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Boom Festival 2014 - Reclaiming The Earth: Steps towards a Collective Awakening

Das Boom Festival findet seit 1907 alle zwei Jahre in Portugal statt, im Kreis Idanha-a-Nova. Es vereint Musik, Malerei, Skulpturen, Videokunst, Kino, Installationen und Theater. Zuerst als Psytranceveranstaltung geplant, wuchs schrittweise der Platz anderer Medien. Es entstanden eine Kunstgalerie, Raum für natürliche Skulpturen, Straßentheater und Feuertanz. Daneben, im Liminal Village, ist seit einigen Jahren ein großer schattiger Platz für Vorträge, Yoga, Filme, Meditation und Diskussionen.

Der Auftrag des Booms ist es, einen nachhaltigen Ethos zu entwickeln. Es ist weltweit bekannt, weil es nicht der Unterhaltungsindustrie dient, denn entgegen anderer internationaler Festivals dieser Größe bindet Boom sich nicht an einen kommerziellen Sponsor, nicht nur um die Wege von Werbung freizuhalten, sondern auch um die Besucher vor Marketingstrategien zu schützen. Obwohl dies im Allgemeinen als gute Strategie angesehen wird, sprechen sich einige für einen Kompromiss aus, um die Ticketpreise zu senken.

Bereits im Jahr 2004 begann das Boom Festival gezielt umweltfreundlicher zu werden. Dazu gehört die Entwicklung von Toiletten, die ohne chemische Stoffe auskommen, die Behandlung von Abwasser durch Biotechnologie, die Nutzung von Wind- und Solarenergie, Recyclingsystemen und das Angebot von Reinigungs-Kits, einschließlich Taschen-Aschenbechern und Abfallsäcken.

Ich wurde auf das Boom über diesen Vortrag aufmerksam. Er geht an die Nieren, die Leber und vor allem ans Herz.


Vortrag von Max: Boom Festival 2014 - Reclaiming The Earth: Steps towards a Collective Awakening

Die Festival-Webseite

Sein Name ist Guz

Liebe Musiksachverständige: Mein Name ist GUZ!

Wenn sie das noch nicht wussten, dann wird es höchste Zeit, dass Sie sich meinen Namen merken, denn ich habe eine CD gemacht! Ein gutes Album sollte klingen, wie wenn es das Erste wäre: Als hätte jemand 20 Jahre darauf gewartet, der Welt endlich zu sagen, was los ist und dahinter rumpelt eine zu allem entschlossene Band entlang am Abgrund. Natürlich habe ich genau so ein Album gemacht und wenn Sie die CD einlegen, beweise ich es Ihnen! Sie werden sehen: Man braucht nicht mehr als 4 Akkorde für ein Album und für ein Lied reicht auch schon mal einer. Zählen Sie nach! Die Musik nennen wir der Einfachheit halber mal BLUES. Allerdings interessiere ich mich auch sehr für schöne POPMUSIK und STUMPFPUNK. Das sind drei gute Stichwörter, den Rest müssen Sie nun selber herausfinden. Ach ja, die Texte: Fassen wirs mal so zusammen: /"Alles was ich weiss, ist dass ich nichts weiss, aber davon eine ganze Menge!"/ Ich halte mich fern von jeglicher Ideologie und propagiere die entschlossene Ratlosigkeit! Ich gucke den Verrückten und Normalen zu und sehe, dass ich genauso verrückt und normal bin. Ich war schon immer sehr altklug. Ausserdem halte ich mich für sehr witzig.

Also! schieben Sie endlich die CD ein, stampfen Sie rücksichtslos auf den Boden und schreien Sie den Refrain mit! Wenn die Bullen kommen, löschen Sie das Licht und tun Sie so als ob sie nicht da wären!

