Wortes: Steter Tropfen höhlt den Stein. Es empfiehlt sich, für jede Übung einen Monat einzurichten, ohne die vorhergegangenen zu vernachlässigen und dann wieder von vorne zu beginnen.

Unsere Kinder –Autismus verstehen

Hiermit schicke ich euch noch etwas von und zu Iris Johansson, Davis und Digitalisierung. Was Iris über die „Vierte Kommunikationsdimension“ sagt, fand ich so spannend, dass ich es in meine „Blog-Sammlung“ gepackt habe, wo noch ganz viel anderes Spannendes und Kurioses zusammengetragen ist. 

https://stirnwelt.blogspot.com/2021/08/von-der-dritten-in-die-vierte.html

 

https://stirnwelt.blogspot.com/2021/08/von-der-dritten-in-die-vierte_20.html

 

Das ist das zentrale Buch von Iris:

 

https://www.amazon.de/Eine-andere-Kindheit-Mein-Autismus/dp/3825177912/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=29QXBSDAXHNN8&keywords=iris+johansson&qid=1667320114&qu=eyJxc2MiOiIyLjEyIiwicXNhIjoiMS4yNSIsInFzcCI6IjAuOTIifQ%3D%3D&sprefix=iris+johanson%2Caps%2C485&sr=8-2

 

Hier wird kurz die Davis Methode vorgestellt und über autistisches Denken gesprochen:

 

https://www.youtube.com/watch?v=s7H3raDWefQ&ab_channel=DavisLernverband


 

Noch zwei Bücher:

 

https://www.amazon.de/fragile-Gleichgewicht-zwischen-Sein-Nichtsein/dp/3957791294/ref=sr_1_1?keywords=pascale+karlin&link_code=qs&qid=1667320610&qu=eyJxc2MiOiIxLjAwIiwicXNhIjoiMS4wMCIsInFzcCI6IjAuOTkifQ%3D%3D&sourceid=Mozilla-search&sr=8-1

 

https://www.amazon.de/Die-unmittelbare-Begegnung-mit-Welt/dp/3957791448/ref=sr_1_2?keywords=pascale+karlin&link_code=qs&qid=1667320610&qu=eyJxc2MiOiIxLjAwIiwicXNhIjoiMS4wMCIsInFzcCI6IjAuOTkifQ%3D%3D&sourceid=Mozilla-search&sr=8-2

Auswirkungen der Digitalisierung

Digitalisierung frisst unser Leben. Und das unserer Kinder.
Hier einige Links für Eltern und Lehrer

https://www.erziehungskunst.de/artikel/digitalisierung/idisorder/

https://www.erziehungskunst.de/artikel/informationskompetenz/informationskompetenz-als-paedagogische-aufgabe/

 https://www.keimefuerdiezukunft.de/post/sprengstoff-im-gehirn

https://medienfasten.org/wp-content/uploads/2019/05/Hensinger_Teuchert_Noodt_Reader_iDisorder_2018-1.pdf

https://diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=1289

https://www.klett-cotta.de/autor/Manfred_Spitzer/92187

https://www.youtube.com/watch?v=MRrPbNLhEuQ&ab_channel=RPPInstitut

https://lernenderzukunft.com/manfred-spitzer/

Welche Störung ist hier aktiv?

 Aktivisten vor den »Sonnenblumen« von Vincent Van Gogh: Im Kern so einleuchtend wie ehrenwert 

"Es ist ein milder Terrorismus, der sich da in Kreisen von »Just Stop Oil« oder »Letzte Generation« etabliert hat. Milde, weil bei den bisherigen Attacken auf Kunstwerke keine gravierenden Schäden entstanden sind. Terror, weil Vandalismus immer erschreckt – oder mindestens aufschreckt.

Das ist der Sinn der symbolischen Sache, und das Anliegen im Kern auch so einleuchtend wie ehrenwert. Deshalb blockieren Aktivistinnen die Magistralen der Metropolen für den Verkehr, und deshalb nehmen sie die Kunst in den Museen ins Visier. Offensichtlich gehören sie einer Generation an, die sich für ihr Engagement eher »soft targets« sucht. Also nicht den Mineralölkonzern. Sondern das Ölgemälde.

Aus »Macht kaputt, was euch kaputt macht!« ist »Besudelt, was anderen Menschen viel bedeutet!« geworden. Ist das ein Fortschritt?"

[...]

Mit solchen Aktionen gewinnt man keine Sympathien

"Erstens muss für die Klimakrise keine Aufmerksamkeit mehr erregt werden. Wer nicht weiß, was uns bei ungebremstem Weiterwirtschaften auf fossiler Basis blüht, der will es nicht wissen – und den kümmert erst recht nicht Unversehrtheit eines Gemäldes.

Zweitens wird die kulturelle Vergangenheit menschlichen Schaffens nicht deshalb zu einem legitimen Ziel für Tomatensuppe, weil die ökologischen Folgen menschlichen Schaffens die Zukunft gefährden. Nach dieser Logik könnte man, um endlich ein Handeln der »Verantwortlichen« zu erzwingen, ebenso gut mit der Hinrichtung eines niedlichen Kätzchens drohen.

Drittens gewinnt man mit solchen Attacken womöglich Aufmerksamkeit, aber keine Sympathien oder gar Alliierte. Im Gegenteil. Mag sein, dass darin eine existenzielle Dringlichkeit zum Ausdruck kommt. Die schadet aber, wie der Wutausbruch einer Pubertierenden, der guten Sache selbst."

[...]

https://www.spiegel.de/kultur/van-gogh-gemaelde-mit-tomatensuppe-beworfen-dieser-milde-terror-geht-ins-leere-kommentar-a-c4b38cf6-c483-48cc-a94b-6c4c5ae01915

Natur & Menschen in der Schweiz – von Rilke

An Gertrud Ouckama Knoop

Soglio (Bergell, Graubünden), Schweiz,
am 12. September 1919


Meine sehr liebe gnädigste Frau,
der Impuls, Ihnen von auswärts ein paar Worte zu schicken, ist wohl von allem Anfang mit mir herausgereist. Es beschämt mich nur, daß ich ihm so spät nachgebe. Ich rechne: wirklich, gestern waren es drei Monate, daß ich die Grenze überschritten habe, drei Monate, das heißt, der ganze Sommer liegt zwischen damals und heute - wie, wo mag er Ihnen, Lilinka und Wera vergangen sein ? Ich hoffe, Sie waren nicht immerzu in München, - aber ich weiß auch nicht recht, wo gewesen zu sein ich Ihnen wünschen sollte. Meine Erinnerung hat immer Neumond auf München zu; sie scheint viel mehr in andere Vergangenheiten hinein, als in diese jüngste, die so vernutzt hinter mir zurückgeblieben ist, daß ich meine, mich von ihr abkehren zu dürfen. Und auf was zu? Ja, das ist eine unabsehliche Frage. 

Stellen Sie sich vor, das "Draußen"-Sein war erst beinah anstrengend. Man konnte es doch nicht mehr so recht, man verbrachte halbe Tage damit (oder wars nur ich?), vor den Parfümerien die Namen Houbigant, Roger und Gallet und Pinaud zu lesen; ja, einen kleinen Augenblick hieß die Freiheit so, - wer hätte das für möglich gehalten? Die Konditoreien machten mir lange nicht so viel Eindruck, ich habe noch bis heute keine Schokolade gekauft, aber Seifen taten mirs an, ich war richtig wehrlos gegen ein solches reinlich überfülltes Schaufenster der Züricher Bahnhofstraße. 

Über solche Umwege, mögen sie auch noch so lächerlich sein, gelangte ich langsam zu dem Übrigen: zu den französischen Buchhandlungen und Kunstsalons, zu dem Treiben der Straßen und Betriebe, ja, mit einiger Überwindung, sogar zu der Natur. Schade, daß sie mir in der Schweiz nur in Übertreibungen vorzukommen scheint; was für Ansprüche machen diese Seen und Berge, wie ist immer etwas zu viel an ihnen, die einfachen Augenblicke hat man ihnen abgewöhnt. Die Bewunderung unserer Groß- und Urgroßeltern scheint an diesen Gegenden mitgearbeitet zu haben; die kamen da aus ihren Ländern hergereist, wo es sozusagen "nichts" gab, und hier gab es dann "Alles", in Pracht-Ausgaben. 

 Lieber Himmel: eine Salon-Tisch-Natur, eine Natur mit Auf und Ab, voller Überfluß, voller Verdoppelung, voll unterstrichener Gegenstände. Ein Berg? bewahre, ein Dutzend auf jeder Seite, einer hinter dem anderen; ein See: gewiß, aber dann auch gleich ein feiner See, bester Qualität, mit Spiegelbildern reinsten Wassers, mit einer Galerie von Spiegelbildern, und der liebe Gott,als Kustos, eines nach dem anderen erklärend; wenn er nicht gerade als Regisseur beschäftigt ist, die Scheinwerfer des Abendrots nach den Bergen zu richten, von wo den ganzen Tag der Schnee in den Sommer hineinhängt, damit man doch so recht alle "Schönheiten" beisammen habe. Denn der Winter hat doch die seine, und so ists das Vollkommenste, ihn nicht zu entbehren, während man mitten in den gewärmten Genüssen des Gegenteils sich geborgen fühlt ... 

Ich kann mir nicht helfen, ich erreiche diese assortierte Natur am bequemsten mit meiner Ironie, ja und ich erinnere mich der schönen Zeiten, wo ich, hier durchreisend, die Vorhänge des Coupés zuzog, worauf die übrigen Reisenden in den Gängen meinen Anteil Aussicht gierig mitverzehrten, ich bin sicher, es ist nichts übrig geblieben. 

Nun sagen Sie: was ist dieser Mensch nun undankbar geworden nach allen Seiten, ausgelassen undankbar? Er ist es gegen München, das ihm doch immerhin in so unüberwindlichen Zeiten eine nicht unfreundliche Zuflucht gewesen ist, und nun ist ers gar nochh gegen seine neue beneidenswerte Freiheit, die er verhöhnt, statt sich bescheiden an ihr zu erholen. Nein, so arg steht es wirjlich nicht mit mir: ich glaube sogar, die Schweiz fängt an, mir begreiflich zu werden, in ihrer eigentümlichen Durchdringung ung angestammten Einheit. Das verdanke ich Bern, wo mir die gastlichsten Wochen bereitet gewesen sind, und von wo aus diese Länder, die die Natur aus Grenzen und Hindernissen gebildet hat, in einer merkwürdigen Klarheit und Durchsichtigkeit erkennbar werden. Ihre Geschichte ist voll Naturkraft, die Menschen, wo sie hier als Masse zusammentraten, hatten etwas von der Konsistenz und Härte des Gebirgs und ihr hervorstürzender Wille ist in den entscheidendsten Momenten eine Fortsetzung jener Unwiderstehlichkeit gewesen, mit der die Wildbäche in den Talschaften ankommen. 

