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Neue Wege in der Selbstverwaltung

Für die Selbstverwaltung wird ebenfalls nach neuen Wegen gesucht. In einer dezentralen Organisationsstruktur werden Aufgaben in Kreise delegiert, die mit Entscheidungskompetenzen ausgestattet sind. Neue Entwicklungen sollen nicht durch generelle Mehrheitsentscheidungen verhindert werden können, deshalb wurde das soziokratische Verfahren für Entscheidungsfindungen und Konferenzstrukturen übernommen und weiterentwickelt. Gute Erfahrungen hat das ganze Team damit gemacht, Ziele und Konzepte immer wieder an den realen Gegebenheiten neu auszurichten. In der Wirtschaft spricht man bei diesem Prinzip vom ressourcenorientierten «Effectuation» im Gegensatz zum zielorientierten Management. Der deutsche Begriff ist jedoch aussagekräftiger und lautet: Unternehmenskunst. Das ist auf der Ebene der Organisationsentwicklung das Pendant zu dem, was Steiner «Erziehungskunst» genannt hat. Es ist letztendlich eine Kunst, Konzepte erst aus dem erwachsen zu lassen, was konkret vorhanden ist – nicht, weil es so schön, sondern weil es so schwer ist ...

www.loberthal.de

https://handlungspaedagogik.org

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Schulkreis, Die Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, Sommer 2025, Lernen in offener Landschaft, Gut Loberthal entwickelt eine Handlungspädagogik für die Grossstadt, Marcus Erb-Szymanski, S.25 

Handlungspädagogischer Studiengang

Zusammen mit den anderen Handlungspädagogischen Schulen «Hofschule Pente» und «Dorfschule Wismarer Land» hat Gut Loberthal einen dualen Ausbildungsgang entwickelt, der es Studierenden ermöglicht, in zwei Jahren eine waldorfpädagogische Ausbildung mit handlungspädagogischem Profil zu absolvieren. Dazu arbeiten die Studierenden für zwei Jahre als Assistenzlehrer an einer der Schulen mit und absolvieren neben einem wöchentlichen Nachmittagsseminar zusätzlich sechs Blockwochen wechselweise an den verschiedenen Schulen. Diese Blockwochen dienen den Schulen darüber hinaus als gemeinsame Weiterentwicklung und Evaluation des handlungspädagogischen Konzepts, das sich je nach Lokalität auf eigene Weise fortentwickelt. Der Ausbildungsgang wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Software AG Stiftung unterstützt, so dass anfänglich sogar Stipendien für die Studierenden ausgezahlt werden können.

www.loberthal.de

https://handlungspaedagogik.org

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Schulkreis, Die Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, Sommer 2025, Lernen in offener Landschaft, Gut Loberthal entwickelt eine Handlungspädagogik für die Grossstadt, Marcus Erb-Szymanski, S.25 

Bildungsveranstaltungen für Erwachsene

"Die Aufgabe von Hochschulen besteht bekanntlich nicht darin, Studierenden, Theorien, Weltbilder und Handlungsmuster in unfrei lassen der Weise überzustülpen."

"Der Lehrer gibt dem Zuhörer etwas, was kein gedrucktes Buch vermitteln kann. Meiner Ansicht nach müssten die Vorlesung in der Hochschule so eingerichtet werden, dass sie aus dem Innern der berufenen Persönlichkeiten heraus das vermitteln, was kein totes Lehrbuch oder kein toter Leitfaden vermitteln kann. Was aber ein solcher zu bieten vermag, das soll nicht Gegenstand der Vorlesung sein."

"Ich halte es für den größten Reiz des Universitätsunterrichts, dass der Zuhörer weiß: er hat es mit Menschen der Wissenschaft zu tun, die sich geben, wie ihre Persönlichkeit und ihre Wissenschaft es von Ihnen verlangen, und ihre Natur nicht in Unterrichtsregeln einschnüren."

"Der junge Mensch, der zur Universität kommt, will vor allen Dingen nicht unter der Schulmeister Frage leiden, die sich etwa der Lehrer stellte: wie muss ich unterrichten, damit ich in methodischer Folge, meine Sache dem Zuhörer am besten entrichtere! Der junge Mensch will erfahren: wie stellt sich der Mann, dem ich zuhöre, die Philosophie vor, welche Gestalt gibt er ihr, ihrer wissenschaftlichen Natur nach?"

