Die Umkehrung des Subjektiven

Können die bisherigen Ausführungen akzeptiert werden, so sind wir nun endlich frei und offen für dasjenige, was uns der ganze Charakter und die Geschichte der Sprache laut zurufen: nämlich, dass die herrschende Voraussetzungen, die Materie sei in der Entwicklungsgeschichte des Universums dem Geistigen vorausgegangen, ein historischer Trugschluss ist, und zwar leider einer mit sehr weitreichenden Konsequenzen.

Es wird uns klar, dass Subjektivität niemals, weder ontogenetisch noch phylogenetisch etwas ist, was an einem bestimmten Ort im Raum aus dem Nichts entstanden wäre, sondern eine Form von Bewusstsein darstellt, das sich aus der Peripherie in individuelle Zentrum zusammengezogen hat.

Im phylogenetischen Sinne wird uns deutlich, dass die Aufgabe des homo sapiens, als er in physischer Gestalt auf der Erde aufzutreten begann, nicht darin bestand, irgendwie aus dem Nichts heraus eine Denkfähigkeit zu entwickeln, sondern darin, die unfreie Weisheit, welche er durch seine Organisation als gegebenen Bedeutungsinhalt erlebte, in die frei Subjektivität zu verwandeln, die nur in einem aktiven Denken, einer individuellen Denkaktivität entsprechen kann.

Wie die Philosophiegeschichte das spätestes Stadium dieses äonenlangen Prozesses reflektiert, so spiegelt sich in der semantischen Geschichte der Wörter „Subjekt “und „subjektiv“ die Geschichte der Philosophie. So finden wir zum Beispiel im Oxford English Dictionary, durch Zitate illustriert, für das 17. Jahrhundert die folgende lexikalische Bedeutung dieses Wortes: dem Wesen oder der Realität eines Dingens zugehörig; real, wesentlich.

Eine weitere lexikalische Bedeutung, nun aber nur bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückreichend, ist: seine Quelle im menschlichen Bewusstsein habend. Daraus wird in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts: einem individuellen Subjekt oder seinen geistigen Funktionen eigen oder zugehörig… persönlich, individuell.

Wir haben also bis jetzt mit „subjektiv“ etwas Reales verbunden, und zwar im Zusammenhang mit einer allmählich zunehmenden Betonung einer Aktivität des Individuums. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt es schließlich in gewisser Beziehung zu einer endgültigen Umkehrung der ursprünglichen Wortbedeutung, so dass das Adjektiv, dessen lexikalische Bedeutung ursprünglich real, wesentlich war, nun die folgende lexikalische Bedeutung erhält: nur im Bewusstsein („mind“) existent, ohne irgendetwas Reales, dass ihm entsprechen würde; illusorisch, fantastisch.

Owen Barfield - Der Sprecher und sein Wort, Dornach 1967, S.100

Kommentare aus der Angst

Zur Rede von Frau Emcke gab es einige beachtenswerte Kommentare. Sie machen die aktuelle Entscheidung, die jeder Mensch für sich treffen muss, klar ersichtlich: Denke, fühle, handle ich aus Angst - oder gehe ich ein Risiko ein und vertraue der Liebe? In diesem Sinne stehen hier auf der Bühne: Humanistischer Realismus vs. realistische Xenophobie (Xenophobie = Angst vor dem Fremden).

Kommentar von Peter Gehrkenvor:

Der Punkt ist nicht das jemand lesbisch, Schwul, Transgender und haste nich gesehen,  usw. ist, nach dem Motto "ich wollt ich wär ein Huhn", solche verstörten Abnomarlitäten sind Privatache, sondern das wir medial nirgendwo mehr hinschauen können, das die Mehrheit der normalen Bevölkerung im Westen von der Gender Mainstreaming Propaganda  belästigt wird. Das ist auch in derem Sinne abträglich. Minderheiten bzw.. deren Selbsternannten "Vetreter" haben der Mehrheit nicht deren Meinung zu diktieren. Es gibt genügend Bücher wo man Russland die Hand reicht, über den Hintegrund zu ISIS aufgeklärt wird usw.. Alleine Ulfkottes Aufdecker "Gekaufte Jorunalisten", es gäbe genug wahre Vertreter für den Friedenspreis.  Warum ein Preis über das Jammertal von Minderheiten und ihre unnatürlichen Sexualität? Hier feiert sich der Linksfaschismus nur selbst, während wir draussen echte Probleme zu bewältigen haben, z:b. den Hochverrat einer Merkel am Amtseid die unseren Staat hinrichtet! Ekelhaft was aus dieser Welt langsam wird.