Und zu welchem genauen und geformten Selbstbewußtsein hat sich in den ausdrucksvollen Städten diese erfahrene und erwiesene Kraft ausgebildet: wie steht Bern einstimmig da, jedes Haus über seinen gekretschten Steinlauben, die auch noch den Verkehr in ihren Schutz einbeziehen, so daß draußen nur die Märkte bleiben und die wunderbar bildlichen Brunnen, die sogar das Wasser bürgerlich machen! Gerne entschließt man sich dazu, den schweizer Menschen als einen Teil dieser Verbürgtheit sich klar zu machen: man versteht dann am ehesten seinen Umriß und seine Struktur, die in ihrer Anlage tatsächlich aus der gleichmäßigsten Masse geknetet und aus dem Ganzen geschnitten scheinen: so daß in jedem das Volk gegenwärtig ist (was man bei uns so entbehrt, wo mans beständig mit dem Stumpfen oder gar Amorphen zu tun hat, oder aber dem Einzelnen als einer Ausnahme gegenübersteht). Seltsam übrigens: die Psychoanalyse nimmt hier (wenigstens in Zürich) die eindringlichsten Formen an: fast alle diese ohnehin sauberen und eckigen jungen Leute werden analysiert -; nun denken Sie sich das aus: so ein sterilisierter Schweizer, in den alle Winkel ausgekehrt und gescheuert sind -, was für ein Innenleben kann in seinem Gemüt stattfinden, das wie ein Operarions-Zimmer keimfrei und schattenlos beleuchtet ist!...

Seit sechs Wochen bin ich hier; nur, wie langsam! um wirklich zur Besinnung zu kommen, müßten mir Aufenthalt und Jahreszeit unabsehlich zugesprochen sein! Und zum Schuß frag ich doch: München? Was verspricht es? Wie wird der Winter werden? (der doch wohl auch der meine wird werden müssen). Die herzlichsten Grüße für Lilinka und Wera, und herzliche und treu ergebene an Sie.

Rilke

Alber Schweitzer – Die besondere Tat

Als ein Mann der individuellen Tat bin ich seither von vielen Menschen, die sie ebenfalls wagen wollten, um Meinung und Rat angegangen worden. Nur in verhältnismäßig wenigen Fällen habe ich die Verantwortung, sie ohne weiteres dazu zu ermutigen, auf mich genommen. Oft muss ich feststellen, dass das Bedürfnis, "etwas Besonders zu tun", einem unsteten Geiste entsprang. Die Betreffenden wollten sich größeren Aufgaben widmen, weil diejenigen, vor die sie sich gestellt sahen, ihnen nicht genügten. Oft zeigte sich auch, dass sie in ihrem Entschluss durch ganz nebensächliche Erwägungen bestimmt waren. Nur derjenige, der jeder Tätigkeit einen Wert abgewinnen kann und der sich jeder mit vollem Pflichtbewusstsein hingibt, hat das innerliche Recht dazu, sich ein außerordentliches Tun statt des ihm natürlich zufallenden zum Ziel zu setzten. Nur derjenige, der sin Vorhaben als etwas Selbstverständliches, nicht als etwas Außergewöhnliches empfindet und der kein Heldentum, sondern nur in nüchternem Enthusiasmus übernommene Pflicht kennt, besitzt die Fähigkeit, ein geistiger Abenteurer zu sein, wie sie die Welt nötig hat. Es gibt keine Helden der Tat, sondern nur Helden des Verzichtens und des Leidens. Ihrer sind viele. Aber wenige von ihnen sind bekannt, und auch dieses nicht der Menge, sondern nur den Wenigen. [...]
Von denen, die irgendwie den Drang in sich fühlen und tatsächlich befähigt waren, persönliches Tun zum Berufe ihres Lebens zu machen, müssen die meisten der Umstände halber darauf verzichten. Gewöhnlich liegt es daran, dass sie für Menschen, die von ihnen abhängen, zu sorgen haben oder zum Erwerb ihres eigenen Unterhaltes in einem Berufen verbleiben müssen. Nur wer aus eigener Kraft oder durch ergebene Freunde in materieller Hinsicht ein Freier ist, kann es heute wagen, den Weg persönlicher Tat zu begehen. Früher galt dies nicht in diesem Maße, weil der, der auf Erwerb verzichtete, immerhon noch Hoffnung haben konnte, irgendwi durchs Leben zu kommen, während der in den heutigen schweren wirtschaftlichen Verhältnissen dasselbe tun wollte, Gefahr liefe, nicht nur materiell, sondern auch geistig zugrunde zu gehen.
So habe ich es mit ansehen und erleben müssen, dass liebe und tüchtige Menschen auf persönliche Tat, die für die Welt wertvoll gewesen wäre, verzichten mussten, weil sie durch die Umstände unmöglich wurde.

Alber Schweitzer – Aus meinem Leben und Denken. Fischer Bücherei, Hamburg 1954, S.77 ff

Gedanken während Zeiten des Krieges - Für Deutsche und diejenigen, die nicht glauben sie hassen zu müssen.

https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV021007989

Noch auf der Suche nach:
Ruchti, Jacob: Zur Geschichte des Kriegsausbruches. Bern, 1916.

Auch zu empfehlen:
Hermann Bahr, Himmelfahrt, Roman, 1916
https://www.literaturdownload.at/pdf/Hermann%20Bahr%20-%20Himmelfahrt.pdf
(Hoffentlich nicht verändert!)

https://www.projekt-gutenberg.org/bahr/himmelfa/chap001.html

Britische Propaganda in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs

Schlussbetrachtung aus "Britische Propaganda in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs 1939–1945". Einer Dissertation der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern vorgelegt von Martin Andreas Lutz. Angenommen am 24.09.2018 auf Antrag von Prof. Dr. Aram Mattioli, Erstgutachter und Prof. Dr. em. Georg Kreis, Zweitgutachter.

Die Schaffung eines neuen Informationsministeriums zu Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte die Briten vor eine grosse Herausforderung. Weder gab es einen klar umrissenen Auftrag der Regierung, noch waren schlüssige Kriegsziele for muliert worden, nach denen man die Propaganda hätte ausrichten können. Positive Nachrichten von den Kriegsfronten waren überdies lange Zeit Mangelware. Dass mehr oder weniger talentierte Amateure und nur wenige Journalisten das anfangs 999-köpfige Ministerium bevölkerten, war ein weiteres Handicap. Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Propaganda waren somit ungünstig, im Falle der Schweiz sogar denkbar schlecht, da die Kommunikation zwischen London und Bern zeitweilig unterbrochen war.

Umso bedeutsamer wurde die Rolle der diplomatischen Vertretung in Bern, die vom Aussenministerium behelfsmässig angewiesen wurde, den Vertrieb von Propagandamaterial selber zu organisieren. Der Kommunikationswis senschaftler Nicolas Pronay hat die daraus resultierende Öffentlichkeitsarbeit treffend als eine «Do-it-yourself-Propaganda» bezeichnet.(1)

Sie hatte den Vorteil, dass sie bestmöglich auf ihre Zielgruppe zugeschnitten werden konnte: auf die kulturellen Eigenarten, das politische Geschehen, die Meinung der Bevölkerung oder auf die Stimmung des Tages.

Die in London entworfenen Propagandapläne für die Schweiz verlieren angesichts dieser Kompetenzverlagerung an Bedeutung. Es muss sogar angenommen werden, dass die Pläne dem Presseattaché in Bern nie vorgelegt wurden – denn erstaunlicherweise nimmt keine einzige der uns überlieferten Korrespondenzen zwischen Bern und London Bezug darauf. Die Propagandapläne waren offensichtlich nur pro domo erstellt worden: um die Mitarbeiter der Ländersektionen über die Verhältnisse in ihren Zielgebieten zu unterrichten, um die vorhandenen Kanäle zu bezeichnen und um die Absichten festzuhalten. Diese Absichten stützen sich einerseits auf global gültige Propagandaziele – die sogenannten «World Common Themes»(2) – und andererseits auf die Lageberichte aus Bern, aus denen die Propagandabedürfnisse der Schweiz herausgelesen werden konnten.

Die Pläne des MoI, die notabene erst im dritten Kriegsjahr entworfen wurden, waren demnach wenig konstruktiv für die propagandistische Feldarbeit. Der britischen Gesandtschaft fehlten konkrete Vorgaben, wie sie die Schweizer moralisch hätten aufrüsten sollen. Ihr Vorteil war, dass Presseattaché Daniels über eine reiche journalistische Erfahrung verfügte und bereits im Sommer 1940 ein Nachrichtenbulletin herausgab, das lange Zeit die einzige Propagandawaffe der Briten bleiben sollte. Es richtete sich primär an ein elitäres Publikum – an «führende Persönlichkeiten», die als intermediäre Meinungsmacher eine breitere Öffentlichkeit erreichen konnten. Auf diesem Grundprinzip beruhte die britische Propaganda. Sie gab vor, wertneutrale Informationen zu vermitteln und grenzte diese von wertenden Kommentaren ab. Darüber hinaus sollte sie möglichst auf dem Freiwilligkeitsprinzip beruhen: Der Schweizer sollte selber bestimmen können, welche Propaganda er konsumieren wollte ‒ das Pressebulletin musste er abonnieren, Propagandabroschüren musste er zu einem symbolischen Preis käuflich erwerben, und im Falle der BBC-Sendungen wurde er sogar eingeladen, selber mitzuwirken. Es war die Strategie der kleinstmöglichen Einmischung («the minimum of interference») in die inneren Angelegenheiten der Schweiz, wie das Foreign Office dies gefordert hatte.(3)

Eine solche Strategie verlangte sehr viel Taktgefühl von den Verantwortlichen, war aber die einzige probate Methode, um Einfluss auf die Gesinnung eines Volkes zu nehmen, das sich gerne propagandaresistent und vernunftgepanzert gab. «Man ist in der Schweiz gewöhnt, die Wirklichkeit scharf im Auge zu behalten und die Dinge nach dieser, und nicht nach dem Dunst der Propaganda, zu beurteilen», hatte der Berner Bund die Schweizer Attitüde einmal auf den Punkt gebracht.(4)

Die Schweizer waren überzeugt, dass ihre politische Reife und ihr hoher Bildungsgrad einen umfassenden Schutz gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Ausland bilden würden. Aufgrund dessen empfahl die Schweizer Gesandtschaft in London dem Leiter der Swiss Section im MoI, «die beste Propaganda, die er im Interesse seines Landes in der Schweiz machen könne, wäre, überhaupt keine Propaganda zu machen, jedenfalls keine laute Propaganda und keine, die uns irgendwie genieren würde.»(5)

Um die politische Meinung der Schweizer beeinflussen zu können, war also grosses Geschick gefordert. Die Propaganda musste erzieherisch sein, ohne schulmeisterlich zu wirken, sie musste informieren, durfte aber nicht kommentieren, und sie sollte eine breite Bevölkerung erreichen, ohne sensationell zu erscheinen. Der journalistischen Erfahrung und dem taktvollen Vorgehen von Presseattaché Daniels ist es zu verdanken, dass diese Quadratur des Kreises gelingen konnte. Das Rückgrat seiner Propaganda bildeten die von der amtlichen britischen Nachrichtenagentur (British Official Wireless) gelieferten Depeschen, die er in Form eines Gesandtschaftsbulletins praktisch unzensiert weiterverbreiten konnte.

[...]

