Erkennen und künstlerisches Schaffen

Das Schlusskapitel der Arbeit "Grundlinien einer Erkenntnistheorie der goetheschen Weltanschauung" von Rudolf Steiner ist das Fazit der Arbeit und argumentiert in Richtung einer neuen Betrachtung von Kunst und Wissenschaft: Wissenschaft das Theorem, Kunst das Problem.

"Unsere Erkenntnistheorie hat das Erkennen des bloß passiven Charakters, den man ihm oft beilegt, entkleidet und es als Tätigkeit des menschlichen Geistes aufgefasst. Gewöhnlich glaubt man, der Inhalt der Wissenschaft sei ein von außen aufgenommener; ja man meint, der Wissenschaft die Objektivität in einem um so höheren Grad wahren zu können, als sich der Geist jeder eigenen Zutat zu dem aufgefassten Stoff enthält.

Unsere Ausführungen haben gezeigt, dass der wahre Inhalt der Wissenschaft überhaupt nicht der wahrgenommene äußere Stoff ist, sondern die im Geiste erfasste Idee, welche uns tiefer in das Weltgetriebe einführt, als alles Zerlegen und Beobachten der Außenwelt als bloßer Erfahrung. Die Idee ist Inhalt der Wissenschaft. Gegenüber der passiv aufgenommenen Wahrnehmung ist die Wissenschaft somit ein Produkt der Tätigkeit des menschlichen Geistes.

Damit haben wir das Erkennen dem künstlerischen Schaffen genähert, das ja auch ein tätiges Hervorbringen des Menschen ist. Zugleich haben wir aber auch die Notwendigkeit herbeigeführt, die gegenseitige Beziehung beider klarzustellen.

Sowohl die erkennende wie die künstlerische Tätigkeit beruhen darauf, dass der Mensch von der Wirklichkeit als Produkt sich zu ihr als Produzenten erhebt; dass er von dem Geschaffenen zum Schaffen, von der Zufälligkeit zur Notwendigkeit aufsteigt. Indem uns die äußere Wirklichkeit stets nur ein Geschöpf der schaffenden Natur zeigt, erheben wir uns im Geiste zu der Natureinheit, die uns als die Schöpferin erscheint. Jeder Gegenstand der Wirklichkeit stellt uns eine von den unendlichen Möglichkeiten dar, die im Schoße der schaffenden Natur verborgen liegen. Unser Geist erhebt sich zur Anschauung jenes Quelles, in dem alle diese Möglichkeiten enthalten sind.

Wissenschaft und Kunst sind nun die Objekte, denen der Mensch einprägt, was ihm diese Anschauung bietet. In der Wissenschaft geschieht es nur in der Form der Idee, das heißt in dem unmittelbar geistigen Medium; in der Kunst in einem sinnenfällig oder geistig wahrnehmbaren Objekte. In der Wissenschaft erscheint die Natur als «das alles Einzelne Umfassende» rein ideell; in der Kunst erscheint ein Objekt der Außenwelt dieses Umfassende darstellend. Das Unendliche, das die Wissenschaft im Endlichen sucht und in der Idee darzustellen sucht, prägt die Kunst einem aus der Seinswelt genommenen Stoffe ein. Was in der Wissenschaft als Idee erscheint, ist in der Kunst Bild. Es ist dasselbe Unendliche, das Gegenstand der Wissenschaft wie der Kunst ist, nur dass es dort anders als hier erscheint. Die Art der Darstellung ist eine verschiedene. Goethe tadelte es daher, dass man von einer Idee des Schönen spricht, als ob das Schöne nicht einfach der sinnliche Abglanz der Idee wäre.

Hier zeigt sich, wie der wahre Künstler unmittelbar aus dem Urquell alles Seins schöpfen muss, wie er seinen Werken das Notwendige einprägt, das wir ideell in Natur und Geist in der Wissenschaft suchen. Die Wissenschaft lauscht der Natur ihre Gesetzlichkeit ab; die Kunst nicht minder, nur dass sie die letztere noch dem rohen Stoffe einpflanzt. Ein Kunstprodukt ist nicht minder Natur als ein Naturprodukt, nur dass ihm die Naturgesetzlichkeit schon so eingegossen wurde, wie sie dem Menschengeist erschienen ist. Die großen Kunstwerke, die Goethe in Italien sah, erschienen ihm als der unmittelbare Abdruck des Notwendigen, das der Mensch in der Natur gewahr wird. Ihm ist daher auch die Kunst eine Manifestation geheimer Naturgesetze.

Alles kommt beim Kunstwerke darauf an, inwiefern der Künstler dem Stoffe die Idee eingepflanzt hat. Nicht was er behandelt, sondern wie er es behandelt, darauf kommt es an. Hat in der Wissenschaft der von außen wahrgenommene Stoff völlig unterzutauchen, so dass nur sein Wesen, die Idee zurückbleibt, so hat er in dem Kunstprodukte zu verbleiben, nur dass seine Eigentümlichkeit, seine Zufälligkeit vollkommen durch die künstlerische Behandlung zu überwinden ist. Das Objekt muss ganz aus der Sphäre des Zufälligen herausgehoben und in jene des Notwendigen versetzt werden. Es darf im Kunstschönen nichts zurückbleiben, dem nicht der Künstler seinen Geist aufgedrückt hätte. Das Was muss durch das Wie besiegt werden. Überwindung der Sinnlichkeit durch den Geist ist das Ziel von Kunst und Wissenschaft. Diese überwindet die Sinnlichkeit, indem sie sie ganz in Geist auflöst; jene, indem sie ihr den Geist einpflanzt. Die Wissenschaft blickt durch die Sinnlichkeit auf die Idee, die Kunst erblickt die Idee in der Sinnlichkeit.

Ein diese Wahrheiten in umfassender Weise ausdrückender Satz Goethes mag unsere Betrachtungen abschließen: «Ich denke, Wissenschaft könnte man die Kenntnis des Allgemeinen nennen, das abgezogene Wissen; Kunst dagegen wäre Wissenschaft zur Tat verwendet; Wissenschaft wäre Vernunft, und Kunst ihr Mechanismus, deshalb man sie auch praktische Wissenschaft nennen könnte. Und so wäre denn endlich Wissenschaft das Theorem, Kunst das Problem.»"

Grundlinien einer Erkenntnistheorie der goetheschen Weltanschauung - GA 002 - Seite 102

Ist das Saarland unabhängig?

Hier betone ich extra: Texte, die ich reblogge, geben nicht ausschließlich meine Meinung wieder. Den Inhalt dieses Textes fand ich lustig und denke, was wäre, wenn das stimmt?

Saarland und Berlin sind nicht Teil der BRD
Neuheiten - Zum Thema Wahlen
von Arne Freiherr von Hinkelbein 


In den vergangenen Jahren haben alle Inhaber deutscher Ausweispapiere mit dem Eintrag "DEUTSCH" ab dem 18. Lebensjahr wählen dürfen, obwohl die Gesetze dies nicht vorsehen. Demzufolge sind auch aus diesem Grund alle Wahlen ungültig und nichtig.

Doch auch das Grundgesetz selbst läßt erkennen, daß es keinen legitimierten Bundestag und damit auch keinen legitimierten Gesetzgeber geben kann. So heißt es im Art. 144 (2) GG:

"Soweit die Anwendung dieses Grundgesetzes in einem der in Artikel 23 aufgeführten Länder oder in einem Teile eines dieser Länder Beschränkungen unterliegt, hat das Land oder der Teil des Landes das Recht, gemäß Artikel 38 Vertreter in den Bundestag und gemäß Artikel 50 Vertreter in den Bundesrat zu entsenden."

Im Art. 23 GG sind jedoch keine Länder aufgeführt und benannt. Folglich gibt es auch keinen Bundestag, der rechtmäßig im Sinne der verfassungsgebenden Ordnung dem Bonner Grundgesetz zusammen gesetzt ist. Wie auch immer dies zu werten ist, Vertreter aus der ehemaligen Ostzone können keinen Zugang zu den Parlamenten haben.
Ebenso Vertreter des Saarlandes und von Berlin.

Das Saarland trat bekanntlich durch eine Volksabstimmung im Jahre 1955 im Jahr 1957 der Bundesrepublik Deutschland politisch bei. Die Gesetze, die diesen Beitritt regelten wurden mit dem zweiten Bundesbereinigungsgesetzes vom 23.11.2007 aufgehoben und wie folgt vermerkt:

Artikel 1 Aufhebung des Gesetzes über die Eingliederung des Saarlandes (101-2) LINK

"Das Gesetz über die Eingliederung des Saarlandes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 101-2, veröffentlichten bereinigten Fassung wird aufgehoben."

Artikel 2 Aufhebung des Gesetzes zur Einführung von Bundesrecht im Saarland (101-3)

"Das Gesetz zur Einführung von Bundesrecht im Saarland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 101-3, veröffentlichten bereinigte Fassung wird aufgehoben."

Das Saarland ist nicht mehr in den Bundesländern eingegliedert und es gilt auch kein Bundesrecht mehr im Saarland.

Auch für Berlin gibt es keine Zugehörigkeit zum Bundesgebiet:

Zur Direktwahl der Berliner Vertretungen zum Bundestag und ihr volles Stimmrecht im Bundestag und im Bundesrat finden wir wörtlich: (Bundesgesetzblatt 1990, Teil I S 1068).

"Die Haltung der Alliierten, daß die Bindungen zwischen den Westsektoren Berlins und der Bundesrepublik Deutschland aufrechterhalten und entwickelt werden, wobei sie berücksichtigen, daß diese Sektoren wie bisher KEIN Bestandteil (konstitutiver Teil) der Bundesrepublik Deutschland sind und auch weiterhin NICHT von ihr regiert werden, bleibt unverändert."

Daher werden bundesdeutsche "Gesetze" (Geschäftsanordnungen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes als Treuhänder der Alliierten) weiterhin in Bonn ausgegeben. Berlin hat nur repräsentativen Charakter und bleibt daher weiterhin Vier-Sektoren-Stadt.

1.) BGBl. 1990, Teil I, Nr. 27, S. 1068, ausgegeben zu Bonn am 20. Juni 1990
2.) BGBl. 1990, Teil II, Nr. 36, S. 1273-1276, ausgegeben zu Bonn am 2. Oktober 1990
3.) BGBl. 1990, Teil II, Nr. 42, S. 1386-1389, ausgegeben zu Bonn am 9. November 1990

Juristisch gesehen ist das zur Wahl gehen, Beihilfe zum Verfassungsbruch und das Drucken und Aufstellen von Wahlplakaten Anstiftung zum Verfassungsbruch.

Die Links-Rechts-Verwirrung (Mausfeld bei den NachDenkseiten)

"Die NachDenkSeiten beschäftigen sich von Beginn an mit dem Thema Manipulation und mit der Frage, wie man sich davor schützen kann. Ein großer Experte dafür ist auch Professor Mausfeld. Ihn hatten wir im vergangenen Sommer mit den NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern bekannt gemacht. Jens Wernicke hat ihn jetzt aus aktuellem Anlass ein zweites Mal für die NachDenkSeiten interviewt. Der Text auf den Nachdenkseiten

Sind viele Linke nicht eigentlich verkappte Faschisten? Und viele Rechte nicht furchtbar progressiv? Ja, ist die Unterscheidung von links und rechts daher nicht schon lange überholt? Das könnte man glauben, wenn man die Nazi-Demagogie betrachtet, die zurzeit durch das Internet schwappt. Oder die Leitartikel des Mainstreams verfolgt. Sahra Wagenknecht etwa sei eigentlich rechts, ja, nahe bei AfD und NPD. Und die CDU in den letzten Jahren so weit nach links gerutscht, dass sie längst sozialdemokratisiert sei und ihre „konservativen Werte“ verloren habe. Worum geht es bei dieser Demagogie? Welche Ziele verfolgt und Interessen bedient sie? Hierüber sowie über die Mechanismen der diesbezüglichen Gegenaufklärung und Manipulation sprach Jens Wernicke mit dem Kognitionsforscher Rainer Mausfeld, der klar analysiert und benennt, worum es bei all den Nebelkerzen und der damit intendierten Verwirrung tatsächlich geht: unseren Geist zu vernebeln und Kritik am immer grausamer betriebenen „Klassenkrieg“ von Reich gegen Arm, den inzwischen selbst der Milliardär und Starinvestor Warren Buffet als solchen benennt, unmöglich zu machen.

