Sie kaute auf ihrer Lippe.

Sie kaute auf ihrer Lippe. Gleich würde sie Besuch bekommen. Mit Erdbeeren und Kuchen. Ob er pünktlich kommen würde? Oder hatte sie noch Zeit, ein paar Flaschen Altglas wegzubringen und damit die Chance, die Küche etwas aufzuräumen? Seit einer Woche standen die leeren Weinflaschen herum, übriggeblieben vom Fest ihres einundzwanzigsten Geburtstags.

Am Abend der Feier war in ihrer kleinen Wohnung keine Bewegung mehr möglich gewesen, so dichtgedrängt hatten die Gäste in allen Zimmern gestanden. Aber die betrunkenen Menschen waren brav geblieben. Nichts war zerstört worden. Sogar die Geranien auf der Fensterbank hatten es überlebt. Nur musste am nächsten Morgen viel Müll weggeräumt werden. Vor allem leere Bierflaschen, die nicht nur im Badschrank aufgetaucht waren, auch im Bücherregal, unter ihrem Bett, auf den Schränkchen im Flur und sogar in den Küchenschränken. Das meiste waren Pfandflaschen gewesen, die sie einen Tag später weggebracht hatte.

Aber elf leere Flaschen Wein standen heute noch in der Küche und blickten sie täglich scharf an. Die Flaschen versammelten sie inzwischen neben dem Regal und vor dem Fenster. Jeden Tag wanderten sie ein wenig. Aber immer waren sie im Weg. Immer wo anders. Bei manchen Schritten stolperte sie darüber und stellte sie erneut auf. An einen neuen Platz. Manchmal musste sie sich weit nach vorne beugen, wenn sie nach Brot und Marmelade griff, um über leere Flaschen zu reichen. Wenn sie am Tisch saß, konnte sie den Stuhl nicht nach hinten schieben, sonst klirrte es und die Flaschen rollten lachend über den Boden. Beim Öffnen der Fenster musste sie besonders vorsichtig sein. Die Flaschen waren sehr egoistische Mitbewohner.

Sie beschloss, dass es keinen guten Eindruck machen würde, wenn die Küche voll mit leeren Flaschen stand. Es war an der Zeit, wenigstens einen Teil davon wegzubringen. Sie packte eine Tasche voll und verließ die Wohnung. Der Glascontainer war nur eine Straße weiter, neben dem kleinen Supermarkt an der Ecke. Sie würde in spätestens fünf Minuten zurück sein.

Auf halben Weg fragte sie sich, ob es richtig war, was sie da tat. Sie hatte den Kerl vor über zwei Wochen auf einer Party kennengelernt und mit nach Hause genommen. In weniger als zehn Minuten würde er bei ihr an der Tür klingeln, wahrscheinlich Erdbeeren in der Hand halten und mit ihr schlafen wollen.

Pornofrühstück 2

In Mandel- und Reismilch eingedickte Mais-Polenta
(mit einer Prise Salz, versteht sich)
neben Attilas veganem Sojajoghurt-Himbeer-Bananen-Eis
unter Haselnuss und Mandelkern,
Rosinchen und selbstgepopptem Amaranth.
Den Kindern schmeckt 's.




Pornofrühstück 1

In Dinkel- und Reismilch gequollene Hirse
(mit einer guten Prise Salz zubereitet, versteht sich)
neben fein-säuerlich geraspeltem Apfel,
geleckert mit RohRohrzucker, gesiebtem Kakao und ausgeklopftem Zimt
unter 432 gepoppten Amaranthflops.
Gibt es nur bei mir!

Desiderata, die Lebensregel von Baltimore

Desiderata ist eine Lebensweisheit des amerikanischen Rechtsanwaltes Max Ehrmann (1872-1945), geschrieben im Jahre 1927. Der Titel leitet sich von dem lateinischen Wort desiderare ab: ersehen, wünschen, verlangen. Der Text wird auch als "Lebensregel von Baltimore" bezeichnet, weil eine Zeit lang vermutet wurde, dass der Text schon im Jahre 1692 als eine Wandinschrift in der Kirche Old St. Paul's in Baltimore gefunden worden wäre. Diese Annahme wurde widerlegt, der Inhalt des Textes jedoch nicht:

Desiderata 


Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke an den Frieden der Stille.

So weit als möglich, ohne dich aufzugeben,
sei auf gutem Fuß mit jedermann.

Sprich deine Wahrheit ruhig und klar aus,
und höre andere an, auch wenn sie langweilig und unwissend sind,
denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen.

Meide die Lauten und Streitsüchtigen.
Sie verwirren den Geist.

Vergleichst du dich mit anderen,
kannst du hochmütig oder verbittert werden,
denn immer wird es Menschen geben,
die bedeutender oder schwächer sind als du.

Erfreue dich am Erreichten
und an deinen Plänen.

Bemühe dich um deinen eigenen Werdegang,
wie bescheiden er auch sein mag;
er ist ein fester Besitz im Wandel der Zeit.

Sei vorsichtig bei deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügerei.
Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen,
denn Tugend ist auch vorhanden:
Viele streben nach Idealen,
und Helden gibt es überall im Leben.

Sei du selbst.

Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor.
Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht,
denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht,
sondern wächst weiter wie Gras.

Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters,
und verzichte mit Anmut auf die Dinge der Jugend.

Stärke die Kräfte deines Geistes,
um dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen.

Quäle dich nicht mit Wahnbildern.
Viele Ängste kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.

Bei aller angemessenen Disziplin,
sei freundlich zu dir selbst. Genau wie die Bäume und Sterne,
so bist auch du ein Kind des Universums.

Du hast ein Recht auf deine Existenz. Und ob du es verstehst oder nicht,
entfaltet sich die Welt so, wie sie soll.

Bleibe also in Frieden mit Gott,
was immer er für dich bedeutet,
und was immer deine Sehnsüchte und Mühen
in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien
– bewahre den Frieden in deiner Seele.

Bei allen Täuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen
ist es dennoch eine schöne Welt.

Sei frohgemut.
Strebe danach glücklich zu sein.

Poesie darf knallen. Ganz leise.

Philosophie dürfte man eigentlich nur dichten.
Ludwig van Wittgenstein

Die Dichtung muss die verschüttete Welt der Poesie bewusst machen und aufdecken, in der Hoffnung, sie wieder zur Herrschaft zu führen.
Dr. Faust, der alte Romantiker.

Die wahre Poesie muß sich ganz von der äußeren Gegenwart loslösen, sozusagen von der wirklichen Wirklichkeit. Sie darf bloß das festhalten, was dem Menschen zu allen Zeiten eigen ist: seine wesentliche Natur. Sie muß dies in individuelle Gestalten kleiden, d.h. sie muß realistische Ideale schaffen.
Otto Ludwig

Wahre Poesie beginnt, wie die echte Barmherzigkeit, im eigenen Hause. 
Charles Kingsley

Die träumerische Viertelstunde eines Poeten oder Philosophen ist oft wichtiger für die Menschheit als der Lärm einer tagelang währenden Feldschlacht.
Wilhelm Raabe

Erst in der Poesie gibt sich uns die innerste Seele einer Nation kund. – Ich möchte behaupten, daß die Nachwelt einer Nation mehr als nach ihrer Tätigkeit im Kriege, im Gewerbe und Ackerbau, nach dem schätzt, was sie in der Dichtung geleistet hat.
Adolf Friedrich Graf von Schack

Aller Poesie liegt die Idee einer höheren Weltordnung zu Grunde, die sich aber vom Verstande nie im ganzen auffassen, daher nie realisieren läßt, und von welcher nur dem Gefühl vergönnt ist, dem Gleichverborgenen in der Menschenbrust, je und dann einen Teil ahnend zu erfassen.
Franz Grillparzer

Ein echter Dichter, der erkoren,
ist immer als Naturalist geboren,
doch wird er ein roher Bursche bleiben,
kann ihm in die Wiege die Fee nicht verschreiben
zwei Gaben aus ihrem Wunderland:
Humor und feinste Künstlerhand.
Thomas Selle

Das Rauchen macht dumm. Es macht unfähig zum Denken und Dichten.
Johann Wolfgang von Goethe

Sie haben recht, Herr Splitterrichter,
Daß alle Dichter Narren sind.
Doch schließ ich ebenso geschwind:
Da Sie, mein Herr, kein Dichter sind,
So sind nicht alle Narren Dichter.
Peter Wilhelm Hensler

Stille ist der Schlüssel zur Poesie.
Klaus Ender

Cäsars Eichhörnchen

Ich denke an Gaius Julius Caesar. Er soll geschrieben haben: Von Spanien bis an den Limes könnte ein Eichhörnchen sich von Baum zu Baum hangeln, so dicht sei der Kontinent bewaldet. Als ich vor wenigen Wochen von Deutschland nach Spanien flog, sah ich die restlichen Waldflächen aus der Luft. Im Vergleich zur Fläche, die schon entwaldet waren, erschienen sie klein. In Spanien musste man den Wald regelrecht suchen. Wie viele Bäume hat der Mensch schon gefällt? Wie viel Wald hat die Menschheit schon zersägt?