Rudolf Steiner in "Steiners Universitätsbegriff" von Ingo Hoppe, Selbstverlag, S. 19f

"Nicht nur durch Schwärmerei und Phantasterei gehen den esoterischen Schulen der Weißen Loge heute viele Schüler verloren. Unter den fähigsten, die verloren gehen, sind gerade die <<klugen Köpfe>>, auf welche die Schulen angewiesen sind, weil sie die Aufgabe haben, die Menschheit zunächst durch denkerische Einsicht an die Schwelle zur Geist-Erkenntnis heranzuführen. Es ist wahr, dass ein großer Teil von potenziellen und tatsächlichen Schülern - und unter diesen, tragischerweise, auch die ursprünglich aussichtsreichsten - aus den ideellen Mitgliedsbüchern der Weißen Loge wieder ausgestrichen werden müssen. Denn derzeit ereignet sich unter dem Einfluß Ahrimans etwas, was geradezu unvorstellbar anmutet: Es wird so manches Mal die Bewußtseinsseelen-Tätigkeit mit der Hochblüte oder sogar der überreifen Frucht der ahrimanischen Denkschulung verwechselt. So sind gegenwärtig die esoterischen Schulen der Weißen Loge sehr, sehr ausgedünnt. Doch nicht nur dünnen sie aus, weil ihnen diejenigen, die von den ahrimanischen Infiltrationen unmittelbar betroffen sind, verloren gehen, sondern weil solche Menschen mit der Virtuosität ihrer Verstandesseelenkräfte großen Eindruck auf ihre esoterischen Mitbrüder machen und infolge dieses Eindrucks auch noch von den wenigen Übriggebliebenen weitere verloren gehen." 

Judith von Halle: DAS WORT in den sieben Reichen der Menschwerdung - Eine Rosenkreuz-Meditation, Band IV, Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2022, S. 1719

Es brechen sich im Menschen pervertierte Neigungen, sadistische und masochistische Praktiken, ungehindert Bahn. Und sein von Ahriman beeinflusstes Denken wird die Pervertierung seines Fühlens rechtfertigen, indem es - wie zuvor angedeutet - die gesellschaftliche Anerkennung einer Sexualität einfordert und auch erhalten wird, die vom seelischen Empfinden gegenüber dem Anderen, ja erst recht vom Ich-haften Empfinden des Anderen, bewusst abgeschnitten ist. Es wird die Einführung eines verbrieften Grundrechts des modernen Menschen auf persönliche sexuelle Verwirklichung jedweder Art zur gesetzmäßigen Akkreditierung schwarzmagischer Praktiken hinleiten." 

Judith von Halle: DAS WORT in den sieben Reichen der Menschwerdung - Eine Rosenkreuz-Meditation, Band IV, Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2022, S. 1911

Ferien auf dem Stadtbauernhof - Elternbrief 1 bis 5

Tag 1

Liebe Eltern,

schon haben wir den ersten Tag mit euren 13 Kindern zusammen verbracht. Wir starteten direkt mit dem zweiten Frühstück. Mit vollem Bauch machten wir ein Namen-Kennenlern-Spiel. Dabei bekamen wir alle ein Tier zu unserem Namen hinzu.

Nach einer ausführlichen Hofführung verlief unsere tägliche Aufteilung der Kinder in Erntegruppe, Kochgruppe und Kobolde fix, und schon durften die Ersten aufs Feld, unser Mittagessen ernten. Andere fingen an zu schnitzen und hörten erst auf, als die Eltern kamen. Einige tauchten tief in das freie Fußball-, Sandkasten- und Seeschiffrollenspiel ein, erlebten also gemeinsam ausgedachte Fantasie Abenteuerspiele und lachend klassische Teamspiele.

Die Kochgruppe kochte uns Reis mit Gemüse aus dem Garten. Der Reis kam, wie erwartet, am besten an, obwohl es auch bekennende Fans des Gemüses gab, die Nachschlag holten. Nach etwas Aufräumen und weiterem Spielen war es auch schon zwei. Alle erhielten ein Heft, um eine Art Wochentagebuch zu führen, als kleine Erinnerung auch an die noch kommenden vier Tage, bei voraussichtlich - gottseidank - bestem Sommerwetter.

Morgen ist Waldtag. Wir packen den Bollerwagen und kommen erst um zwei Uhr wieder zurück. Gute Schuhe, lieber einen Pulli zuviel für die Kühle im Wald und genügend Proviant sind für den Tag wichtig. Wir besorgen natürlich auch etwas zum Mittagessen. Schluss ist dann wieder um 15 Uhr.

Liebe Eltern, wenn es etwas gibt, was sie uns mitteilen wollen, weil wir es nicht direkt von Ihrem Kind erfahren haben oder Sie uns sonst noch etwas mitteilen wollen, sprechen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns einfach. Wir gehen gerne auf Persönliches ein.

Liebe Grüße und bis morgen

Axel und N.

Tag 2

Liebe Eltern,

heute war Waldtag. Und obwohl es am Sonntag nach zunehmend mehr Sonnenschein aussah, kamen heute morgen graue Wolken aus Westen und ließen tatsächlich einige Tropfen fallen. Wir schlugen fast die Hände über dem Kopf zusammen, aber waren nach den Erfahrungen dieses Sommers schnell dankbar, dass es nicht gleich ein plötzlicher Starkregen war.

Wir packten unsere Sachen, unter der Plane stehend, ein, die Regenjacken aus, und wollten losgehen, da merkten wir, dass noch zwei fehlten. Also machten wir zur Namensauffrischung ein kleines Spielchen in der Wiese und zählten die Regentropfenflecken auf den Jacken. Die beiden kamen um 9 Uhr und wir zogen los, bei einigen fallenden Tropfen.