Herr Mausfeld, soeben wurde ein wirklich sehenswertes Video-Interview mit Ihnen veröffentlicht, in dem Sie zu den Methoden und Auswirkungen der alltäglichen Indoktrination sowie zur Frage, wie man sich selbst aus der alltäglichen Ohnmacht zu befreien vermag, Rede und Antwort stehen. Aber sagen Sie mir: Wenn Medien dazu dienen sollen, die Bevölkerung über gesellschaftliche Dinge zu unterrichten, was bedeutet es dann, die Funktionsweise von Medien zu durchschauen und Indoktrination zu erkennen? Warum ist dies für den „normalen Menschen“ von Belang und wie kann er dies überhaupt leisten?

Medien stiften Gesellschaft und schaffen und formen erst unser Bild von der gesellschaftlichen und politischen Realität. Sie schaffen gemeinsame Denkräume, helfen Erfahrungen in Sinnzusammenhänge zu integrieren und stiften durch eine Synchronisation der Aufmerksamkeit gemeinsame Erfahrungen. Daher sind sie ganz zentrale Instrumente zur Organisation und zur Ausübung von politischer Macht.
Folglich gehen politische Kämpfe zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen stets mit Bemühungen einher, Zugriff auf die Medien zu gewinnen. Da jedoch die Einstiegs- und Betreiberkosten im Bereich der Massenmedien sehr hoch sind, ist es nicht überraschend, dass sie sich überwiegend im Besitz von Konzernen oder Multimillionären befinden und somit deren politische Weltsicht und Interessen zu vermitteln suchen.
Dieser Tatsache muß man sich täglich beim Lesen von „Nachrichten“ bewusst sein, um nicht der naiven Vorstellung zu verfallen, dass Medien uns über die gesellschaftliche Realität unterrichten würden. Die Leitmedien ebenso wie die Massenmedien sind Geschäftsmodelle und dienen so wenig der Vermittlung von „Wahrheit“, wie die Pharmaindustrie der Förderung der Volksgesundheit dient. Indoktrination gehört zum Wesenskern von Medien.

Wir werden also täglich manipuliert?

Der Wert spiritueller Ressourcen

Spirituelle Ressourcen sind alle Fertigkeiten, Fähigkeiten, Eigenschaften und Haltungen, welche eine Verbundenheit mit der Natur, den Mitmenschen, dem Selbst, einem höheren, geistigen Wesen, Gott erlebbar machen und die ein Mensch prinzipiell aktivieren kann, um mit seinem Leben angemessen umzugehen und sich wohlzufühlen. So wie Ressourcen allgemein, liefern auch spirituelle Ressourcen die Motivation und Kraft, Ziele zu erreichen. Spirituelle Ressourcen sind zwar prinzipiell unverfügbar, weshalb sie nicht wie materielle Ressourcen ausbeutbar sind, können aber durch spirituelle Praktiken „angezapft“ werden.

Ein wesentlicher Unterschied z.B. zu profanen Entspannungsübungen ist aber, dass spirituelle Praktiken absichtslos durchgeführt werden sollen. Ihr Ziel ist also nicht die Gesundheit! Ihre diesbezügliche Wirkung kann deshalb als positive Nebenwirkung aufgefasst werden, die den (schulischen) Alltag meistern und schwierige Situation so sehen lässt, wie sie wirklich sind. Dies beinhaltet auch Emotionen wie Angst. Gesunde Spiritualität, welche spirituelle Ressourcen zeitigt, ist keine Weltflucht, sondern macht kommunikations-, konflikt- und letztlich wirklichkeitsfähiger.

FORUM Schulstiftung.
Zeitschrift für die Katholischen Freien Schulen der Erzdiözese Freiburg.
Ausgabe Nr. 64, Juli 2016, 26. Jahrgang
Autor: Manfred Riegger
Artikel: Lehrende an katholischen Schulen - gesünder durch Spiritualtität

Der magische Mensch und sein Werden


Januar 1951
B L Ä T T E R  F Ü R .
A N G E W A N D T E  O K K U L T E
L E B E N S K U N S T
v o n  G R E G O R I U S

Es ist immer wieder wichtig, auf die große Zielsetzung des Neophiten hinzuweisen, dass er sich innerlich völlig wandeln soll. Nie darf er vergessen, die große Wandlung des geistig unfreien Menschen in den geistig hochgepolten, unabhängigen, magischen, esoterischen Menschen zu erstreben. Seine geistige und magische Durchbildung muß fortgesetzt werden. Jedes Zeitalter schafft sich seine eigenen Menschentypen. Der Neophit soll aus geistiger Erkenntnis heraus sich freiwillig der Umprägung stellen, die ihn zum Typus des Wassermann-Menschen formt.

Das kommende Wassermannzeitalter ist nicht nur ein Zeitalter der Technik, der Elektrizität und der Maschine, die nur sein Beginn ankündigen, sondern ein Zeitalter der Strahlungskräfte. Wir stehen vor gewaltigen Umwälzungen und einem riesigen Aufstieg menschlichen Geistes und Wissensdranges. Dieser Zeitraum von 2160 Jahren gliedert sich in mehrere Epochen.

Alles ist fließend, aber in- und untereinander verbunden. Dieses muß der Neophit sehen lernen, ungetrübt und frei von den großen suggestiven Beeinflussungen, die immer stärker die Welt als Begleiterscheinungen der großen Umwälzungen durchfluten. Dann wird er auch die Marktsteine in der Menschheitsgeschichte erkennen und bewußt mit erleben.

Er soll nicht nur einseitig politisch schauen oder nur wirtschaftlich denken. Dieser historisch-politische und wirtschaftliche Aufbau ist eine Sache für sich und soll Politikern und Wirtschaftlern überlassen bleiben. Aufgabe des Esoterikers ist aber, das geistige Reifen der Menschheit in den großen Zusammenhängen zu erfassen und zu studieren.

Jede Epoche wird getragen von einem geistigen Impuls. Man muß erkennen, ob dieser Impuls göttlichen oder dämonischen Ursprunges ist. Jedes Zeitalter hat ganz bestimmte Vertreter und Führer. Es ist nötig, unterscheiden zu lernen, welchem Prinzip diese mehr oder weniger starken Persönlichkeiten angehören, ob sie den Aufstieg oder Abstieg wollen, ob sie die Menschheitsevolution vorwärts treiben oder hindern, ganz gleich, ob sie bewußt oder unbewußt handeln, denn sie sind alle doch nur Werkzeuge höher gelagerter kosmischer Kräfte. Hier die primären Wurzeln zu erkennen, ist wichtig und nötig. So wurde kurz nach dem ersten Weltkrieg eine kleinere geistige Epoche von einem Fünfgestirn hervorragender Persönlichkeiten getragen:

Wir gegen den Neoliberalismus

"Was können wir konkret machen? Es wird sehr schwierig. Wir haben - was Gramsci sagt - den Pessimismus des Intellekts, aber den Optimismus des Willens. Mehr haben wir nicht.

Der Optimismus des Willens heißt: wir müssen bereit sein, unseren Willen, unsere Entschlossenheit zu artikulieren, inhumane Zustände zu ändern - als Teil eines Gegenprojekts gegen die neoliberale Indoktrination und die Verformung des Selbst.

Kognitiv heißt das: das explizite Ziel des Neoliberalismus, die induzierte Ignoranz überwinden. (Heute Abend noch Philip Mirowski lesen.)

Sozial heißt das: die tiefgehende Fragmentierung sozialer Beziehungen überwinden.

Affektiv heißt das: induzierte Fragmentierung des Selbst und Falsch-Identitäten überwinden. Das ist eine ganz schwierige Sache. Das steckt uns so tief in den Knochen, dass wir gar nicht wissen, wie tief das geht.

Wir müssen Wesen und Funktionsweise neoliberaler Indoktrination erkennen und

die Asymmetrie des Wissens, das die Eliten über uns haben und das wir über uns haben, versuchen zu reduzieren."

Textquelle: https://linkezeitung.de/2016/05/12/warum-schweigen-die-laemmer/

Vortrag zum Anhören: Prof. Mausfeld Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie.

Stefan Zweig: Das typische Lebensziel des jüdischen Menschen

Im Allgemeinen wird angenommen, reich zu werden sei das eigentliche und typische Lebensziel des jüdischen Menschen. Nichts ist falscher. Reich zu werden bedeutet für ihn nur eine Zwischenstufe, ein Mittel zum wahren Zweck und keineswegs das innere Ziel.

Der eigentliche Wille des Juden, sein immanentes Ideal ist der Aufstieg ins Geistige, in eine höhere kulturelle Schicht. Schon im östlichen orthodoxen Judentum, wo sich die Schwächen ebenso wie die Vorzüge der ganzen Rasse intensiver abzeichnen, findet diese Suprematie des Willens zum Geistigen über das bloß Materielle plastischen Ausdrucks: der Fromme, der Bibelgelehrte gilt tausendmal mehr innerhalb der Gemeinde als der Reiche; selbst der Vermögendste wird seine Tochter lieber einem bettelarmen Geistesmenschen zur Gattin geben als einem Kaufmann.

Diese Überordnung des Geistigen geht bei den Juden einheitlich durch die Stände; auch der ärmste Hausiere, der seine Packen durch Wind und Wetter schleppt, wird versuchen, wenigstens einen Sohn unter den schwersten Opfern studieren zu lassen, und es wird als Ehrentitel für die ganze Familie betrachtet, jemanden in ihrer Mitte zu haben, der sichtbar im Geistigen gilt, einen Professor, einen Gelehrten, einen Musiker, als ob er durch seine Leistungen sie alle adelte.

Unbewusst sucht etwas in dem jüdischen Menschen, dem moralisch Dubiosen, dem Widrigen, Kleinlichen und Ungeistigen, das allem Handel, allem bloß Geschäftlichen anhaftet, zu entrinnen und sich in die reine, die geldlose Sphäre des Geistigen zu erheben, als wollte er - wagnerisch gesprochen - sich und seine ganze Rasse vom Fluch des Geldes erlösen.

Darum ist auch fast immer im Judentum der Drang nach Reichtum in zwei höchstens drei Generationen innerhalb einer Familie erschöpft, und gerade die mächtigsten Dynastien finden ihre Söhne unwillig, die Banken, die Fabriken die ausgebauten und warmen Geschäfte ihrer Väter zu übernehmen.

Es ist kein Zufall, dass ein Lord Rothschild Ornithologe, ein Warburg Kunsthistoriker, ein Cassirer Philosoph, ein Sassoon Dichter wurde; sie alle gehorchten dem gleichen, unbewussten Trieb, sich von dem frei zu machen, was das Judentum eng gemacht hat, vom bloßen kalten Geldverdienen, und vielleicht drückt sich darin sogar die geheime Sehnsucht aus, durch Flucht ins Geistige sich aus dem bloß Jüdischen ins allgemein Menschliche aufzulösen.

Eine „gute“ Familie meint also mehr als das bloße Gesellschaftliche, das sie selbst mit dieser Bezeichnung sich zubilligt; sie meint ein Judentum, das sich von allen Defekten und Engheiten und Kleinlichkeiten, die das Ghetto ihm aufgezwungen, durch Anpassung an eine andere Kultur und womöglich eine universale Kultur befreit hat oder zu befreien beginnt.