Immerhin darf festgehalten werden, dass die britische Propaganda am Ende des Zweiten Weltkriegs – anders als 1918 – zumindest in England an Akzeptanz gewonnen hatte und dort als staatliches Instrument der Aussenpolitik salonfähig geworden war. Das Informationsministerium wurde zwar vom Frühjahr 1945 an sukzessive abgebaut.(11) Aus dem Kern des Ministeriums ging aber 1946 eine neue staatliche Kommunikations- und Marketingagentur, das Central Office of Information, hervor, welche bis 2011 bestehen sollte.

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Ich frage: Gibt es seit 2011 keine britische Propaganda mehr? Oder wer und welche Institution(en) führen seit 2011 diese Aufgabe weiter?

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Die Lücke [...], der Rest und die Quellen zu den Fußnoten (1)-(5) und (11) sind dort zu lesen:

https://zenodo.org/record/3236021/files/eDissUniLU2019_KSF_LUTZMartin.pdf?download=1

Die Dreigliederung des Menschen

I. Die leibliche Wesenheit des Menschen

Durch leibliche Sinne lernt man den Leib des Menschen kennen. Und die Betrachtungsart kann dabei keine andere sein als diejenige, durch welche man andere sinnlich wahrnehmbare Dinge kennen lernt. Wie man die Mineralien, die Pflanzen, die Tiere betrachtet, so kann man auch den Menschen betrachten. Er ist mit diesen drei Formen des Daseins verwandt. Gleich den Mineralien baut er seinen Leib aus dem Stoffen der Natur auf; gleich den Pflanzen wächst er und pflanzt sich fort; gleich den Tieren nimmt er die Gegenstände um sich herum wahr und bildet auf Grund ihrer Eindrücke in sich innere Erlebnisse. Ein mineralisches, ein pflanzliches und ein tierisches Dasein darf man daher dem Menschen zusprechen.

Die Verschiedenheit im Bau der Mineralien, Pflanzen und Tiere entspricht den drei Formen ihres Daseins. Und dieser Bau - die Gestalt - ist es, was man mit den Sinnen wahrnimmt und was man allein Leib nennen kann. Nun ist aber der menschliche Leib von dem tierischen verschieden. Diese Verschiedenheit muss jedermann anerkennen, wie er auch über die Verwandtschaft des Menschen mit den Tieren sonst denken mag. Selbst der radikalste Materialist, der alles Seelische leugnet, wird nicht umhin können, den folgenden Satz zu unterschreiben, den Carus in seinem «Organon der Erkenntnis der Natur und des Geistes» ausspricht:

«Noch immer bleibt zwar der feinere innerlichste Bau des Nervensystems und namentlich des Hirns dem Physiologen und Anatomen ein unaufgelöstes Rätsel; aber dass jene Konzentration der Gebilde mehr und mehr in der Tierreihe steigt und im Menschen einen Grad erreicht, wie durchaus in keinem anderen Wesen, dies ist eine vollkommen festgestellte Tatsache; es ist für die Geistesentwicklung des Menschen von höchster Bedeutung, ja wir dürfen es geradezu aussprechen, eigentlich schon die hinreichende Erklärung. Wo der Bau des Hirns daher nicht gehörig sich entwickelt hat, wo Kleinheit und Dürftigkeit desselben, wie beim Mikrozephalen und Idioten, sich verraten, da versteht es sich von selbst, dass vorn Hervortreten eigentümlicher Ideen und vom Erkennen gerade so wenig die Rede sein kann wie in Menschen mit völlig verbildeten Generationsorganen von Fortbildung der Gattung. Ein kräftig und schön entwickelter Bau des ganzen Menschen dagegen und des Gehirns insbesondere wird zwar noch nicht allein den Genius setzen, aber doch jedenfalls die erste unerlässlichste Bedingung für höhere Erkenntnis gewähren.»

Wie man dem menschlichen Leib die drei Formen des Daseins, die mineralische, die pflanzliche und die tierische, zuspricht, so muss man ihm noch eine vierte, die besondere menschliche, zusprechen. Durch seine mineralische Daseinsform ist der Mensch verwandt mit allem Sichtbaren, durch seine pflanzliche mit allen Wesen, die wachsen und sich fortpflanzen; durch seine tierische mit allen, die ihre Umgebung wahrnehmen und auf Grund äußerer Eindrücke innere Erlebnisse haben; durch seine menschliche bildet er schon in leiblicher Beziehung ein Reich für sich.

II. Die seelische Wesenheit des Menschen

Als eigene Innenwelt ist die seelische Wesenheit des Menschen von seiner Leiblichkeit verschieden. Das Eigene tritt sofort entgegen, wenn man die Aufmerksamkeit auf die einfachste Sin- nesempfindung lenkt. Niemand kann zunächst wissen, ob ein anderer eine solche einfache Sinnesempfindung in genau der gleichen Art erlebt wie er selbst. Bekannt ist, dass es Menschen gibt, die farbenblind sind. Solche sehen die Dinge nur in verschiedenen Schattierungen von Grau. Andere sind teilweise far- benblind. Sie können daher gewisse Farbennuancen nicht wahrnehmen. Das Weltbild, das ihnen ihr Auge gibt, ist ein anderes als dasjenige sogenannter normaler Menschen. Und ein Gleiches gilt mehr oder weniger für die andern Sinne. Ohne weiteres geht daraus hervor, dass schon die einfache Sinnesempfindung zur Innenwelt gehört. Mit meinen leiblichen Sinnen kann ich den roten Tisch wahrnehmen, den auch der andere wahrnimmt; aber ich kann nicht des andern Empfindung des Roten wahrnehmen.

Man muss demnach die Sinnesempfindung als Seelisches bezeichnen. Wenn man sich diese Tatsache nur ganz klar macht, dann wird man bald aufhören, die Innenerlebnisse als bloße Gehirnvorgänge oder ähnliches anzusehen. - An die Sinnesempfindung schließt sich zunächst das Gefühl.

Die eine Empfindung macht dem Menschen Lust, die andere Unlust. Das sind Regungen seines inneren, seines seelischen Lebens. In seinen Gefühlen schafft sich der Mensch eine zweite Welt zu derjenigen hinzu, die von außen auf ihn einwirkt. Und ein Drittes kommt hinzu: der Wille. Durch ihn wirkt der Mensch wieder auf die Außenwelt zurück. Und dadurch prägt er sein inneres Wesen der Außenwelt auf. Die Seele des Menschen fließt in seinen Willenshandlungen gleichsam nach au- ßen. Dadurch unterscheiden sich die Taten des Menschen von den Ereignissen der äußeren Natur, dass die ersteren den Stempel seines Innenlebens tragen. So stellt sich die Seele als das Eigene des Menschen der Außenwelt gegenüber. Er erhält von der Außenwelt die Anregungen; aber er bildet in Gemäßheit dieser Anregungen eine eigene Welt aus. Die Leiblichkeit wird zum Untergrunde des Seelischen.

III. Die geistige Wesenheit des Menschen

Das Seelische des Menschen wird nicht allein durch den Leib bestimmt. Der Mensch schweift nicht richtungs- und ziellos von einem Sinneseindruck zum andern; er handelt auch nicht unter dem Eindrucke jedes beliebigen Reizes, der von außen oder durch die Vorgänge seines Leibes auf ihn ausgeübt wird. Er denkt über seine Wahrnehmungen und über seine Handlungen nach. Durch das Nachdenken über die Wahrnehmungen erwirbt er sich Erkenntnisse über die Dinge; durch das Nachden- ken über seine Handlungen bringt er einen vernunftgemäßen Zusammenhang in sein Leben. Und er weiß, dass er seine Aufgabe als Mensch nur dann würdig erfüllt, wenn er sich durch richtige Gedanken sowohl im Erkennen wie im Handeln leiten lässt. Das Seelische steht also einer zweifachen Notwendigkeit gegenüber.

Von den Gesetzen des Leibes wird es durch Naturnotwendigkeit bestimmt; von den Gesetzen, die es zum richtigen Denken führen, lässt es sich bestimmen, weil es deren Notwendigkeit frei anerkennt. Den Gesetzen des Stoffwechsels ist der Mensch durch die Natur unterworfen; den Denkgesetzen unterwirft er sich selbst. - Dadurch macht sich der Mensch zum Angehörigen einer höheren Ordnung, als diejenige ist, der er durch seinen Leib angehört. Und diese Ordnung ist die geistige.

So verschieden das Leibliche vom Seelischen, so verschieden ist dieses wieder vom Geistigen. Solange man bloß von den Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff-, Sauerstoffteilchen spricht, die sich im Leibe bewegen, hat man nicht die Seele im Auge. Das seelische Leben beginnt erst da, wo innerhalb solcher Bewegung die Empfindung auftritt: ich schmecke süß oder ich fühle Lust. Ebensowenig hat man den Geist im Auge, solange man bloß die seelischen Erlebnisse ansieht, die durch den Menschen ziehen, wenn er sich ganz der Außenwelt und seinem Leibesleben überlässt. Dieses Seelische ist vielmehr erst die Grundlage für das Geistige, wie das Leibliche die Grundlage für das Seelische ist. - Der Naturforscher hat es mit dem Leibe, der Seelenforscher (Psychologe) mit der Seele und der Geistesfor- scher mit dem Geiste zu tun. Durch Besinnung auf das eigene Selbst sich den Unterschied von Leib, Seele und Geist klarzuma- chen ist eine Anforderung, die an denjenigen gestellt werden muss, der sich denkend über das Wesen des Menschen aufklä- ren will.

http://anthroposophie.byu.edu/schriften/009.pdf

Adam Curtis documentaries

2021: Can’t Get You Out of My Head 

https://www.youtube.com/watch?v=JFKx8ILUe14&list=PL_wv2OekqOtV_R6kfXnmly6GtZXqRjp7A&ab_channel=AlexSantos

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2016: HyperNormalisation

https://www.youtube.com/watch?v=yS_c2qqA-6Y&ab_channel=L33TGUY

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2015: Bitter Lake

https://www.youtube.com/watch?v=84P4dzow1Bw&ab_channel=Godburn

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2011: All Watched Over By Machines of Loving Grace
Der Computer als ein Modell der Welt um uns herum.

(TRAILER) https://www.youtube.com/watch?v=YgADKpMStts&ab_channel=LarsL%27enfantTerrible

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2007: The Trap: What Happened to Our Dream of Freedom
Serie über das moderne Konzept von Freiheit.

https://www.youtube.com/user/CHARLESEWINGSMITH/search?query=the%20trap

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2004: The Power of Nightmares.
Dreiteilige Dokumentation der BBC über die Entstehung des Neokonservatismus und des Islamismus und die Nutzung von Angst und Feindbildern in der Politik.

https://www.youtube.com/watch?v=Lsh6F6gMch0&list=PLG11ccwUKOVdIMKjVByB5nmTfgoi2xeG3&index=8&ab_channel=CharlesEwingSmith

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2002: The Century of the Self
Beschreibt den Einfluss von Sigmund Freuds Familie und seiner Psychoanalyse auf das 20. Jahrhundert.

https://www.youtube.com/watch?v=DnPmg0R1M04&ab_channel=JustAdamCurtis

Nicht wie die "gelobten" Schrifsteller erzählen.