Antwort von Thomas Aquinas:

Ohh! Sie sind ja ein wahrer Philosoph! So weit ich sie verstanden habe, ist es ihrer Meinung nach eine "Perversion" und "Abnormalität", wenn jemand tiefsitzende homosexuelle Neigungen hat oder starke Probleme, sich auf eine positive und wertschätzende Art und Weise mit seiner angeborenen Sexualität zu identifizieren. Sie unterstellen diesen Menschen also, dass sie diese "Abnormalitäten" und "Perversionen" aus bloßer Willkür und Spaß an der Freude "begehen"? Als würden diese Menschen nichts Besseres zu tun haben, als sich solchen großen seelischen Belastungen und sozialer Ausgrenzung auszusetzen, indem sie zu ihrer ganz persönlichen sexuellen Neigung und Identität stehen, gerade weil es Menschen wie Sie gibt, welche diese Menschen, gleich einem mittelalterlichen Inquisitionsgericht, dafür verurteilen.
Außerdem "diktieren" Menschen, welche homosexuell oder transgedender sind, niemandem etwas auf. Sie verlangen einfach nur in Ruhe und Frieden zu leben, ohne beschimpft, ausgestoßen und gedemütigt, verprügelt, verfolgt oder umgebracht zu werden. Denn die Geschichte der Menschheit besteht nun mal in der Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten. Dazu liefern Sie mit ihrer erbärmlichen und niederträchtigen Polemik ja gerade das beste Beispiel. Solche "Argumente" von oben herab zeigen eigentlich nur, dass ihr Denken auf Arroganz, absoluter Verständnislosigkeit für existentielle, intime menschliche Belange und Intoleranz beruht.

Und was bitte schön ist denn eine "unnatürliche Sexualität"? Definieren Sie das doch bitte mal Herr Philosoph! Aber verschonen Sie uns mit jeglichem pseudowissenschaftlichen Gefasel, dass es z.B. in der Tierwelt keine Homosexualität gebe würde.
Sie geben hier schlicht und einfach ihre ganz subjektive Meinung, ihre ganz persönliche Weltanschauung und kulturelle Prägung wieder. Nicht mehr und nicht weniger. Aber eine krude Mischung aus mittelalterlicher Sexualmoral, Nationalismus und Biologismus.

Falls Sie sich zur sogenannten "Mehrheit der normalen Bevölkerung im Westen" zählen, möchte ich, um Gottes Willen!, auf gar keinen Fall zu dieser Gruppe gehören. Denn ihre "Normalität" erscheint mir einfach nur moralisch verkommen, ungebildet und unmenschlich.

Dass ich nicht lache! Sie bewältigen also gerade die nationalen Probleme, den angeblichen "Hochverrat einer Merkel am Amtseid"! Unglaublich! Hören Sie nicht, was für ein unglaublich größenwahnsinniges Geschwätz Sie von sich geben!? Was müssen Sie denn bewältigen? "Haben Ihnen die Zuwanderer und Migranten schon ihr letztes Hemd geklaut und die letzte weiße, deutsche Frau? Jetzt auch noch den Arbeitsplatz!"
Was haben Sie denn geopfert, verloren, wo sind sie denn zu kurz gekommen? Nur ein Beispiel bitte! Ansonsten erkenne ich in ihren Behauptungen nichts weiter als reaktionäre Ressentiments und womöglich sogar einfach nur vulgären Biologismus und Rassismus.
In Wirklichkeit haben Sie doch nur Angst, auch nur einen Krümel vom großen, fetten Kuchen zu verlieren, einen Millimeter ihres Wohlstandes mit anderen teilen zu müssen und deshalb vergraben sie sich krampfhaft in diffusen Ängsten vor Zuwanderung und einer offenen, demokratischen Gesellschaft, in der Menschen unabhängig ihrer Religion und Ethnie gleichwertig behandelt werden. Daebei sind Sie gegen jeglichen gesellschaftlichen Wandel, der den Erfordnissen der Zeit nicht nur in ethischer Hinsicht mehr als entspricht. Die Idee ethnisch homogener Nationalstaaten ist eine Kopfgeburt gewesen und entspricht weder "Der Natur", noch können in der Geschichte positive Beispiele der Realisierung einer solchen Ideen erbracht werden. Die letzten Experimente dieser Art endeten mit Zehntausenden Toten und über zwei Millionen Flüchtlingen (Jugoslawienkriege).

Wahrlich, wahrlich! Meinungen und Gedanken wie die Ihren, sind der wirkliche Hochverrat an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dieses Landes!