Am Ende des Feldes hörte es auf zu Regnen. Nach 200 m Wanderung war den meisten in ihren Jacken zu heiß. Der Sommer übernahm wieder. Eine Stunde über holprige Wege durch das Almet später waren wir an unserer Waldstelle.

Dort wurde geschnitzt, eine Holzkugelbahn den Abhang hinunter gebaut, eine Tippi konstruiert, der Berg erklommen, den Hang hinunter gerutscht, eine Höhle erforscht, es wurden Schnecken erschreckt, sich vor Spinnen erschreckt und gemeinsam Brot und Aufstrich zu Mittaggegessen.

Bereits gut ausgepowert machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs gab es frische Brombeeren, Brückensteilwände und viel Zeit für Geschichten und Witze. Unsere vielen Sachen zogen wir im Bollerwagen hinterher. Auf den letzten Meter des Rückwegs stand allen die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben, was niemanden daran hinderte direkt nach der Ankunft wild zu Schaukeln, zu Rennen oder Fußballzuspielen, bis die Eltern kamen.

Ein Hinweis noch: Auf dem Stadtbauernhof gibt es eine Komposttoilette und heute waren wir im Wald. Es gibt immer einige Kinder, die sich anfänglich oder gar nicht trauen, ihr großes Geschäft dort zu machen und daher zu viel über das angenehme Maß zurückhalten. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Die Komposttoilette ist etwas ungewohnt, aber echt Ok. Scheu lässt sich überwinden. Wir ermöglichen gerne persönliche Gespräche und gezielte Betreuung. Niemand sollte Bauchweh bekommen müssen.

Am Mittwoch, dem dritten Tag, werden wir wieder den ganzen Tag auf dem Hof sein und uns dem Bau von Samenbomben, dem Leben der Hühner und weiteren Ernte-, Koch-, und Kobolderlebnissen widmen.

Wir freuen uns auf morgen.

Liebe Grüße

Axel und N.

Tag 3

Liebe Eltern,

schon ist Tag drei vorbei. Und nun scheint der Sommer ja ... aber sagen wir lieber nichts…

Diesen Mittwoch haben wir den ganzen Tag in unserem Basiscamp auf dem Stadtbauernhof verbracht. Wie angekündigt haben einige Samenbomben gebastelt und andere etwas über Hühner und das Ei gelernt, wobei das Gespräch bis in kosmische Höhen reichte: Wer war zuerst da... ? Sie wissen ja…

Eine kleine Gruppe kümmerte sich sogar intensiv um die Hühner in ihrem Stall. Sie ertappten direkt ein Huhn, das just in diesem Augenblick ein Ei legte. Es kullerte huhnwarm in die Hände.

Gemeinsam wurde auch wieder fleißig geschnippelt und gekocht. Heute für Nudeln mit Linsen und allerlei Gemüse. Auf vielen Tellern landeten zwar vor allem Nudeln. Aber nunja. Die Reste konnten wir den angestellten Gärtnern anbieten, die sich sehr bedankten und verkündeten, so fleißige Köche dürften gerne häufiger da sein.

Die ganze Zeit über hatten wir als Betreuer das große Vergnügen eine wunderbar harmonische Gruppe zu erleben, die sehr auf sich acht gab. Mit großen Engagement wurde sogar bei zunehmender Hitze noch Fußball gespielt. Besonders rücksichtsvoll: Alle achteten gemeinsam darauf, Trinkpausen einzulegen, insbesondere für die, deren Gesichter zu glühen begannen.

Andere fuhren nicht nur sprichwörtlich in tiefe Schächte und Stollen ein oder tauchen in ausführlichen Kocherlebnissen im Sandkasten ab. Wir konnten richtig bestaunen, welch kreativen Kräfte sich bei Kindern entfalten, wenn sie in geschütztem Rahmen ihren eigenen momentanen Interessen nachgehen dürfen.

Das spannendste Erlebnis des Tage war jedoch die Ankündigung, einen kleinen Barfuß-Spaziergang durch den Garten zu machen. Hui! Mit so lebendigem Widerstand gegen das Schuheausziehen hatten wir nicht gerechnete. Wir hoffen, dass den Kindern, die sich dann doch barfuß auf die Wiese trauten, das sinnliche Erleben wenigstens langfristig eine wertvolle Erfahrung war.

Der gemeinsame Höhepunkt des Tages war sicherlich die ausführliche Erzählrunde im Schatten eines Baumes. Viele Kinder mussten ihre Witzegeschichten sogar mehrmals erzählen, so begeistert war die Zuhörerschaft. Es war wirklich wundervoll!

Morgen, am Donnerstag, werden wir Kartoffeln auf dem Feuer kochen, mehr über das Leben auf dem Bauernhof lernen, viel mehr Samenbomben basteln und erforschen, welche Spiele bei den Kindern am vierten Tag gut ankommen.

Liebe Grüße

Axel und N.