«Ich verzichte von vornherein, so wie die ‹gelobten› Schriftsteller zu erzählen. Warum? Es wäre das Allerleichteste für mich. Aber ich müßte dabei das Allerschwerste aufgeben: die Entwicklung zu einem höheren Menschentum, mein Gewissens-Verhältnis zum Geist. Als ich mich zu dieser Strenge mir selber gegenüber entschloß, stand ich vor der Frage: werde ich überhaupt noch Leser finden? Aber selbst auf die Gefahr hin, daß ich den letzten verliere, wollte ich diesen Weg gehen. […] Ich betrachte die Aufgabe des Dichters, um es ganz schlicht zu sagen, darin, Bausteine zu einer im Geiste verjüngten Menschheit, zu einer neuen Erde, beizutragen. […] Durch jenen Verzicht, so wie die meisten gegenwärtigen Schriftsteller zu schreiben, gab ich nicht, wie meine Kritiker meinten, das Dichtertum auf, wohl aber den Erfolg. Was sichert heute den Erfolg? Die großen Auflagen liefern die Antwort. Entweder die photographische Treue, mit der man unsere Zivilisationsverhältnisse schildert, oder aber die rücksichtslose Darstellung des Trieblebens. Oder beides miteinander verbunden. Aber dieses ist die verderblichste Ehe.»

von Albert Steffen

Albert Steffen (* 10. Dezember 1884 in Wynau; † 13. Juli 1963 in Dornach) war ein Schweizer Schriftsteller und Anthroposoph. Nach dem Tode Rudolf Steiners war Steffen ab 1925 dessen Nachfolger als Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Prolog
Es ist mir kein Auftrag gegeben,
von Göttern nicht
und nicht von Menschen,
keine Lehre von irgendwem wurde mir anbefohlen.
Ich wußte nicht, woher ich gekommen,
wohin ich gehe,
ich fand mich am Platze, wo ich geboren,
Vater, Mutter, Geschwister um mich,
den Garten, den Acker, den Wald,
fern das Gebirge.
Eines erfaßte ich bald, aber von mir aus:
Wahr will ich werden, Schönes erleben, Gutes tun.
Viele Menschen wurden mir Vorbild darin,
und ich hatte sie gern.
Von diesen durfte ich lernen,
von Werken der göttlichen Vorzeit,
sie zu erforschen, sie zu erproben, sie zu befolgen,
das war mein Wille, nicht eines andern.
Kein Lehrer gebot mir: Du sollst!
Und wenn er es sagte, prüfte ich erst,
tat, was mir recht schien.
So schaute ich um mich,
erblickte das Erdreich,
Steine, Pflanzen, Tiere und die Gestirne.
Alle Wesen sprachen zu mir,
und ich suchte sie zu begreifen.
Von jedem lernte ich etwas,
von mir nur wenig,
bis ich mich selber erkannte,
wie einen Fremden, von meinem höheren Selbst aus.
Zuerst erschien mir die Welt gut,
dann sah ich, daß manches bös war.
Ich meinte, alle Menschenseelen sind schön,
und erblickte viele sehr häßlich.
Ich suchte die Wahrheit
und fand die Lüge.
Böses, Häßliches, Lüge,
verwandeln wollte ich sie.
Ich kämpfte deshalb mit Menschen,
wenn sie mir nicht die Freiheit gewährten,
zu sehen, zu sagen, zu tun,
was selber als wahr und gut und schön ich erkannte.
Christus durfte ich lieben,
weil er mich, niemals zu etwas genötigt.
Er ist mein höchster Lehrer geworden.
Andere Menschen wurden es nur,
sofern sie sprachen
Nicht ich, sondern Christus in mir.
Aber die Nacht, die ins Nichts führt?
Ich lernte vom Dunkel die Sehnsucht nach Licht.
Licht entwickelt am Finstern die Farbe.
Farbe erweckt die Seele.
Die Seele lernt von den Sternen
die Worte der Götter.
Die erste Wahrheit, die sie mich lehrten,
sie lautet:
Mensch, du bist frei, und Mensch, du darfst lieben,
Mensch, erkenn dich zur Freiheit bestimmt,
aus Liebe immer wieder geboren,
als Einer in Aller Gemeinschaft zu wirken.
Das ist dein Auftrag, dir von dir selber verliehen,
Freien und Liebenden recht.

http://asteffen.com/es-ist-mir-kein-auftrag-gegeben/

Die Tiere stammen vom Menschen ab

Viele Menschen suchen ein ganzheitliches und spirituelles Verständnis des Menschen und der Natur. Wie und warum sind der Mensch und die Tiere entstanden? Für die Naturwissenschaften sind der Mensch und die Tiere darwinistische Zufallserscheinungen. Die christlichen Kirchen sehen im Menschen ein Abbild Gottes, doch können sie die menschliche Gestalt und Evolution nicht genauer erklären. Für den Buddhismus spielt die Frage nach dem Wesen des Menschen und dem Unterschied von Mensch und Tier keine wesentliche Rolle.

Im Anschluss an Goethes Metamorphosenlehre entwickelte Rudolf Steiner eine Methode der Naturbetrachtung, die so exakt wie die Naturwissenschaft arbeitet und doch zu ganzheitlichen Ergebnissen über das Wesen und Werden des Menschen in seinem Verhältnis zum Tierreich führt. Die Metamorphosenlehre ist eine wesentliche methodische Grundlage der Anthroposophie und insbesondere auch der Waldorfpädagogik. So steht die Ausstellung auch im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum der Waldorfschulen in 2019.

Steiner griff Darwins und Haeckels Idee der gemeinsamen Abstammung aller Lebewesen auf, ergänzte sie aber um die spirituelle Anschauung, dass sich im Menschen das geistige Urbild des Tierreiches verkörpert. Nach Steiner sind die Tiere Absonderungen aus dem geistigen Menschenwesen, die notwendig waren, damit der Mensch als selbstbewusste Seele zuletzt auch in physischer Gestalt erscheinen konnte. In den letzten 100 Jahren wurde viel nach der Methode Goethes/Steiners geforscht. In der Ausstellung werden wichtige Ergebnisse dieser Forschung über Mensch und Tier anschaulich dargestellt und allgemeinverständlich erläutert. Sie ist so konzipiert, dass sie den Betrachter zum inneren Nachvollzug der Ideen und zum selbstständigen »Sehen mit Geistesaugen« anregt. Zusammen mit der Ausstellung werden Vorträge und Seminarkurse sowie ein begleitender Katalog angeboten.

Rudolf Steiner vertrat in dezidierter Weise die Auffassung, dass nicht der Mensch von den Tieren, sondern die Tiere aus dem Wesen des Menschen abstammen. Den Gedanken der Tierabstammung des Menschen bezeichnete er einmal als den »größtdenkbaren Irrtum, der in der Menschheitsentwicklung möglich war«. Dieser darwinistische Gedanke ist jedoch eine der geistigen Grundlagen der modernen Kultur. Er führt zu einem tief in den Seelen verankerten Materialismus - wie es beispielsweise in dem aktuellen Bestseller Homo deus von Yuval Noah Harari deutich wird -, der der Transformation aller Lebensbereiche durch digitale Technologien nichts ent- gegenzusetzen vermag. Rudolf Steiners Auffassung gründet auf Goethes Art der Naturbetrachtung, die sich durch ein bewegliches, sich mit den Naturphänomenen verbindendes und ihr inneres Wesen erlebendes Anschauen auszeichnet. In der Ausstellung wird diese goetheanistische Methode erläutert und an vielen Beispielen erlebbar gemacht.

- Vgl. hierzu Christoph Hueck: »Alles Niedere hat sich aus Höherem herausentwickelt« Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier. Die Drei Heft 10 und 11, 2017.
- Steiner, Rudolf, GA 194, 22.11.1919

https://www.waldorf-ideen-pool.de/faecher/biologie/evolution/Metamorphose%20Mensch%20u%20Tier/Ausstellung%20Metamorphose%20Mensch%20und%20Tier.pdf

Beziehungsanarchie in 9 Punkten

Beziehungsanarchie stellt die Idee in Frage, dass Liebe eine begrenzte Ressource ist, die nur dann echt ist, wenn sie nur zwischen zwei Personen auf einmal stattfindet. Du kannst viele Menschen lieben, und die Beziehung zu einem Menschen beschränkt nicht die Liebe, die du für jemand anderen empfindest. Bewerte und vergleiche keine Menschen und Beziehungen - schätze jede Beziehung auf ihre individuelle Art und Weise. Es ist nicht nötig, jemanden als "Partner" zu benennen, damit die Beziehung echt ist. Jede Beziehung ist eigenständig, und eine Beziehung zwischen eigenständigen Menschen.

Liebe und Respekt statt Forderungen

Auf Forderungen als Grundlage für eine Beziehung zu verzichten, heißt die Autonomie und das Urteilsvermögen anderer Menschen zu respektieren. Deine Gefühle für jemanden oder eure gemeinsame Vergangenheit geben dir nicht das Recht, Forderungen und Ansprüche zu haben. Findet heraus, wie ihr miteinander umgehen könnt, ohne persönliche Grenzen zu übertreten. Anstatt immer nach einem Kompromiss zu suchen, lasse jeden Menschen seinen eigenen Weg finden, ohne dass das für die Beziehung eine Krise bedeutet. Keine Ansprüche zu haben, ist der einzige Weg, um sicher zu sein, dass die Beziehung immer auf beidseitiger Freiwilligkeit aufbaut. Liebe ist nicht "echter", wenn ihr euch füreinander verbiegt, nur weil das so üblich ist.

Finde deinen festen Standpunkt

Wie willst du von Anderen behandelt werden? Und ich meine alle anderen. Was sind deine Grenzen und Erwartungen für alle Beziehungen? Mit was für Menschen willst du dich umgeben, und wie soll deine Beziehung mit ihnen aussehen? Finde deine Kernpunkte, die für dich wichtigsten Werte, und verwende sie ohne Ausnahme in allen Beziehungen. Weiche nicht davon ab, um irgendwem zu beweisen, dass du ihn "wirklich" liebst.

Die heterosexistische Norm ist vorhanden, aber fürchte dich nicht.

Denke daran, dass es ein sehr starkes normatives System gibt, das dir sagen will, wie du zu leben hast und was wirkliche Liebe ist. Viele werden dich und deine Beziehungen in Frage stellen, wenn du nicht der Norm folgst. Arbeite mit den Menschen, die du liebst, zusammen und findet Wege und Tricks, um die Normen zu vermeiden, die euch Probleme bereiten. Findet positive Gegenentwürfe, damit ihr für etwas streiten könnt, und nicht nur gegen die Norm. Lasst eure Beziehungen nicht von der Angst vor gesellschaftlichen Normen beeinflussen.

Spontanität statt Verpflichtung

Die Freiheit, spontan zu sein - sich auszudrücken und zu handeln, ohne Angst vor Strafe und ohne Pflichtgefühl - das ist es, was eine anarchistische Beziehung lebendig macht. Spontanität ist vor allem das Gegenteil von Pflicht. Du willst eine Beziehung haben, in der man aus einem positiven Wunsch heraus miteinander zu tun hat, nicht aus Pflichtgefühl. Bei Spontanität geht es nicht darum, dass alles ohne Planung und Nachdenken gemacht wird, sondern darum, eine Beziehung zu schaffen die nicht auf Aufgaben und Anforderungen basiert. Organisiere deine Beziehungen so, dass Spontanität möglich ist!