Kommentar von Abaris Freigeist:

DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB - AUS TIEFSTER BÖSER ABSICHT

Angehöriger der Deutschen zu sein bedeutet heute, dem Hass und der Hetze derjenigen ausgeliefert zu sein, die sich in ihrem hypermoralischen Wahn anmaßen, jeden zu diskreditieren, der sich nicht dem Diktat einer humanistisch getünchten Willkommenskultur fügt oder es gar wagt, das Dogma einer undifferenzierten  Fremdenliebe zu hinterfragen.
Jeder nonkonforme und nicht einverstandene Deutsche wird ausgegrenzt und, sofern er ein öffentliches Amt bekleidet, regelrecht vernichtet.
Jeder, der sich nicht der meinungsvorgebenden linken Pöbelherrschaft anschließt, die multikultiutopistisch umnachtet ihre Identität einer nichtssagenden Weltoffenheit opfert, sondern sein Recht auf Selbstbestimmung und seine Verwurzelung
von der Familie über die Gemeinschaft gleichen Geistes bis zur Nation bewahren will, wird stigmatisiert und ausgegrenzt.
Selbige Kritik von einem Nichtdeutschen geäußert, wird höchstens mit einem Achselzucken registriert.
Wer wollte einem bei dieser Feststellung verübeln, wenn er zu dem Schluß kommt, das gesamte, so fahrlässige wie irrsinnige  Sozialexperiment einer Massenansiedlung kultur- und wildfremder Habenichtse und Nichtsnutze diene einzig dem Zweck,
die Deutschen samt ihrer Kultur in die Bedeutungslosigkeit zu versenken.

Antwort von Thomas Aquinas:

Ihre Worte mögen wohlformuliert sein aber deren Inhalt entlarvt Sie dennoch als jene Art Mensch, der mit seinem Denken und Handeln Deutschland erst recht seiner Bedeutungslosigkeit zuführen wird. Und falls Ihr "Ethos" einst das Sagen in dieser Gesellschaft haben wird, dann hätte Deutschland seine Bedeutungslosigkeit auch mehr als verdient. Denn wenn Zynismus, Kaltschnäuzigkeit, Ignoranz, Egoismus, Hass, und Selbstgerechtigkeit obsiegen, dann wäre es wohl besser, wenn dieses Land, in dem die Keime des Unglücks so prächtig gedeihen konnten, untergeht. Nach all den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, nach all den Kriegen und dem schier unendlichen Morden, dem unsagbaren Leid, kommt Ihnen nichts Besseres in den Sinn, als gegen die Versöhnung und Verständigung unter den Menschen zu predigen und so zu tun, als hätten die Menschen auf dem Weg zu Frieden und Freiheit schon alles getan, um sich jetzt in selbstgefälliger nationalistisch-rassistischer Dekadenz gütlich zu tun? Als sei die Tatsache, dass allgemeine Menschenrechte Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror schützen und die freien Länder dieser Erde sich darauf verständigt haben, diese Rechte in Gesetze umzusetzen, der "hypermoralische Wahn" einer "humanistisch getünchten Willkommenskultur"!? Es ist geradezu ekelhaft und entsetzlich, solche Worte lesen zu müssen! Ich selber muss gerade mit meinen Worten ringen und mein Herz bebt vor Zorn!

Ich stand in den Gaskammern im Stammlager Auschwitz I, ich habe die fußballfeldergroßen Barackenanlagen von Auschwitz-Birkenau gesehen, das Krematorium in Buchenwald, die zigtausend muslimischen Grabsteine in Srebrenica und ich kann es immer noch nicht fassen, dass all dies tatsächlich passiert ist. Aber wenn ich Worte wie die Ihren lese, dann wird mir schlagartig bewusst, dass all dies immer und immer wieder passieren kann und wird. Solange es Menschen gibt, die Hilfe in Not für lästige Almosen und "undifferenzierte Fremdenliebe" halten und nicht für eine ethische Pflicht, die eine humanistische Gesinnung für ein "Diktat" erachten und die friedliche Versöhnung unter den Menschen auf dieser Erde als "nichtssagende Weltoffenheit" verkennen- solange Menschen so denken, solange wird es Kriege geben, solange wird es  heuchlerischen Nationalstolz geben und ätzenden Rassismus, solange wird es Herren und Knechte geben, Über- und Untermenschen. Solange es Gedanken wie die Ihren gibt, die besagen, dass schutzsuchende Menschen, die alles, selbst das Leben ihrer Familien verloren haben, "kultur- und wildfremde Habenichtse und Nichtsnutze" seien, solange wird das Leben und die Existenz des Menschen tatsächlich wert- und bedeutungslos bleiben. Denn wenn es keine Liebe gibt, dann gibt es wahrhaftig nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt.