Dass diese Flucht ins Geistige durch eine unproportionale Überfüllung der intellektuellen Berufe dem Judentum dann ebenso verhängnisvoll geworden ist wie vordem seine Einschränkung ins Materielle, gehört freilich zu den ewigen Paradoxien des jüdischen Schicksals.

Stefan Zweig um 1942 in Die Welt von gestern. (In dem oberen Text bezieht er sich auf das Leben in Wien vor 1900.)

Die Psychologie der Intimität

"„Intimität“ besitzt viele Facetten, und ich [Tobias Ruland] habe bei meiner Recherche für dieses Buch mehr als ein Dutzend Definitionen gefunden, die allesamt von Menschen stammen, die sich offensichtlich profunde Gedanken gemacht haben. Allerdings scheint allgemeine Verunsicherung zu bestehen, was die Unterscheidung zwischen Nähe und Intimität angeht, und die Essenz von Intimität scheint für viele Menschen schwer greifbar zu sein. Aus diesem Grunde möchte ich nun eine Begriffsbestimmung für „Intimität“ vorschlagen, die dem deutschen Sprachgebrauch angemessen ist und welche im Rahmen dieses Buches Gültigkeit haben soll. Diese Definition ist an Malone (1987) und Schnarch (1991) angelehnt.
Intimität ist das subjektive (d.h. einseitige) Gefühl der Selbsterfahrung und Selbstpreisgabe (als ein „Sich-Erfahren“) in Gegenwart eines anderen Menschen. Diese Selbstpreisgabe ist dann vom anderen wahrnehmbar, wenn sie offen, nicht absichtlich verfälscht oder verstellt und damit authentisch ist. Die Selbsterfahrung (d.h. die Wahrnehmung der eigenen Gedanken und Gefühle und die Auseinandersetzung mit sich selbst) ist notwenige Vorbedingung.
Diese Definition schließt die Einteilung in selbstbestätigte und fremdbestätigte Intimität ein (Schnarch 1997) und umfasst auch Erscheinungsformen wie emotionale, körperliche und intellektuelle Intimität. Intimität ist also nicht synonym mit Nähe, und die im allgemeinen Sprachgebrauch häufig verwendete Gleichsetzung von Intimität und Sexualität ist ebenfalls keine Lesart dieser Definition.
[…]
Nähe heißt, einen anderen in seiner Gegenwart zu erfahren und kennenzulernen. Intimität heißt, sich selbst in Gegenwart eines anderen zu erleben und kennenzulernen.
[…]
Intimität bedeutet, dass ich selbst frei und offen derjenige sein kann, der ich bin, und zwar in fremder Gegenwart. Intimität ist ein Phänomen, das weder an das Bestehen einer romantischen Liebesbeziehung noch an Akzeptanz oder Bestätigung gebunden ist. Indes setzt Intimität voraus, dass ein Mensch stark genug ist, in sich selbst Halt zu finden, sich selbst (kritisch) beobachten und einschätzen zu können und seinen Gedanken und Gefühlen adäquat Ausdruck zu verleihen."

Quelle: Tobias Ruland, Die Psychologie der Intimität, Kapitel 3.1.: Versuch einer Definition, S. 108-112, Zweite Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2015

Radikalkritik an der Schule und die Lust am Denken

"Als Professor für Neurobiologe arbeite ich in der Neurobiologischen Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Wissenschaftlich befasse ich mich u. a. mit den Wirkungsmechanismen von Psychopharmaka, mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen bei Lernprozessen und der neurobiologischen Verankerung von Erfahrungen. "

Meine Kernbotschaft

Aufgrund der langjährigen Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Entwicklungsneurobiologie versuche ich zu beschreiben, dass die Expression der genetischen Anlagen des Menschen zunächst zur Herausbildung eines Überangebots neuronaler Vernetzungsmöglichkeit im sich entwickelnden Gehirn führt und dass anschließend von diesem Überangebot nur diejenigen Verschaltungsmuster stabilisiert werden, die im Verlauf der prä- und postnatalen Entwicklung besonders häufig aktiviert werden.

Das Konzept der nutzungsabhängigen Plastizität („experience dependent plasticity“) impliziert, dass die Strukturierung des menschlichen Gehirns im hohen Maß durch die individuellen Erfahrungen gelenkt wird, die ein Mensch insbesondere während dieser Phase neuronaler Ausreifungsprozesse in seinem jeweiligen sozialen und kulturellen Umfeld macht, zu machen Gelegenheit hat oder zu machen gezwungen ist. Nur unter entsprechend günstigen Rahmenbedingungen kann das anfänglich angelegte Potenzial auch weitgehend genutzt und in Form entsprechend komplexer neuronaler Verschaltungsmuster stabilisiert werden.

Unter weniger günstigen Bedingungen kommt es zur Stabilisierung einfacherer aber dafür robusterer Verschaltungsmuster und damit zur Verbesserung einzelner Teilleistungen auf Kosten von Komplexität und Kohärenz, oder einfacher ausgedrückt: zu einer Kümmerversion dessen, was aus diesem anfänglichen Potenzial hätte werden können. Um es Menschen in Zukunft zu ermöglichen, ihre Potenziale optimaler zu entfalten, müssen dafür günstigere Rahmenbedingungen geschaffen werden, muss eine auf Potenzialentfaltung ausgerichtete Beziehungskultur in Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten, im Berufsleben, und nicht zuletzt in den Kommunen entwickelt werden.

Damit ist grob umrissen, worum es mir in meinen öffentlichen Aktivitäten geht. Ich möchte die Erkenntnisse über die Plastizität des menschlichen Gehirns anbieten, als Hilfe zur Selbsterkenntnis und zur bewussten Gestaltung und Weiterentwicklung der von Menschen auf der Grundlage ihrer jeweiligen Erkenntnisse bisher geschaffenen Lebenswelten.

Gerald Hüther: Schule und Gesellschaft - die Radikalkritik

Gerald Hüther: Wieso die Schulen versagen

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Die neue Lust am eigenen Denken | Gerald Hüther im Gespräch 

Wachse an Dir selbst! - Prof. Dr. Gerald Hüther im Dialog mit I-Protest

Keiner kann Heilen oder Gesundmachen

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www.gerald-huether.de

Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements

Rainer Mausfeld: „Warum schweigen die Lämmer?“ - Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements

Rainer Mausfeld: „Warum schweigen die Lämmer?“ - Diskussion

Prof. Mausfeld Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie. (Ton überarbeitet)

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld

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The Century of the Self (Full Documentary)

Die romantische Liebe ist am Ende

Unser Bild der Liebe könnte veraltet sein. Doch Zynismus verbietet sich. Brauchen wir einfach nur eine bessere Vorstellung davon, wie wir unsere Zeit miteinander verbringen?
Text: Houssam Hamade


Mitunter kann man mit mathematischen Formeln die Wirklichkeit sehr genau abbilden. In diesem Fall möchte ich mit der Formel L > RL aufzeigen, warum L, die Liebe, größer ist als RL. Die romantische Liebe. Im Grunde ist sie eine Religion. Und im Folgenden erkläre ich warum.

Das Lieblingsbild der romantischen Liebe ist der händchenhaltende Gang in den Sonnenuntergang. Romantische Filme hören genau an diesem Punkt auf. Aus gutem Grund. Zwar hört das Leben hört diesem Punkt alles andere als auf, doch die romantische Liebe möchte hier ein Ende setzen, denn sie hasst Ambivalenzen und steht deshalb auf Kriegsfuß mit der Wirklichkeit. Im Grunde ist sie eine Religion und besitzt so ziemlich alle Eigenschaften einer Religion. Ich war selbst lange überzeugter Jünger der Religion der romantischen Liebe: Auch wenn ich sonst nicht an Vorsehung oder irgendwelche himmlischen Wesen geglaubt habe, begann ich doch immer, wenn ich verliebt war, an Engel zu glauben, die die Fäden des Schicksals so gewoben haben, damit genau dieser Mensch nun in mein Leben tritt. Von diesem Moment an machte alles Sinn. Von nun an, werde ich bis ins hohe Alter mit Lust, Liebe und ewiger Leidenschaft überschüttet werden. Genau dieser Mensch und kein anderer wurde in mein Leben gebracht, um mich Ganz zu machen. Sie ist der Topf zu dem ich der Deckel bin. Nach all dem Suchen habe ich sie endlich gefunden.

Nun empfand ich das in meinem recht ereignisreichen Leben um die 15-20 mal. Immer wieder ähnlich und doch ein bisschen anders. Das letzte Mal war es mit einer mäßig bekannten Schauspielerin. Wir waren so verliebt: Plötzlich dachte ich über Kinder nach, und meine Zukunft erschien mir hell und freundlich.  Das ging etwa drei Wochen lang. Dann hatte wir unseren ersten Streit und innerhalb eines halben Mondes waren wir schon wieder auseinander und das Ganze wurde ein blöder Irrtum. Auch wenn einige meiner Beziehungen sich über Jahre erstreckten, war das ungefähr das Muster, nach dem sie alle verliefen. Ich war vollkommen überzeugt, endlich angekommen zu sein. Dieses würde nun halten! Der Sex war toll und wir sahen einander ins Herz. Bis ich dann feststellte, dass ihre Art mit attraktiven Männern zu reden, mich verrückt machte.

Manifest für eine post-materialistische Wissenschaft

1. Die moderne wissenschaftliche Weltsicht begründet sich vor allem auf Annahmen, die mit der klassischen Physik eng verbunden sind. Der Materialismus – die Idee, dass die Materie die einzige Realität ist – ist nur eine dieser Annahmen. Eine verwandte Annahme ist die des Reduktionismus, die Vorstellung, dass komplexe Dinge durch Reduktion auf die Wechselwirkungen ihrer Teile, oder durch den Fokus auf einfachere, grundlegendere Dinge wie winzige Materialpartikel zu verstehen sind.

2. Während des 19. Jahrhunderts verfestigten sich diese Annahmen, verwandelten sich in Dogmen und verschmolzen zu einem ideologischen Glaubenssystem, das als »wissenschaftlicher Materialismus« bekannt wurde. Dieses Glaubenssystem setzt voraus, dass der Geist nichts anderes als die körperliche Aktivität des Gehirns ist und dass unsere Gedanken keine Auswirkungen auf unser Gehirn und unseren Körper, unsere Handlungen und auf die physische Welt haben.

3. Die Ideologie des »wissenschaftlichen Materialismus« setzte sich in der Wissenschaft im 20. Jahrhundert durch. Sie wurde so vorherrschend, dass eine Mehrheit der Wissenschaftler zu glauben begann, sie basiere auf einer feststehenden empirischen Evidenz und stelle die einzige rationale Sicht auf die Welt dar.

4. Wissenschaftliche Methoden, die auf der materialistischen Philosophie beruhen, waren zu einem großen Teil erfolgreich, nicht nur um unser Verständnis für die Natur zu erweitern, sondern auch um bessere Kontrolle und Freiheit durch die Vorteile der Technologie zu bringen.

5. Allerdings hat die übermächtige Dominanz des Materialismus in der akademischen Welt die Wissenschaft streng begrenzt und die Entwicklung der wissenschaftlichen Erforschung von Geist, Bewusstsein und Spiritualität behindert. Der Glaube an diese Ideologie, als exklusiver Erklärungsrahmen für die Wirklichkeit, hat Wissenschaftler gezwungen, die subjektive Dimension der menschlichen Erfahrung zu vernachlässigen. Dies führte zu einem stark verzerrten und verarmten Verständnis von uns selbst und unserem Platz in der Natur.