Fake it till you make it

Manchmal scheint es, als müsste man ein unglaublicher Übermensch sein, um solche anarchistischen Beziehungen "hinzukriegen". Aber das stimmt nicht. Verwende den Trick "Schummeln, bis es funktioniert": Überleg dir in einer ruhigen Situation, wie du handeln würdest wenn du dich so stark und sicher fühlst wie du dir wünschst. Verwandle das in einfache Verhaltensregeln, die du anwenden kannst wenn du dich nicht so stark fühlst. Sprich mit Anderen darüber wie sie das machen, und mach dir keine Vorwürfe wenn es nicht immer klappt!

Vertrauen ist besser

Gehe davon aus, dass die Menschen in deiner Umgebung dir nur Gutes wollen. Es ist Unsinn, dass Egoismus der einzige Antrieb des Menschen ist. Vertrauen ist besser als eine Beziehung, in der du ständig nach Bestätigung suchst, dass der Andere immernoch für dich da ist. Du und die Anderen wollt euch gerne sehen und kommunizieren, aber manchmal hat man so viel um die Ohren, dass man alle Energie auf seine eigenen Sorgen richten muss. Je mehr du dann eine verständnisvolle Umgebung für dich und andere schaffen kannst, desto mehr Energie bleibt übrig, um sich gegenseitig zu unterstützen. Gib den Leuten die Chance zu reden, sich zu erklären, und zu zeigen dass sie Verantwortung in der Beziehung übernehmen, aber auch die Chance, sich um sich selbst zu kümmern. Denke an deine Grenzen.

Veränderung durch Kommunikation

Für das meiste, was Menschen gemeinsam machen, gibt es schon eine Art von Standard, wie das im Normalfall gemacht wird. Wenn du mit den Menschen in deiner Umgebung nicht darüber redest, dann werden sie sich verhalten wie üblich. Kommunikation, und gemeinsam anders zu Handeln, ist der einzige Weg um sich von Normen zu befreien. In radikalen Beziehungen ist Kommunikation ein Hauptbestandteil, kein Ausnahmezustand. Vertrauensvolle Gespräche sind das wichtigste Werkzeug. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass Menschen nicht das sagen, was sie wirklich meinen, sondern dass wir die richtige Interpretation suchen müssen. Solche Interpretationen funktionieren aber nur auf der Grundlage von Normen - wer eine Beziehung jeseits der Norm führen will, muss Klartext reden!

Mach deine Vereinbarungen passend für dich

Das Leben wäre ärmer an Struktur und Bedeutung, wenn man sich nicht mit anderen Menschen zusammentun könnte um Dinge zu erreichen - gemeinsam etwas aufbauen, Kinder großziehen, ein Haus besitzen und zusammen durch dick und dünn gehen. Solche Unterfangen brauchen normalerweise sehr viel Vertrauen und Verbindlichkeit zwischen den Leuten, um zu funktionieren. Beziehungsanarchie heißt nicht, dass du dich niemals auf irgendwas festlegen darfst - es geht darum, mit den Menschen in deiner Umgebung deine eigenen Vereinbarungen zu entwerfen. Frei von den Normen, die dir vorschreiben wollen, dass bestimmte Arten von Verpflichtung für Liebe notwendig sind, damit sie echt ist, oder dass manche Vereinbarungen wie Kinder kriegen oder zusammen wohnen von bestimmten Gefühlen angetrieben sein müssen. Fang bei Null an und mache deutlich, welche Art von Vereinbarung genau du mit anderen Leuten eingehen willst!

Dieser Text ist eine Übersetzung der Broschüre "Relationsanarki i åtta punkter" von Andie Nordgren. Ich habe den Text vom Blog: https://mehrplatzfuerdieliebe.blogspot.com/p/beziehungsanarchie-in-8-punkten.html

Jeany & Flo sprechen bei monokultur.fm über Beziehungsanarchie: 

https://open.spotify.com/episode/5AbK80DBVbM8LyiEOIh9EO?si=7hjZmO0VT7qcIUSRF4Z3LA&dl_branch=1

Insight-Out Pädagogik von Dieter Schwartz

Das bestmögliche Leben als Lehrer
Warum es dieses 12 stufige Mentoring gibt


Da der erste 12-Stufen-Mentoringkurs den TeilnehmerInnen offensichtlich sehr viel geholfen und wertvolles geben konnte, habe ich mich entschlossen, einen weiteren solchen Mentoringkurs anzubieten.

In diesem Kurs geht es darum, wie wir uns als Mensch entwickeln können und vielleicht sogar müssen, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können.

Als ich den Impuls bekam, mein gesamtes Erfahrungswissen zu teilen, stieß ich auf 12 Themen, zu denen ich in Seminaren und Coaching-Sitzungen besonders oft gefragt wurde, da so viele Lehrer*innen offensichtlich mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Da heraus habe ich 12 Hauptthemen gefunden.

Eines davon ist zum Beispiel, wie wir mit unserer eigenen Unsicherheit und gegebenenfalls Ohnmacht umgehen können.

Ich hatte irgendwann über mich selbst herausgefunden, dass ich, wenn ich ehrlich bin, ziemlich oft unsicher bin. Und egal, ob ich einen Weg fand, äußerlich überlegen zu wirken, oder tatsächlich auch äußerlich sichtbar unsicher wirkte, stellte ich fest, dass die Kinder größtenteils unbewusst, aber doch sehr deutlich auf meine offensichtliche oder innerlich weggedrückte Unsicherheit reagierten.

Am Ende des Schultages gab es zum Beispiel regelmäßig die Situation, dass gerade dann, wenn die Eltern bereits vor der Tür warteten, die Lautstärke im Klassenzimmer enorm zunahm. Und ich fühlte mich jedesmal so schlecht dabei und machte mir Sorgen, dass die Eltern ein völlig falsches Bild von meiner Situation im Klassenzimmer bekommen würden. Aber dann, als ich auf die Idee kam, dass es einen Zusammenhang zwischen meiner Sorge um die Meinung der Eltern über meine Tauglichkeit als Lehrer und der Lautstärkesteigerung geben könnte, fing ich an zu experimentieren. Und es war wie Magie!

Jedesmal, wenn ich es schaffte, auch während der Anwesenheit von Eltern und unabhängig davon, ob es lauter werden würde oder nicht, innerlich ruhig zu bleiben, blieben auch die Kinder ruhig. Aus dieser und ähnlichen Erfahrungen heraus suchte ich nach einem Weg, mich durch meine eigene interne Kommunikation, in diese unabhängige, innere Ruhe zu führen und fand heraus, wie dies möglich ist. Mit der Zeit habe ich in diesem Bereich so viel experimentiert und geübt, und dabei meine innere Kommunikation so weit entwickelt, dass ich sagen kann, ich habe meine eigene Unsicherheit gemeistert. Damit meine ich nicht, dass die Unsicherheit verschwunden ist, sondern dass ich obwohl sie da sein kann, von ihr nicht beeinträchtigt werde, und ganz anwesend und innerlich ruhig bleiben kann, unabhängig von den äußeren Umständen.

Wie ich dorthin gekommen bin und welche inneren Werkzeuge ich hierfür gefunden habe, wird also Teil des Kurses sein. Das Thema, wie man seine eigene Unsicherheit meistern kann, ist jedoch nur eines von zwölf Hauptthemen, die ich für die persönliche Entwicklung eines Lehrers und einer Lehrerin zentral finde.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter www.waldorfmentor.de für den Newsletter anmelden. Du bekommst dann innerhalb der nächsten zwei Wochen noch vier weitere Posts, in denen die gesamte Struktur des Mentorings, die finanziellen Konditionen und auch weitere inhaltliche Kostproben zu finden sind. Am Ende dieser zwei Wochen kannst du dann in einem Live Webinar Antworten auf alle noch offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen. Da das Mentoring auch die Möglichkeit von Einzelcoaching beinhaltet, ist die Teilnehmerzahl auf 30 Teilnehmende beschränkt.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Was Du nicht in der Universität lernst
Die Magie unserer inneren Kommunikation


Meine eigene Reise als Lehrer begann nicht mit irgendeiner Fortbildung oder formalen Ausbildung. Stattdessen hatte ich zuerst mehr als 20 jährige autodidaktische Praxis, bevor ich ein grundständiges Pädagogikstudium studierte.

Ich machte dabei so etwa alle Fehler, die man als Lehrer machen kann, und suchte anschließend stets nach Lösungen für die Schwierigkeiten, die meine Fehler verursacht hatten. Und ich suchte immer solche Art Lösungen, die mir in Zukunft ermöglichten, in ähnlichen Situationen selbst wirklich gut zurecht zu kommen und zugleich das Sinnvollste für meine Schüler*innen zu tun.

Auf diese Weise entwickelte ich mehr als 20 Jahre lang meine eigene Weise, Lehrer zu sein. Erst dann besuchte ich 9 Jahre lang Fortbildungen in Intuitiver Pädagogik, absolvierte zwei dreijährige Ausbildungen bei Iris Johansson als Mentor für pädagogische Berufe und Kommunikation als Kunst, begleitete Pär Ahlbom zwei Jahre lang als persönlicher Lehrling in seiner Seminartätigkeit und absolvierte schließlich auch noch ein grundständiges Pädagogikstudium.

Während meiner inzwischen mehr als zehnjährigen Dozententätigkeit an mehreren priaten und staatlichen pädagogischen Hochschulen, durch meine Seminarleitertätigkeit für Intuitive Pädagogik, und ebenfalls durch meine mehr als fünfzehnjährige Coachingtätigkeit für Lehrer*innen bemerkte ich dann mehr und mehr, dass bei fast allen studierten Lehrer*innen ein Bereich der Kommunikation völlig unterentwickelt war.

Für mein Verständnis sind es nämlich vier Bereiche der menschlichen Kommunikation, die für das Lehrersein von entscheidender Bedeutung sind. Drei davon werden in der Regel an Pädagogischen Universitäten ausführlich unterrichtet:

- Die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler – wie man unterrichtet, wird in fast allen Pädagogischen Richtungen behandelt.
- Die Kommunikation innerhalb eines Schülers – Menschenkunde und Lerntheorien werden als Grundlage für die Didaktik ebenfalls behandelt.
- Die Kommunikation zwischen den Schüler*innen – z.B. in Pear-Tutoring, Lerngruppen und SMV, letzteres sehr weitgehend entwickelt in freien demokratischen Schulen.

Selbst wenn es heutzutage um Mobbing, Schulverweigerung oder andere häufige Phänomene in Schulen geht, werden normalerweise nur diese drei Bereiche der Kommunikation berücksichtigt.

Der vierte Bereich, der entweder vergessen oder zumindest unterbelichtet ist, ist die innere Kommunikation innerhalb des Lehrers selbst.

Mit innerer Kommunikation meine ich die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, Bewertungen, Vorstellungen, möglicherweise auch Inspiration und Intuition, während wir als Lehrer*in im Klassenzimmer stehe.