In einem Mittelalter-Film fiel der Satz: "Schau dir diese Fregatte an. Man sagt, fünftausend Eichen wurden für sie gefällt."

Während einer Bahnfahrt durch das Moseltal blicke ich aus dem Fenster. Am gegenüberliegen Ufer, dem Nordhang, wächst kein Wein. Dort begleitet ein unberührter Naturwald als grünes Band den Lauf des Flusses. Er ist dicht, steht jetzt, zu Beginn des Sommers, gut im Saft. Seine Millionen Blätter flimmern und glitzern im Sonnenlicht. 

Ich denke an die felsigen Berge, die unter der grünen Decke liegen, an deren Klüffte und Kanten. Ich denke an das Unterholz der schattigen Hänge. Ich erinnere mich, wie ich als Kind quer über den Hang kletterte, über Stämme stieg, durch Dickicht kroch, viele Kurven und Umwege um Hindernisse machen musste, um an mein imaginäres Ziel zu gelangen. 

Von meiner Seite des Ufers, auf der der Zug fährt, sehe ich keine felsigen Berge. Sie sind unter dem weichen Waldteppich versteckt. Das Grün dieses Teppichs wirkt als etwas Ganzes, als etwas Geschlossenes, als wäre der Wald ein separates Element, das einfach auf diesen Hängen liegt. 

Hätte ich eine riesige Hand, würde ich über den Wald streicheln, seine sanften Rundungen erspüren, die er auf Kuppen hat, würde seine Täler bemerken, und erkennen, dass es dort kühler ist, weil die frisch Luft sich dort sammelt. An einigen herausragenden Nadelbäumen wäre es etwas rauer.

Ich würde mit meinem Daumen unten an der Kante, wo der Wald ans Wasser der Mosel reicht, die Dicke des Waldteppichs fühlen. Vielleicht würde ich auch etwas pulen, und schließlich den Teppich als Schicht von den Bergen abziehen. Übrig bliebe rauer, schroffer Stein.

Aber so, wie ich mir das vorstelle, ginge das nicht. Der Wald besteht aus einzelnen Bäumen, die ihre Wurzeln tief im Erdreich haben, so tief, dass eine Grenze, wo der Wald aufhört und das Gestein anfängt, kaum gezogen werden kann. Man sagt, was ein Baum über der Erde hat, hat er auch unter der Erde. Wie weit wurzelt der Wald in den Berg hinein? Er ist mit dem Berg verwachsen.

Bäume gelten auch als die irdischen Wesen, die Sonne und Erde direkt miteinander verbinden. Sie sind der Übergang von grober materieller Sphäre zur feinstofflich, geistigen Welt - wobei es auch hier eigentlich keine Grenze gibt, genau wie bei der Suche nach dem Anfang des Waldes im Boden.
Die Bäume sind einzelne Wesen. Jeder einzelne wächst tief und reckt seine Äste zur Sonne. Untereinander konkurrieren sie ein wenig um das beste Licht von oben, aber ihre Gemeinsamkeit stellen sie nie in Frage. 

Ohne die anderen Bäume stünde ein einzelner nicht im Wald. Alleine könnte er keinem Reh Versteck bieten, alleine könnte er im Sommer nur ein wenig Schatten spenden, aber keine Kühlung, alleine würde ein Baum das bunte Leben, das sich im Wald abspielt, nicht erleben können. Ohne Wald, ohne die Gemeinschaft der Bäume gäbe es die Waldsphäre nicht. Der Wald als Singularität besteht allein aus der Gesamtheit einzelner Wesenheiten. 

Was mögen es für Bäume sein, die dort an den Hängen wachsen? Sie ähneln sich alle, und sind doch so unterschiedlich, dass wir ihnen Namen gegeben haben. Die knorrige, stolze Eiche. Die hohe, elegante Esche. Die helle, neugierige Birke.

Ich mag unseren Wald und respektiere ihn. Ich bin bereit ihn zu schützen. Ich respektiere jeden einzelne Baum. Ich liebe Bäume und Wald. Auch wenn ich mit dieser Einsicht nicht noch einmal nach Spanien fliegen darf - und ihn nie wieder von oben sehen werde.

Nachtrag

Es stand mit dem europäischen Wald schon schlechter. Bilder aus Spiegel-Artikel über Europas Wald.







Glaubensbekenntnisse

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische(rk.)/christliche(ev.) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Vater unser

Das ökumenische Vaterunser, 1970

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Unsere Seele ist ein Vorgarten

Nehmen wir an, unsere Seele ist ein kleiner Vorgarten vor einem kleinen Haus. Ich meine, dort muss das Gras nicht jede Woche mit der Nagelschere geschnitten werden. Es muss nicht jedes modrige Blatt mit Fingerspitzen aufgesammelt werden, als wäre es Giftmüll. Ich meine, der kleine Vorgarten darf wachsen und gedeihen, fast ganz so wie er möchte.

Der Garten wird anfangs auf frischer Erde gesät. Im Laufe der Jahre würde ein Dschungel voller Nischen und Verstecke enstehen. Tiere würden sich ansiedeln. Darunter tausende von Ameisen, die mithelfen, den Stoffkreislauf in Betrieb zu halten. Alle Vögel, Schnecken, Mäuse und Läuse würden Erde bewegen, Pflanzen essen und Samen pflanzen. Ohne planerischen Eingriff würde der kleine Vorgarten ein reiches Biotop werden. Er würde funktionieren, das Leben ihn regeln - ganz einfach und in unvorstellbar komplexen Zusammenhängen.

Grundlagen der Grundlagenbildung

Vor ungefähr 200 Jahren, im Februar 1809, trat Wilhelm von Humboldt seinen neuen Job als preußischer Kultusminister an. Das ist lange her, dennoch fällt Humboldts Name in jeder bildungspolitischen Debatte in diesem Land. Das liegt an einer gängige Formel für das, was wir heute von den Absolventen unserer Schulen erwarten: Sie müssen das Lernen des Lernens lernen.

Öffentlichte Bildungsräume?!


"Öffentliche Erziehung scheint mir ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit entfalten muss."
Wilhelm von Humboldt

Es war Wilhelm Humboldt, der als erster deutlich zu machen versuchte, dass Bildung als öffentliche Aufgabe zu verstehen ist - nicht jedoch als staatliche. Für ihn war Bildung keine Veranstaltung für das Volk, um Staatsbürger zu erziehen, sondern das eigentliche Initiativ- und Selbstbesinnungsfeld der Gesellschaft.

Deshalb wollte er die durch ihn begründete Universität in Berlin auch in "pekuniärer Hinsicht", das heißt finanzell, der unimittelbaren Verantwortung der Bürger übergeben. Selbstverständlich - und das sah Humboldt sehr klar - ist diese mündige und freiheitliche Bildungsorientierung nur möglich, wenn wir zunehmend auch wirtschaftlich solidarisch, also in gemeinschaftlichen Zusammenhängen, zu denken beginnen.

Wo durch freie Zusammenschlüsse gesellschaftliche Bereiche aus bloß privater und wirtschaftlicher Nutzung gelöst und für Bildungsprozesse geöffnet werden, können lebensvoll-öffentliche Bildungsräume entstehen. So wird eine wirkliche Chancengleichheit ermöglicht - sind doch sogenannte "bildungsferne Schichten" kein Naturereignis, sondern die Folge unseres zentralistisierten Bildungssystems, das mit seinen Selektionsmechanismen individuelle Entwicklungswege unterbindet.

Nicht durch abfragbares Wissen, das im Hinblick auf Musterlösungen zentraler Prüfungen auswendig gelernt wird, sondern durch Vielfalt individueller Fähigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein Einzelner entwickelt sich eine mündige Gesellschaft.

Konrad Schily fodert in seinem Buch "Der staatlich bewirtschaftete Geist" in diesem Sinne einen Rückzug des Staates aus der Verwaltung der Bildung. "Das wird die Menschen ermutigen, die für das Land, für die Menschen etwas bewegen wollen."

CLARA STEINKELLER, Bank Spiegel - Das Magazin der GLS Bank, Ausgabe 2/2014 Heft 221, Seite 25

Der Traumstein

Nach vielen gleichen Tagen brach ich eines Abends auf, um meine Stadt zu verlassen. Viele Stunden war ich unterwegs. Viele Tage. Die Landschaften zogen an mir vorbei und veränderten sich. Ihre Hügel wurden höher, verschwanden mal ganz. Die Wälder wurden lichter, dann wieder dunkler. Ich reiste durch Nacht und bei Tag. Mein Ziel war eine andere Stadt.