Tag 4

Liebe Eltern,

heute war Sommer. Endlich! Schon ab 10 Uhr war es richtig warm. Ab Mittag heiß. Die Köpfe glühten, das Wasser floss. Nicht nur in die Kehlen, auch auf Köpfe in Kragen und auf T-Shirts.

Zum Glück war der Tag lang genug und es gab wieder reichlich Gelegenheit, den Stadtbauernhof und seine Natur noch etwas besser kennenzulernen. Einige Kinder sammelten erneut Samen, klitzekleine versteckte Samen von Gräsern und Wiesenblumen. Andere erfühlten ganzkörperlich die saunische Hitze eines Treibhauses, in dem Tomaten reifen und wieder mussten die Hühner versorgt werden.

Zum Mittagessen machten wir ein Feuer, stellten einen Kochtopf drauf und garten darin die Kartoffeln. Über den Tag hinweg wurden Bogen gebastelt, Tierpantomine gespielt und natürlich weiterhin viel geschnitzt.

Für einige war das wichtigste das Training für das große Fußballturnier am Freitag. Oft war es, dass sobald wir die Kinder vom Spielfeld holen wollten, um andere Spiele zu spielen, wild protestiert wurde. Und in jeder freien Minute wurde trainiert. Fast. Zum Glück war die Hilfsbereitschaft weiter groß und sobald Kochgruppe, Erntegruppe oder ein flexibler Kobold gebraucht wurden, eilten die Amtsträgerlein herbei und erfüllten ihre Aufgaben pflichtbewusst und fröhlich.

Heute wurde übringens zum letzten Mal geerntet, denn morgen, am letzten Tag, gibt es das finale Abschlussessen - ohne Gemüse! Ha!

Liebe Grüße

Axel und N.

Tag 5

Liebe Eltern,

heute war der Abschlussfesttag. Bereits vor irgendeiner offiziellen Handlung unsererseits fing das lang ersehnte große Fußballturnier-Finale an. Angesetzt war es auf eine Stunde. Nach gutem Zureden verhandelten wir eine längere Halbzeit, um gemeinsam den Tag zu planen.

Wir fanden zum letzten Mal die flexiblen Helferlein und die Kochgruppe, heute für das Pfannkuchenbacken. Mit den letzten Bissen im Mund rannten alle zurück aufs Spielfeld, Spieler, Kommentatorinnen und Schiri. Nach spannenden Szenen gab es schließlich den Countdown zum Abpfiff. Alle zählten lauthals unten und dann stand das Endergebnis fest. Tja. Ich weiß es nicht mehr. Wir sahen einfach alle jubeln und sich gegenseitig in die Hände klatschen.

Nun liefen einige in der Garten zur letzten Karottenernte, andere machten sich auf, den Hühnern die letzten Eier zu rauben, ein paar malten oder schlüpften in Abenteuerspiele auf der Schaukel, das Springseil wurde geschwungen und Hüpfrekorde wurden aufgestellt.

Zur Kochzeit fanden sich heute besonders viele fleißige Hände zusammen. Sie rührten zwei Kilo Mehl, 10 Eier und ungefähr drei Liter Hafermilch zu einem Teig und fingen an zu backen. Nicht ganz so viele Hände hielten bis zum letzten Teigschluck durch. Dennoch, eineinhalb Stunden später hatten wir einen sehr hohen Turm Pfannkuchen, unfassbar hungrige Kinder und Wetten laufen, wer mehr Pfannkuchen essen könne.

Als es zum Essen kam, war es zehn Minuten fast still. Allen schmeckte es, auch auf Nachfrage, vorzüglich. Die anschließende Spülsession war hinterher besonders heiter. Dem Bedürfnis nach etwas Ruhe folgend zogen sich die Kinder danach in eine selbstgestaltete Nische zurück und lasen sich aus einem mitgebrachten Buch Witze vor. Wir blieben nur ferne Beobachter...

... und räumten auf. Dann gab es noch Eis. So viel, bis die Kinder sagen konnten: "Ich möchte jetzt keines mehr." Im Schatten kamen wir zum Abschlusskreis zusammen. Jedes Kind erzählte davon, was ihm am besten gefallen hatte. Genannt wurden unter anderm der Waldtag, mit der Wanderung und dem Holzkugelbahnbau, das Fußballturnier, das Schnitzen, das Pfannkuchenessen und das freie, eigenständige Spielen, Mitmachen und Zeitverbringen an unserem tollen, vielseitigen Lagerplatz auf dem Stadtbauernhof.

Wir danken allen Eltern, die ihre Kinder diese Woche zur Ferienbetreuung in unsere Obhut gegeben haben und hoffen sehr, dass diese herrliche Sommerzeit auf dem Bauernhof allen reiche Erlebnisse geschenkt hat.

Auf ein Wiedersehen

Liebe Grüße

Axel und N.

Rückmeldungen:

Liebe Frau J, lieber Herr Stirn,

Sie haben unserer Tochter, und den anderen Kindern bestimmt auch, eine wunderbare Woche beschert. Mit einem so liebevollen Blick für das Spannende im natürlich Alltäglichen und mit viel geschützten Raum für den ursprünglichen, kindlichen Spieltrieb! Vielen Dank auch nochmals für das poetische Tagebuch, das sie uns täglich zukommen lassen haben. Gerne möchten wir an entscheidender Stelle für ihre Arbeit und ihr Angebot Werbung machen.