Erst durch die Arbeit mit vielen, vielen Seminar- und Coachingteilnehmer*innen wurde mir selbst bewusst, dass ich wirkliche Lösungen für die Fragen der Pädagogik vor allem in diesem vierten Bereich gefunden hatte.

Ich will an dieser Stelle nur ein einziges Beispiel anführen für die Magie unserer inneren Kommunikation, im 12 Stufen Mentoring werde ich jedoch aus unzähligen solchen Beispielen schöpfen.

Stell dir vor, du unterrichtest in einer Klasse mit einem autistischen Jungen, der regelrechte Tobsuchtsanfälle bekommt, wenn Du ihn zum Beispiel aufforderst, seine Fehler beim Diktat zu korrigieren; Der manchmal sogar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gegenständen um sich schlägt, wenn Du etwas von ihm willst.

Und stell Dir weiter vor, dass Dir jemand sagt, dass Du nur eine Kleinigkeit an Deiner inneren Haltung ändern brauchst, während Du mit dem Jungen sprichst, dann würde er ohne Probleme tun, was Du ihm sagst. Wärst du skeptisch oder würdest du es zumindest ausprobieren?

Mir ist genau dies passiert und diejenige, die mir prophezeite, dass der Junge tun würde, was ich ihm sagte, wenn ich durch meine innere Kommunikation eine solche innere Haltung entwickeln würde, war Iris Johansson. Als ich dann mit ihrem Vorschlag experimentierte, zeigte sich, dass sie 100% Recht hatte.

Ich bin überzeugt, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin dasselbe entwickeln kann und zum eigenen Wohl und zum Wohle der Kinder auch sollte! In dem 12 Stufigen Mentoring zeige ich Euch, wie auch ihr Eure innere Kommunikation so weit entwickeln könnt. Dabei vermittle ich nicht eine Kommunikationstechnik, sondern eine innere Haltung, die viel universeller wirksam ist als jegliche Technik.

Wenn ihr daran interessiert seid oder jemanden anderen kennt für den dies interessant sein könnte, könnt Ihr den Newsletter abonnieren. Es wird noch 3 weitere Posts zu Struktur und Inhalt des Kurses geben und kurz vor erneutem Kursbeginn könnt ihr dann in einem Live Webinar noch Antworten auf alle offenen Fragen bekommen. Danach endet die Anmeldefrist und es wird losgehen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie Du das Gefühl loswerden kannst, (als Lehrer*in )nicht gut genug zu sein

Eine Frage, die in pädagogischen Seminaren immer wieder auftauchte, war die Frage: „Wie kann ich das Gefühl loswerden, als Lehrer*in nicht gut genug zu sein?“ Manchmal war sie zwar nicht genau so formuliert, lag aber unterbewusst vielen Fragen zu Grunde.

Besonders oft habe ich sie von Waldorfpädagog*innen gehört, die das Gefühl hatten, dem Idealbild eines Waldorflehrers, welches in ihnen durch Studium und Literatur entstanden war, niemals gerecht werden zu können.

In diesem Post möchte ich dich zu einer inneren Reise einaden, um zu untersuchen, wie sehr unsere Gedanken die Erlebnisqualität unseres Alltags beeinflussen.

(Wenn du möchtest, kannst du gleich hier eine Pause einlegen und erst einmal selbst über das Phänomen nachdenken, wie sehr unsere Gedanken unsere Erlebnisqualität von Situationen beeinflussen.)

Zu Beginn lade ich dich nun ein, dir eine Situation in deinem Arbeitsalltag vorzustellen, die du als herausfordernd empfindest. Visualisiere sie und mache sie dir ganz deutlich.

Stell dir zunächst vor, dass du, während du diese schwierige Situation erlebst, den Gedanken in deinem Kopf hast: „Ich sollte eigentlich schon besser sein“ oder „Ich sollte eigentlich schon weiter entwickelt sein und damit kein Problem mehr haben”. Nimm dir einen Moment Zeit, um zu erleben, wie es sich anfühlt, zusammen mit diesem Gedanken im Kopf in dieser Situation zu sein, die du gewählt hast…

In meiner Anfangszeit als Waldorflehrer begleiteten mich solche Gedanken fast täglich. Damals dachte ich, es gäbe einen objektiven Grund für mein Minderwertigkeitsgefühl darin, dass ich Autodidakt war und kein Pädagogikstudium absolviert hatte. Doch später, als ich dann ein vollständiges Pädagogikstudium absolviert hatte, blieben solche Gedanken noch lange meine Begleiter. Jetzt lauteten sie, dass ich doch nun alles können sollte, da ich doch jetzt ausgebildeter Pädagoge sei. In beiden Fällen stand ich also innerlich nicht richtig zu mir als der, der ich war.

Erst viel später bemerkte ich, dass unter meiner Selbst-Infragestellung zum großen Teil richtiggehende Gedankenfehler lagen. Damit meine ich Gedanken, die, wenn ich sie bis zu Ende denke, sich als unsinnig erweisen, die ich aber unbewusst als eine Art Grundlage in mein Denken eingebaut habe, so dass mein gesamtes Denken auf ihnen aufbaut.

Mit Hilfe der Kommunikationskunst Iris Johanssons bemerkte ich dann, dass ich eine innere Einstellung finden kann, in der ich inklusive aller Unvollkommenheit und aller Fehler, die ich hatte und machte, zu mir selbst stehen kann als der, der ich bin. Ab dieser Zeit radelte ich nach einem Schultag meist unbeschwert nach Hause und hatte schlicht mein weiteres Leben vor mir. In den Zeiten davor dachte ich meistens, wenn ich nach der Schule auf meinem Fahrrad saß: „Wahrscheinlich sollte ich lieber doch kein Lehrer sein“.

Wenn du solche Situationen kennst oder aus einem anderen Grund Interesse hast, lade ich dich ein, eine innere Reise zu unternehmen, während du diesen Text liest, auch wenn sich das Lesen eines Textes stark von einem Live-Mentoring unterscheidet. Dort kannst du direkte Fragen stellen und wir können Probleme gemeinsam besprechen. Wenn du dich aber öffnest dafür, dir beim Lesen dieses Textes eine innere Reise zu erlauben, hast du eine bessere Chance, eine ähnliche Art von Transformation zu erleben, wie sie eine lebendige Gruppenerfahrung mit sich bringen kann.

Wenn du also nun solch eine innere Reise tun möchtest, schlage ich dir vor, dich zuerst einmal damit zufrieden zu machen, dass du gerade jetzt an der Stelle sitzt, liegst oder stehst, an der du dich befindest und dir nun Zeit dafür nimmst, diesen Text zu lesen. So dass die Zufriedenheit beim Lesen schon von Anfang an von innen da ist und nicht nach außen verschoben wird, auf den Zeitpunkt nach dem Lesen.

Und nun hinein in die Reise!

Kehren wir zu der Situation zurück, die du dir schon zuvor vorgestellt hast und in der du etwas Schwieriges erlebt hast. Lass sie wieder ganz deutlich vor deinem inneren Auge entstehen.

Dieses Mal möchte ich, dass du einen anderen Gedanken in deinem Kopf versuchst: „Ich bin genauso weit entwickelt, wie ich in diesem Moment sein kann, und ich werde mein Bestes geben, um aus dieser Erfahrung zu lernen.“

Visualisiere dich wieder in dieser Situation und versuche wirklich, dich von diesem Gedanken durchdringen zu lassen. Du kannst ihn sogar ein paar Mal laut aussprechen, wenn du möchtest.

Wie fühlt es sich jetzt an, in dieser Situation zu sein ?

Einer der sehr verbreiteten Gedankenfehler, die ich in diesem Zusammenhang bemerkt habe, ist zu denken, dass man als Lehrer*in, als Eltern, als Mensch weiterentwickelt sein sollte, als man ist.

Als Gedankenfehler bezeichne ich diesen Gedanken, weil unsere Entwicklung ja daher kommt, wie unser bisheriges Leben verlief. Und in jedem Moment unseres Lebens verlief unser bisheriges Leben ja ganz exakt so, wie es verlief! Wenn unsere Entwicklung aber daher kommt, wie unser Leben bis jetzt verlief, ist es nicht sinnvoll zu denken, dass man im jetzigen Augenblick weiter entwickelt sein könnte oder gar sollte als man ist.

Vom aktuellen Zeitpunkt ausgehend kann man sich ja dann vornehmen, alles zu entwickeln, was noch als unentwickelte Anlage in einem vorhanden ist, und dies ist in der Regel noch sehr, sehr viel, da die allermeisten Menschen weit weniger als 20 % ihrer eigenen Kapazität nutzen.

Auch für die Kinder ist es gut, wenn wir Erwachsene in Entwicklung sind, denn gerade dann sind wir ja eine besonders entwicklungs-anregende Umgebung für sie.

Nimm dir einen Moment Zeit und mache hier eine Pause. Lass den Atem ein paar Mal tief strömen, wenn du willst, und erlaube dir, überhaupt nichts zu tun. Vielleicht erlebst du nach der Visualisierungsübung, die wir gerade durchgeführt haben, starke Emotionen und das ist völlig in Ordnung. Die Untersuchung der Gedanken, die wir haben, und wie diese die Erlebnisqualität unseres täglichen Lebens beeinflussen, kann ein emotionaler Prozess sein, und es ist wichtig, sich dafür Zeit zu geben. Wenn du keinen starken emotionalen Zustand hast, ist das selbstverständlich auch völlig in Ordnung.

Ein letzter zu erwähnender Punkt ist, dass aus meiner Sicht die Art und Weise, wie wir über uns selbst und die Welt denken, oft das Ergebnis einer Strategie ist, die wir zu einem früheren Zeitpunkt im Leben entwickelt haben. Wenn wir einen schwierigen Zustand oder Prozess erlebt haben, haben wir uns möglicherweise unbewusst entschlossen, den damit verbundenen Schmerz durch eine clevere Strategie (die sowohl Gedanken als auch Verhalten umfassen kann) zu vermeiden. Wenn wir diese alten Strategien loslassen, haben wir auch die Chance, um das zu trauern, was in der Vergangenheit schwierig war, oder durch unsere aufkommende Wut durchzugehen, damit wir in der Gegenwart freier sein können. Dieser Prozess ist schwer zu durchlaufen, wenn man nur in dieser schriftlichen Form begleitet wird, aber ich erwähne ihn, damit du weißt oder dich erinnerst, dass er möglich und sinnvoll ist.

Wenn du dich bereit fühlst, setze die Reise fort, indem du weiter liest.

Willkommen zur zweiten Station der Gut-Genug-Reise. Hier werden wir das wunderbar interessante Thema „Fehler“ untersuchen!

Im ersten Teil haben wir betrachtet, wie man sich entwickelt und wie es wirklich unmöglich ist, weiter entwickelt zu sein als man gerade ist, on jetzt ab jedoch für die Zukunft noch super viel möglich ist. Daher haben wir immer die Möglichkeit, unseren aktuellen Entwicklungsstand zu akzeptieren und von hier aus mit der Weiterentwicklung zu beginnen. Jetzt werden wir unsere Beziehung zu Fehlern betrachten, um zu sehen, wie sie unsere zukünftige Entwicklungsmöglichkeit bestimmt!

Eine lustige Eigenschaft an Fehlern ist, dass sie bei uns selbst und bei anderen Menschen zu sehr unterschiedlichen emotionalen Reaktionen führen können.