Viele Mérci 2014.

Empfänger unbekannt – Retour à l´expéditeur  

Vielen Dank für die Wolken.
Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel.
Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn und für allerhand andre verborgene Organe, für die Luft, und natürlich den Bordeaux.
Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht, und die Begierde, und das Bedauern, das inständige Bedauern.
Vielen Dank für die vier Jahreszeiten, für die Zahl e und für das Koffein, und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller, gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf, für den Schlaf ganz besonders, und, damit ich es nicht vergesse, für den Anfang und das Ende und die paar Minuten dazwischen inständigen Dank, meinetwegen für die Wühlmäuse draussen im Garten auch.

Hans Magnus Enzensberger

Wie sich Charlie Chaplin liebte


Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Gemeinschaftsbildung

„Der nächste Buddha wird nicht in Form eines Individuums erscheinen. Der nächste Buddha könnte die Form einer Gemeinschaft annehmen, einer Gemeinschaft, welche Mitgefühl und liebevolle Zuwendung übt, einer Gemeinschaft, welche ein achtsames Leben übt. Dies könnte unser wichtigster Beitrag sein für das Überleben der Erde.“
Thich Nhat Hanh

Es folgen Auzüge aus dem Buch Gemeinschaftsbildung von M. Scott Peck:

Kapitel 3: Die wahre Bedeutung von Gemeinschaft 

In unserer Kultur des schroffen Individualismus – in der wir normalerweise nicht wirklich ehrlich von uns selbst sprechen können, nicht einmal mit der Person, die neben uns auf der Kirchenbank sitzt, wissen wir nicht, was der Begriff ”Gemeinschaft“ bedeutet. Wir wenden ihn auf fast alle Ansammlungen von Individuen an – eine Stadt, eine Kirche, eine Synagoge, eine Bruderschaft, einen Wohnkomplex, eine berufliche Vereinigung – egal wie wenig diese Personen miteinander kommunizieren. Das ist eine falsche Anwendung des Wortes Gemeinschaft. Wollen wir es richtig anwenden, müssen wir es auf Gruppen von Personen beschränken, die gelernt haben ehrlich miteinander zu kommunizieren, deren Beziehungen tiefer gehen als die Masken des Gefasstseins, und die sich ernsthaft dazu verpflichten, ”gemeinsam zu feiern, zu trauern, sich aneinander zu freuen, die Lage der anderen zu teilen.“

Die Fesseln des Patriarchats sprengen

Das Patriarchat hält Männer und Frauen in einem unwürdigen Zustand. Der Ausweg ist das »Archearchat«, in dem Männer wie Frauen archetypisch initiiert sind. Willst du ein echter Mann sein? Übernimm die volle Verantwortung für dein Leben, und dies nicht nur im Kopf, sondern mit deiner ganzen körperlichen und emotionalen Kraft.  

Tattva Viveka 60 (2014) Autor: Clinton Callahan 

Ab und zu taucht eine Formulierung auf, die schlafende Gehirnzellen erfasst, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie hast. Aufgeschreckt wachen die Neuronen auf und nehmen die elektrisierende Wirkung mit überraschender Wachheit wahr. Wie schnell dann deine Gehirnzellen wieder einschlummern, hängt davon ab, wie groß deine Bereitschaft ist, mit ganzer Entschlossenheit in diese neu gefundene Wachheit zu springen und sie zu reiten wie ein wildgewordenes Pferd. Wenn du das Pferd ignorierst, dann galoppiert es schon bald ohne dich dem Sonnenuntergang entgegen und kehrt vielleicht nie mehr zurück.

Verwirrung zugeben ist Stärke zeigen !

Mir wurde ein offener Brief gemailt:

Liebe FB-Freunde,
nein, ich bin weder verrückt geworden (glaube ich) noch hysterisch, möchte nicht missionarisch auftreten und Euch mit meiner begrenzten Sicht auf die Dinge belehren oder nerven, auch bin ich nicht unter die Seelenexhibitionisten gegangen, um hier öffentlich mit meinen Tagebuchintimitäten hausieren zu gehen. Wer in den folgenden Zeilen dergleichen empfindet, der sei an die Maus verwiesen, die mich mit einem Klick aus Eurem Äther der sozialnetzwerklichen Totalkommunikation zu entfernen vermag.

Ich habe seit einiger Zeit irgendwie ein diffuses Gefühl von Angst. Leute, die mich näher kennen – was auf Facebook ja nun nicht zwingend gegeben ist -, wissen, dass das für mich, der ich eigentlich eher ein in den Sphären der Naivität schwebender Optimist bin, untypisch ist. Dennoch beschleicht mich das ungute, eben: beängstigende Gefühl, in eine Welt geworfen zu sein, die sich zunehmend meinem verstehenden Zugriff entzieht. Das kann daran liegen, dass ich dümmer geworden bin, das kann auch daran liegen, dass die Welt an Komplexität gewonnen hat (laaangweilig, ich weiß). Verschonen wir mich mit einer selbstkritischen Auseinandersetzung hinsichtlich Lebenswandels usw., die erstere Hypothese stützen würde, und konzentrieren wir uns auf zweitere, was schon insofern gerechtfertigt wird, als ich mich in dieser Lage nicht alleine zu befinden glaube.

Verwirrung zugeben ist Stärke zeigen !!

Meine Anwort:

Hallo F.,
ich habe von einem guten Freund deinen offenen Facebook-Brief bekommen. Nach einiger Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, dir mit einem lieben Brief zu antworten, denn: Ich kann deinen Eindruck nachvollziehen, auch mitfühlen und verstehen. Ich kann dich sogar ein wenig beruhigen. Es sind bereits viele andere stark verunsichert. Du bist nicht allein. Das ist aber schon die einzige Beruhigung.

Wenn du wirklich an einer neuen Perspektive auf die Welt interessiert bist, die dir das „Gefühl des Verstehens“ gibt, braucht es einen längeren Atem, als du dir vielleicht vorstellst. Ich kann nicht genau sagen, wie viel ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe, Bücher, Webseiten und Zeitschriften, aber eines ist klar. Es hat mich viel Mühe und Zeit gekostet, mir ein neues, mein eigenes Bild von der Lage der Welt zu machen. Und leider ist nichts bequemer, vieles viel unschöner geworden. Hoffnung gibt es dennoch. Ich fand auch viele gute Ideen, tolle Menschen und neue Projekte.

Ich frage dich: Bist du gewillt, dir deine eigene Meinung zu erarbeiten? Bist du bereit etwas zu tun? Zu lesen, zu sehen, zu fragen, zu recherchieren. Bist du bereit deine eigene Verunsicherung zu tolerieren, weil sie der Motor für weitere Recherchen sein kann? Bist zu bereit, Schranken und Vorurteile zu überwinden, weil Vorurteile dich daran hindern, weiter zu bohren? Willst du unvoreingenommen nachfragen, um hinter die Fassade zu blicken? Bist du bereit an die Grenzen deiner aktuellen Vorstellstellungen zu gehen?

Welt: Kurz vor dem Platzen!

Das folgende ist ein Kommentars eines Unbekannten von mir bei Facebook, eine Antwort auf einen Beitrag zwecks "BKA führt eine Million Bürger als Drogenkonsumenten:

"Wer auf dem Oktoberfest zuerst kotzt ist der Coolste, aber ein Freund von mir aus Bayern bekommt wegen 3 Gramm ne Hausdurchsuchung mit Steuerprüfung. Und dann labern die irgendwas von Bildung und Menschenwürde. Doppelmoral wo man nur hinsieht, und Niemand hat die Eier etwas daran zu ändern.

Da macht man Abi, studiert Soziologie und Philosophie, befasst sich jahrelang mit gesellschaftlichen und politischen Missständen. Und wenn man dann sagt, dass hier vieles nicht zusammenpasst, wird man von systemkonformen Angsthasen schief angesehen und muss sich rechtfertigen. Ist Soziologie das Gleiche wie Sozialpädagogik? Sowas muss man sich dann anhören. Oder warum hast du nicht was Richtiges studiert?

Kritische Gedanken haben in der heutigen auf Profitmaximierung ausgelegten westlichen Welt keinen Platz mehr. Sie stören. Menschen denken kurzfristig und egoistisch. Liebe und Romantik verkommen zur Farce. Diejenigen, die unsere Verfassung und die Etablierung der Menschenrechte möglich gemacht haben, würden sich im Grabe herumdrehen und sich für uns schämen. Es zählt nur noch der eigene Vorteil. Wer Rückgrat hat, wird aussortiert, wer kritisch denkt wird gesellschaftlich geächtet.