Olifr M. Guz

Und die Kurzbeschreibung, ebenfalls verfasst von Herrn Olifr M. Guz:

GUZ (*1967) wohnt in Schaffhausen (Schweiz) und hat schon einige CDs gemacht und die Band auf dieser CD ist er selber. Er ist Sänger bei den AERONAUTEN und GUZ nennt er sich, wenn er alleine Musik macht. Daneben ist er noch Theatermusiker und ein bisschen Schauspieler. Nebenbei spielt er noch in einer üblen Bierzeltkapelle namens DIE ZORROS. Und damit es ihm nicht langweilig wird, arbeitet er als Tontechniker und Produzent im STARTRACK TONSTUDIO in Schaffhausen. Noch nie hat ihn jemand ohne ein Buch angetroffen. Der Künstler über die CD

Tophit seit 1.500 Jahren

Seit 1.500 Jahren auf Platz eins der buddhistischen Meditationscharts. Vielleicht ist es auf die Simplizität des Textes zurückzuführen, vielleicht auf das hypnotische Flöten der Klanggitarren, vielleicht auf die metaphysische Ausstrahlung der symphonischen Jodel-Intermezzos, vielleicht ist es aber auch einfach unerklärlich, warum dieser Welthit in allen Klostern Tibets seit über eintausendvierhundertneunundneunzig Jahren rund um die Uhr in allen Sprachen der Welt gesungen wird.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass Rudolf "the Rednose" Steiner den Song im Jahr 1935 ins tänzerische übersetzen ließ. In Namibia gab es daraufhin eine Windrose, die einen Großteil des Landes in eine Gürtelwüste verwandelte.

Nicht nachgewiesen haben amerikanische Wissenschaftler vor einigen Monaten, dass der Song schlechte Laune verbreitet. Deshalb wurde er auch noch nicht verboten, sondern von der internationalen Frühstücksmusikversammlung Anfang des Jahres 2013 auf Toastbrot veröffentlicht.

Ich möchte einen Ausruf anfügen, der zur weltweiten Sammel-Chillung auffordert, dessen Ursprung mir vollkommen unklar ist, mir aber klar ist, dass ich ihn weitergeben muss, wie meine Omani mir gestern im Traum mitteilte: Om Mani Pad Me Hum (Man spreche des tibetischen mächtig: Om Mani Pemme Hung.) - hohoho (auf tibetisch: hoh hoh hoh). Namastee! (Achtung: Nur dreiundzwanzig Minuten ziehen lassen).

Om Mani Pad Me Hum

Guts


Sein erstes Album "Guts - Le Bienheureux" ist schon fünf Jahre alt. Hier heute jetzt im Winter macht es fröhlich. So fröhlich, wie wenn es schon nach Frühling röché - und die real existierenden Stare vor meinem Fenster zwitschern.
Das Debüt-Album des französischen Menschen „Le Bienheureux“ erschien im Sommer 2007 auf Wax On Records. Es ist weltmusisch, zimmer- und barsoundi, mit Elementen aus Jazz, Funk, Hiphop und dem ganzen Kram, der Spaß macht. Einige Songs sind eingängig aber hintergründig. Andere dagegen richtige Sehnsuchtslieder, die man eine Woche lang jeden Tag drölf mal hören muss. Endlich mal wieder Lieblingsmusik!
Irgendwann gründete Guts das Label pura vida, experimentierte viel und veröffentlichte im Jahr 2010 ein weiteres Album "freedom". Ganz eigen, voll von persönlichen Eindrücken, weltweit, melancholisch und nur teilweise lebenslustig.
Mittlerweile gibt es eine neue Single Laisser Lucie faire, die richtig gut ist, und das dritte Album "paradise for all".

Lana del Rey


Ein neuer Star am Retro-Himmel leuchtet. Lana del Rey, eigentlich Lizzy Grant, surft gerade auf der Schaumkrone der Youtube-Welle. Ihrer Musik erinnert uns an glamouröse Stars auf rauchigen Bühnen, an Nina Simone, Betty Davis und Lady Gaga. Sie lässt uns an Tarantinos Soundtracks denken, von lasziven Morcheeba-Früchten träumen und uns eine schüchterne Nancy Sinatra herbeiwünschen. In ihren Videos räkelt sie sich zwischen Super8-Skater-Fetzen und vergilbten privat Aufnahmen im Paparazostyle. Sie selbst ist schwelgerischer 60s-Vintagepop, schmollmundige Sex-Ikone und immer kokett zwischen not-give-a-fuck-Diva und künstlerischer Songwriterin. Sie zitiert Pop, ist Cut-up und flasht.
Anschauen und Anhören!

BOY - mutual friends


BOY klingt nach Blumen, die aus Poren strömen, aus Mündern rauschen und in Ohren ziehen. Blumen, die den Wind ziehen und ihn treiben.