Wenn du davon noch nicht überzeugt bist, kannst du es dir selbst beweisen, indem du dich an eine Situation erinnerst, in der du einen Fehler gemacht hast und infolgedessen jemand wütend, enttäuscht, frustriert oder traurig wurde.

Mir ist es erst heute passiert, dass ich eine Absprache nicht eingehalten habe, wodurch bei jemand anderen eine starke Enttäuschung entstand. Ich war innerlich mit dem Schreiben dieses Textes beschäftigt und hatte offensichtlich nicht richtig zugehört.

Vielleicht kennst du ähnliche Situationen?

Als nächstes schau, ob du dich auch an eine zweite Situation erinnern kannst, in der du einen Fehler gemacht hast, die Reaktion jedoch völlig entgegengesetzt war!

Vielleicht hast du kürzlich eine Klasse unterrichtet und deine Gedanken wanderten dabei ein wenig herum, so dass dir ein falsches Wort in einen Satz flutschte und dies zu großem Gelächter führte?

Meiner Ansicht nach gibt es drei Aspekte, die bestimmen, wie wir und andere unsere Fehler erleben:

- Die Art des Fehlers selbst.
- Das Maß an psychologischer Sicherheit in dem Gruppenkontext, in dem wir uns befinden.
- Unsere innere Beziehung zu Fehlern im Allgemeinen.

Hier beschränken wir uns auf den letzten dieser drei Punkte, da wir diesen ganz direkt beeinflussen können!

Der Gedankenfehler, der sich bei vielen Menschen in diesem Zusammenhang eingeschlichen hat, ist, dass wir bewusst oder unbewusst danach trachten, keine Fehler zu machen. Um zu verstehen, dass dies nicht sinnvoll ist, hilft es, ein wenig philosophisch zu werden:

Das Leben benötigt als Grundlage, dass es Bewegung gibt. Ohne Bewegung – kein Leben. Und die Bewegung benötigt als Grundlage, dass es Unvollkommenheit gibt. Denn ohne Unvollkommenheit gäbe es keinen Grund für Entwicklung und Bewegung. Es macht also Sinn, sich mit der Unvollkommenheit (als Grundlage) des Lebens, inklusive unserer eigenen, zu versöhnen und dann das beste aller Leben zu leben, das mit unserem eigenen So-Sein und den bestehenden Umständen möglich ist, anstatt nach einem Leben ohne Fehler zu trachten.

Was sollen wir aber mit den Fehlern tun?

Ich habe bis jetzt nur zwei konstruktive Möglichkeiten gefunden, mit Fehlern umzugehen:

Manche Fehler können wir berichtigen. Wir hatten zum Beispiel die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten und haben dann die eine davon gewählt. Nach einiger Zeit merken wir jedoch, dass es die falsche war. Nun können wir die Folgen dieses Fehlers auflösen, indem wir alles rückgängig machen, was durch den Fehler entstanden ist. Dann stehen wir wieder an derselben Stelle, wo wir uns falsch entschieden haben, und wählen diesmal die richtige Möglichkeit.

Es gibt aber auch Fehler, die wir nicht zurückdrehen können, weil Folgen daraus entstanden sind, die wir nicht auflösen können. Dann ist das Konstruktivste, dass wir uns vollständig mit einem solchen Fehler versöhnen und so viel wie möglich daraus lernen, so dass wir zumindest bei einer ähnlichen Situation in Zukunft diesen Fehler nicht noch einmal machen. Mehr sind Fehler nicht! Sie sind nur etwas, das wir entweder berichtigen können, oder daraus lernen.

Nachdem wir uns nun allgemein mit Fehlern befasst haben, kann es sein, dass du ein Gefühl der Befreiung erlebst. Denke und fühle, wie schön es ist zu leben, wenn du dir keine Sorgen um Fehler machen musst? Fehler bilden eine endlose Quelle zum Lernen und wer möchte ohne Lernen leben? Ja, einige Fehler verursachen Schmerzen in uns und anderen (und wenn dies geschieht, können wir unser Einfühlungsvermögen nutzen, um zu heilen und zu wachsen, anstatt uns selbst und andere zu bestrafen), wenn wir aber vermeiden wollen, Fehler zu machen, besteht die Möglichkeit, dass wir unser Leben überhaupt nicht vollständig leben.

Du kannst an dieser Stelle vielleicht in dich hineinhorchen und dich fragen, wie’s dir gerade geht und was gerade dran ist. Vielleicht sind es 5 Minuten Pause an der frischen Luft zum Nachdenken oder nichts tun oder direkt weiterlesen.

Da wir uns dem Ende dieser virtuellen Reise nähern, hast du dich vielleicht gefragt, ob es vielleicht eine bessere Reise woanders gibt, oder du hast gedacht, dass diese Reise eindeutig besser ist als andere Online-Reisen, auf denen du warst? Genau darum geht es bei unserem nächsten Halt!

Es gibt nämlich eine weitere Idee, die ich als Gedankenfehler bezeichne, dass wir nämlich glauben, dass wir gut genug seien, wenn wir besser sind als jemand anderes. Die meisten Menschen haben sich solch ein Denken schon in der Schule angewöhnt, wo es grob gesagt darum geht, besser zu sein als der Durchschnitt. Dass dies nur für etwa die Hälfte der Menschen der Fall sein kann, liegt in der Natur der Sache. Dazu kommt noch, dass nur ein kleines Spektrum des Mensch Seins in die schulischen Bewertung mit eingerechnet werden können, weil eben nur ein kleiner Teil des menschlichen Spektrums überhaupt vergleichbar bewertet werden kann. Daraus folgt, dass es nicht so besonders sinnvoll ist, einen solchen Durchschnitt als Maßstab zu nehmen, um unser So-Sein als Mensch zu beurteilen.

Nach meiner Erfahrung führt der Vergleich mit anderen auf diese Weise immer zu innerer Unsicherheit. Ich bin heute vielleicht besser als die andere Person, aber was ist morgen oder nächster Woche? Auf diese Weise können wir zudem das Wachstum der Menschen um uns herum weniger unterstützen, und eine solche Haltung schränkt auch unser eigenes Wachstum ein.

Wenn du feststellst, dass du dich mit anderen vergleichst, ist ein nützlicher Trick, den ich von Iris Johansson gelernt habe, dass du dir klar machst, dass du dich nur dann mit anderen vergleichst, wenn du den Kontakt zu dir selbst und deiner inneren Freude verloren hast. So gesehen können wir unser Vergleichen mit anderen als Signal dafür nehmen, dass wir jetzt innehalten und uns wieder mit uns selbst verbinden sollten.

Jetzt haben wir das Ende unserer virtuellen Reise erreicht. Ich hoffe, es war ein anregender und bereichernder Prozess für dich und ich lade dich ein, mit den oben genannten Gedanken zu experimentieren, zu erleben, wie sie sich anfühlen, wenn du sie in den Körper sinken lässt, und immer mal wieder deine gelebte innere Haltung damit abzugleichen.

Dieser Text steht natürlich allen zur Verfügung. Für diejenigen, die sich für das 12 stufige Mentoring interessieren ist er gedacht als eine Kostprobe aus welcher Art Gedankenhintergrund ich schöpfe.

Im nächsten Text werde ich dann meine Weise Mentor zu sein und die zeitliche Struktur des Mentoring-Kurses darstellen. Im letzten Text folgt noch der Themenüberblick und die finanzielle Seite des Mentorings. Vor dem nächsten Kursbeginn wird es noch eine Live Videokonferenz geben, in der du alle noch offenen Fragen beantwortet bekommst. Und dann beginnt der Kurs mit maximal 30 Teilnehmern.

Weitere Infos und die Möglichkeit, dich für den Newsletter anzumelden findest du hier.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Mentoring Gruppe und Entwicklungsgemeinschaft

Wenn es um die persönliche Entwicklung geht, habe ich paradoxerweise fast immer erfahren, dass die Entwicklung schneller geht und solider ist, wenn sie in einem Gruppenkontext stattfindet.

Aus diesem Grund wollte ich mein 12-Stufen-Mentoring-Programm so gestalten, dass das Lernen und sich Entwickeln eine Gruppenkomponente enthält.

Doch zuerst einmal „Was verstehe ich überhaupt unter Mentoring?“

Ich verstehe darunter im Grunde das, was mir selbst bei meiner eigenen Entwicklung als Mensch und als Lehrer so viel geholfen hat. Ich hatte neben Pär Ahlbom für das menschliche Spiel vor allem zwei Menschen, die ich für mein Lehrer-Sein als meine Mentoren bezeichne, Marcel Desax und Iris Johansson. Bei beiden habe ich erlebt, dass ich regelmäßig nach Gesprächen mit ihnen wieder eine klare Orientierung hatte, wenn ich diese zuvor verloren hatte, oder dass ich plötzlich eine Möglichkeit sah, eine Situation, die ich zuvor von außen gesteuert erlebte, durch meine eigene Kommunikation, innen und außen, selbst gravierend zu beeinflussen oder gar zu wandeln, oder aber dass ich mich nach einem solchen Gespräch bestmöglich auf eine unbekannte Situation vorbereitet fühlte.

Was mich dabei immer überzeugte, war die Tatsache, dass die „Lösungen“, die ich nach solch einem Mentoring-Gespräch gefunden hatte, sich ganz wie meine eigenen anfühlten. Oft entstanden sie nur durch Nachfragen meines Gegenübers direkt in mir selbst. Doch auch wenn Marcel Desax oder Iris Johansson mir etwas vorgeschlagen hatten, wusste ich direkt tief innen, dass es dies war, was ich wollte.

Später, als ich dann selbst von mehr und mehr Menschen um Rat gefragt wurde, übte ich mich in derselben inneren Haltung, die ich bei Iris Johansson oder Marcel Desax erlebt hatte. Aus dieser Haltung helfe ich Menschen, das zu erreichen, wofür sie den Weg nicht sehen, oder das zu entwickeln, wofür sie den nächsten Schritt nicht sehen. Zusätzlich habe ich diese Haltung auch noch durch zwei Ausbildungen bei Iris Johansson vertieft, eine dieser Ausbildungen führte zum „Mentor für Pädagogische Berufe“. Aus dieser Haltung heraus helfe ich Menschen, das zu verwirklichen, was sie von Herzen wirklich wollen.

Im Praktizieren von Mentoring habe ich dann außerdem eine Art von Talent bei mir entdeckt, durch das Menschen oft nur recht wenig von ihrer als schwierig erlebten Situation zu erzählen brauchen, bis ich vor meinem inneren Auge ein klares Bild von der aktuellen Lage und von dem dahinterliegenden inneren Konflikt sehe und durch beides hindurch direkt sehe, wie die Lösung dieses inneren Konflikts aussehen würde und wohin eine solche innerliche Veränderung im Außen führen würde.

Dieses Talent springt bei mir vor allem dann an, wenn jemand mit einer wirklichen inneren Frage zu mir kommt.

Obwohl die Fragen aus jedem beliebigen Lebensbereich kommen können, möchte ich hier einige Beispiele nennen, aus welcher inneren Lage heraus ich Lehrer*innen bisher oft geholfen habe. Vielleicht kennst du ja eine der Folgenden:

Das Gefühl,
mit den Kindern und Jugendlichen nicht ganz in Kontakt zu kommen.