Herzliche Grüße!

U. H. H.

Hallo liebe N., hallo lieber Axel,

wir wollten uns nochmals ganz herzlich bei Euch für die tolle Ferienfreizeit auf dem Stadtbauernhof bedanken, O. und T. hat es riesigen Spaß gemacht!
Ihr habt den Kindern eine sehr entspannte Atmosphäre geschaffen und einen ausgewogenen Mix aus aktivem Erleben und Selbst- und Gruppenbeschäftigung geboten. Uns haben die abendlichen Tageszusammenfassungen mit Fotos total gefreut, denn wir waren sehr gespannt was jeden Tag so los gewesen ist und haben O. sehr gelöchert.

Vielen Dank und viele Grüße

S. und G. P.

Lieber Axel, liebe Nora,

M. war ganz begeistert von der Woche auf dem Stadtbauernhof! Vielen Dank daher (nochmal) an Sie beide, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben! Auch die täglichen Emails mit den Fotos fand ich einfach nur klasse!

Herzliche Grüße

S. G.

Fünf Elemente Erlebniswoche - Elternbrief 1 bis 5

Tag 1

Liebe Eltern

der erste Tag des Ferienprogramms ist rum. Für L und mich als Leitende war er super: Sonnig. Fröhlich. Lebendig. Wir haben gespielt, gegrillt, und uns mit Feuer und Nachhaltigkeit beschäftigt. Aber das Wichtigste: Die Kinder haben viel gelacht. Wir hoffen, es hat ihnen so gut gefallen, dass sie morgen wieder kommen wollen.

Was haben Sie euch erzählt? Was für einen Eindruck habt ihr? Ist etwas besonderes vorgefallen? Teilt uns wichtige Informationen gerne mit.

Morgen widmen wir uns dem Thema Luft. Dazu machen wir eine kleine Radtour und eine größere Wanderung. Ab Mittag werden wir wieder auf der Wiese sein. Dort könnt ihr eure Kinder wieder um 16 Uhr abholen.

Bitte nehmt ausreichend zu essen mit. Wir werden nicht zusammen kochen. (Obst, Kekse, Nüsse haben wir natürlich immer noch :-)

Und packt viel Wasser und einen SONNENHUT ein.

Liebe Grüße

Axel und L.

Tag 2

Liebe Eltern,

am zweiten Tag unserer Ferienwoche waren wir viel unterwegs.

Nach einer kleinen Radtour zur lärmenden, die Luft stark beeinflussenden Autobahn, sind wir zum Kanninchenberg geradelt und von dort zu Fuß auf den Schwarzenbergturm gewandert. Wir hielten an vielen Stationen und stärkten uns, spielten, erlebten den Wald.

Nach anstrengend vielen Stufen genossen wir die Aussicht über einen Großteil des Saarlandes und sahen Greifvögel, die noch von viel höher einen Blick auf die Welt haben.

Auf dem Rückweg verbrachten wir einige Zeit an einem interessanten Waldsee mit vielen verschiedenen Tieren.

Anschließend machten uns einige Meter über heißen Asphalt die erfrischende Wirkung von Wald und sonstigem Grün auf Luft und Temperatur sehr deutlich. Dann radelten wir zurück zur Saarwiese und schon war das Programm vorbei.

L. und ich hoffen, ihr konntet die Kinder zwar erschöpft aber zufrieden wieder zu euch nehmen. Morgen werden wir etwas mehr Radfahren; dafür haben wir heute schon geübt. Das morgige Thema wird Wasser sein - auch wenn das Wasser schon am Montag und heute vielleicht das wichtigste Element war.

Liebe Grüße

Axel und L.

Tag 3

Liebe Eltern,

heute radelten wir mit den Fahrrädern bis zur Staustufe bei Altenkessel, machten dort die dritte Vesperpause und radelten anschließend mit etwas Gegenwind zurück zum Deutsch Französischen Garten, zum Nordausgang hinaus, und durch das Almet wieder zu unserem Lager unter dem Baum an der Saar zurück.

Für diese Runde brauchten wir nur zwei Stunden. Es zwar mit unter etwas anstrengend. Aber in der Zeit von 12 bis 16 Uhr zeigten sich alle Kinder noch kraftvoll und gut gelaunt, beim freien Spielen, und beim Versuch einen funktionierenden Wasserfilter zu bauen, was gar nicht so leicht war. Unsere Erfolg: Wir schafften es, aus schlammigem Flussboden eine fast klare Flüssigkeit zu machen.

Morgen werden wir zum Thema Erde in die andere Richtung radeln und dort das Saarufer und einiges mehr erkunden.

Wenn Sie uns noch etwas mitteilen wollen, schreiben Sie gerne. Ansonsten bis morgen auf dem Parkplatz vor dem Theater.

Liebe Grüße

Axel und L.