BOY - das sind Sonja Glass aus Hamburg und Valeska Steiner aus Zürich. In Hamburg trafen sie sich, dort musizieren sie zusammen. Letztes Jahr tourten sie durch Deutschland und die Schweiz. Dann fuhren Sie nach Berlin, mit dem neuen Album im Ohr, ins Kinderzimmer von Multiinstrumentalist / Produzent Philipp Steineke und nahmen die Songs auf.

BOY haben auf zwölf Quadratmetern wochenlang konzentriert gearbeitet. Sie haben in der Klangzelle fast alle Instrumente selbst eingespielt und nur für die Drums wurden mehrere befreundete Schlagzeuger eingeladen — unter anderen Thomas Hedlund, von der französischen Band Phoenix. Jetzt klingt ihre Musik so, wie sie es verdient: in Pracht arrangierte, sanfte Songs zum fühlen und sehnen. Mit dem Blick in die Ferne und dem Gefühl von tanzend den Ausblick genießen. Wer der verträumten Welt der Mädchen lauscht, möchte die Arme ausbreiten und eine Schleife über den Dächern der Stadt drehen, über die Felder segeln. Wild und überschwänglich Kreise tanzen. So klingt ungestüm sanfter Pop.

Raus seit: 02.09.2011
Laufzeit: 45:00
Label: Grönland

1. This Is The Beginning 03:31
2. Waitress 03:15
3. Army 03:11
4. Drive Darling 04:25
5. Railway 03:54
6. Waltz For Pony 03:43
7. Boris 03:21
8. Oh Boy 03:38
9. Skin 04:07
10. Silver Streets 05:31
11. July 05:53

Danger Mouse & Daniele Luppi


Das Album Rome beginnt wie ein Film von Sergio Leone: Langsam reisen wir in ein trockenes, weites Land, wo spärliche Gitarrenakkorde wie Böen vorbeiziehen. Jack White leidet als einsamer Cowboy zu Orchestertönen und Nora Jones verschenkt unerreichbare Zärtlichkeit. Gemeinsam entführen sie in streichelnde Einsamkeit.

Das Album hat 15 Tracks, ist nur 35 Minuten lang und man merkt von wem es ist: Danger Mouse macht die Songs außerhalb der gängigen Hörgewohnheiten zu Hits und der Filmkomponist Daniele Luppi gibt den kurzen Songs die epische Tragweite. Denn gerade die gefühlte Länge und die tatsächliche Kürze machen das Album zu einem großen Kunstwerk für anspruchsvolle Ohren. Wer geniale Melodien und Arrangements mag, wird sich verlieben und den Bezug zur Realität verlieren. Zum Glück ist das Album so kurz.

1. Theme Of ‘Rome’
2. The Rose With A Broken Neck (feat. Jack White)
3. Morning Fog (Interlude)
4. Season’s Trees (feat. Norah Jones)
5. Her Hollow Ways (Interlude)
6. Roman Blue
7. Two Against One (feat. Jack White)
8. The Gambling Priest
9. The World (Interlude)
10. Black (feat. Norah Jones)
11. The Matador Has Fallen
12. Morning Fog
13. Problem Queen (feat. Norah Jones)
14. Her Hollow Ways
15. The World (feat. Jack White)

Erotischer Nachtrag

lovage jennifer charles music to make love

Ich habe Gänsehaut. Hatte ich sie vergessen? Vor zehn Jahren war sie in mein Leben getreten, seitdem habe ich sechshundertsiebenunddreißig Mal mit ihr geschlafen und jetzt schon länger nicht mehr an sie gedacht. Was ist los mit mir?

Es geht um das laszive Album Lovage - Music to Make Love to Your Old Lady By, vom Label 75 Ark, aus dem Jahr 2001, auf dem sie singt: Jennifer Charles. Sängerin von Elysian Fields. Lovage war ein Projekt von Dan the Automator, der unter dem Pseudonym Nathaniel Merriweather auch das Projekt Handsome Boy Modeling School gemacht hat. Auf dem Album stöhnt Jennifer Charles mit Mike Patton, dem Ex-Sänger von Faith No More. Kid Koala dreht die Tische und Damon Albarn, Afrika Bambaata, Chest Rockwell und Maseo von De La Soul werkeln mit.