Und wenn dann Jemand kommt, der es besser machen will, wirft man ihm Populismus und Demagogie vor. Merkel und Co. schicken weiterhin Waffen in Krisenstaaten um die Wirtschaft anzukurbeln und das Wachstum zu sichern. Alternative Positionen finden in den Medien kaum statt und wenn, werden ihre Vertreter im öffentlich rechtlichen Fernsehen diffamiert und als linke Spinner abgestempelt.

Merkt hier eigentlich noch Irgendwer Irgendwas?"

Danke lieber Freund meiner Freundin. Du sprichst mir aus der Seele.

Alkohol gegen die Freiheit

Stellt sich auch mit ausreichend persönlicher Erfahrung jemand noch wirklich und ernsthaft die Frage, warum so viele Wirkstoffe illegal sind, Alkohol aber legal! Man beachte auch das Motto am oberen Rand! Mir ist Angst und Bange.

Außerdem, schon mal realisiert: "Demokratie ist die Herrschaftsform, in der die Bürger so beherrscht werden, wie sie es verdienen."

Wenn wir zunehmend (aktiv) entpolitisiert werden - weil viele von uns so gerne zu reinen Verbrauchern gemacht werden, ist die selbsternannte Elite also nur konsequent beim Energiesparen, wenn Sie ihrem Plan folgt.

Und noch eines: "Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf."

Gedichte für Dichte

Freudentod


Die Kinder schwarzer Todesraben
singen, wo sich Wölfe paaren.
Denn Orte voller Finsternis,
sind Glück im Land des Hindernis.

Wo doch herrschaftlicher Rasen
voller Pracht und kleiner Hasen
Kindern Früchte schenken will.

Im Sonnenschein verbrennt das Ich.
Im Dunkeln lebt das wahre Licht.
Sei wie der Beere feinster Saft
und zehre von der Raben Kraft.

Freudenkot


Der Rinder gelbe Todesgaben
töten, wie sich Wölfe paaren.
Denn Worte voller Finsternis,
sind Glück im Dorf der bösen List.

Wo doch königliche Straßen
voller Tracht und heiler Phrasen
lieber Künste sehen soll.

Im Fackelschein verbrennt man sich.
Im Herrschen lebt das wahre Ich.
Sei wie der Leere feinster Kraft,
und wehre auch der Knaben Saft.

Freuden Mod`


Die Finder schwarzer Todesgraben
fangen, wo sich Wölfe paaren,
jen´ Worte voller Finsternis
sind Glück. Im Land der Pessimist.

Wo noch herrschaftliches Blasen
voller Nacht und kleiner Hasen,
Findern Lüste schenken will.

Im Sonnenschein verbrennt das Ich.
Im Dunkeln lebt das wahre Licht.
Sei wie der Heere feinster Kraft
und zehre von der Knaben Saft.

Käulentod


Der Schänder grauße Todesgaben
fressen, wo sich Läuse schaben.
Denn Torte voller Finsternis,
einst Stücke von der bösen Hex.

Wo doch mancher kleine Strafen
voller Fracht von seinen Maßen
lindernd Künste stehlen will.

Im Mondesschein verbrennt die Sicht.
Im Morden sirbt das wahre Ich.
Sei wie der Heere stärkste Kraft
und wehre auch der scharfen Schaft.

Die Werte von Enrico

Erri De Luca heißt eigentlich Enrico. Total egal! Aber er ist ein italienischer Schriftsteller und Übersetzer. Einer seiner Texte hängt bei dem Vater eines Freundes an der Wand. Es ist dieser:

Werte
Es sind für mich Werte jede Form von Leben, der Schnee, die Erdbeere, die Fliege.
Es sind für mich Werte die Welt der Mineralien und die Versammlung der Sterne.
Es sind für mich Werte der Wein, solange das Essen dauert, ein ungewolltes Lächeln, die Müdigkeit derer, die sich nicht verschont haben, zwei Alte, die sich lieben.
Es sind für mich Werte, was morgen nichts mehr wert sein wird und was heute noch wenig wert ist.
Es sind für mich Werte alle Wunden.
Es sind für mich Werte, Wasser zu sparen, Schuhe zu flicken, zur richtigen Zeit zu schweigen, einem Schrei zu Hilfe zu kommen, um Erlaubnis zu bitten, bevor man sich setzt, dankbar zu sein, ohne zu wissen warum.
Es sind für mich Werte, zu wissen wo der Norden ist in einem Zimmer und wie der Wind heißt, der die Wäsche trocknet.
Es sind für mich Werte die Reise des Landstreichers, die Klausur der Nonne, die Geduld des Verurteilten, welches auch immer sein Verbrechen sei.
Es sind für mich Werte der Gebrauch des Verbes lieben und der Gedanke, es gäbe einen Schöpfer.
Viele dieser Werte habe ich nicht kennengelernt.

Eure Kinder

Khalil Gibran war ein arabischer Dichter und lebte von 1883 bis 1931.
Er schrieb:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen, denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Mittagessen mit ohne

Einige Kollegen gehen in die Kantine, andere ins Restaurant. Ich öffne meine Tasche, hole eine Box heraus, zücke die Gabel und mache mich auf den Weg vor die Türe. Dort lehne ich mich mit dem Rücken an die warme Hauswand, strecke die Beine aus. Dann genieße ich mein selbstgekochtes Essen.

Zwei geschäftige Herren in Anzügen steigen aus einem Auto und nähern sich der Türe neben mir mit eiligen Schritten. Einer schaut mich direkt an. In seinem glattrasierten Gesicht macht sich ein Grinsen breit. Gleich kommt ein hierarchischer Kommentar, weiß ich. Und so ist es:

„Na, bezahlen sie dich zu schlecht oder hast du Kantinenverbot?“ Ich lächle zurück, und hasse mich selbst dafür. Die beiden dicken, bleichen Herren verschwinden im Gebäude. Einen markigen Spruch hätte ich bringen sollen, grummelt es in mir. Einen wie diesen: „Bevor ich Scheiße fresse, schau ich mir lieber deine scheiß Fresse an, äh, bevor ich mit Liebe und gewaltfreier Kommunikation mein Essen genieße.“

Denn ich koche selbst mit besten Zutaten, genau das, was ich am besten vertrage, und von dem ich weiß, dass es mit Liebe zum Essen zusammengerührt wurde, mit bestem Gewissen. Übrigens habe ich nach dem Essen kein Foodcoma sondern ein Strahlen im Bauch, Lust am Leben und die Fähigkeit mich zu konzentrieren. Und was schaufelt ihr euch rein?

Der Beinahetod eines Hipster

Gestern sah ich den Prototyp eines Hipsters, wie er beinahe ums Leben kam. Ich wartete, um in den Kreisverkehr einzufahren. Er kam von links auf mich zu, um an mir vorbei zur nächsten Ausfahrt zu fahren. Auf seinem Kopf saßen schwarze Locken wie eine Schaumkrone über rasierten Seiten. Seine enge schwarze Jacke verschmolz mit einer engen schwarzen Jeans. Leider endete die Hose kurz über den Stiefeln und erlaubte den Blick auf blasse Waden. Er fuhr auf einem grellgrünem Fahrrad ohne Schutzblech. Sein Lenker war einer dieser kurzen Stangen, die Fahrer wie behinderte Störche aussehen lassen.

Während er also in seiner Linkskurve fuhr, erblickte er mich, und es war wohl meine Erscheinung, die ihn dazu veranlasste, noch hipper wirken zu wollen. Er hörte auf zu treten, streckte die Arme durch und reckte das Kinn in die Höhe. In diesem Augenblick bremste vor ihm ein Auto, sein Fahrer entschied sich spontan für eine neue Richtung - und lenkte plötzlich nach links. Der Hipster, kein bisschen aufmerksam, war sehr mit hip sein beschäftigt. Er bekam davon nichts mit.

Vor meinem inneren Auge sah ich ihn schon zu Boden stürzen, von Wucht und Aufprall zermalmt das hippe Leben aushauchen. Im letzten Moment verließ ihn jedoch die Hippnes, er bremste und zog ebenfalls scharf nach links. Nur Zentimeter neben dem Auto kam er zum Stehen. Der Fahrer hatte von dem Beinahe-Tod des Hipsters nichts bemerkt und fuhr davon. Der Hipster blieb stehen, verdutzt, mit wirrem Blick auf die Kapriolen der Realität. Glücklicherweise verzeiht das Leben hin und wieder egozentrische Träumereien, und belässt es bei einer Warnung.