Tag 4

Liebe Eltern,

heute haben wir den vierten Tag unseres Ferienprogramms mit dem Thema „Erde“ erlebt. Wir starteten kurz nach 9 Uhr mit den Rädern Richtung Frankreich. An der Grenze, die heutzutage kaum zu bemerken ist, sprachen wir über die großartige Arbeit unserer Vorfahren, dass dies heute möglich ist.

Wir fuhren weiter zur ersten kleinen Schleuse, die im Gegensatz zu der großen bei Altenkessel mickrig erschien. Gegen halb zwölf erreichten wir den großen Spielplatz in Kleinblittersdorf. Mit Picknick, Mountainbiking und Mölki verbrachten wir hier die Zeit und fuhren um halb eins wieder Richtung Saarbrücken zurück.

In St. Arnual bogen wir vom Saarradweg ab, hinein in die Siedlung. Auf dem alten Marktplatz „Unter der Linde“ gab es für jeden zwei Kugen Eis.

Gegen 14 Uhr machten wir uns auf, zurück zum Basislager unter dem Baum. Hier bemerkten wir ein erstes größeres Hindernis: Jans Rad hatte einen Platten. Er musste also schieben, die letzten 500 Meter bis zum Kulturbiergarten. Welch ein Glück! Für morgen kann er eines meiner Räder benutzen, denn Lilith wird morgen leider schon auf dem Weg nach Hamburg sein.

Wir anderen werden uns den letzten Tag dieser Woche gemeinsam dem Thema Mensch widmen und unter anderem in der Stadt gemeinsam Mittag essen; vegan, lecker und auf alle Befindlichkeiten rücksichtnehmend.

Liebe Grüße

Axel und L.

Tag 5

Liebe Eltern,

heute ging der fünfte und letzte Tag unserer Fünf Elemente Woche mit dem Thema Mensch zu Ende. Wir begannen im Yoga-Raum, im Kreis. Dort erarbeiteten wir in einem Gesprächskreis den Übergang von Natur zur von Menschen gemachten Kultur. Wir konnten feststellen, dass alles, was von Menschen Schönes und Gutes gemacht ist, darauf basiert, dass wir friedlich zusammenarbeiten. Wenn wir gegeneinander sind, führt es irgendwann zum Kampf und auch zu Krieg mit nichts als Zerstörung und Leid. Es lohnt sich also, auf die Grundlagen unserer Zusammenarbeit zu schauen. Wir fanden fünf wertvolle Vorraussetzungen für friedliches Zusammensein und beschlossen diese Werte mit in den Tag zu nehmen.

Wieder an der warmen Sommerluft radelten wir hoch zum Schloss und besuchten das historische Museum, in dem Kinder bis 18 Jahre großartigerweise kein Eintritt kosten. Wir erkundeten die alten Burgmauern, begegneten der Geschichte des Saarlandes und wunderten uns über die Entwicklung des Mittelteils des Schlosses. Um aber dieses Bauwerk nicht zur auf Bildern zu sehen, verschafften wir uns im Anschluss, zurück an der Oberfläche des hellen Tages, selbst ein Bild davon; auch von innen.

Zur Mittagszeit stellten wir die Fahrräder in der Stadt ab, liefen zur Futtermeile und bestellten uns vegane Burger und veganen Döner. Fast allen hat es gut geschmeckt. Die, die nicht so sehr begeistert waren, oder einfach noch sehr viel Platz im Nachtisch-Magen hatten, bestellten sich in der nächsten Straße je drei Kugeln Schokoladensein - trotz meiner Empfehlung, die eigene Kapazität für Eis gründlich zu prüfen. Nunja. Vielleicht war es schwierig zu erfühlten, aber das war dann doch mehr Schokoeis, als ein gesunder Körper zu sich nehmen sollte. Allen Anzeichen nach kam jedoch keiner zu Schaden.

Die letzte Phase des Tages verbrachten wir wieder unter unserem Baum, chillten, turnten und spielten. Und dann war Schluss.

Wir sind sehr froh über den Verlauf der Woche und bedanken uns bei den Kindern für die Teilnahme und bei den Eltern dafür, dass ihr eure Kinder zu uns in die Betreuung gegeben habt.

Macht’s alle gut. Und vielleicht sieht man sich ja nochmal hier im schönen Saarbrücken.

Liebe Grüße

Axel und L.

Eine Rückmeldung:

Lieber Herr Stirn und Frau B.,

vielen Dank nochmal für die tolle Woche und Ihr Engagement! M. hat es viel Spaß gemacht und sie bereute Freitag, dass die Woche nun schon vorbei sei. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder.