Die Angst vor der Welt überwinden

Das Vorwalten des in seinen Fixierungen befangen Ichs, das alle Verwandlungen blockiert, manifestiert sich und ist zu verspüren auch in der leibhaftigen Weise, da zu sein. Das Lassen der in ihr erscheinenden Fehlhaltungen des Subjekts ist also kein nur innerlicher Vorgang. Es ist vielmehr vor allem ein Auflösen und Loslassen leibhaftiger Fehlhaltungen, in denen der Sicherungswille des Welt-Ichs erscheint und eingefleischt ist.

So das Fallenlassen der hochgezogenen Schultern, in denen sich das sich sichernde Ich ver-hält; das Loslassen des Unterkiefers, in dem ein übermächtig und eigenläuftig geworderner Eigenwille sich festsetzt; das Freigeben der Stirn, deren senkrechte Faltung die Erstarrung des intentionalen Blicks zugleich anzeigt und verewigt; das Zurücknehmen des gegenständlich fixierenden Auges des Welt-Ichs zugunsten des inständlich zulassenden und hinnehmend schauenden Wesensauges; das Freigeben des eingezogenen Bauches, der den Menschen von den Grundkräften abschnürt zugunsten einer breit verwurzelten Leibesmitte, die sich voll im Beckenraum ausschwingen darf.

Bei der Überwindung dieser Fehlhaltung geht es nicht nur um kleine „körperliche“ Verkrampfungen, sondern um den vielseitigen Ausdruck einer zentralen Verhaltenheit eines im Welt-Ich befangenen, dem Leben nicht trauerndernden Subjekts. Daher gelingt das Lassen in einem den Augenblick überdauernden Sein auch nicht durch ein bloß technisches Loslassen bestimmter Muskelpartien, geschweige durch eine Spritze oder Massage. Es gelingt nur, wo der Mensch lernt, sich als Ich loszulassen, das heißt ins Vertrauen zu gehen.

„Wo“  auch immer die besondere Verspannung körperlich sichtbar und fühlbar sein mag, in Wahrheit ist es immer der betreffende Jemand, der sich mangels rechten Vertrauens ver-hält und verspannt. Sich lassen bedeutet daher vor allem ein Zulassen des Vertrauens darauf, dass man auch, wenn man sich in seinem Welt-Ich löslässt, keineswegs in ein Nichts fallen wird. Man wird aufgefangen in einer Verfassung, in der man sich nicht mehr nur auf sich und sein Können verlässt und nicht mehr nur von der Welt her und auf sie hin da ist, sondern vom Wesen her, darin man teilhat am weltüberlegenen Sein. Wer gelernt hat, sich zum Wesen hin loszulassen, hat die Angst vor der Welt überwunden.

Karl Graf Dürckheim - Der Alltag als Übung

Unsere tiefste Angst

Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was wir am meisten fürchten,
Wir fragen uns, wer bin ich denn, um von mir zu glauben, dass ich brillant,
großartig, begabt und einzigartig bin?
Aber genau darum geht es, warum solltest Du es nicht sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.
Es zeugt nicht von Erleuchtung, sich zurückzunehmen,
nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen.
Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt,
auf die Welt zu bringen.
Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.
Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis,
das Gleiche zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unser Dasein automatisch die anderen.

Von Marianne Williamson aus ihrem Buch „Rückkehr zur Liebe“.

Absztrakkt - Abszflowsz

Worum geht es eigentlich?

Ich frage DICH!
Ja, ich meine DICH
Genau DICH!
Was hältst Du persönlich von der Liebe?
Ist diese Frage Dir peinlich?
Warum?
Wo ist die Liebe in diesen Zeiten?
Ist nicht alles FURCHTbar
LIEBlos geworden?
WARUM?
Weil wir alle der FURCHT dienen
Und nicht der LIEBE.
Die größte Dualität
Liebe und Angst.
Ja viele haben sogar ANGST vor der Liebe
Angst, dass Liebe sie schwach macht
Angst, verletzt zu werden,
Angst, abgelehnt zu werden,
Angst verspottet zu werden,
Angst nicht dazu zu gehören …
Angst, schon vor dem Wort
LIEBE

Alleine schon das Wort Liebe
ist in Ungnade gefallen,
in die Kitschecke geraten
durch den Verstand,
der sich so mächtig glaubt,
so stark,
so wissend,
so unverletzlich.
Dabei zerstört er
ohne die Liebe
alles.

Die LIEBE ist die größte Macht.
Sie drängt sich nicht auf.
Sie fordert nichts.
Sie urteilt nicht.
Sie spielt sich nicht in den Vordergrund.
Sie wartet geduldig
auf jeden.
Sie ist immer da.
bis wir bereit sind,
sie zu sehen
sie zu nehmen
ihr zu vertrauen
uns ihr hinzugeben.

Niemand kann sie verletzen
oder zerstören
oder töten.
Man kann sie nur ignorieren
verdrängen
sie klein reden
und schlecht machen …
Doch das stört sie nicht.
Sie bleibt.
Solange wie es braucht.
Bis wir ihre Macht wieder erkennen
ihre Kraft erkennen
sie ernst nehmen
sie annehmen
Integrieren
und leben.
Endlich.
Es geht um die Liebe,
die wahre Liebe
Nicht um Ver-liebt-sein
nicht um besitzen
nicht um haben.
Es geht um SEIN
Liebe sein.

Es geht darum die Angst zu überwinden
um in der Liebe zu SEIN.
Drum frage Dich bei jeder Entscheidung
Fälle ich diese Entscheidung aus Angst
oder aus Liebe?
Die Angst führt IMMER in eine Sackgasse
Sei dir dessen bewusst.
ANGST ist eng und bleibt eng.
Liebe ist weit.
Nur die Liebe führt uns hier heraus
Aus dem Sklaventum
in die Freiheit.
Drum fürchtet euch nicht …
ALLES was es braucht ist LIEBE.
Sonst nichts.

von Brigitte Doneyer-Perius

Gedankenarbeit bringt uns weiter

Die Erkenntnis der in diesem Buche [Theosophie] gemeinten Geisteswissenschaft kann jeder Mensch sich selbst erwerben. Ausführungen von der Art, wie sie in dieser Schrift gegeben werden, liefern ein Gedankenbild der höheren Welten. Und sie sind in einer gewissen Beziehung der erste Schritt zur eigenen Anschauung. Denn der Mensch ist ein Gedankenwesen. Und er kann seinen Erkenntnispfad nur finden, wenn er vom Denken ausgeht.

Wird seinem Verstande ein Bild der höheren Welten gegeben, so ist dieses für ihn nicht unfruchtbar, auch wenn es vorläufig gleichsam nur eine Erzählung von höheren Tatsachen ist, in die er durch eigene Anschauung noch keinen Einblick hat. Denn die Gedanken, die ihm gegeben werden, stellen selbst eine Kraft dar, welche in seiner Gedankenwelt weiter wirkt. Diese Kraft wird in ihm tätig sein; sie wird schlummernde Anlagen wecken.

Wer der Meinung ist, die Hingabe an ein solches Gedankenbild sei überflüssig, der ist im Irrtum. Denn er sieht in dem Gedanken nur das Wesenlose, Abstrakte. Dem Gedanken liegt aber eine lebendige Kraft zugrunde. Und wie er bei demjenigen, der Erkenntnis hat, als ein unmittelbarer Ausdruck vorhanden ist dessen, was im Geiste geschaut wird, so wirkt die Mitteilung dieses Ausdrucks in dem, welchem er mitgeteilt wird, als Keim, der die Erkenntnisfrucht aus sich erzeugt.

Wer sich behufs höherer Erkenntnis, unter Verschmähung der Gedankenarbeit, an andere Kräfte im Menschen wenden wollte, der berücksichtigt nicht, dass das Denken eben die höchste der Fähigkeiten ist, die der Mensch in der Sinnenwelt besitzt. Wer also fragt: wie gewinne ich selbst die höheren Erkenntnisse der Geisteswissen schaft? dem ist zu sagen: unterrichte dich zunächst durch die Mitteilungen anderer von solchen Erkenntnissen. Und wenn er erwidert: ich will selbst sehen; ich will nichts wissen vondem, was andere gesehen haben, so ist ihm zu antworten: eben in der Aneignung der Mitteilungen anderer liegt die erste Stufe zur eigenen Erkenntnis.

Man kann dazu sagen: da bin ich ja zunächst zum blinden Glauben gezwungen. Doch es handelt sich ja bei einer Mitteilung nicht um Glauben oder Unglauben, so dern lediglich um eine unbefangene Aufnahme dessen, was man vernimmt. Der wahre Geistesforscher spricht niemals mit der Erwartung, dass ihm blinder Glaube entgegengebracht werde. Er meint immer nur: dies habe ich erlebt in den geistigen Gebieten des Daseins, und ich erzähle von diesen meinen Erlebnissen. Aber er weiß auch, dass die Entgegennahme dieser seiner Erlebnisse und die Durchdringung der Gedanken des andern mit der Erzählung für diesen andern lebendige Kräfte sind, um sich geistig zu entwickeln.

Was hier in Betracht kommt, wird richtig nur derjenige an schauen, der bedenkt, wie alles Wissen von seelischen und geistigen Welten in den Untergründen der menschlichen Seele ruht. Man kann es durch den «Erkenntnispfad» heraufholen. «Einsehen» kann man nicht nur das, was man selbst, sondern auch, was ein anderer aus den Seelengründen heraufgeholt hat. Selbst dann, wenn man selbst noch gar keine Veranstaltungen zum Betreten des Erkenntnispfades gemacht bat.

Eine richtige geistige Einsicht erweckt in dem nicht durch Vorurteile getrübten Gemüt die Kraft des Verständnisses. Das unbewusste Wissen schlägt der von andern gefundenen geistigen Tatsache entgegen. Und dieses Entgegenschlagen ist nicht blinder Glaube, sondern rechtes Wirken des gesunden Menschenverstandes. In diesem gesunden Begreifen sollte man einen weit besseren Ausgangsort auch zum Selbsterkennen der Geistwelt sehen als in den zweifelhaften mystischen «Versenkungen» und dergleichen, in denen man oft etwas Besseres zu haben glaubt als in dem, was der gesunde Menschenverstand anerkennen kann, wenn es ihm von echter geistiger Forschung entgegengebracht wird.

Man kann gar nicht stark genug betonen, wie notwendig es ist, dass derjenige die ernste Gedankenarbeit auf sich nehme, der seine höheren Erkenntnisfähigkeiten ausbilden will. Diese Be tonung muss um so dringlicher sein, als viele Menschen, welche zum «Seher» werden wollen, diese ernste, entsagungsvolle Gedankenarbeit geradezu geringachten. Sie sagen, das «Denken» kann mir doch nichts helfen; es kommt auf die «Empfindung», das «Gefühl» oder ähnliches an.

Demgegenüber muss gesagt werden, dass niemand im höheren Sinne (das heißt wahrhaft) ein «Seher» werden kann, der nicht vorher sich in das Gedankenleben eingearbeitet hat. Es spielt da bei vielen Personen eine gewisse innere Bequemlichkeit eine missliche Rolle. Sie werden sich dieser Bequemlichkeit nicht bewusst, weil sie sich in eine Verachtung des «abstrakten Denkens», des «müßigen Spekulierens»und so weiter kleidet.

Aber man verkennt eben das Denken, wenn man es mit dem Ausspinnen müßiger, abstrakter Gedankenfolgen verwechselt. Dieses «abstrakte Denken» kann die übersinnliche Erkenntnis leicht ertöten; das lebensvolle Denken kann ihr zur Grundlage werden. Es wäre allerdings viel bequemer, wenn man zu der höheren Sehergabe unter Vermeidung der Gedankenarbeit kommen könnte. Das möchten eben viele.