Globalgeschichte ist Bildungsdada

Auf dem Lokus sitzend und blätternd öffnete sich mir dieser unverstellte Blick in die Globalgeschichte:

„Internationalisiert wurde der Krieg jedoch Ende Mai legte er vor der Wehrmachtsführung seine Ziele. Zwischen 1992 und 2001 versank Algerien in einem Bürgerkrieg, der dazu führte, dass er mit 23 Unterzeichnerländern auf den Abbau von Handelshemmnissen Wirtschaft und Ethik der Energiegewinnung gestritten wird. Marxisten des POUM getragen wurde. Zu seiner exklusiven Bündnis zwischen dem neutralistisch gesinnten Monarchen Norodom nach dem zweiten Weltkrieg insgesamt hat sich die Weltbevölkerung im Laufe des vergangenen Die politische Führungsrolle der schiitischen Geistlichkeit in Mexiko. Dieses sollte in erster Linie Aus Sicht der Gegner im Westen und Osten niederschlägt.
Anderen Ländern blieb der Aufschwung aus unterschiedlichen Gründen versagt. In den 1980er und 1990er Jahren schritt die Erosion der Staaten weiter mit über 30 Milliarden Pfund viel mehr gekostet in den „verbotenen Gebieten“. Einkauf wurde zur Jagd nach knappen Waren durch die mangelnde Unterstützung dass sich die weltpolitische Lage verändert hatte. China und Sowjetunion und Spezialprogramme beruhen auf den gleichen politischen Konzepten kommt es nämlich gegen Ende des Jahrhunderts zeitweise vom Westen unterstützte muslimische Guerilla weltweit und ungeheure Gewinne versprach.“

Anmerkung: Das obige Bild zeigt einen kleinen Schokokuss mit Ohren aus Chips, einer Frise aus Popkorn, einer Nase aus Mandel, sitzend auf einem Weinglasboden, an dessen Stiel eine Erdnuss mit gemalten Augen mit Gummiband befestigt hängt, vor hintergründigem Küchenleben in billigem Rum brennend.

Lieber Freund, das kritisiere ich an dir:

Hi Freund,

danke für die Mail. Nein, ich nehm dir nichts krumm. Ich finde es eigentlich gut, mit was für einer Vehemenz gegen Menschen wie Rüdiger Dahlke und das Thema vegan essen gesprochen wird, wenn es dazu führt, ihm das Gegenteil beweisen zu wollen, man sich also aufmacht, gewissen Spuren möglichst offen und unvoreingenommen zu folgen. So gesehen ist jeder Widerstand gut. Ich halte es für absolut richtig, so zu reagieren. Keine Reaktion wäre fatal. Aber es gibt natürlich auch den Wermutstropfen.

Horst Haitzinger


„Vorsicht, da kommt schon wieder die Lebensmittelkontrolle“ Haitzinger

Immer wieder klingt in meinen Ohren, dass die Illustrationskultur in Deutschland nicht viel zu bieten habe. Tatsächlich finde ich in den Tageszeitungen meistens und wenn überhaupt nur eine Karrikatur zu einem meist politischem Thema. Aber richtig tolle Illustrationen gibt es in Massenmedien wirklich wenige. Magazine wurden in letzten Jahren mutiger, allen voran die, die keine fünf Jahre überleben. Etablierte, wie Stern und Spiegel und Co., sind ähnlich mager illustriert wie Provinzblätter.

Frankreich sei da viel besser und bunter, heißt es. Das mag sein. Allerdings loht es sich auch in Deutschland etwas genauer hinzusehen. Richten wir also das Augenmerk zum Beispiel auf einen großen und bekannten Karrikaturisten aus Österreich. Ö-land ist zwar nicht D-land, dafür noch weniger bekannt als Land großer Illustratoren. Und das ist hier das wirklich einzige, was zählt. Überhaupt muss man ja irgendwo mal anfangen.

Da ich mit der SüdwestPresse als dem überregionalen Teil der lokalen Tageszeitung aufgewachsen bin, gehörte Haitzinger schon früh zu meinem Frühstück. Ich mochte ihn bereits, bevor ich anfing, die Zusammenhänge und Hintergründe seiner Zeichungen zu verstehen. Heute mag ich seinen Stil immernoch. Und weil ich gerne etwas dazu beitrage, dass erfolgreiche Illustratoren noch bekannter werden, damit es für noch erfolglose Illustratoren etwas leichter wird, verlinke ich hier zu seinem Blog: Haitzinger bei tumblr

Der Aufzug des Nebels

Der Zug, in dem ich laß, hatte bis zur dritten Station keine Verspätung. Dann kam die Durchsage: „Aufgrund ehrlicher Probleme seitens der Spurenprognose, werden wir unser Ziel heute niemals erreichen. Wir bitten Sie, dies zu verleumden und wünschen eine angenehme Wetterreise.“ Erik und ich schauten uns an. Es war sicherlich besser, keinen Gedanken daran zu verschwenden und einfach sitzen zu bleiben. Was auch immer der Zugführer damit gemeint hatte, wir würden es bestimmt bald herausfinden.

Vorerst gab es für uns keinen Grund zur Sorge. Bis zum Abflug nach Krakau hatten wir genügend Zeit. Es war nur fraglich, ob das Raum-Shuttle warten würde, das uns vom Bahnhof zum Flughafen bringen sollte. Noch bestand kein Grund zur Panik. Wir schauten aus dem Fenster, als wir in einen kleinen Bahnhof einfuhren. Auf den Bahnsteig unserer dritten Haltestation lag hoher Schnee und die Menschen sahen im Licht der Laternen aus wie gelbe Statuen.

Da hilft nur Reaktanz

Ich schickte vor zwei Tagen sechs übersichtlich gestaltete A4 Seiten Text an meine besten vier Freunde. In dem Text werden fünf Gründe genannt, warum es kurz vor zwölf ist, sich mit seinen Essgewohnheiten zu beschäftigen, seinen persönlichen Nahrungsmittelkonsum in Zusammenhang mit Weltwirtschaftsproblemen zu sehen und zu überlegen, ob vegane Ernährung nicht vielleicht gesünder sei. Einer meiner Freunde erschuf mit mir folgenden E-Mail-Dialog:

Ich:
Hi Jungs,
lest doch einfach mal wieder das, was ich euch schicke.
Liebe Grüße
Axel

Freund:
Mindestens einen Grund gibt es, den Artikel nicht zu lesen: Reaktanz.

Ich:
Ich musste erst mal nachschauen: "Reaktanz ist ein sozialpsychologisches Handlungsmotiv, das als Abwehrreaktion auf psychischen Druck verstanden werden kann."
Antwort: Schwachkopf :-)

Freund:
Ja, genau ;) "Reaktanz wird in der Regel durch psychischen Druck (z.B. Nötigung, Drohungen, emotionale Argumentführung) [..] ausgelöst."

Off the Record:
Ich:
Mir ist zwar nicht klar, wo er in den Texten emotionale Argumentation findet. Ich bin ihm aber sehr dankbar für die Offenbarung der Reaktanz. Es folgt die Jawoll!-Wikipedia-Beschreibung des Verhaltens meiner besten Freunde, dem ich bei dem Thema "vegan essen" leidvoll ausgeliefert bin:

"Typisch für die Reaktanz ist eine Aufwertung der eliminierten Alternative, (Hier: Viel Fleisch ist gut!) d.h. gerade diejenigen Freiheiten, die der Person genommen wurden, werden nun als besonders wichtig erlebt. (Hier: Ich will aber! Ich will aber! Ich brauch aber! Ihr wollt es mir nur madig machen! Aber...!)

Die betroffene Handlungsmöglichkeit kann der Person zuvor völlig unwichtig gewesen sein. (Hier: Wegen stabiler Gesundheit, zu viel klassischer Schulbildung, mangelhafter Lebensbildung und politischem Desinteresse.)

Im Extremfall hat die Person von dieser Handlungsmöglichkeit vor dem Eintreten der Beschränkung nie Gebrauch gemacht, übt die Handlung aber seit dem Eintreten der Einschränkung aus. (Hier: Jetzt erst recht, ihr blöden Veganer!)

Reaktantes Verhalten besteht darin, solche Handlungen nun erst recht auszuführen. Auf diese Weise möchte sich die betroffene Person diese Freiheiten gleichsam zurückerobern (auch wenn dies ggf. gar nicht mehr möglich ist) (Hier: Die Faktenlage sich zunehmend zuspitzt und nur harte Ignoranz diese beiseite wischen kann.)