Herzliche Grüße

J. C.

Das Konzept "Bildung" in einer kurzen Geschichte

Eine Mutter brachte ihren kleinen Sohn zu Mahatma Gandhi. „Bitte Mahatma“, flehte sie. „Sage meinem Sohn, er soll aufhören, Zucker zu essen.“
Der Mahatma besann sich und sagte: „Gute Frau, komm in zwei Wochen wieder mit deinem Sohn.“
Verwirrt bedankte sich die Frau und sagte, sie würde tun, wie ihr genießen.
Nach zwei Wochen kam sie wieder mit ihrem Sohn. Gandhi schaute dem Kleinen fest in die Augen und sagte: „Hör auf, Zucker zu essen.“
Dankbar, aber ziemlich verwundert, fragte die Frau den Mahatma: „Warum sollte ich zwei Wochen warten? Damals hättest du ihm das selbe sagen können.“
„Vor zwei Wochen“, antwortete Ghandi, „habe ich selbst noch Zucker gegessen.“

Eigener Bericht ... und nach der Demo?

Am Wochenende vom 15. bis 17. November fand im ökologischen Schullandheim Spohns Haus im Bliesgau ein besonderer Workshop statt. Zehn Aktivisten von fridays for future Saarland waren zusammengekommen um daran zu arbeiten, was es jenseits des Demonstrierens zu tun gäbe, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Veranstalter Junge Biosphäre und der Landesjungendring Saar e.V. engagierten mich, Axel Stirn, als Leitung für dieses Seminar. Ich schrieb einen Text darüber.

Zu lesen auf den Seiten 6 und 7 im pdf:

https://www.landesjugendring-saar.de/fileadmin/user_upload/Landesjugendring/Info-aktuell/19-3_info_aktuell.pdf
 



Nervös begann ich meine Vorbereitungen viele Wochen vorher. Ich musste herausfinden, auf was ich den Fokus setzen sollte, ohne die Teilnehmenden zu kennen. Es stand in den Sternen, wieviele Menschen sich anmelden würden, welches Alter die Teilnehmenden haben würden und wie deren Bekanntheitsgrad untereinander sein würde. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die politische Bildung und der selbstständige Blick in die Welt lassen viele Themen wichtig sein. Welches wählen?
Nach Rücksprache mit Susanne Speicher, die eine der öffentlichen Personen von fff Saarland ist, entschieden wir uns für die Aspekte: Basiswissen Nachhaltigkeit, Antimanipulationstrainung, Sozialverhalten und Kommunikation. Ob das Seminar den Begriffen Inhalt geben konnte, müssen im Nachhinein die Teilnehmenden selbst beantworten, denn das Seminar war ein Tanz mit dem, was sich zeigen wollte. Meinen roten Faden konnte ich führen. Aber die Schleifen, die er zog, ergaben sich im Arbeitsprozess der Gruppendynamik. Es war ein Experiment. Mit besonderer Kultur. Aber dazu später mehr.

Glücklicherweise fand kurze Zeit vor dem Seminar eine Klausur meiner Arbeitsgruppe t.time.trainings in Freiburg statt. Mit den vier Menschen von t.time arbeite ich seit zwei Jahren an der Entwicklung theaterbasierter Bildungsprozesse für eine nachhaltige Zukunft. Dabei lernen Teilnehmende intellektuell, körperlich und emotional. Wir fanden zusammen, weil wir wissen, dass Menschen, um Wissen und Handeln in Einklang zu bringen, auch ihre Körper in Bewegung bringen müssen. In t.time.trainings fließen darum Elemente der Gewaltfreien Kommunikation, des Circles, und der Theaterpädagogik rund um das Theater der Unterdrückten von Augusto Boal zusammen und erschaffen transformative Bildungserlebnisse, die vielen Menschen sehr gut tun. Meine Kollegen halfen mir dabei, das herauszuarbeiten, was ich als roten Faden für das Seminar durchscheinen lassen wollte.

Mir war klar, dass der Begriff *Theater* viele Menschen abschrecken würde, also erwähnte ich ihn nicht. Die Rückmeldungen zeigten, dass dies eine gute Entscheidung war. "Bei den spielerischen Übungen dachte ich am Anfang oft, was das denn nun solle. Aber dann kam die nächste, darauf aufbauende, und noch eine weitere. In den ausführlichen Reflexionsgesprächen wurde mir klar, wie viel Erkenntnis aus solchen Spielen gewonnen werden kann", gab ein Teilnehmer am Sonntag als Rückmeldung. Mehrere stimmten zu. Ha, dachte ich mir still. Theater ist einfach ein magisches Mittel.

Der Beginn war am Freitag Abend 18 Uhr, mit dem Abendessen. Ein befriedeter Hunger ist die Grundlage für Wohlempfinden. Begleitet wurde das Ankommen von freundlichen Begrüßungsworten: Der neue Bürgermeister von Gersheim Michael Clivot, der Geschäftsführer des Landesjungendrings Georg Vogel und die im Spohnshaus für Bildung zuständige Sylvia Lerchner freuten sich, dem Start dieses besonderen Seminars ihren Segen zu geben.