Die Bedeutung des Denkens

In Ergänzung zum Blogartikel "Die Wesenheit des Menschen" wird die Nennung der folgenden Kapitelstruktur klar. In aller Kürze geht es hier allerdings um das Kapitel IV:

I. Die leibliche Wesenheit des Menschen
II. Die seelische Wesenheit des Menschen
III. Die geistige Wesenheit des Menschen
IV. Leib, Seele und Geist 

Der Mensch kann sich in richtiger Art nur über sich aufklären, wenn er sich die Bedeutung des Denkens innerhalb seiner Wesenheit klarmacht. Das Gehirn ist das leibliche Werkzeug des Denkens. Wie der Mensch nur mit einem wohlgebildeten Auge Farben sehen kann, so dient ihm das entsprechend gebaute Gehirn zum Denken. Der ganze Leib des Menschen ist so gebildet, dass er in dem Geistesorgan, im Gehirn, seine Krönung findet.

Man kann den Bau des menschlichen Gehirnes nur verstehen, wenn man es im Hinblick auf seine Aufgabe betrachtet. Diese besteht darin, die Leibesgrundlage des denkenden Geistes zu sein. Das zeigt ein vergleichender Überblick über die Tierwelt. Bei den Amphibien ist das Gehirn noch klein gegenüber dem Rückenmark; bei den Säugetieren wird es verhältnismäßig größer. Beim Menschen ist es am größten gegenüber dem ganzen übrigen Leib. Gegen solche Bemerkungen über das Denken, wie sie hier vorgebracht werden, herrscht manches Vorurteil.  

Manche Menschen sind geneigt, das Denken zu unterschätzen und das «innige Gefühlsleben», die «Empfindung», höher zu stellen. Ja man sagt wohl: nicht durch das «nüchterne Denken», sondern durch die Wärme des Gefühls, durch die unmittelbare Kraft der Empfindungen erhebe man sich zu den höheren Erkenntnissen. Menschen, die so sprechen, fürchten, durch klares Denken die Gefühle abzustumpfen.

Beim alltäglichen Denken, das sich nur auf die Dinge der Nützlichkeit bezieht, ist das sicher der Fall.
Aber bei den Gedanken, die in höhere Regionen des Daseins führen, tritt das Umgekehrte ein. Es gibt kein Gefühl und keinen Enthusiasmus, die sich mit den Empfindungen an Wärme, Schönheit und Gehobenheit vergleichen lassen, welche angefacht werden durch die reinen, kristallklaren Gedanken, die sich auf höhere Welten beziehen. Die höchsten Gefühle sind eben nicht diejenigen, die «von selbst» sich einstellen, sondern diejenigen, welche in energischer Gedankenarbeit errungen werden.

Quelle: Theosophie - Seite 15

Die Dualität

Aus Richard Rohr „Ins Herz geschrieben“, S. 57, Freiburg 2010:

„Haben Sie bei der Lektüre von Genesis 1,1-2,4 übrigens gemerkt, dass es nur am dritten, vierten, fünften, sechsten und siebten Tag heißt, dass alles, was Gott gemacht hat, „gut“ war? Die meisten Menschen übersehen, dass das am ersten und zweiten Tag Gemachte nicht als „gut“ bezeichnet wird! Der erste Tag ist der der Tag der Scheidung der Finsternis vom Licht; der zweite Tag ist derjenige der Scheidung in Himmel oben von der Erde unten. Die Bibel sagt nicht, dass diese Trennung gut gewesen ist. Und warum nicht? Weil sie nicht gut ist! Genau das ist der Grund, weshalb Jesus für viele von uns die Ikone der Erlösung ist: Weil er beides so wunderbar zusammenhält und uns sagt, dass wir das genauso machen können.“

„Aber dualistische Geister tun sich mit der Zusammenschau von Gedanken schwer und denken lieber im Schema von entweder/oder. Auf einer frühen Stufe ist das Denken fast vollständig dualistisch, weil es mittels des Unterscheidens von Gegensätzen erkennt. Dagegen neigen Heilige und Mystiker in ihrem Denken dazu, nicht-dualistisch zu sein. Sie sehen Ganzheiten statt Teilstücke.“

Das Wesen des Menschen

Die folgenden Worte Goethes bezeichnen in schöner Art den Ausgangspunkt eines der Wege, auf denen das Wesen des Menschen erkannt werden kann:

«Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in bezug auf sich selbst; und mit Recht, denn es hängt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder missfallen, ob sie ihn anziehen oder abstoßen, ob sie ihm nützen oder schaden. Diese ganz natürliche Art, die Dinge anzusehen und zu beurteilen, scheint so leicht zu sein, als sie notwendig ist, und doch ist der Mensch dabei tausend Irrtümern ausgesetzt, die ihn oft beschämen und ihm das Leben verbittern.

Ein weit schwereres Tagewerk übernehmen diejenigen, deren lebhafter Trieb nach Kenntnis die Gegenstände der Natur an sich selbst und in ihren Verhältnissen untereinander zu beobachten strebt: denn sie vermissen bald den Maßstab, der ihnen zu Hilfe kam, wenn sie als Menschen die Dinge in bezug auf sich betrachten. Es fehlt ihnen der Maßstab des Gefallens und Missfallens, des Anziehens und Abstoßens, des Nutzens und Schadens. Diesem sollen sie ganz entsagen, sie sollen als gleichgültige und gleichsam göttliche Wesen suchen und untersuchen, was ist, und nicht, was behagt.

So soll den echten Botaniker weder die Schönheit noch die Nutzbarkeit der Pflanzen rühren, er soll ihre Bildung, ihr Verhältnis zu dem übrigen Pflanzenreiche untersuchen; und wie sie alle von der Sonne hervorgelockt und beschienen werden, so soll er mit einem gleichen ruhigen Blicke sie alle ansehen und übersehen und den Maßstab zu dieser Erkenntnis, die Data der Beurteilung nicht aus sich, sondern aus dem Kreise der Dinge nehmen, die er beobachtet.

Blog-Archiv

AGAPE Befreie deine Gefühle
Medienmanipulation durchschauen
Willentliches Denken und gedankengeleitetes Wollen
Über das Schlachtfeld schweben?
Was ist die soziale Dreigliederung?

Die Spiegelgesetze
Hesse: Menschlichkeit und Harmonie
Ginko Biloba und die Einheit
EARTHLINGS 2.0
Thomas D und die Tiere

Daniele Ganser - ein Mann für den Frieden
Stopp Ramstein! - Kein Drohnenkrieg
PISA - verpiss dich!
Auf die Atmosphäre kommt es an
Die Erkenntnis von Paolo Coehlo

Zärtlichkeit und Treue
Kommunale Intelligenz - Potenzialentfaltung in Städten und Kommunen
Vegan, regional, saisonal
Das Wichtigste
Krieger des Lichts

Weise Worte
Neusprech und Amtsprache
Endlich wäre Kunst das Problem
Orgasmen heilen die Welt
Die Bedeutung der Einheit von Körper und Geist

AGAPE Befreie deine Gefühle

Irgendwo im Netz fand ich diesen Text. Der Herr, der dahinter steht, ist speziell. Doch das ist nicht so wichtig. Er hat einen tollen Text geschrieben. Der Text ist natürlich auch Werbung für seine Schule. Egal. Das was er über den Menschen und die Liebe schreibt, finde ich sehr erhellend. Ich habe seinen persönlichen Absatz an den Anfang gestellt:

Mein Lauf - von Ramón Castillo de Luz, spiritueller Lehrer und Heiler (Dr. Martin Spiegel, Geistlicher Leiter der Kirche des Lichts - Ordens des Lotus und der Rose)


Auf meiner Suche nach Freiheit, Wahrheit und Richtigkeit bin ich [Dr. Martin W. Spiegel] 1994 auf ein merkwürdiges Phänomen gestoßen. Wieder einmal war der Punkt gekommen, wo alles zusammenbrach und ich nicht mehr wusste, was richtig und falsch war. Alles wurde mir egal und ich überließ alles seinem Schicksal, mischte mich nicht mehr ein und versuchte nicht mehr verzweifelt, alle Brüche im Innen und Außen zu kitten und zu heilen. Wo sollte es „langgehen“?

Dadurch, dass ich plötzlich alles zuließ, das Fühlen aller Gefühle, die in mir hochkamen, ohne sie zu filtern und zu bewerten, konnte ich mich tief fallen lassen in das Untergeschoss des Hauses meiner Seele, zum ersten Mal wirklich entspannen und erlebte erstaunt, dass sich trotzdem oder jetzt erst alles gut und richtig anfühlte. Ich erkannte, dass wir in unserer Kindheit unter dem Einfluss von Unwissen und Hilflosigkeit ein vollkommen überflüssiges künstliches Ich aufgebaut haben – ich nannte es später das Oberflächenselbst -, das uns leiten soll im Leben und doch zu einem Gespenst wird, das wirkliches Leben verhindert.

Medienmanipulation durchschauen

„Niemand ist mehr Sklave,
als der, der sich für frei hält,
ohne es zu sein.“
Johann Wolfgang von Goethe
„Nur wenn wir uns entschließen,
uns unseres Verstandes zu bedienen
und unsere induzierte moralische Apathie überwinden
und nicht mehr bereit sind,
die Illusion der Informiertheit,
die Illusion der Demokratie,
die Illusion der Freiheit,
uns mit diesen Illusionen zufrieden zu geben,
haben wir eine Chance,
diesen Manipulationstechniken zu entgehen.“
Rainer Mausfeld

Die Propagandaschau schreibt: Es gibt wohl keinen anderen Vortrag, der die Quintessenz dessen, dem sich die Propagandaschau verschrieben hat, komprimierter, verständlicher und in geradezu überwältigend stringenter Weise auf den Punkt bringt, als die Vorlesung von Prof. Dr. Rainer Mausfeld, die wir hier deshalb nicht als schlichte Empfehlung veröffentlichen, sondern mit dem alles andere als übertriebenen Hinweis, dass der Weg zur Mündigkeit als Bürger dieses Staates nur über die Einsicht in jene Erkenntnisse führt, die Professor Mausfeld hier so überzeugend darbietet.

Die Methoden der Desinformation, Propaganda und Steuerung der Bevölkerung, die wir hier seit bald zwei Jahren analysieren und dokumentieren, wird jeder regelmäßige Leser dieses Blogs im Vortrag spielend wiederfinden. Wer neu in der Materie ist, muss sich nur den Vortrag anschauen und anschließend den aktuellen Beitrag zu Golineh Atais Machwerk „Zerrissene Ukraine“ durchlesen und er wird die Methoden der Fragmentierung von Informationen, der De- oder Rekontextualisierung oder des „Verschwindenlassens“ wiederfinden.

Erkenntnis bedeutet Verantwortung. Wer verstanden hat, was in diesem Staat falsch läuft, wird die Verpflichtung spüren, diese Erkenntnisse zu teilen. Deshalb möchte ich ausdrücklich dazu aufrufen, dieses Video nicht nur auf Social Media und im Web zu teilen, sondern auch offline unter Freunden und Bekannten. Mit entsprechenden Addons unter Firefox kann man es herunterladen, als DVD brennen und selbst an Oma und Opa weitergeben.


Willentliches Denken und gedankengeleitetes Wollen

Willentliches Denken 
führt zur inneren Freiheit, 
gedankengeleitetes Wollen 
führt zur Liebe.
Geradeso wie wir zur Freiheit kommen durch die Durchstrahlung des Gedankenlebens mit dem Willen, so kommen wir zur Liebe durch die Durchsetzung des Willenslebens mit Gedanken. Wir entwickeln in unserem Handeln Liebe dadurch, daß wir die Gedanken hineinstrahlen lassen in das Willensgemäße; wir entwickeln in unserem Den­ken Freiheit dadurch, daß wir das Willensgemäße hineinstrahlen lassen in die Gedanken.