 Sie sagen Fremde zu den Zuwanderern. Wenn sie in Not geraten würden und es wäre niemand da, der sie kennt und den Sie kennen, keine Familie, keine Freunde und Bekannten- wäre dann nicht jeder Mensch, egal welcher Hautfarbe und welcher Herkunft, ein Fremder? Und doch auch zugleich ein Mit-Mensch, vielleicht sogar ein Freund. Denn jemand, der ihnen in der Not hilft, wünschten Sie sich nicht solch einen Menschen zum Freund? Aber ist nicht in Wirklichkeit jeder Mensch, dem wir auf der Straße begegnen fremd? Laufen wir denn als Brüder und Schwestern umher, als Freunde, erweisen einander Gastfreundschaft und Mitgefühl, helfen und ertragen einander? In Wirklichkeit sind doch auch wir Deutschen uns so entsetzlich fremd untereinander. Das zeigt doch schon diese Debatte hier auf diesem Forum. Ich mag ein Weißer und meine Familie seit Generationen in Thüringen und Sachsen ansässig sein aber "Abaris Freigeist" und seine Vorstellungen sind mir so fremd, als wohnten wir Lichtjahre voneinander entfernt.
Was lehrt uns die deutsche Geschichte? Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und noch Jahre danach, waren in Europa Millionen Menschen auf der Flucht. Sie alle waren auf der Suche nach einer neuen Heimat, nach einer neuen Identität. Eigentlich müssten wir Deutschen das nur allzu gut verstehen. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende furchtbare Wahnidee von ethnisch homogenen Nationalstaaten hatte nicht nur im Zweiten Weltkrieg ihr infernalisches Potential offenbart, sondern auch in den Kriegen auf dem Balkan in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In Sarajevo, dem Jerusalem des Okzidents, lebten lange Zeit Muslime, Juden und Christen Tür an Tür. Bis mit dem Aufschrei der Nationalisten nach dem Zusammenbruch von Titos Reich die Jugoslawienkriege begannen. Abermals wurden Millionen von Menschen zur Flucht gezwungen, viele von ihnen kamen nach Europa, nach Deutschland.
Sind wir denn mittlerweile so abgestumpft gegen das Leid anderer? Ist es vielleicht der Wohlstand der uns plagt, die Angst, auch nur einen Krümel zu viel vom großen Kuchen zu verlieren? Jedenfalls war Gastfreundschaft in diesem Land schon immer ein Problem und es gibt leider Menschen, die denken, dass sie diesem Land und dieser Gesellschaft einen Gefallen damit tun, wenn sie "Ausländer raus!" und "Volksverräter!" skandieren. Genauso bringen Aussagen, die von der "Gemeinschaft gleichen Geistes bis zur Nation" (@Abaris Freigeist) erzählen, dem hochgelobten Deutsch Reich recht wenig. Ja, sie leisten noch nicht mal einen Bärendienst. Denn sie sind schon im Ansatz schlicht und einfach unmenschlich und falsch.

„Der Mensch, wenn er ins Leben tritt, ist
weich und schwach, und wenn er stirbt, so ist er hart und stark. Die Pflanzen,
wenn sie ins Leben treten, sind weich und zart, und wenn sie sterben, sind sie
dünn und starr. Darum sind die Harten und Starken Gefährten des Todes, die
Weichen und Schwachen Gefährten des Lebens.
Darum:
Sind die Waffen stark, so siegen sie
nicht. Sind die Bäume stark, so werden sie gefällt. Das Starke und Große ist
unten. Das Weiche und Schwache ist oben.“ (Tao Te King, II 76)

Kommentar von Siegfried del Moral:

Da hat ja jemand meine Timeline bei Facebook vorgelesen. Diese Art der Kalendersprüche habe ich schon zuhauf gehört und kann dabei auch immer bejahend nicken. "Morgen geht die Sonne auf", ist auch so eine Weisheit. Dem kann ich nicht widersprechen.
Aber eines habe ich durch diese Rede und der PR-Kampagne für das dazugehörige Buch neu gelernt. Das was ich bisher unter "Hass" verstanden habe, ist nun neu konnotiert und bedeutet jetzt: Eine anderer Meinung zu äußern, die nicht die, der öffentlichen Meinungshoheit entspricht.

Antwort von Thomas Aquinas:

Dieser Kommentar verkennt die Realität, denn 1) ist die öffentliche Meinung Flüchtlingen und Zuwanderern gegenüber mindestens skeptisch und 2) rudern jene Politiker, welche sich anfangs für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt haben, aufgrund eben dieser öffentlichen Meinung schon wieder zurück.

Dieser Kommentar verkennt die Realität massiver Fremdenfeindlichkeit in diesem Land, verkennt die Realität von massiver politisch motivierter Gewalt in Deutschland und verkennt die schleichende aber erkennbare Verrohung der Sitten und des zwischenmenschlichen Umgangs.

Der Kommentator (@Siegfried del Moral) sollte sich nur einmal ein Bild der allgemeinen politischen Debatten auf all den gängigen deutschen  Internetforen machen und er kann nicht die Tatsache nicht abweisen, dass sich Hass und Vorurteile schon längst ihren Weg bis in die Mitte der Gesellschaft gebahnt haben.