All I Nied


„Das ist eine typische Karte von einem Designer“, musste der Geograph in mir sagen.
„Sieht schön aus, ist aber kaum zu lesen. Woher kommen wir? Wohin sollen wir?“
Die Frau war am Steuer und neben dran ein Ungeheuer. Ich war gerade dabei, die gute Laune zu verbrennen, als ich mich erinnerte, heute schon schlau gehandelt zu haben.
„Ich habe eine echte Karte mit der Wegbeschreibung ausgedruckt im Sack. Soll ich sie rausholen?“
„Nein, gib einfach den Straßennamen in das Navi ein.“
„Der liegt schwarz auf weiß zwischen meinen Beinen“, sagte ich und warf meinen Kopf gegen die Stütze.
„Kritisiert du etwa meine Fahrweise?“ schallte es von links.
„Nein, Herrgott, ich habe Hunger und mir ist heiß. Die 35 Grad da draußen, machen mich fertig. Also bring uns einfach ans Ziel.“
„Ist ja gut. Hast du die Karte?“
Ich holte sie aus der Tasche, gab die Straße ins Navi ein und wir hörten:
„Für ihre Route wird gebetet.“
„Danke“, schnauzte ich zurück. „Auch das noch.“ Ich dreht mir eine Zigarette, rauchte und ignorierte die Zeit.

Die weitere Fahrt verlief weiter, ohne zu verlaufen. Das Ziel, Flo's Geburtstagsparty, war außerhalb aller Örtlichkeit, am Rande Deutschlands, ja, um Himmelswillen, beinahe in Frankreich.
„Sind wir bald da? Ich dachte, du weißt, wo das ist?“ sprach die Fahrerin mit dem Ungeheuer, dem langsam der Saft ausging.
„Ich weiß ungefähr, wo es ist. Aber weiter als bis hier, war ich auf diesem Feldweg noch nie. Wir werden es schon finden.“
Der schwarze Wagen brachte uns mit klingendem Popschrott und verklimatisiertem Fußraum an Schreberlichtungen vorbei langsam Richtung Ausland. In Frankreich reichte es uns.
„Hier ist es bestimmt nicht. Der feiert doch nicht im Ausland. Komm wir drehen um. Nein, halt. Erst steigen wir aus und atmen Auslandsluft.“
„Gute Idee“, sprach die Frau, stieg aus, hob den Rock und pinkelte neben das rechte Hinterrad des Wagens. Sofort verwandelte sich der wüste Parkplatz in eine Oase. Ich musste wieder rauchen und wünschte mir Sandalen.
„Meinst du, wir finden deine tollen Freunde? Oder sind die noch gar nicht hier?“ fragt die Frau mich vor mir hockend.
„Was soll ich denn darauf antworten? Soll ich dir Hoffnung machen? Soll ich ehrlich sein? Soll ich den Moment authentisch verbalisieren? Ruf doch mal an.“
„Ich habe kein Netz.“
„Na toll. Einen 600 Euro Apparat am Arsch der Welt in der Tasche. Wertlos. Freunde, die man nicht findet. Wertlos. Rohes Feisch das in Plastikfolie schwitz. Wertlos. Wenigstens sind wir nicht allein, sondern haben uns.“
Wir umarmten uns, und küssten uns so, wie Elefanten in der Wüste aus einem Wasserloch trinken. Hungrig setzten wir uns auf die trockene Wiese, Eingebung erwartend, Kühlung erhoffend.
„Was machen wir denn jetzt?“
Ich hatte große Lust, nichts zu machen. Aber da war nichts zu machen. Es musste etwas getan werden.
„Komm wir fahren wieder zurück. Irgendwo an diesem Weg müssen sie sein. Wahrscheinlich baden sie gerade.“

Das Tal war übersichtlich klein und flach. Von einer Seite zu anderen war es zwei Steinwürfe breit. Ganz sicher. Denn am rechten Rand, Flussabwärts blickend, floss der Fluss, die Nied, das Naherholungsflüsslein der Region Saarlouis im Saarland an der Saar. Am Flussufer standen große Flussbäume. Zwischen uns und dem Fluss lagen Wiesen, aufgeteilt in Eigentumsareale und Besitzbereiche. Hecken und Baumreihen zogen Grenzen. Auf der anderen Seite der Wiesen, gegenüber des Flusses, war die Straße. Auf der fuhren wir. Raus aus Frankreich, eigentlich schon auf dem Weg raus aus dem Tal, Richtung Sibirien. Links von uns zog sich ein Streifen mit Schrebergärten am Hang entlang. Mit Parzellen mit Wohnwägen, Hütten und Feuerstellen. Ich träumte von Gletscherwasser. Endlich, nach einigen Metern in der Sommerhitze hörten wir aus einer der Lichtungen das Glühen einer Zigarette und Gelächter.
„Hier muss es sein. Lass parken und baden gehen. Ich muss eine Schildkröte fangen.“
Die Frau stellte das Fahrzeug an den Waldrand und schwebte aus der Tür. Im Nu hatten wir, na? Klar. Wir hatten die Badehose an, rannten über die Wiese, zertraten Grashalme, sprangen ins Nass wie Sprungfrösche, schwammen im Wasser wie Schwimmfische, hüpften nach draußen wie Hüpfspringer, hampelten zurück über die Wiese wie Hampelinge und fanden uns wieder, Hand in Hand am Tisch sitzend, uns unter dem Tisch küssend, während Flo eine Gruppe Gäste versammelte, Gänse herumflogen, Bier herumlag, Rauch vorbeihuschte und Musik verschwamm. Das war, was ich brauchte. Der Wahnsinn tat gut. Ein freies Wochenende mit Leuten, die Frisbee spielten, Schwenker schwenkten und so viel Quatsch redeten, dass mir der Kopf quoll. Das machte mich glücklich. Irgendwer wollte ein Foto machen. Eine Gästin meinte:
„Wir setzen uns alle in das Zeltdings da, oder was das ist.“
Alle anderen fünf waren begeistert, jubelten, kreischten. Jens holte Anlauf, sprang und wurde auf Freude und den Händen der Menge getragen.
Sechs Leute krochen in das kleine Anti-Moskitozelt. Jens, oder wie er hieß, ging hinter Martina, oder wie sie hieß, in die Hocke.
„Hey, wie heißt du noch gleich?“
„Wer bist du denn überhaupt?“
Diesem Witz fiel der Humor zum Opfer. Lachen erscholl. Die fröhliche Gruppe war bereit. Florian Luxenburger kniete, guckte und klickte.

Einen Moment, bitte.

Die Ankunft
Der motorisierte Mitarbeiter sollte mich um neun am Bahnhof abholen. Doch er kam nicht. Also nahm ich, nachdem ich einen Kaffee geschlürft und die Menschen, die am Bahnhof in der ersten Sonne der Woche in luftigen Kleidern vorbeigingen, für fröhlich befunden hatte, seine Nummer recherchiert hatte und erfahren hatte, dass er im Stau stand, den Bus zum Campus der Fachhochschule hoch oben in Weingarten. Dort stehen die Campusgebäude verteilt zwischen Seen, Wäldchen und Burgresten.

Die Natur-Uni
Um vom Hauptgebäude zur technischen Fakultät zu gelangen, und man gäbe die Webbeschreibung per Telefon durch, wünschte man sich, einer liefe auf den Wegen entlang und mache nach kindlicher Art der Schnitzeljagt Pfeile auf die Straße, so ob er Kreide zur Verfügung hätte, sonst kratze er sie in den Kies, so verwinkelt und zerpflückt stehen die lehrreichen Gebäude.

Die Innenstadt
In der Innenstadt sitzt das Volk auf vorbildlich verkehrsberuhigten Plätzen zwischen mittelalterlichen Fachwerkhäusern mit wundervoll geschwungenen Zeichnungen und Ornamenten auf der Fassade. Ab und zu darf ein Bus über den Platz fahren, als Zeichen gegen den vermeintlichen Segen der individualisierten Mobilität, mit dem Gedanke: Nur wir fahren Sie vor die Türe.

Die Bar am Markt
Das erste Bier hatte mich schon redselig gemacht, die Freizeit schon unkonzentriert. Ich hätte gerne mehr erfahren von der Dame, die diese Bar schon seit Dreißig Jahren führt, wie sie mir in einem kurzen Nebensatz verraten hatte, wo ich doch hier heute zum ersten Mal in meinem Leben war und Leibinger Bier trank. Eigentlich hatte ich sagen wollen, wie sehr mir Ravensburg gefällt, und dass seine 50.000 Einwohner es schafften eine fröhliche, hübsche Stadt zu beleben. Aber es kam anders.

Die Bierwirkung
Auf die Frage, wo ich denn her gekommen sei, antwortete ich mit einer kurzen, aber ausführlichen Erklärung meiner Anwesenheit, was weiter nicht schlimm gewesen wäre, hätte ich nicht einen unbedachten Satz über ihre Heimatstadt fallen lassen und damit das Gespräch beendet, irritiert über den charmanten Stolz auf eine Erwiderung großmütig zu verzichten.