Und da wir als Mensch ein Ganzheit, eine Totalität sind, so wird, wenn wir dazu kommen, in dem Gedankenleben die Freiheit und in dem Willensleben die Liebe zu finden, in unserem Handeln die Freiheit, in unserem Denken die Liebe mitwirken. Sie durchstrahlen einander, und wir vollziehen ein Handeln, ein gedan­kenvolles Handeln in Liebe, ein willensdurchsetztes Denken, aus dem wiederum das Handlungsgemäße in Freiheit entspringt.

Sie sehen, wie im Menschen die zwei größten Ideale zusammenwach­sen, Freiheit und Liebe. Und Freiheit und Liebe sind auch dasjenige, was eben der Mensch, indem er dasteht in der Welt, in sich so ver­wirklichen kann, daß gewissermaßen das eine mit dem anderen sich gerade durch den Menschen für die Welt verbindet.

Wenn aber das Denken aktiv wird und das Wollen empfangend, dann ersteht in der Mitte ein Fühlen, das zum Wahrnehmungsorgan für Weltbewegung wird. Zwischen Denken und Wollen lebt und webt das Fühlen.

Je weniger Lust und Schmerz sich in den Wellen erschöpfen, die sie im Innenleben des Erkennenden aufwerfen, desto mehr werden sie Augen bilden für die übersinnliche Welt. Solange der Mensch in Lust und Leid lebt, so lange erkennt er nicht durch sie. Wenn er durch sie zu leben lernt, wenn er sein Selbstgefühl aus ihnen herauszieht, dann werden sie seine Wahrnehmungsorgane; dann sieht, dann erkennt er durch sie.

Es ist unrichtig, zu glauben, der Erkennende werde ein trockener, nüchterner, lust- und leidloser Mensch. Lust und Leid sind in ihm vorhanden, aber dann, wenn er in der Geisteswelt forscht, in verwandelter Gestalt; sie sind «Augen und Ohren» geworden.

QUELLE 1

QUELLE 2

Selbst denken, selbst wollen!
91. Tagesenergie mit Alexander Wagandt - Min 160

Über das Schlachtfeld schweben?

Du musst wohl immer ein Suchender sein, um was finden zu können. Aber du wirst es nicht durch die Suche finden, sondern du wirst es finden, wenn du nicht mehr suchst.
Leichter gesagt, als getan. Und weil der ein oder andere auch noch Sachen sagt, die einige Esos und Spiris nicht so gerne hören, kommen hier zwei Links zu unbequemen Wahrheiten:

Zum Schlachtfeld
91. Tagesenergie mit Alexander Wagandt - Min 50

Zur psychologischen Arbeit
ABDI ASSADI spricht über sein Buch "SCHATTEN AUF DEM PFAD"

Was ist die soziale Dreigliederung?

Eine gesunde Gesellschaft setzt eine Differenzierung der Gesellschaft in die Bereiche Geistesleben (Kultur und Bildung), Wirtschaftsleben (Preise und Währung) und Rechtsleben voraus. Entscheidend ist eine exakte Zuordnung der gesellschaftlichen Phänomene zu den einzelnen Lebensbereichen. Gerade was diese Zuordnung anbelangt, bringt der Dreigliederungsansatz manche Überraschungen.

Erst wenn die Bereiche nicht mehr durcheinander geworfen werden, können sie ihre Eigengesetzmäßigkeiten voll zur Blüte bringen und ihren eigentlichen Idealen nachjagen: Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftleben. Eine andere Zuordnung der Ideale würde zerstörerisch wirken:

Gleichheit im Geistesleben tötet jede Innovation, Freiheit vor dem Gesetz hebt die Gesetze auf. Ein anderes Ideal als die Brüderlichkeit für das Wirtschaftsleben führt zum Sozialismus (Gleichheit) oder zum Liberalismus (Freiheit). Erst die Zuordnung zu unterschiedlichen Lebensbereichen macht die Ideale unserer Menschheit lebendig: vermischt heben sie sich gegenseitig auf.

Die Gesellschaftsbereiche sollen sich autonom gestalten und dadurch im Ergebnis organisch, d.h. positiv aufeinander wirken. Was zunächst abstrakt klingt, hat, wenn es in die Praxis umgesetzt wird, radikale Folgen. So darf das Rechtsleben - das heißt der Staat - nicht mehr in die Autonomie des Geisteslebens eingreifen und beispielsweise Bildungspolitik betreiben.

Freiheit im Geistesleben


Das freie Geistesleben, als freischaffende Kunst oder Bildungswesen baut die Fähigkeiten auf, die die Menschheit für ihren ideellen und materiellen Erhalt und Fortentwicklung benötigt. Fähigkeiten können sich nur aus einem freien Geist heraus entwickeln.

Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben


Das wirtschaftsleben setzt sich zusammen aus Warenproduktion, Warenzirkulation und Warenkonsum. Durch sie werden die menschlichen Bedürfnisse befriedigt. Die Bedürfnisse werden durch nichtstaatlichen Assoziationen ausgelotet und finden hierin den Bedürfnissen entsprechenden Verträge und Preisregulierung. Erste Ansätze davon findet man im heutigen fairen Handel, der dem blinden Markt langfristige Verträge entgegensetzt und sich durch seine Rücksicht auszeichnet.

Gleichheit im Rechtsleben


Das Staatsleben ist aber kein Überbau über die Zivilgesellschaft, sondern nur ein Glied neben Geistes- und Wirtschaftsleben. Im staatlichen Rechtsleben sind vor dem Gesetz alle gleich, und darin steht jeder dem andern als ein Gleicher gegenüber. In ihm macht sich alles das demokratisch geltend, was von dem Urteil und der Empfindung eines jeden mündig gewordenen Menschen abhängig sein muß, wie die innere und äußere Sicherheit. Anders als im Geistes- und Wirtschaftsleben hat er sich hier damit abzufinden, daß er von einer Mehrheit überstimmt werden kann.

Zusammenwirken der Extreme


Jeder Mensch ist zugleich eine Minderheit, ein Bürger und steht für die ganze Menschheit. Soziale Einrichtungen müssen aber einfacher gestrickt sein. Sie können jeweils nur eins davon. Für sich allein genommen kann daher eine soziale Einrichtung im strengen Sinne gar nicht menschlich sein. Sie bleibt immer einseitig. Der Mensch kann daher in einer Einrichtung nur einen Teil seiner Selbst verwirklichen. Menschlich wird die Gesellschaft erst durch das Zusammenwirken der sozialen Einrichtungen, wenn diese anfangen, sich wirklich zu ergänzen, ohne einander vereinnahmen zu wollen.

Wer ist aber der Garant dafür, daß die sozialen Einrichtungen mit ihrer Einseitigkeit nicht auseinanderdriften? Niemand außer der Mensch selbst. Er ist es, der die Brücken schlägt. Er ist nicht nur Bürger im Staate, sondern steht auch aktiv im Kulturellen und im Wirtschaftlichen. Auch der überarbeitete Lehrer ist auch noch ein Konsument und daher nicht nur Teil der Schule und damit des Geisteslebens, sondern auch des Wirtschaftslebens. Der Mensch ist die Einheit der Gesellschaft. Und je mehr er damit zu schaffen hat, desto besser.

www.dreigliederung.org/gliederung

Die Spiegelgesetze

1. Spiegelgesetz
Alles, was mich am anderen stört, ärgert oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir.

2. Spiegelgesetz
Alles, was ich am anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke ich in Wahrheit in mir und hätte es gerne anders.

3. Spiegelgesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft, verändern will und weswegen ich mich verletzt fühle, betrifft mich – ist in mir noch nicht erlöst, meine gegenwärtige Persönlichkeit fühlt sich beleidigt – Der Egoismus ist noch stark.

4. Spiegelgesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft, mich dies aber nicht berührt, ist sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

5. Spiegelgesetz
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, hab ich selbst in mir und liebe dies im anderen. Ich erkenne mich selbst im anderen – in diesen Angelegenheiten sind wir eins.

Frage Dich immer:  Wer hat das Problem?

von Lilos Seite Lichtblicke Finden

Hesse: Menschlichkeit und Harmonie

Serie: „Selbstführung und Führung“, Teil 34 - von Prof. (em.) Dr. Heiner Müller-Merbach - QUELLE

Hermann Hesse (1877 – 1962) wird seit Jahren immer wieder als der im Ausland am meisten gelesene deutsche Schriftsteller genannt. Woher kommt das? Ist er ein Lehrmeister der Menschlichkeit, ein Vorbild an Harmonie, ein Maßstab für andere Menschen? Wohl kaum! Eher mag es daran liegen, dass er sich als Mensch mit seinen Stärken und Schwächen darstellt, ohne sie zu beschönigen, und dass er Ideen ausstrahlt in Richtung auf mehr Harmonie in dieser Welt. 

Aus seinen vielfältigen Werken ist im Suhrkamp-Verlag das Lesebuch „Die Einheit hinter den Gegensätzen“ (1986) zusammengestellt worden, aus dem hier im Folgenden überwiegend zitiert wird (auch schon bei Müller-Merbach 1987).

Zerrissenheit 

Hermann Hesse stellt sich selbst als einen Menschen dar, der zwischen verschiedenen psychischen Zuständen hin- und herschwankt, also nicht wie eine starre, unbewegliche Eiche, die sich von keinem Wind biegen lässt, sondern eher wie schwankender Bambus, der je nach Windeinfluss nach links, rechts, vorn oder hinten gebogen wird.

Ein Mensch wie Hermann Hesse ist Stimmungen unterworfen und steht nicht unbewegt wie ein Fels in der Brandung, wie etwa Marc Aurel (121 – 180), der Stoiker und römische Kaiser formuliert: „Der Klippe gleich sein, an der sich ständig die Wogen brechen. Sie aber steht unerschüttert, und die sie umtobende See sinkt in Schlummer.“

Hermann Hesse bekennt sich zu seinem Wankelmut: „Ach, und nun stand ich wieder einmal so völlig außerhalb der Einheit, war ein vereinzeltes, leidendes, hassendes, feindliches Ich. Auch andre waren das, gewiß, ich stand damit nicht allein, es gab eine Menge von Menschen, deren ganzes Leben ein Kampf, ein kriegerisches Sichbehaupten des Ich gegen die Umwelt war, welchen der Gedanke der Einheit, der Liebe, der Harmonie unbekannt war und fremd, töricht und schwächlich erschienen wäre, ja, die ganze praktische Durchschnittsreligion des modernen Menschen bestand in einem Verherrlichen des Ich und seines Kampfes. Aber in diesem Ichgefühl und Kampf sich wohlzufühlen, war nur den Naiven möglich, den starken, ungebrochenen Naturwesen; den Wissenden, den in Leiden sehend Gewordnen, den in Leiden differenziert Gewordnen war es verboten, in diesem Kampfe ihr Glück zu finden, ihnen war Glück nur denkbar im Hingeben des Ich, im Erleben der Einheit …“

Hermann Hesse geht es um das Zurechtfinden des Einzelnen in dieser Welt, nämlich um das Ich als Teil der Ganzheiten und um die Ganzheiten, in die man sich einfügen muss: „Ich glaube an nichts in der Welt so tief, keine andere Vorstellung ist mir so heilig wie die der Einheit, die Vorstellung, daß das Ganze der Welt eine göttliche Einheit ist und daß alles Leiden, alles Böse nur darin besteht, daß wir einzelne uns nicht mehr als unlösbare Teile des Ganzen empfinden, daß das Ich sich zu wichtig nimmt“.

Ginko Biloba und die Einheit

Dieses Baums Blatt, der, von Osten,
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie‘s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen?
Das sich in sich selbst getrennt;
Sind es Zwei? Die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt.