Der Sound ähnelt Trip-Hop mit einfühlsamen Streichern aus den Händen von Meistern des HipHops. Die Scheibe wärmt und betört. Wenn man sie alleine hört, entführt sie die Gedanken in rote, weiche Tempel voller Nymphen und Athlethen, die gemeinsam im Rausch schwimmen. Gurrr!

Cougar - Patriot

cougar patriot album kritik rezension

Die Welt ist rauher geworden: Zero7 wurde als ultimative Beischlafmusik von Cougar abgelöst. Die Instrumentalisten aus Madison, Wisconsin werden vom genialen Label Ninja Tune herausgebracht und drücken den komplexen Rock-Groove einzigartig in Faust und Gehirn. Vollinstrumentale Riff-Monster tanzen Hardcore-Ballett mit Jazz-Drums und verspielten Gitarrenmelodien. Man vergisst, dass es Musik mit Gesang gibt.

Geschichten entstehen und verändern sich so, wie sich die Geschwindigkeit der Songs ändert: rasend, brüllend, schreiend – flüsternd, streichelnd, liebevoll. Das Album ist episch und es spritzt Abwechslung und Freiheit in die Musik, die es etabliert. Dabei schreddert es und kratzt es an den Grenzen zur Elektronik. Und über allem schwebt der hypnotische Hook, der alles durchgroovt. Unerhört ungehört: Tausendmal anhören und immer Neues entdecken.

Raus seit: 2009
Label: Ninja Tune
Genre: Instrumental, Rock, Jazz
Laufdauer: 45:00

1. Stay Famous
2. Florida Logic
3. Rhinelander
4. Pelourinho
5. Thundersnow
6. Heavy Into Jeff
7. Endings
8. This Is AN Affidavit
9. Appomattox
10. Daunte v. Armada
11. Absaroka

TM Juke



TM Juke heißt eigentlich Alex Cowan und ist ein Electro-Pop-Musiker aus Birmingham, GB. Er gehört in die Schublade mit dem bunten Holzgriff, die leicht herausgleitet und beim Schließen anfängt zu leuchten, damit man sie bald wieder öffnet. Sie trägt den Namen des Labels Tru Thoughts. In dieser Schublade liegen im rotem Samt des Elektro-Jazz mit Neosoul Kleidern geschmückt auch Bonobo und Quantic.

TM Juke startete sein Musikerleben mit klassischer Gitarre und Jazz. Früh verband er seine Grundlagen der handfesten klassischen Ausbildung mit den digitaler Laptop-Musik und ergänzte sie durch die kreatives Sampeln.

Ziemlich schnell entwickelte er seine erstaunlichen Fähigkeiten zum Songwriter und Arranger, er wurde ein hinreißender DJ und ein außerordentlich talentierter Producer. Nahtlos mischt er die Gefälligkeit und Wortfülle des tradionellen Jazz mit der cut 'n' paste methode des HipHop und schafft knusprige Beats und einen lebendigen erdigen Sound der besänftigt und dennoch mit faszinierenden Arrangements verblüfft.

Sein Debutalbum Maps From The Wilderness aus dem Jahr 2003 hat alles, was ein wahrhaft großartiges Album braucht, um wieder und wieder angehört zu werden. Darauf mischt er internationale Klänge zu einem auffallend orginalen und dennoch seltsam bekannt erscheinenen Programm.

Im Jahr 2005 beginnt er eine fabelhafte Zusammenarbeit mit der ebenfalls bei Tru Thoughts unter Vertrag stehenden Alice Russel. Mit ihr erarbeitet er ihr erstes Album My Favourite Letters. Dazu nimmt er den folkloristischen und funkadelischen Bauplan seines Debuts und erweiterte die akustische Palette um Elemente aus dem Gospel, Hip Hop, Jazz, Northern Soul, Broken Beat und Elektronik. Dabei destilliert er aus dem wahrhaft schillernden Kaleidoskop der historischen Soul Musik die Essenzen und erschafft eine ergreifend dichte neue Seele.