Seine Meinung frei äußern zu dürfen, ist ein Grundrecht in diesem Land. Aber man sollte auch seine eigene Meinung hinterfragen können, inwieweit die in ihr vorkommenden Werturteile auf bloßen Gefühlen und Vorurteilen beruhen, anstelle auf einem differenzierten und sachlichen Blick. Denn eine Meinung ist eben eine Meinung, eine subjektive Überzeugung. Und als solche muss sie sich auch Kritik aussetzen lassen dürfen.

Zumindest kann dadurch verhindert werden, sich in kollektiven Schuldzuweisungen gegen "Die" Flüchtlinge oder "Die Muslime" zu ergehen. Vielmehr sollte man sich fragen, woher jene Ängste stammen, die sich dann in Vorurteilen, Schuldzuweisungen und Hass gegenüber ganzen Gruppen von Menschen äußern. Ich denken immer noch, dass Gewalt, Hass und Angst vor allem durch soziale Ungerechtigkeit entstehen und die durch diese hervorgerufenen gesellschaftlichen Probleme (mangelnde Teilhabe an gesellschaftlichen Gütern, mangelnde Bildung etc.).

Der Humanismus ist ein Realismus

Carolin Emckes Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2016 - Der Text folgt dem gesprochenen Wort.

Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus...

All die ersten Jahre, seit der Auszeichnung an George F. Kennan 1982, schaute ich die Verleihung des Friedenspreises von unten nach oben: Meine Eltern hatten eigenwilligerweise nur zwei Fernseh-Sessel, Kinder mussten sich unterhalb arrangieren und so lag ich auf dem Teppich und hörte gebannt die Reden der Preisträger. Ich sage »Preisträger«, denn die ersten dreizehn Jahre, die ich von unten nach oben blickte, waren es ausschließlich Männer. Auch als ich längst eine eigene Wohnung hatte, behielt ich dieses Ritual bei: Ich betrachtete den Friedenspreis vom Fußboden aus. Irgendwie schien das auch angemessen zu sein. Seit der Preisverleihung an David Grossman saß ich dort, wo Sie jetzt sitzen. Letztes Jahr noch bin ich mit einem Freund am Vorabend der Verleihung nachts in den Festsaal im Frankfurter Hof geschlichen, um die Tischordnung für das Festessen zu manipulieren... (wobei wir peinlicherweise erwischt wurden) und jetzt das hier...

Meine Damen und Herren, ich bedanke mich beim Stiftungsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für diese Auszeichnung. Sie erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und einem glücklichen Staunen.

Niemand wächst allein. Einige, die vor mir hier an dieser Stelle standen, waren für mein Denken existentiell. Die Werke vieler Friedenspreisträger*innen, aber auch die Begegnung mit manchen haben mich zu der gemacht, als die ich heute vor Ihnen stehe: Martin Buber und Nelly Sachs, David Grossman und Jorge Semprún, und in besonderer Weise Jürgen Habermas und Susan Sontag. Nach ihnen in einer Reihe zu stehen, lässt mich diesen Preis weniger als Auszeichnung denn als Aufgabe begreifen.

Niemand schreibt allein. Zwei Menschen waren für mein Schreiben unverzichtbar und ihnen möchte ich ausdrücklich danken: der Photograph und Freund Sebastian Bolesch, der mich über 14 Jahre auf allen Reisen ins Ausland begleitet hat und ohne den kein Text so entstanden wäre. Und mein Verleger und Lektor Peter Sillem vom S. Fischer Verlag, der mich seit dem ersten Manuskript über alle Zweifel hinwegträgt und ohne den kein Buch so erschienen wäre. Vielen Dank.

II.

Nicht alle, aber viele, die vor mir hier standen, haben nicht allein als Individuen, sondern sie haben auch als Angehörige gesprochen. Sie haben sich selbst verortet in einem Glauben oder einer Erfahrung, in der Geschichte eines Landes oder einer Lebensform – und darauf reflektiert, was das heißt, als chinesischer Dissident, als nigerianischer Autor, als Muslim, als Jüdin hier in der Paulskirche zu sprechen, in diesem Land, mit dieser Geschichte.