Der Abschied
Doch bevor ich mich leicht verwirrt auf den Fußweg zum Bahnhof machte, trank ich mein drittes Bier, mit Blick auf die jungen Menschen, die vor dem weit geöffneten Fenster mit Frühling in den Augen vorbeigingen, mich an den Moment erinnernd, dessen unbedachter flotter Ton mich das Gespräch der Dame gekostet hatte.

Der große Gedanke
Wenn hier, immer so wie heute, die Sonne scheint, und ich diesen Job, so wie heute, weitermachen kann, ist es nicht weit bis ich mich dafür entschiede, in Ravensburg leben zu wollen, so gut gefällt mir die Stadt in diesem Augenblick der rauschenden Seeligkeit.

Grunzätzlich


"Mir ist Deutschland zu rückständig. Ich geh nach Österreich", teilten mir meine Gedanken vorhin mit. "Wieso das denn? Sind die Österreicher fortschrittlicher?" kam ich mit ihnen ins Gespräch. "Ja, sind sie. Sie sind wie die Kalifornier, nur mit Bergen, ohne Meer und Hitze, ohne Hollywood aber mit Bergen, ohne Meer und Hitze, dafür ohne Hollywood und ohne Meer aber mit Bergen, wo Bienen fliegen. Also wie du siehst, sind sich die beiden Länder sehr ähnlich." Ich rollte mit den Augen, um meinen Gedanken zu zeigen, für wie absurd ich sie hielt. "Haben wir eine Chance, dass du mitkommst?" fragten sie mich. "Ja, eine gibt es", gestand ich. "Ihr müsstet mir drei relevante Lebensthemen nennen, bei denen die Österreicher fortschrittlicher sind als wir Deutschen." "Alles klar," meinten meine Gedanken und gaben mir die Hand. "Abgemacht!"

Drei Nanosekunden später erkannte ich die Beweise:
1. Österreich hat mehr regenerative Energien und die dafür nötigen Techniken am Start.
2. In Österreich sind schamanische Rituale legal.
3. Österreich hat tolle Second Hand läden, sagt meine Mama.

Ich bin überzeugt und packe schon. Wer kommt mit?

Kann ich auch!

Das hätte ich auch hingekricht, sagt sich so leicht. Blöd nur, dass Picassoses schnellen Strichwischen einige Jahrzehnte handwerklich astreiner Schaffensart voraus gingen. Trozdem ist der Trend seltsam, Gestaltung aussehen zu lassen, als könnte man es nicht besser.

Ich kann es auch wirklich nicht besser. Aber so, als könnte ich es besser, krieg ich es auch nicht hin. Und das mach ich jetzt einfach mal: So - siehe Bild - sieht es also aus, wenn ich so tue, als könnte ich etwas nicht, tue aber nicht so, als könnte ich es besser, und mache es trotzdem. Wem die Geschichte, die das Bild zeigt, nicht auf den ersten Blick ins Gehirn geschossen kommt, dem sei noch kurz mit einer prufessinalen Interpunktion geholfen:

Das Bild dokumentiert auf harmonische Weise die Lebendigkeit der modernen Kunstrichtung, die unter keinem Begriff bisher komplett oder ansatzweise begrifflich erfasst niedergeschrieben werden konnte. Alle Elemente, des Bildes, erinnern stark an Einflüsse aus anderen, stilprägenden, epochalen Stilrichtungen einer bestimmten Richtung, die vor der Wende zur modernen Prägung  wahrgenommen worden hätte sein können. Es dann aber während des Krieges nicht schaffte. Und auch später nicht bis zu Existenz vordrang.

Wahrnehmung kann man wahrnehmen

Im oberen Bildabschnitt, oberhalb des unteren Bildabschnitts, sieht der Betrachter mit seinen Augen betrachtend das mystische Motiv des lebendigen Mondes. Deutlich ist, dass dem Ebendiesem durch die postfrühindustrielle Errungenschaft, der Kettensäge, querschnittsgeteilt in den Ganzkörperkopf gesägt wird.

Unterhalb der mittleren Mitte vermag der Betrachter vorerst zu schmuzeln, bevor er erkennt und erstarrt, um gleichwohl direkt im Anschluss wiederwillig zu verschwinden, um blinzelnd wahrzunehmen, dass es tatsächlich sich jawohl um eine Art stelzbeiniges Geflügeltier handeln muss, welches der Maler im Sinne hatte abzubilden - um der Biologie wegen.

In der Bewegung erstarrte dynamische (hier fehlt ein Wort, glaube ich - bitte prüfen)

Im Gesicht des Fahrers des kleinen Traktors, der gefährlich auf das Bauernhaus mit schnuckeligem Kräutergarten zudonnert, spiegelt sich, ganz offensichtlich, die Verzweiflung einer ganzen Generation.

Auffallend ist, dass das gesamte Kunzwerk mit nur einem einzigen eigenen Filzerstift aus türkisfarbener Vollfarbe entwickelt und umgesetzt ist. Ja einfach ist.

Nicht zuletzt zum Rand des Bildes kommend: Am linken Bildrand erkennt das geübte Auge des gebildeten Kunstkenners das Symbol des kackenden Arsches mit noch schwebender Kackwurst, deren Dynamik dem Bild seinen strahlenden Charakter nahezu aufdrückt.

Für Kenner: Bild oben ist nicht Original, sondern Fotografie des Originals. Das Original ist selbst das Original. Und das Foto wiederum ist das Original-Foto des Original-Bildes, das hier natürlich nicht im Original, weil kopiert, zu sehen ist.

Wie geil ich fotografieren kann, habe ich also auch schon gelegentlich gezeigt. Aber hey, ich kann auch noch ein paar Fotos hochladen, die voll unkonventionell sind, wenn mich jemand zwingt. Aber vorsichtig übrigens. Geld ist kein Zwang. Für Geld mach ich nur Sachen, die freiwillig Spaß machen.

P.S. Für Die Taille Liebhaber: Die beiden Punkte auf dem Bild haben keinen wahrhaftigen Sinn. Sie sind fröhlich ins Geschehen geschwappte Eigenheiten.

Lach nicht zu früh, Spacko!

"Es ist ja oft so, dass Menschen, die ihre Arbeit ernst nehmen, über saublöde Witze lachen; es ist, als litten sie an Humorunterversorgung und infolgedessen an vorzeitigem Lacherguss."
Rob in High Fidelity
Immer schneller immer lauter immer besser. Fuck. Erst vor kurzem stand im Spiegel ein langer Artikel über die Kraft introvertierter Menschen. Über die, die auch nicht die schnellsten und spontansten Sprecher sind. Sie sagen oft weniger als die, deren Mundwerk schneller klappert als Blitze im Gehirn Gedanken vernetzen. Aber bei zu großer Geschwindigkeit verhindert das Fehlen der Zusammenhänge den Tiefgang. Dabei muss doch niemand sofort auf alles reagieren. Außer denjenigen, die es müssen, weil wir sie dafür bezahlen, weil es bei uns diesen großen Hang gibt, sich mit dem Gelaber Andere zu betäuben. Einfach mal die Fresse halten ist auch ganz cool. Die Gedanken sortieren und das bescheuert freundliche Grinsen unterdrücken, das zeigen soll, wie aufmerksam man ist und wie ausgesprochen lilarosablau fröhlich.

Vielleicht war es gar nicht lustig, was gesagt wurde. Vielleicht findet man es selbst überhaupt nicht komisch, wenn man drüber nachdenkt, und lacht nur, weil man höflich sein will, die Anderen lachen, man verlegen ist, nichts rafft oder gerade doof wie Brot ist und es genießt. Dabei ist Brot gar nicht doof, wenn es mit Hingabe gebacken wird, Zeit bekommt und reifen kann. Verdammte falsche Freundlichkeit. Verdammtes Geplapper. Hör auf zu lachen und sei mal ehrlich, Mensch. Dann hat nämlich auch der Humor wieder Raum. Der ist nämlich sensibel. Dann kann das Lachen wieder atmen und das Brot duftet wieder.

Sinnvolle Fragen an Google

Kann ich allein in den Wald gehen?
- Nein, ich will keine Pilze sammeln.

Wann sterbe ich?
- Die Todesuhr sagt es dir.

Was macht mein Nachbar?
- Aha, er macht mich rasend.

Wie geht das?
- So.

Wann wache ich morgen auf?
- Scheiße, weiß Google nicht.

Was soll ich machen, wenn ich mich vergoogelt habe?
- Vielleicht Martin DX1 ae LH und HPL?

Wie lange ist das Internet?
- Beginn in der Hauptstraße 56.