Im Oktober 2006 veröffentlicht er sein eigenes neues Album Forward, auf dem er mit Jim Oxborrow, Elmore Judd, Naim, Sophie Faricy, Kinny and Alice Russell zusammenarbeitet. Über die engen Grenzen des Studios hinaus tourt TM Juke als DJ mit seiner famosen Live Band: Auch da ist Alice Russell immer dabei. Bei den feurigen Auftritten springt TM Juke mühelos mit rohem Backbone Funk, Soul 45s, Latin, Boogie und den Herzen und Geistern aus aller Welt um. Die unsättigbare Lust am Experimentiren und sein gutes Gehör für hypnothisierende Hooks machen Kategorisierungen überflüssig.

Die jüngste Platte ist eine Zusammenarbeit mit dem Percussionist Jack Baker, der in den letzten Jahren regelmäßig bei TM Jukes und Bonobos Live Bands erschienen ist. Unter dem Namen TM Juke And The Jack Baker Trio, veröffentlichten sie das Album Boto And The Second Liners im September 2008.
Auf diesem entzündlichen Album befindet sich kein ruhiger Song, dafür Grooves, Soul, Swing und Samba, was ein karnevaleskes Fest entfacht und pure Party und Energie ausstrahlt.
Mit auf dem Album sind natürlich auch wieder beachtenswerte Sängerinnen: Alice Russell, Kathrin deBoer von Belleruche und Andreya Triana, und der spanische Sänger Gecko Turner
Nach dem anschließenden Album Pot of Gold von Alice Russel, welches wiederum TM Juke produziert hat, tourte er mit ihr durch die Welt. Inzwischen arbeitet in verschiedenen Projekten und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder etwas von ihm hören.

General Elektriks

general elektriks raid the radio
Als er vierzehn war spielte der Franzose mit dem Namen Hervé "RV" Salters bereits Keyboards und Synthesizers bei lokalen Bands um Paris. Sechs Jahre später hatte er auch die typischen Tasteninstrumente des Funk entdeckt: das Clavinet, das Wurlitzer und die Hammond B-3, die ihn bis heute begleiten.

1999 ging er nach San Francisco. Dort verkabelte er seine Lieblings Keyboards mit einem Computer und einem Mikrophon. Kurze Zeit später zog es ihn nach Seattle und weiter nach Berkeley. Dort fand er Anschluss an die Quannum Crew: Blackalicious, Lyrics Born und DJ Shadow. Mit ihnen trat und nahm er auf - und er veröffentlichte sein erstes GE Album: Cliquety Kliqk - im Jahre 2005.

Nach der Tour für sein eigens Album begleitete er Blackalicious in die Aufnahmestudios und arbeitete mit an deren Album The Craft, welches von den Hörern ziemlich kritisch aufgenommen wurde. Das zweite GE Album entstand in der Zeit danach und wurde im Frühjahr 2008 fertig gestellt. Good City for Dreamers wurde im Februar 2009 veröffentlicht.

Das Album erstellte RV fast komplett in seiner Garage. Man muss sich in dieser Garage wirre psychedelische Sound Orgien vorstellen, bei denen alles verschwimmt und zusammengezogen wird, damit diese Collage der impressionistischen Soundästhetik entsteht: munteres Tastenspiel, warmer Gesang und freizügige Kompositionen schwirren umher. Dazu unterstützen eindrückliche Streicher und elegante Hörner die Gefälligkeit.

Der General Elektriks Sound ist ein Mix aus vintage Funk, HipHop Beats, Noir Riffs, cinematic arrangements, Pop-melodien und dem digitalen Zwinkern, wie es die Band selbst nennt. Das klingt nach viel und klingt auch so: genre-sprengender futuristischer Elektro-Funk mit den feinen Wurzeln im kollektiven HipHop. GE respektiert keine Regeln und entfesselt seine eigene Welt. Dort erzeugen dunkel glänzend roher Groove und keybord-geräuschte Melodien einen Strom, der ultra-energetisch kratzt und an der gewohnten Ästhetik zerrt; der bisweilen sogar launenunabhängig tanzbar ist - zumindest für den Masterkeyborder RV selbst. Denn bei seinen Auftritten mit insgesamt fünf Musikern zappelt und hüpft er hinter seinem Musikspielzeug akrobatisch herum, während seine Finger magnetisch von den richtigen Tasten angezogen werden, um verstörend eingängie Akkorde zu spielen.