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

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In Helga Simon-Wagenbach, Vollende, was du bist. Thesus Verlag 2007, auf Seite 164 steht:

Goethes Gedicht Ginko Biloba ist eine Metapher, ein Sinnbild sowohl für die innermenschliche als auch die zwischengeschlechtliche Polarität weiblich-männlicher Wirklichkeit in einem. Es ist in diesem Sinne ein Liebesgedicht. Beziehung bedeutet immer, dass eine innere Bewegung der gegenseitigen Anziehung zur Verbindung führt.

Das Lankavatara-Sutra des Mahayana Buddismus sagt: "Die falsche Vorstellung lehrt, dass Dinge wie Licht und Schatten, lang und kurz, schwarz und weiß verschieden sind und auseinandergehalten werden müssen; aber sie sind nicht unabhängig voneinander; sie sind nur verschiedene Aspekte desselben, sie sind Ausdrücke von Beziehungen, nicht Wirklichkeit. Daseinsbedinungen sind nicht von der Art, dass sie sich gegenseitig ausschließen, im Kern sind die Dinge nicht zwei, sondern eins."


EARTHLINGS 2.0

Wikipedia:
Earthlings ist eine Dokumentation über den Konsum von Fleisch und die Nutzhaltung von Tieren. Die Tiere dienen unter anderem als Rohstofflieferanten für Kleidung, der Unterhaltung und als Testobjekt im Rahmen von Tierversuchen.

Mit einer Betrachtung bezüglich Tierzucht, Tierheimen sowie Massentierhaltung, des Leder- und Pelzhandels, der Sport- und Unterhaltungsindustrie sowie der medizinischen und wissenschaftlichen Nutzung, will Earthlings unter Verwendung von versteckten Kameras und heimlich gemachten Bildaufnahmen das tägliche Elend der Tiere zeigen.

In der Dokumentation wird es auf die Profitgier von Industriezweigen, die Tierprodukte vermarkten und daher wirtschaftlich von der Nutzung der Tiere abhängig sind, zurückgeführt. Weiter wird ausdrücklich erwähnt, dass laut den Autoren der Vergleich der Massentierhaltung mit dem Holocaust legitim sei.

Earthlings (deutsch „Erdlinge“) ist eine Dokumentation, produziert von Shaun Monson, der auch das Drehbuch schrieb und Regie führte. Co-produziert wurde Earthlings durch Persia White. Der Sprecher des Films ist Hollywood-Schauspieler und Tierrechtsverfechter Joaquin Phoenix. Ein großer Teil des Soundtracks stammt von Moby. Am 12. August 2015 wurde die Fortsetzung Unity veröffentlicht.

www.earthlings.de

 EARTHLINGS 2.0 (deutsche Übersetzung)

Die Doku-Macher

Thomas D und die Tiere


Du wirst nicht nur sehen, was tagtäglich vor uns versteckt gehalten wird.
Du wirst es durch die Augen eines Tieres sehen.

- Thomas D

http://ianimal360.de/#

Daniele Ganser - ein Mann für den Frieden

In der Wikipedia steht: Daniele Ganser (* 29. August 1972 in Lugano) ist ein Schweizer Publizist und Historiker. Ganser wurde mit seiner 2005 veröffentlichten Dissertation über „NATO-Geheimarmeen“ bekannt und veröffentlicht unter anderem Untersuchungen zum globalen Fördermaximum von Erdöl. Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Historikern zu prüfende Erklärungsansätze dar.

Auf www.danieleganser.ch steht: Daniele Ganser - Schweizer Historiker, Energie- und Friedensforscher, Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER).
In meiner Arbeit untersuche ich die Themen Energie, Krieg und Frieden aus geostrategischer Perspektive. Tausende Menschen engagieren sich heute weltweit für Frieden und erneuerbare Energien. Ich glaube, dass auch Wissenschaftler helfen können, einen Teil der Lügen und der Brutalität zu überwinden, die unsere Welt noch immer prägen.
Forschungsschwerpunkte:
  • Internationale Zeitgeschichte seit 1945
  • Verdeckte Kriegsführung und Geostrategie
  • Geheimdienste und Spezialeinheiten
  • Peak Oil und Ressourcenkriege
  • Globalisierung und Menschenrechte

Hintergründe zur Glaubwürdigkeit der Wikipedia:

KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia

Was sagt Daniele Ganser? Informier dich selbst:

KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (August 2014)

KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (Dezember 2014)

Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 - Vortrag von Daniele Ganser

Die gefährlichste MAFIA der WELT - Die NATO // Dr.Daniele Ganser

Dr. Daniele Ganser: „Medienkompetenz - Wie funktioniert Kriegspropaganda?“ (Berlin, 23.10.2015)

KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (Medienkompetenz und Kriegspropaganda)

„Bewusstsein schafft Frieden“ – Dr. Daniele Ganser im Gespräch

Mythos Verschwörung? (3sat Scobel mit Daniele Ganser, Andreas von Bülow, Thomas Grüner)

Stopp Ramstein! - Kein Drohnenkrieg

Mitmachen & unterstützen!

www.ramstein-kampagne.eu 

SO WAR ES: KenFM am Set: Protestwochenende gegen die US-Air Base Ramstein, 11.6.2016

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, wie Du dich bei STOPP RAMSTEIN beteiligen kann.

  • Den Aufruf unterzeichnen und Freunde dazu per Email oder Facebook einladen.
  • Online bei der Mobilisierung mithelfen, in dem Du unsere Facebookseite teilst oder Freunde dazu einlädst.
  • Nutze unseren Downloadbereich, um Grafiken, Flugblätter, Zeitung und Infomaterial auf Deinen Rechner zu laden, dieses entweder ausdrucken und verteilen oder per Email an Freunde weiterzuleiten.
  • Unsere Zeitung „Stopp Ramstein: Kein Drohnenkrieg“ kann nun bestellt werden.
  • Wir laden Dich herzlich ein, dich bei unseren Arbeitsgruppen aktiv zu engagieren und mitzuhelfen.
  • Neben der vielen, ehrenamtlichen Helfer benötigt diese Kampagne auch finanzielle Unterstützung. Mit einer Spende kannst Du mithelfen, diese Kampagne zu unterstützen.
Bei Fragen nehme bitte mit uns Kontakt auf.

Programm:
  • Fr 10.06.
    tagsüber Aktionen in der Stadt Kaiserslautern
    11:00 - 21:30 Stopp Ramstein in der Kirche: "(Drohnen-) Kriege beenden"
  • Sa 11.06.
    Menschenkette Stopp Ramstein

    11:00 - 13:00 Uhr Auftaktkundgebung in Kaiserslautern mit Oskar Lafontaine
    11:00 Uhr Demonstrationszug vom Camp zur Auftaktkundgebung in Ramstein
    11:30 - 13:30 Uhr Auftaktkundgebung Ramstein und Kaiserslautern
    gegen 15:00 Uhr Menschenkette geschlossen
    15:30 Uhr Abschlußkundgebung vor dem Gate der Airbase
    Ende 17 Uhr ab 18:00 Uhr Abschlußfeier im Camp

Auftakt 1: Kaiserslautern, Hauptbahnhof - 11:00 bis 13:00 Uhr
  • Oskar Lafontaine, Fraktionsführer Die Linke im saarländischen Landtag
  • Claudia Kettering, Pfarrerin Kaiserslautern
  • Elsa Rassbach , Codepink USA/D
  • Dave Webb, Vorsitzender der Campaign for Nuclear Disarmament (CND), (GB)
  • Otto Jäckel, Vorsitzender IALANA Deutschland, Ramstein Prozess
  • Alain Roué , Mouvement de la Paix (Frankreich)
  • Hans Sanders, ver.di Arbeitslosenausschuss
  • Tabea Rössner, MdB DieGrünen
Moderation: Connie Burkert-Schmitz/Reiner Braun
Musik: Vita Vision, Ernesto Schwarz, Georg Bermuda

Auftakt 2: Ramstein-Miesenbach, Marktplatz - 11:30 bis 13:30 Uhr
  • Claudia Haydn, Informationsstelle Militarisierung (IMI)
  • Torsten Schleip, DFG-VK, Kooperation für den Frieden
  • Karl-Heinz Peil, Bundesausschuss Friedensratschlag
  • Merle Lindemann, Wanfrieder Kreis + Peter Jüriens, Bochum
  • Simone Zuberbühler, (Schweiz)
  • Helena Potapova, Russian Peace Foundation, Smolensk
Moderation: Gunda Weidmüller, Hamburger Forum/Arora
Musik: Photon, Max Koch, Die Lauscher
Kunst: Peter Meiser (Gedichte)

Auftakt 3: Landstuhl, Stadthalle - 11:30 bis 13:30 Uhr
  • Ray McGovern, Ex-CIA-Beamter, (USA)
  • Roland Blach, DFG-VK (Baden-Württemberg)
  • Claudia Kohde-Kilsch, Tennis Wimbledon-Siegerin
  • Thomas (Tommy) Rödl, DFG-VK (München)
  • Susanne Wildberger, Pfarrerin Kaiserslautern
Moderation: Kristine Karch/Helmut Schmidt (Kai)
Musik: WAMP, René Rebell, Tjorben (mit Morgaine), Lebenslaute

Ab 13:30 Uhr Bildung der Menschenkette (Kindspech – Landstuhl – Ramstein-Miesenbach)

Schlusskundgebung: Base - 15:30 Uhr
  • Ray McGovern, Ex-CIA-Beamter, (USA)
  • Roland Vogt, MdB die Grünen a.D., Konversionsexperte
  • Alexander Ulrich, MdB die Linke
  • Mohamed-Bashar Alajloub, (Syrien)
  • Connie Burkert-Schmitz, Sprecherin der Initiative Stopp Ramstein – Kaiserslautern
Moderation: Reiner Braun
Musik: Prinz Chaos, Morgaine, Kilez More, Diether Dehm

KenFM im Gespräch mit: Rolf Hochhuth (Ausstieg aus der Nato oder Finis Germaniae) 

KenFM im Gespräch mit: Willy Wimmer (Wiederkehr der Hasardeure)

PISA - verpiss dich!

Kernelement von Propaganda ist, nicht offen für etwas Werbung zu machen – dann würde jeder die Absichten des Akteurs erkennen. Propaganda inszeniert vielmehr Scheinwirklichkeiten, auf die die Medien und dann die Bevölkerung und die Politik erst reagieren, so etwa Walter Lippmann, einer der Begründer des Propaganda-Konzepts schon 1921: „Man fügt eine Scheinwelt zwischen den Menschen und seine Umwelt ein. Sein Verhalten ist eine Reaktion auf diese Scheinwelt. Aber weil es Verhalten ist, operieren die Konsequenzen […] nicht in der Scheinwelt […], sondern in der tatsächlichen Umwelt […].

Die Scheinwirklichkeit der OECD ist der PISA-Test. Er  gibt vor, „Bildung“ zu messen und „objektive Daten“ über den Leistungsstandes Schüler zu liefern. Tatsächlich misst er eben Kompetenzen, die dem Lehrplänen nicht entsprechen und führt ein Menschenbild mit sich, das dem Grundgesetzes und der Länderverfassungen widerspricht. Gleichwohl wurden die Ergebnisse medial skandalisiert und ein „ PISA-Schock“ ausgerufen. Nun fragte niemand mehr, was dort eigentlich gemessen wird, sondern alle reagierten zustimmend oder ablehnend nur noch auf die PISA-Ergebnisse.

In der Schockstarre griffen Politiker dann nur zu gerne auf die seitens der OECD angebotenen Kompetenz-Konzepte zurück, um bei den nächsten Tests in jedem Fall besser abzuschneiden. Und ganze Heerscharen von Wissenschaftlern begannen mit Feuer Eifer, dem neuen Paradigma hinterherzulaufen – nicht zuletzt, weil es dafür nun Unmengen an Forschungsgeldern gab.