Die zwölf Regeln der inneren Göttin

  1. Sei du selbst! Werde, der du bist! Tief in deiner Seele gibt es ein Bild, das darauf wartet, gelebt zu werden. Verleugne es nicht, befreie es. 
  2. Lerne loszulassen. -- Nicht nur Materielles, sondern auch Verstandenes und Gelerntes, Verhaltensmuster und Denkmodelle. 
  3. Lebe im Hier und Jetzt. Weder das Gestern noch das Morgen gehört dir, nur dieser Augenblick. 
  4. Übernimm Verantwortung. -- Verantwortung für dich selbst. Nicht nur für das, was du tust, sondern auch für das, was du bist. 
  5. Nimm Herausforderungen an. Verantwortlich sein heißt dem Leben zu antworten. 
  6. Vertraue. Mach dir nicht so viele Sorgen. Das Leben trägt dich. 
  7. Liebe, achte und pflege dich. -- Deinen Körper, deine Seele und deinen Geist. 
  8. Handle makellos. Unser Handeln ist fast immer ein Mittel zum Zweck. 
  9. Überwinde deine Ängste. Neunundneunzig Prozent aller Ängste sind dumme Ängste. 
  10. Finde das rechte Maß. Du bist nur im Gleichgewicht, wenn du in der Mitte bleibst. 
  11. Geh einen Weg mit Herz. „Wege mit Herz sind gute Wege, alle anderen sind sinnlos" (Carlos Castaneda). 
  12. Feiere das Leben! Feiern ist ein Danksagen für alles, was dir das Leben gibt. 
Kürzere Videos:

TV-Seminar "Männer, Frauen und Partnerschaften": Einführung und Meditation

TV-Seminar "Männer, Frauen und Partnerschaften": Feminine Macht

Längere Videos:

0712 Parabel der Zwillingsseele - Teil 1

0714 Führungswechsel Teil 1

Wir merken es alle: So kann es nicht weitergehen!

von Heini Staudinger, GEA Geschäftsführer:

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Mein Freund Markus Distelberger sagt, die Sowjetunion sei nicht zugrunde gegangen, weil der Westen so stark geworden sei, sondern weil nicht mehr genug Sowjetbürger an dieses System glaubten. Nun. Du ahnst schon, warum mir das jetzt einfällt. Unser kapitalistisches System ist am Ende. Wir spüren es alle. Da ist was faul.

Stichwort: Klimawandel – und wir tun weiter so, als wäre eh nix. Stichwort – soziale Spannungen: die Schere zwischen Arm und Reich geht auf, aber wir machen genauso weiter. Am unteren Ende unserer Gesellschaft, bei den sozial Schwachen, da wird gespart. Am oberen jedoch ganz und gar nicht – Banken werden gerettet und die reichsten Konzerne der Welt wie Apple, Ikea, Amazon, Google und Co zahlen für ihre Milliardengewinne längst keine Steuern mehr, während die Kleinen vom Staat geschröpft werden. Genug der Aufzählungen. Wir wissen es längst. Es ist Zeit, etwas zu tun. Die da oben tun das NOTwendige nicht. Nun liegt es an uns.

Barbara Rauchwarter, evangelische Theologin und eine liebe Freundin, hat mir zum Geburtstag eine schöne hebräische Kalligrafie geschenkt. Drauf steht: »Lech lacha!« »Geh, brich auf.« »Geh in das Land, das ich dir zeigen werde«, so sprach Gott zu Abraham. So machte er ihm klar, dass er im Gewohnten nicht bleiben könne. Er müsse aufbrechen – heraus aus der Gefangenschaft der Gewohnheiten, hinein in die Ungewissheit des Lebens. Also los. Brich auf!

Es muss erlaubt sein, dass man beim Aufbrechen noch nicht (genau) weiß, wohin die Reise gehen soll. Ja. Dieses Nicht-Wissen muss man sich zuerst selber erlauben. »Lech lacha« meint, Gott weiß wohin. Und im Vertrauen, dass ER es weiß, mache ich mich auf den Weg.

Gott weiß es und ER ist IN dir. Nun … wenn du mit dem Wort »Gott« wenig anfangen kannst, macht nix. Du musst nur eines wissen: DU selber weißt es! Denn in der Tiefe deines Herzens ist die Sehnsucht nach dem richtigen Leben, nach dem Fluss der Lebendigkeit. Diese Sehnsucht verbindet uns alle. Dort sind wir alle Geschwister.

Ohne Zweifel müssen wir uns als Gesellschaft auf den Weg machen. Weg von diesem zerstörerischen System, hin zu einer lebensbejahenden Wirtschaft. Und wie soll das gehen? Wie schon gesagt, man muss nicht schon alles beim Losgehen wissen. Die, deren Sehnsucht klarer ist und deren Wille stärker ist, die müssen vorangehen. Und du? Sag nicht, du bist zu schwach. Denn da gibt’s noch was Starkes – wir können miteinander füreinander RÜCKENWIND sein. Denn RÜCKENWIND erleichtert das Gehen (auch das Radfahren) und ermutigt zum richtigen Leben.