Die Lage,
dass du einfach nicht so machen kannst oder willst, wie du es bei den älteren Lehrern siehst oder von diesen empfohlen bekommst, aber noch nicht ganz deinen eigenen Weg gefunden hast.

Den Mangel,
dass du dich trotz Studium und Praxiserfahrung nicht vollständig auf den Lehreralltag vorbereitet fühlst und da heraus manchmal sogar an deiner Eignung als Lehrer*in zweifelst.

Die Spannung,
dass du regelmäßig unangenehme Situationen erlebest in der Kommunikation mit Kindern, Eltern oder KollegInnen oder von deren Bewertungen beeinträchtigt wirst.

Die Ahnung,
dass Waldorflehrer der schönste Beruf der Welt sein kann, aber du dich oft weit weg davon fühlst, dies in jedem Moment auch so zu erleben.

Das Ideal,
und das Gefühl, dem im Studium oder durch Literatur an dich herangetragenen Idealbild eines guten Lehrers niemals gerecht werden zu können.

Das Mentoring wird zum großen Teil als Einzelarbeit in der Gruppe stattfinden. Dies hat den großen Vorteil, dass jeder eine innere Nebenarbeit machen kann, während ein anderer im Prozess ist. Eine solche Nebenarbeit kann oft sogar intensiver sein als der Hauptprozess desjenigen, der eine Frage gestellt hat.

Eine solche Arbeit innerhalb einer Entwicklunggruppe hat den psychologischen Nebeneffekt, dass man sich mit seinem Entwicklungsbedarf nicht alleine fühlt. In den wöchentlichen Lehrerkonferenzen an Waldorfschulen geschieht oft das Gegenteil: Die meisten Lehrer*innen schützen sich selbst und sprechen eher über ihre Erfolge als über ihre Schwachpunkte. Wenn dann mal jemand von seinen Schwierigkeiten erzählt, wird dies von den Anderen oft so behandelt, dass nach einer möglichst schnellen äußerlichen Lösung gesucht wird, um die Schwierigkeit vor allem im Hinblick auf die Eltern, schnellstmöglich zu beseitigen. Beides führt natürlicherweise zu einer ungeborgenen Atmosphäre.

Die größte Geborgenheit entsteht, wenn wir von Erwachsenen umgeben sind, die sich in Entwicklung befinden. Das Format des 12-Stufen-Mentorings ist genau so angelegt, dass diese Geborgenheit durch eine Entwicklungsgemeinschaft entsteht. Neben den Gruppensitzungen besteht die Möglichkeit in einem internen Gruppenforum schriflich Antworten auf seine Fragen zu bekommen und sich mit anderen Teilnehmer*innen direkt auszutauschen.

Wenn du mehr über diesen Kurs erfahren möchtest, kannst du dich unter hier für den Newsletter anmelden. Über die inhaltliche Struktur des Mentorings und die finanziellen Konditionen wird in Kürze der letzte Post erscheinen. In diesem Post wird auch der Termin für das Live-Webinar angekündigt werden, in dem du noch Antworten auf offene Fragen bekommen kannst. Danach endet die Anmeldefrist und der 12-Stufen-Mentoring-Kurs wird beginnen.

Herzlichen Gruß Dieter Schwartz

Wie ist das 12-Stufen-Mentoring aufgebaut?

Angenommen, du hast beschlossen, deine innere Kommunikation zu entwickeln, um das bestmögliche Leben als Lehrer führen zu können. Was solltest Du entwickeln?

Als ich mir selbst diese Frage gestellt habe, was in meiner eigenen Entwicklung als Lehrer das Wichtigste war, habe ich 12 Bereiche gefunden.

Das 12-Stufen-Mentoring zielt also darauf ab, dass du alle 12 Bereiche meistern kannst. Mit meistern meine ich hier, dass du in jedem dieser Bereiche deine innere Kommunikationsfähigkeit soweit entwickelst, dass du nicht nur mit dem zurecht kommst, was du dir zuvor angeeignet hast, sondern auch eine eigene Lösung finden kannst, wenn etwas völlig Neues oder Unerwartetes in diesem Bereich auftaucht, womit du meist nicht direkt klar kommst, wenn du einem Konzept oder einer Methode nur wie ein „Lehrling“ folgst.

Dass ich diese 12 Bereiche Stufen nenne, meint dabei kein starres System, aber dennoch ist die Reihenfolge bewusst gewählt und die Meisterschaft auf mancher dieser Stufen nach meiner Erfahrung hilfreich für spätere.

Hier kommen nun alle 12 Stufen.

1. Meisterschaft über die eigene Unsicherheit
Wie kann ich Zugang behalten zu meiner vollen Kapazität in Momenten, in denen ich unsicher werde?

2. Meisterschaft über die „kleine“ Sinnhaftigkeit
Wie kann ich ohne Selbstbetrug in jedem Moment meines Lehrerseins einen Sinn darin erleben, was ich tue?

3. Meisterschaft über die verschiedenen Weisen, wie du das Mandat der Kinder bekommen kannst
Für heutige Kinder haben wir als Lehrer, anders als noch vor 30 Jahren, keine Autorität nur dadurch, dass wir die Position eines Lehrers inne haben. Heutzutage brauchen wir, um eine wirkliche Grundlage für unser Lehrersein zu haben, von jedem einzelnen Kind das Mandat, sein Lehrer sein zu dürfen.

4. Meisterschaft über die eigene Wut durch deren Umschmelzung in Lebenskraft
Der eigentliche Sinn von Wut (nicht Aggression) und wie sie uns hilft, den Zugang zu unserer Lebenskraft offen zu halten.

5. Meisterschaft über die Unterrichtsvorbereitung durch das öffnende Vergessen
Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich beim Unterrichten immer irgendwie sicherer war, wenn ich mich gut vorbereitet fühlte. Dann bekam ich durch einen Hinweis von Marcel Desax irgendwann die Idee, dass dieser Zusammenhang zwischen meinem Sicherheitsgefühl und der Länge meiner Unterrichtsvorbereitungszeit gar nicht zwingend besteht, sondern durch etwas darunter Liegendes verursacht wird. Dies führte zu einer großen Befreiung und wahren Kontaktmöglichkeit mit den Kindern.

6. Meisterschaft im Gestalten von Übergängen durch das Verständnis von Flow und die bewusste Produktion von hellem Chaos Was die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Mihaly Csikszentmihalyi über den Flow-Zustand mit dem kreativen und angstfreien Gestalten von Übergängen zu tun hat.

7. Meisterschaft in Elternabenden und Konferenzen durch die Entwicklung der eigenen inneren Kommunikationsfähigkeit
In Situationen der Selbstverwaltung das beste aller Leben leben.

8. Meisterschaft bei Mobbing und destruktivem Verhalten
Mobbing auflösen ohne Strafen, nur durch die Neutralisierung der Atmosphäre und des sozialen Codex.

9. Meisterschaft bei offener Aggression anderer
Die innere Haltung, der innere Prozess und die 3 glasklaren Schritte, die helfen.

10. Meisterschaft beim Umgang mit der Angst und den Blockaden anderer; Kinder, Eltern und Kollegen
Gedankenvoraussetzungen, das Wissen um die Ladung in meinem eigenen Kommunikationsfeld, die Neuprogrammierungs-möglichkeit des Autopilotsystems.

11. Ohne Manipulation die menschliche Entwicklung bewusst beeinflussen durch die Spiegelfunktion des Universums
Beiderseitigkeit, Quantenphysik & Spiraldynamic.

12. Meisterschaft über die Routine und die eigene Sicherheit durch das Balancieren auf dem Seil des Unkalkulierbaren und durch das Spiel
Da die persönliche Entwicklung meiner Erfahrung nach eher in Spiralformen verläuft als in Stufen, habe ich das Mentoring folgendermaßen strukturiert:

In den ersten 12 Wochen des Mentorings durchlaufen wir eine komplette Runde der Spirale. Jede Woche ist also einer der 12 Stufen gewidmet. Es gibt hierzu jede Woche eine 90-minütige Themeneinheit zur jeweiligen Stufe, in der ihr nach meiner Themeneinführung direkt Fragen stellen und Antworten bekommen könnt. Die Aufzeichnung dieser Themeneinheiten stehen den Teilnehmer*innen danach zum vertiefenden Anschauen zur Verfügung. Auf diese Weise kann individuell immer wieder aufgefrischt werden, was einen persönlich am meisten interessiert.

Zusätzlich gibt es eine 60-minütige Frage-und-Antworten-Sitzung pro Woche, in der ihr themenfrei Fragen stellen und Antworten bekommen könnt.

Im Mitgliederbereich der Kurswebseite gibt es außerdem die Möglichkeit, im Forum schriftlich Fragen zu stellen oder auch über Themen mit anderen Kursteilnehmer*innen auszutauschen, Gruppen mit anderen Teilnehmer*innen zu bilden und Direktnachrichten zu schreiben.

Das Mentoring beinhaltet für jede Teilnehmer*in außerdem noch eine 90-minütige Einzelsitzung, die innerhalb der ersten sechs Monate zu einem beliebigen Zeitpunkt angefragt werden kann.

Das Mentoring wird sich im Kern auf sechs Monate erstrecken. Mit Rücksicht auf die Sommerpause sind dies die Monate Mitte April bis Mitte Juli und Anfang September bis Ende November 2021.

Die Kontaktmöglichkeit über das Forum wird insgesamt mindestens 1 Jahr lang bestehen und die Aufzeichnungen der Gespräche stehen ebenfalls mindestens 1 Jahr, nach Möglichkeit sogar unbegrenzt zur Verfügung. Auch die Q&A Sitzungen können auch in der zweiten Kursjahreshälfte bei Bedarf noch angeboten werden, diesbezüglich möchte ich jedoch noch keine Zusage zur Häufigkeit machen.

Nun zum Preis: Wenn ich mein Wert-Preis-Gefühl nach einem angemessenen Preis für solch eine persönliche Entwicklungsmöglichkeit befrage, lande ich bei einem Preis ab 1500€. Wenn ich mein Geldgefühl jedoch nach einem für Waldorflehrer*innen gefühlt leicht bezahlbaren Preis befrage und dabei eine monatliche Zahlweise mit einberechne, lande ich monatlich bei 100-150€, bei einer gesplitteten Zahlweise über sechs Monate also bei einem Gesamtbetrag von 600 bis 900€.

Da dieser Kurs nur einmalig geplant ist, wollte ich ein Preisniveau finden, bei dem alle, die inhaltlich Interesse haben, auch mitmachen können, und durch welches, bei 20 Teilnehmer*innen, meine Grundlebenskosten für die entsprechende Zeit gedeckt sind. Alles zusammen führt zu einem Sonderpreis von 600€, gesplittet in sechs monatliche Zahlungen à 100€ von April bis September.

Wer sich unter diesen Bedingungen schon verbindlich anmelden möchte, kann dies hier gerne tun. Wer zuerst noch an einer Q+A-Sitzung teilnehmen will, kann die entsprechenden Zoom Links hier finden.

Herzlichen Gruß Dieter