La Blogotheque schreibt über die Live-shows: "…the power to bring dead people back to life.“ Das TRAX Magazine sagt: „A true keyboard hero, he is the Angus Young of the Clavinet." Er selbst sieht seine Einflüsse bei Curtis Mayfield, den Beatles, Lou Reed, Prince, Serge Gainsbourg und Radiohead, deren Alben er zu denen zählt, bei denen er immer noch zittert, wenn er sie hört.

Fazit:
General Elektriks steht für einen Mix aus Vintage Funk, HipHop Beats, Cinematic Arrangements und einem digitalen Zwinkern und schafft es anstrengend wirr und eingängig zu sein.

Blundetto - Bad Bad Things



Was ist Blundetto? - das zeigt uns ein nettes kurzes Video auf youtube. Ebenso können wir lernen, wie man Blundetto songs macht, wie man eine Blundetto CompactDisk benutzt und wie 200 Blundetto 7'' Vinyl-Platten signiert werden. Wen das alles nicht interessiert sollte sich SOFORT auf die Musik stürzen und nach Quantic eine noch bessere Reggae-Platte hören: Sie kommt mit der stratosphärischen Stimme von Hindi Zahra, den mal nur sanft hüpfenden General Elektriks und den stolzen Hörnen der Budos Band. Damit hat der Typ mit der großen schwarzen Brille ein abwechslungsreich eingängiges Album geschaffen, das aktuelle Soundkomplexe harmonisch und experimentell mit Reggae verbindet. Was dabei rauskommt geht direkt rein ins Ohr: Ganz durchhören ist angesagt - und niemals eine Spur überspringen.      

Raus seit: 2010
Label: Heavenly Sweetness
Genre: Reggae, Jazz, Soul, Funk
Laufdauer: 44:47

Liederliste:
1. Nautilus with Shawn Lee
2. Voices with Hindi Zahra
3. Mustang with Budos Band Horns
4. Mi Condena with Chico Man
5. Cuban shirt
6. Party Animals with General Elektriks
7. White Birds with Hindi Zahra
8. My One Girl with Lateef The Truthspeaker
9. Ken Park with Tommy Guerrero & Shawn Lee
10. La Carretilla with Shawn Lee & Budos Band Horns
11. Bad Bad Things
12. Sunset Stroll with General Elektriks

Quantic presenta Flowering Inferno - Dog with a Rope


Der Hör-Wurm fiebert. Im Delirium pfeift er sich von europäischen Fesseln frei. Ohne Bindung an gewohnte Musik robbt der Kleine herum und flötet sich rum-schweiß-treibend die Seele herbei, die er mal wieder verloren hatte, im Gedöns des europäischen Tumults.

Quantic hat glücklicherweise gerade die musikalische Seele neu entdeckt. Mit lateinamerikanischer Percussion und jiddisch klingenden Instrumenten, dazu folklorisch schiefer Gesang und kindlich verspielte Melodien, die sich unendlich wiederholen sollen, denn man wird süchtig und robbt mit dem Hör-Wurm zu Reggae, von dem man sich eigentlich vor langer Zeit verabschiedet hat - jetzt ist er glücklicherweise wieder da: reich, gechillt und melodiös verzaubernd. Danke Quantic.

Dringend sich den absoluten Anspieltipp antun!

Liederliste:
1. Dog With A Rope
2. Dub Y Guaguanco
3. Swing Easy
4. Echate Pa’lla
5. Portada Del Mar
6. Cumbia Sobre El Mar - !!!
7. Te Pico El Yaibi
8. No Soy Del Valle
9. Echate Pa’lla
10. Te Pico El Yaibi

Raus seit: 07-2010
Label: Tru Thoughts
Genre: Reggae, Dub, Latin
Laufdauer: 43:48

The Black Keys

Die Black Keys sind zwar keine Brüder, klingen aber so. Sie sind eine perfekt harmonierende, sparsam instrumentalisierte Blues-Rock-Band. Sie rocken, grooven und ziehen mit. Man ist mit ihren Hooks und Riffs bei den Wurzeln des Blues von John Lee Hooker, bei Cream und in der Gegenwart bei den White Stripes. Sie verwenden bekannte Motive, erschaffen aber ein neues Klangerlebnis, was zurzeit einmalig ist.