Wo ist mein Pimmel?
- Haue ihn auf ein Holzbrett.

Fazit: Google ist nicht hilfreich.

Tophit seit 1.500 Jahren

Seit 1.500 Jahren auf Platz eins der buddhistischen Meditationscharts. Vielleicht ist es auf die Simplizität des Textes zurückzuführen, vielleicht auf das hypnotische Flöten der Klanggitarren, vielleicht auf die metaphysische Ausstrahlung der symphonischen Jodel-Intermezzos, vielleicht ist es aber auch einfach unerklärlich, warum dieser Welthit in allen Klostern Tibets seit über eintausendvierhundertneunundneunzig Jahren rund um die Uhr in allen Sprachen der Welt gesungen wird.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass Rudolf "the Rednose" Steiner den Song im Jahr 1935 ins tänzerische übersetzen ließ. In Namibia gab es daraufhin eine Windrose, die einen Großteil des Landes in eine Gürtelwüste verwandelte.

Nicht nachgewiesen haben amerikanische Wissenschaftler vor einigen Monaten, dass der Song schlechte Laune verbreitet. Deshalb wurde er auch noch nicht verboten, sondern von der internationalen Frühstücksmusikversammlung Anfang des Jahres 2013 auf Toastbrot veröffentlicht.

Ich möchte einen Ausruf anfügen, der zur weltweiten Sammel-Chillung auffordert, dessen Ursprung mir vollkommen unklar ist, mir aber klar ist, dass ich ihn weitergeben muss, wie meine Omani mir gestern im Traum mitteilte: Om Mani Pad Me Hum (Man spreche des tibetischen mächtig: Om Mani Pemme Hung.) - hohoho (auf tibetisch: hoh hoh hoh). Namastee! (Achtung: Nur dreiundzwanzig Minuten ziehen lassen).

Om Mani Pad Me Hum

Echt lebendige Kühe

Webcam im Kuhstall - Kuhstallalltag rund um die Uhr. Seit Januar 2006 können Sie rund um die Uhr zuschauen, wie Kühe sich bei Tag und Nacht bewegen, mit wem oder was es der Landwirt im Kuhstall alles treibt und mit was für einem Glück Kälber geboren werden.

Woher kommt die Milch? Wieso gibt es Milch? Wie leben Kühe unter Beobachtung? Was lesen sie abends? Wie bestelle ich eine Nachgeburt? Wie tief kann ich sinken?

Schauen Sie doch mal herein! Die Familie Kräubler im ländlichen Hohenstraub hat sich bereit erklärt, eine Kamera in ihren Stall zu halten, die Einblicke in das kreative Leben im Kuhstall gewährt. Seien Sie total gespannt und entdecken Sie das wahre Leben wilder Tiere.

Zum Stall des Wahnsinns!

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Hipster


Im belgischen Viertel in Köln begegnen mir zwei modisch gekleidete Männer um die 25 mit Schnurrbärten und großen Brillen. Der eine sagte zum Anderen, nein, auf dieses Party gehe ich nicht, da werden nur Hipster sein. Dem sechzehnjährigen Jungen zu Folge, den ich nach einer Definition frage, ist der rappende Pandabär Cro das Paradebeispiel für einen Hipster. An der Ubahn-Haltestelle beschimpft ein Jugendlicher seinen Kumpel als Scheiß Hipster.

Sind Läden, in denen gestrickte Wollwärmer für Fahrräder und eigenhändig gefilzte iphone-Schutzhüllen verkauft werden, Hipster-Läden? Sind Männer, die ihre engen Jeans in Stiefel stecken, Hipster? Sind Mädels, deren riesige Brille ständig nach vorne rutscht, Hipster?

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Und wir wollen ja nicht verallgemeinern. Aber wer oder was ist denn nun ein Hipster? Diese Frage haben sich anscheinend auch andere gestellt. Bei Suhrkamp gibt es ein hipstermäßig neongrünes Buch mit dem Titel Hipster – eine transatlantische Diskussion.

Darin steht: „Um die Diskrepanz zwischen diskursiver Omnipräsenz und begrifflicher Unterbestimmtheit zu reduzieren, hat die New Yorker Kulturzeitschrift n+1 dem Hipster am 11. April 2009 eine Tagung an der New School gewidmet.“ Die in dem Buch zusammengefassten, bahnbrechenden Erkenntnisse, die natürlich nur eine Annäherung an die krumme Realität sein können, versuche ich zu erlesen:

Fakt Nummer eins: Hipster gab es offiziell von 1999 bis 2011. Alles was danach noch Hipster sein will, ist noch uncooler als sowieso schon. Fakt Nummer zweieinhalb: Hipstermenschen sind wohl eher jung. Fakt Nummer drei: Der Begriff kommt aus den 1950ern. Meinung Nummer eins: Voll panne.

Erste Offenbarung: Hipster „verehren die Gewalt, den Instinkt und die Widerständigkeit der weißen Angehörigen der Unterschicht oder der Menschen der Provinz.“ Meiner Meinung wertet das die Unterschicht-Menschen und Provinzler auf, während es den „Anwender“ eher bis total abwertet. (Was nicht wertend gemeint ist.)

Zwischen-Aaah: Hipster sind ironisch. Zwischen-Zweifel: Bin ich deshalb auch ein Hipster? Musikalischer Fakt: Hipster hören Belle and Sebastian und The Strokes. Ogott! Dann gibt es es ja ziemlich viele davon. Knaller-Fakt: Hipster sind nur „hippe Konsumenten“ und der Hipster an sich schafft per definitionem keine echte Kunst. „Trittbrettfahrer, Poser, Kunstliebhaber und Fans“ werden sie genannt. Ich füge hinzu: Versager und Dummlappen, Modeopfer und Pseudocoole.

Den Mittelteil des Buches überspringe ich wegen Gefahr der Verlangweilung.

Hinten im Buch, auf Seite 188 zitiert ein Autor einen Kommentar zu einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2010. Ich zitiere das Zitat: „Kleiner Kommentar: Der Hipster, den du beschreibst, das ist der bourgeoise Vorortopportunist mit einjähriger Mitte-/Williamsburg-Auszeit. Also die Hassfigur schlechthin. Thelonious Monk, James Murphy, Alejandro Jodorowski, Miles Davis, Zappa, Picasso, Basquiat, Malcolm McLaren und all die anderen waren aber Anarchos, Outsider, die von Mittehipsterdeppen nicht verstanden und gehasst worden wären. Klar. Also die „Hippster“ von heute sind eben nicht in Mitte. Da sind nur die Opfer von Häberlein & Maurer. Aber darauf lief es hinaus, oder? Fuck Hippnes“

Weiter geht es recht klug: Dem Autor nach hatte Hipness früher etwas mit Kultur zu tun, heute reichen wenige Insignien, wie Taschen, Brillen oder Bärte aus, um hip zu sein. Das ist doch arm, oder? Auf Seite 190 geht es weiter: „Dieser Hipster hat allen alten Glanz verloren, er ist eine mehr oder weniger lächerliche, auch tragische Figur geworden, der der Distinktionswahn den Blick dafür verstellt hat, was für eine uniformierte und alberne Gestalt er eigentlich ist.“ Volltreffer. Meiner Meinung nach.

Neben allen, selbstverständlich vorurteilsfrei verallgemeinerten, äußerlichen Details, ist der Hipster „substanzlos, extrem konsumaffin“, nervig und mit Sicherheit kein Intellektueller, sondern ein unreflektiert verallgemeinernder Schubladenmensch. Ach, ein Künstler ist er natürlich auch nicht.

Und dann kommt endlich, nach gefühlten tausend Seiten Definition, die letzte, entscheidende Frage: Woher kommt der Hass? Hier erwähne ich auch gerne den Namen des Autors: Jens Christian Rabe. Ich finde, er stellt die richtige Frage.

Welche Antwort er gibt, weiß ich auch nicht. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren, denn ich muss schon wieder weiter, weiter nach vorne, auf zum neuen Shit. Sich mit Hipstern beschäftigten ist out, ich muss wissen was abgeht, wo der neuste heiße Scheiß angespült wird. Ach schau! Dort. Aus dem maroden Spülkasten dieses historischen Klosetts kommt etwas. Cool. Und es sammelt sich in dieser Porzellanvase. Yeah! Ob ich das gemeinsam mit mir aufs Foto kriege? Ich muss nur meinen Kopf ganz nah rankriegen. Ja. Es geht. Jetzt schnell posten und endlich kann jeder sehen, wie geil Scheiße aussieht, wenn …. halt, warte Mal! Das ist ja total albern. Schnell noch ein ironischer Spruch dahinter. Wie wäre es mit: Das ist mein Klo, wie ich meinen Kopf reinstecke. Verstehen die Leute das?