Das meint im Ernst
Euer Heini Staudinger
GEA Geschäftsführer

http://w4tler.at/

Es interessiert mich nicht

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich möchte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast, ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich möchte wissen, ob du mit dem Schmerz – meinem oder deinem – da sitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich möchte wissen, ob du mit der Freude – meiner oder deiner – da sein kannst, ob du mit Wildheit tanzen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen erfüllt mit Begeisterung, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft, oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich möchte wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich möchte wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du Dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst.
Ich möchte wissen, ob du mit dem Scheitern – meinem und deinem – leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: „Ja!“

Es interessiert mich nicht, wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft, und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie du hergekommen bist.
Ich möchte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.
Ich möchte wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.
Ich möchte wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Oriah Mountain Dreamer

Nudge - Muss uns jemand ins Glück schubsen?


Die Amazon Beschreibung

Nudge – so heißt die Formel, mit der man andere dazu bewegt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn Menschen verhalten sich von Natur aus nicht rational. Nur mit einer Portion List können sie dazu gebracht werden, vernünftig zu handeln. Aber wie schafft man das, ohne sie zu bevormunden? Wie erreicht man zum Beispiel, dass sie sich um ihre Altervorsorge kümmern, umweltbewusst leben oder sich gesund ernähren? Darauf gibt Nudge die Antwort.

Das Konzept hat bereits viele Entscheidungsträger überzeugt, darunter den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Anschaulich und unterhaltsam präsentieren Richard Thaler und Cass Sunstein einen neuen Ansatz der Verhaltensökonomie, der schon heute das Denken und Handeln in Politik und Wirtschaft prägt

Zwei Amazon Kritiken:

0 von 5 Sternen
Nudge: Wie man Menschen beeinflusst, für klug gehaltene Entscheidungen ungesehen zu übernehmen
Von Teaser 
18. Oktober 2015 

Nudge: "Wie man Menschen beeinflusst, für klug gehaltene Entscheidungen ungesehen zu übernehmen" So oder so ähnlich könnte der Titel besser lauten. Interessante Diskussion. Der Aufstieg Sunsteins zeigt die Bedeutung dieser Überlegungen für unsere Zeit.

ABER ACHTUNG: Vor noch nicht all zu langer Zeit waren unsere Vorfahren bereit, ihr Leben für die Freiheit hin zu geben, für die Freiheit schlicht zu sterben. In einer Gesellschaft, der es an praktisch nichts mehr mangelt, entsteht durch den Aufstieg dieses im Grund paternalistischen Ansatzes von Thaler und Sunstein der Eindruck, es bedürfte wieder der (versteckten) "Führung" von Menschen.

Die Grundidee von Freiheit im politischen System ist:
  1. Sie ist die Basis für Bildung, Gerechtigkeit und Entwicklung, vor allem auch der kulturellen.
  2. Sie ist die einzige bisher nachgewiesene Möglichkeit, im - durch ein ebenso freiheitliches Rechtssystem gefilterten - Spiel der Kräfte, maximales Glück, Sicherheit und Wohlstand zu erreichen (richtig angewandt auch global).
  3. Ihr gebührt als Modell für gesellschaftliches Zusammenleben schlicht deswegen der Vorzug, weil kein anderes Modell in Bezug auf diese Anforderungen nur ansatzweise ähnlich erfolgreich wäre, bei allen denkbaren Nachteilen.
Gemessen daran birgt der wissenschaftlich abgeleitete (das sind gerne die gefährlichsten Botschaften!) Ansatz des Nudgings eine ganze Menge Mittelalter in seinen Genen. - Be carefull! Ob man sich "gut" oder "schlecht" ernährt, muss man schon selbst entscheiden, zumal für Krankheiten immer der ganze Lebenswandel entscheidend ist (Sport, Elternhaus, Freizeit, Gene etc.).

Vorsicht vor dem stillschweigenden Versprechen, durch Nudging zu einer "besseren" Welt zu gelangen. Fragen wir mal die, die hiermit bevormundet werden sollen!

0 von 5 Sternen
Nudge: Eine intelligente Umgebungsgestaltung ist wirksamer als aufwändige pädagogische Bemühungen!
Von Prof Dr Olaf-Axel Burow 
11. April 2010

Sunstein und Thaler geben überzeugende Beispiele dafür, wie eine intelligente Umgebungsgestaltung Menschen zu vernünftigen Entscheidungen bringen kann - und dies unter Verzicht auf komplizierte Anleitungen oder pädagogische Bemühungen. Wirksamer als eine Fortbildung zur gesunden Ernährung ist demnach die simple Umorganisation der Essenstheke: Werden gesunde Produkte in den Vordergrund gerückt, nimmt die Zahl der Schüler/innen, die sie auswählen, um bis zu 25% zu.