Das lässige Drumming, die verzerrte Gitarre und der kontrolliert variierende Gesang sind aus einem Guss. Sie sind organisch gewachsen und spielen souverän. Und sie erinnern immer an die Garage der Jugend, in der die beiden vor noch nicht so langer Zeit angefangen haben zu spielen - und heute noch aufgenommen wird. Darum ist ihr Sound so dreckig und wild.

Beim vorletzten Album hat wieder Danger Mouse mitgewerkelt und ohne die Jungs zu verraten, den Sound revolutioniert. Auf dem neuen Album „Brothers“ ist der Sound durchgängig noch satter und auf moderne-altklingenden Bluesrock gemacht, der motownmäßig ist und wie bei ihrem letzen Projekt "Blakroc" gut zu HipHop passt. Diesmal hat Danger Mouse nur den Hit „Tighten Up“ gestaltet hat, der auch heraussticht.

Insgesamt wirkt die Platte popiger als die früheren, ist es aber noch lange nicht. Die erste Hälfte der Platte wird von direkt ansteckenden lauten Bluessongs („She's long gone“) dominiert, die hineingrooven. Die zweite Hälfte ist von purem Soul („Too afraid to love you“) und melancholischerer Stimmung geprägt. Fast alle Songs des Albums handeln von Frauen, die Dan entweder nicht bekommt, noch liebt, nicht lieben kann, die ihn nicht lieben oder er beschützen möchte. Auch sind auf dem neuen Album bei einigen Songs Bass und Orgeln dabei, was den sonst konsequent minimalistischen Black Keys gut steht.

Konzert

14. November 2010, Luxembourg, Atelier. Patrick trägt eine übergroße Breitrandbrille, unsortierte Haare und ein hellblaues Hemd. Dan ist bärtig und hat eine bis oben zugeknöpfte Lederjacke an. Beide tragen Jeans. So sind sie von der Mehrheit der Besucher des ausverkauften Konzerts kaum zu unterscheiden. Der Unterschied ist, dass sich Patrick ans Schlagzeug setzt und Dan die Gitarre in die Hand nimmt und beide ein durchgehend extrem fettes Rock-Konzert abliefern.

Nach einem kurzen Gruß geht es los: Derbe, lässige Bluesgitarre und brachial geschlenztes Schlagzeug. Nach zwei Songs muss Dan seine Lederjacke ausziehen und Patrick nimmt die beschlagene Brille ab. Nach zwei weiteren Krachern fliegen bei Patrick die Schweißtropfen und zerbricht der Drumstick. Dan nagt gnadelos am Mikro und rockt mit rauhem, verzerrten Gitarrensound. Seine Stimme klingt viel besser als früher. Damit bekommen auch alte Songs eine neue Intensität. Und es werden die besten älteren und neue Songs gespielt.

Für die Songs des aktuellen Albums „Brothers“ tauchen sogar zwei Azubi-Black-Keys mit Bass und Keybord auf und ergänzen das geniale Duo. Das Schlagzeug der Black Keys spielt mal leise gefühlvoll im Hintergrund zur Symbiose aus Stimme und Gitarre. Dann wieder drischt Patrick wild und gewaltig auf das Set ein, während Dan eingängige, satte Riffs erschafft und die Gitarre singen lässt. Das Publikum groovt hypnotisiert mit. Die Zeit vergeht wie im Rausch. Sie spielen lang, und doch zu kurz. Der Flow, der Groove, der Blues fahren mit nach Hause - eingeschweißt in jede Zelle. Extrem empfehlenswert!

Grand National

Zurück im Netz und glücklich darüber, das Orginal-Sample zu einem meiner Lieblingslieder gefunden zu haben. Grand National habe ich vor ca. 365 Tagen zum ersten Mal gehört. Seitdem ist es aus dem Teil meiner Musik-Sammlung, den ich sehr häufig höre, nicht mehr wegzudenken. Grand National sind eindeutig eine Band, deren Songs zuerst unauffällig tönen und gelegentlich auch unbedeutend wirken. Nach mehreren Songs fällt allerdings die Vielfältigkeit der Band auf, die von Skarythmen bis zu chillig-melancholischem Rock einiges drauf hat. Eine der extrem chillig-groovigen Perlen ist Peanut Dreams.