Die OECD setzte ihr Konzept so per „Schock-Strategie“ und „diskursiver Streuung“ durch: Man steuerte das Verhalten souveräner Staaten und ihrer Bürger über indirekte, propagandistische Beeinflussung. Die PISA- Tester selbst behaupteten dabei, sie würden ja „nur messen“. Doch liegt die normative Macht dieser Messung in der verdeckten Durchsetzung eines alle kulturellen Überzeugungen negierenden Bildungsverständnisses an den Bürgern vorbei.

Diese Strategie beschreibt die OECD selbst ganz offen: In Peer-Reviews wie PISA sieht sie den „effizienteste(n) Weg, Einfluss auf das Verhalten souveräner Staaten auszuüben“, obwohl ihr dieser Einfluss nicht zusteht. Dieses manipulative Vorgehen der OECD ist seitens der Politikwissenschaft auch empirisch in seiner durchschlagenden Wirkung nachgewiesen. (Vgl. hierzu ausführlich Krautz 2013a, b und Graupe/Krautz 2014)

Textquelle: http://www.gew-berlin.de/public/media/20150622_streit1-kompetenzen.pdf

Scheint mir auch ein gutes Buch zu sein. Wurde im GEW-Heft besprochen:

www.westendverlag.de - gute-macht-geschichten-daniel-baumann-stephan-hebel.html

Auf die Atmosphäre kommt es an

Erkenntnisse und Konsequenzen für das Gelingen von Bildungsprozessen aus der Hirnforschung von Gerald Hüter, Göttingen 2008

Die Zukunft unseres Landes wird von den Kindern gestaltet, die heute heranwachsen. Wollen wir keine Bruchlandung erleiden, müssen wir sie auf die Herausforderungen vorbereiten, die auf sie zukommen und denen wir schon jetzt gegenüberstehen. Wir müssen Ihnen das nötige Rüstzeug zur Bewältigung dieser Aufgaben mit auf den Weg geben. 

Das wichtigste, was Ihnen helfen wird, diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist nicht mehr allein ihr Wissen – das kann künftig jederzeit verfügbar gemacht und abgerufen werden – sondern vielmehr ihre Bildung, also die Fähigkeit, sich das vorhandene Wissen nutzbar zu machen, es zu beurteilen, zu verstehen, anzuwenden und dadurch wieder neues Wissen hervorzubringen. Und diese Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern bereits im Kindergarten, in Kindergrippen und den jeweiligen Herkunftsfamilien.

In der alten Industriegesellschaft des vorigen Jahrhunderts sollten die Menschen das in der Schule erworbene Wissen ein ganzes Leben lang anwenden. Deshalb brauchten sie gut eingeprägtes Fachwissen und solide Kenntnisse, auf die sie zeitlebens zurückgreifen konnten. In der Wissens- und Ideengesellschaft des 21. Jahrhunderts hat sich dieser Wissenspool enorm erweitert. Jetzt kommt es immer stärker darauf an, neue Herausforderungen annehmen und unbekannte Probleme lösen zu können. Die Schule wird ihre Schüler daher künftig nicht nur auf die Durchführung von Routinen, sondern in erster Linie auf die Bewältigung von Vielheit und Offenheit vorbereiten müssen. Damit ändert sich aber schlagartig auch die traditionelle Vorstellung von Bildung und Erziehung.

Überall dort, wo Bildung stattfindet, geht es nun viel stärker um die Aneignung sogenannter Metakompetenzen, um die Entwicklung von Haltungen und Einstellungen, um die Bereitschaft, sich auf neue Herausforderungen einzulassen, um die Lust am Entdecken und Gestalten, um Engagement, Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft.

„Die Zeit ruft nach Persönlichkeiten, aber sie wird solange vergeblich rufen, bis wir die Kinder als Persönlichkeiten leben und lernen lassen, ihnen gestatten, einen eigenen Willen zu haben, ihre eigenen Gedanken zu denken, sich eigene Kenntnisse zu erarbeiten, sich eigene Urteile zu bilden; bis wir, mit einem Wort, aufhören, in den Schulen die Rohstoffe der Persönlichkeit zu ersticken, denen wir dann vergebens im Leben zu begegnen hoffen.“ (Ellen Key, schwedische Reformpädagogin, 1900).

Und genau hier, bei der Suche nach Lösungen, wie sich diese Forderungen in unserem gegenwärtigen Bildungssystem umsetzen lassen, bekommen diese Bemühungen plötzlich Schützenhilfe und eine enorme Bestätigung ihres Ansatzes von einer Disziplin, der man das eigentlich kaum zugetraut hätte: der Neurobiologie.

Die Erkenntnis von Paolo Coehlo

Viele Jahre hatte ich Magie, Alchemie und okkulte Wissenschaften studiert und praktiziert. Ich war von dem Gedanken fasziniert, dass eine Gruppe von Menschen eine ungeheure Macht besaß, die auf gar keinen Fall mit dem Rest der Menschheit geteilt werden durfte, weil es höchst riskant wäre, dieses riesige Potenzial in unerfahrene Hände gelangen zu lassen. Ich hatte in Geheimgesellschaften mitgemacht, war in exotische Sekten verwickelt gewesen, hatte sündhaft teure, auf dem Markt nicht erhältliche Bücher gekauft, wahnsinnig viel Zeit mit Ritualen und Initiationen verbracht. Andauernd war ich in irgendwelche Gruppen und Bruderschaften ein- und wieder ausgetreten, in der fieberhaften Hoffnung, jemanden zu treffen, der mir endlich die Mysterien der nichtsichtbaren Welt enthüllen würde. Und ich war jedesmal wieder enttäuscht, wenn ich herausfand, dass die meisten dieser Menschen - sosehr sie auch von guten Absichten geleitet waren - nur blind einem Dogma folgten und häufig zu Fanatikern wurden, weil Fanatismus der einzige Ausweg aus den Zweifeln ist, die die Seele des Menschen unaufhörlich quälen.

Ich hatte herausgefunden, dass viele der Rituale tatsächlich funktionierten. Aber ich hatte auch herausgefunden, dass diese selbsternannten Meister, die behaupteten, um die Geheimnisse des Lebens zu wissen, Techniken zu kennen, die jedem Menschen, die Fähigkeit verleihen, alles zu erreichen, was er will, die Verbindung zu den Lehrer der Alten bereits verloren hatten. Auf dem Jakobsweg zu gehen, und zu entdecken, dass das Universum eine eigene Sprache spricht (die Sprache der Zeichen) und wir, um sie zu verstehen, nur mit wachem Geist das anzuschauen brauchen, was um uns herum geschieht - all das hat mich daran zweifeln lassen, dass der Okkultismus wirklich das einzige Tor zu diesen Mysterien ist. In meinem Buch über den Jakobsweg beginne ich nun, über andere Möglichkeiten des Wachsens nachzudenken, und komme zu dem Schluss: „Es reicht, aufmerksam zu sein; die Lektionen kommen immer dann, wenn du bereit bist und offen für die Zeichen, und sie lehren dich alles, was du für den nächsten Schritt brauchst.“
Allerdings gibt es da immer zwei Probleme: Das erste ist, zu wissen, wann man etwas anfängt, das zweite, wann man damit aufhört.

Quelle: Paolo Coelho - Der Zahir, Diogenes 2006, S.37-38
über das Buch

Zärtlichkeit und Treue

Auszüge aus
Utopische Gedanken über Liebe, Ehe und Eifersucht  sowie über Frieden und Krieg 
von August E. Hohler:

Diese Sekunden der Zärtlichkeit, wortlos, denn da war nichts zu sagen, unsere Körper sagten alles (und unser Körper, wenn wir ihn gewähren lassen, weiss Bescheid), diese paar stummen Sekunden wogen oder hoben Jahre und Jahrzehnte fruchtloser Streitereien auf, wie sie zwischen, sagen wir, konservativen Eltern und abtrünnigen Kindern seit je üblich sind; diese Augenblicke der Zärtlichkeit räumten weg, was uns trennte, und legten frei, was verstellt auch immer dagesessen war: Liebe, Dankbarkeit, Einverständnis, Wärme. Schmelzprozess im Tiegel des Lebens, unvergesslich.

Was machen Verliebte? Genau das gleiche. Der umbeschreibbare Moment, in dem zwei Menschen einander erkennen und zu Verliebten, Geliebten werden, verwandelt diese Menschen in eigentümlicher und gewissermassen eintöniger Weise: plötzlich haben sie ein unbezähmbares Bedürfnis, einander zu halten, einander in die Augen zu blicken, einander alles mitzuteilen. Verliebtheit als Dammbruch, der die Grenzen meiner Individualität überspült und dessen einströmende Wasser mich lebendig, empfänglich, aber auch wehrlos machen; das Bedürfnis nach Nähe, wechselseitiger Annahme und Bestätigung, nach Vereinigung, Einswerdung, Verschmelzung als natürliche Folge. Einander halten, Halt geben in der Wehrlosigkeit des Dammbruchs.

Tiefer ist die Einsicht, dass ich einen geliebten Menschen am besten „halte“, wenn ich ihn „loslasse“, dass wechselseitige Freiheit die verlässlichste Gewähr für wirkliche Verbundenheit bietet, die einzige: indem wir einander Entscheidungsmöglichkeiten zubilligen, können wir aus eigenem Antrieb zusammenbleiben oder zurückkehren. Das schreibt sich leicht, ist hart zu glauben und schwer zu praktizieren. Nicht das Loslassen, sondern das Festhalten haben wir gelernt, nicht die Lässigkeit, sondern den Krampf. Und doch ist das Loslassen, wie ja der Ausdruck sagt, das Ende einer Anstrengung und macht Energien frei, die im Festhalten blockiert sind: macht meine Hände frei. Einander halten in Zärtlichkeit, einander lassen in Freiheit: wie geht das zusammen?

Gibt es einen anderen, weiteren, tieferen Begriff von Treue? Ich glaube schon. Nicht die Sexualität wäre dann das Kriterium, sondern das Vertrauen, das aus Zärtlichkeit und Freiheit wächst; einander zärtlich halten, einander freilassen: das ist die Voraussetzung, um zueinander zu halten in einer Treue, Verbundenheit und Verlässlichkeit, die Stürme und Schmerzen überdauert und vielleicht sogar sich freuen kann an der Liebesfreude des andern. Wenn wir aufhören, einander zu gehören, können wir besser zueinander gehören. Und wenn wir aufhören, die Sexualität so entsetzlich wichtig zu nehmen, kann sie schöner werden und das Problem der Treue entschärfen.

Wenn wir einander halten in Zärtlichkeit, einander lassen in Freiheit; wenn wir Treue nicht mehr vom Sexuellen her definieren, sondern als ein verlässliches Zueinandergehören in Zärtlichkeit und Freiheit verstehen; wenn Sexualität weniger wichtig und dafür schöner, selbstverständlicher wird, weniger mit Eroberung und Besitz zu tun hat als Ausdruck der Lebensfreude ist: liegen dann die Qualen der Eifersucht hinter mir? Theoretisch ja; vielleicht; nicht unbedingt; möglicherweise überhaupt nicht.

Am Tag, an dem die Mehrheit der Menschen erkannt hat, dass es natürlicher ist, wenn wir einander lieben, als wenn wir es nicht tun oder einander hassen, an dem Tage wird die Welt, falls sie noch steht, gerettet sein.

TEXT: Zärtlichkeit und Treue von August E. Hohler

Marshall B. Rosenberg - Do you love me?

Christopher Gottwald - Interview zu Sexualität

Song from a Secret Garden (Rumba)