Dann ging es los. Unerwartet im Stuhlkreis, mit sorgfältig gestalteter Kreismitte und einer Minute Stille. Für einige, erklärten sie hinterher, war das sehr überraschend. Aber sie gestanden auch: Überraschend wohltuend. Anschließend begaben wir uns spielerisch auf die Reise ins gegenseitige Kennenlernen. Dann widmeten wir uns dem Thema *Folgen & Führen*. Bereits die Begriffe führten zu kontroversen Reaktionen. Mit spielerischen Erlebnissen konnten jedoch neue Erkenntnisse wachsen. Gegen 22 Uhr endete das offizielle Programm. Wieder im achtsamen Gesprächskreis und mit einem gemeinsamen Schweigen. Trotz meiner Ankündigung, dass der Samstag ganz schon anstrengend werden würde, wurde der erste Abend erwartungsgemäß recht lang und die neu Gruppe genoss ihr Beisammensein.

Der nächste Tag begann mit dem neu gefunden Ritual. Darauf folgten einige Belebungsspiele für noch müde Geister. Mit der dadurch geschaffenen konzentrierten Atmosphäre erlebte die Gruppe bei einer einfachen Übung, wie herausfordernd achtsame, respektvolle und konstruktive Kommunikation sein kann. Geduld und Langsamkeit offenbarten ihre Kraft und wir brachten neue Qualitäten in menschliche Begegnungen. Eine darauf folgende Tafel-Nummer führte zum Verständnis von Zusammenhängen rund um unsere Produktion von Fleisch und Milchprodukten.

Für die um 11 Uhr geplante Pause hatte sich die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot angekündigt. Moderiert von Georg Vogel kam ein differenziertes Gespräch zustande. Zentrales Thema waren die demokratische Herausforderung Politiker, Schulleitungen und andere Menschen dazuzubewegen, sich für eine lebensbejahende Zukunft und die Ziele von fff einzusetzen, oder zumindest nicht im Wege zu stehen. Das Thema *Folgen & Führen* durchwebte das ganze Gespräch. Ein gemeinsames Foto bei Sonnenschein schloss den erfreulichen Besuch ab.

Am Samstag Nachmittag erforschte die Gruppe Formen der Zusammenarbeit und Motivation. Finale Aufgabe war es, die Ziele von fff mit positiven Emotionen in einem kurzen Auftritt darzustellen. In wieweit dies gelang und Schwierigkeiten dabei deutlich wurden, erlebten die Teilnehmenden in vertrauensvoller Atmosphäre.

Nach dem Abendessen schlossen wir uns an eine der ältesten Traditionen der Menschheit an. Wir kamen zu einem Geschichtenabend zusammen. Wir löschten das Licht und zündeten eine Kerze an. Sie wanderte von Gesicht zu Gesicht, von Geschichte zu Geschichte. Es wurde vorgelesen, erzählt und vorgetragen. Die Offenheit und Rücksicht dieser Runde entwickelte eine Kraft, die alle tief berührte.

Den Sonntag widmete die Gruppe der Frage, wie die Werte dieses besonderen Wochenendes in die Arbeit bei fff einfließen könnten, um dort ihre transformative Kraft zu entfalten.

Die Abschlussrunde war für alle sehr berührend. Dann kam unser letzter Besuch. Journalistin Petra Pabst sammelte Eindrücke und Informationen, um einen Artikel über das Seminar in der Saarbrücker Zeitung zu veröffentlichen.

Allen viel die Verabschiedung schwer. "Wann machen wir das nächste Seminar?" sprachen einige aus. "Die anderen müssen auch so ein Wochenende erleben", meinten die nächsten.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an das ökologische Schullandheim Spohnshaus. Die nachhaltig veganen Mahlzeiten waren wohlschmeckend und nährend. Und die Räume waren optimal.

Georg Vogel sprach mich zwei Tage später auf das Seminar an und meinte, das Seminar sei den Rückmeldungen nach ein ganz besonderes gewesen. Er habe das bei seinen kurzen Besuchen auch gespürt. Er bat mich um eine Erklärung, was ich denn getan hätte.

Es ging mir um die Atmosphäre. Um die Kultur. Denn aktuell leben wir weltweit in einer Kultur der Hetze, der Konkurrenz, umgeben von Ausbeutung und Zerstörung. Ich und viele andere wollen das nicht. Wir wollen zu einer Kultur, die das Leben wertschätzt, liebt und gemeinsam Frieden gestaltet. Doch wie kommen wir dorthin? Ich halte solche Seminare für eine Traingsmöglichkeit. Eine achtsame Kultur kann jeder einzelne Mensch mitgestalten. Nur müssen wir herausfinden, *dass* wir das können und dann lernen *wie* das geht. Diese offene Haltung trug ich in den Workshop hinein. Mit dieser inneren Haltung wählte ich die Methoden. Ich wollte den Teilnehmenden eine Erfahrung ermöglichen, die jenseits von Konkurrenzkampf, von Überzeugungskampf oder Mitläufertum liegt. Es ging mir darum, eine achtsame Kultur lebendig werden zu lassen, in der alte Themen neue Perspektiven erhalten können, allein weil wir uns beispielsweise einfach mal die Zeit nehmen, tief zuzuhören. Sylvia Lerchner fand hinterher die wohl prägnanteste Beschreibung für das, was stattgefunden hatte: "Herzbewegend statt kopffüllend trifft es wohl am besten."