Auch laute, wirre, sich dem psychodelicpop nähernde Songs sind dabei. Manche der Songs entfalten ihre Genialität und Perfektion vielleicht erst nach dem dritten Anhören, dann aber hat man die Band schon als Dauergast in seiner Playlist. Was mich heute ein bisschen glücklich macht, ist, dass ich das Orginal zum Peanut Dreams Sample gefunden habe: New York Rock Ensemble - Gravedigger Juché!!

Massive Attack - Paradise Circus (2010)

MASSIVE ATTACK Paradise Circus - Heligoland 2010 von Goodspeech Ich mag sie, diese ruhigen, träumerischen Songs mit den erotischen Frauenstimmen. Diesmal singt Hope Sandoval begleitet von einem melancholischen Klavier und sinnlichen Streichern in einem Stück von Massive Attack. Nach sieben langen Jahren hatten Robert Del Naja und Grantley Marshall offenbar keine Lust mehr, nur Sachen zu löschen, sondern veröffentlichten mal wieder ein ganzes Album. Das neue Album „Heligoland“ kam im Februar 2010 raus.

Auch diesmal ist die Gästeliste der Sänger ziemlich hochwertig. Pop-Sängerin Hope Sandoval, Reggae-Sänger Horace Andy, Tricky, Martina Topley-Bird und Damon Albarn. Übrigens wurde das Album größtenteils in Damon Albarns Studio aufgenommen. Im offiziellen Video dazu erzählt die ehemalige Pornodarstellerin Georgina Spelvin die Story hinter dem 73er Pornoflick „The Devil in Miss Jones“ zu Szenen aus eben diesem Film. Klar, dass das alles andere als jugendfrei ist und darum auch nicht bei Youtube zu sehen ist. Zum offiziellen Video in Full Screen Zum offiziellen Video in Full Screen

Foto von Andre Parks

Lykke Li



Aufnahme aus dem Januar 2009: Lykke Li covert Rick Ross.
mehr bei: nottobereproduced.com

Tm Juke - bees on mars



Das ist mir vor ein paar Tagen begegnet und bis heute hat es sich zu einem Song entwickelt, den ich mindestens einmal am Tag höre. Wenn ich mal wieder ein bischen mehr Zeit habe oder es mich juckt und mein Hirn um Abwechslung fleht, schreibe ich noch ein paar Zeilen zu TM Juke.
Erstmal reinhören, umhören, durchhören und vielleicht, ebenso wie Bonobo, zu den absoluten Helden erklären.

Alice Russell - Lights Went Out

Sonntag, Sonnenstich und Säulen hinter mir gelassen. Sinne frisch und ehrlich. Peinlich, so ein Ausrutscher in die Wirrungen der deutschtextlichen Musiksphären (Siehe Ruben Cosani, Anm. d. Red.) Aber ich bin jetzt auf dem Weg: Keine Peinlichkeit ist zu groß, als dass man sie nicht mit der Weltgemeinschaft teilen könnte. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, das Gefühl der Peinlichkeit auszurotten und in ein paar Jahrzehnten werden wir vergessen haben, dass es so etwas gegeben hat.

Alice Russel - Lights went out

Ruben Cossani

Sonntag morgen. Die Sonne scheint. Kein Flugzeug fliegt. Der Vulkan spuckt. Das Radio spielt. Der Asphalt staubt. Die Autos fahren. Ich stehe. Ich höre Ruben Cossani. Ich mag Ruben Cossani.
Die Band aus Hamburg hat in den letzten Monaten auf fast jeder Bühne in und um Hamburg gespielt und zu sich gefunden. Mit dieser neuen Energie gehen sie jetzt auf Deutschland-Tour. Sie werden alle Songs ihrer zwei Alben aus den letzten zwei Jahren spielen und mit Sicherheit sozusagen fett durchstarten.
Ihre Musik klingt trotz und wegen retro und frisch. Das Gefühl des Pops aus den Sixties, mit aktueller Musikkunst gepaart. Dazu manchmal schwerelos unsinnige Texte oder Lyrik mit politischem Inhalt. Das klingt alles ziemlich leicht, luftig gut und ein bisschen groovt es auch. Ihr mögt's bestimmt.