Ob es sich um die Auswahl von Finanzprodukten, die Förderung von Umweltverhalten oder die Bereitschaft zur Organspende handelt: Stets sorgt eine durchdachte "Entscheidungsarchitektur" für den nötigen "nudge", d.h. den Anstoß oder Schubser, dafür, dass die Personen - auch ohne differenzierte Information - zu vernünftigen Entscheidungen finden. "Libertären Paternalismus" nennen die Autoren ihr Konzept, das sie auch als Instrument einer "good governance" der Politik empfehlen.

Mit der Kreation des Begriffs "Nudge" fokussieren Thaler und Sunstein auf die zentrale Bedeutung von intelligent gestalteten Umgebungen bzw. "Kreativen Feldern" für die Förderung von klugen Entscheidungen. Diese Idee ist für Pädagogen von besonderem Interesse, spricht man doch hier seit langem vom "Raum, als drittem Pädagogen".

Sie bestätigen damit eine in der Pädagogik bislang unterschätzte Perspektive: Anstelle aufwändiger und wenig effektiver pädagogischer Bemühungen ließen sich viele Erziehungs- und Bildungsziele leichter und effektiver erreichen, würde man die Gestaltung der Lehr-/Lernumgebungen und der sich daraus ableitenden Entscheidungsarchitekturen gezielter berücksichtigen. Diesen Gedanken herausgearbeitet und begründet zu haben, ist die besondere Leistung der Autoren, die allerdings durch langatmige Ausführungen zu Detailproblemen beeinträchtigt wird.

Interessanter wäre es gewesen, den Kerngedanken, den man in einem Satz zusammenfassen kann, ("Eine intelligente Umgebungsgestaltung ist wirksamer als aufwändige pädagogische Bemühungen!") auf unterschiedlichste Gebiete anzuwenden und hierfür den Großteil des Textes zu verwenden. Wenn die Leser/innen tatsächlich dazu angeregt werden, solche "nudges" in ihren Arbeitsfeldern zu entwickeln und die Idee des Ansatzes zu verbreiten, dann ist es ein anregendes Buch. Immerhin bietet die Autoren hierzu ein Onlineforum an.

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel

Die holistische Schule

Der russische Musikprofessor Mikail Schetinin hat in einem abgelegenen Dorf im Kaukasus mit vielen Schülergenerationen völlig neue holistische Lernmethoden entwickelt. Sie beruhen auf einer Haltung bedingungsloser Achtung vor jedem Einzelnen und dem Wert der Gemeinschaft. In einem freien Miteinander entfalten die Kinder in kleinen, altersgemischten Gruppen alle ihre Fähigkeiten und Talente und entwickeln eben dadurch ein Bewusstsein der Verantwortung für die gesamte Schöpfung.

Eine leuchtende Botschaft. Tekos - eine Schule der Zukunft

Schetinin Schule TEKOS Russisches Lyzeum am Schwarzen Meer 1

Lernmethoden der Schetinin Schule von Richard Kandlin. Teil 1 Vortrag

Vera M. Weld über Dolmen, Waldschule von M. Schetinin und reinigende Quellwasserbecken bei Pschada

und zum Thema Sprachen lernen

Sprachen lernen für SchülerInnen mit Vera F. Birkenbihl - Sprachen lernen

Sprachen lernen - Guided Tour (nach der Birkenbihl-Methode)

Kostenfrei Sprachen lernen - Die Vera F. Birkenbihl Methode

Eine leuchtende Botschaft. Tekos - eine Schule der Zukunft

Man sollte dem eigentlich mal nachgehen.

"Es entstanden nach den bereits erwähnten noch etwa drei oder vier weitere Bücher. Das jüngste ist eine ziemlich ausführliche Studie der Philosophie von S.T. Coleridge, den ich bisher noch nicht erwähnt habe (man kann ja nicht alles in einen Vortrag hineinbringen), dem Owen Barfield aber viel zu verdanken hat. Aber ich möchte Ihnen ja nicht eine ganze Bibliographie zumuten!

Viel lieber möchte ich, wenn ich schon in diesem Gebäude spreche, noch ein paar Worte über das Verhältnis von Owen Barfields Büchern und Aufsätzen zur Geisteswissenschaft Rudolf Steiners sagen. Ich muss mich aber darauf beschränken, dies in einer mehr äußerlichen Art zu tun. Die Erfahrung scheint zu zeigen, dass meine Leser jeweils auf eine von drei grundsätzlich verschiedenen Arten reagieren.

Die eine Kategorie von Lesern (und ich habe jetzt natürlich nur wohlwollend eingestellte Leser im Auge) sagt: „Dieser Barfield ist eine wahre Fundgrube, erzählt eine Menge interessanter Dinge, hat ‚bedeutende Einsichten’, wie schade dass er alles verpatzt, in dem er immer wieder diesen Steiner reinbringt!“

Die zweite (und ich denke etwas rationalere) Kategorie von Lesern sagt etwa folgendes: „Wenn ein so besonnener und einsichtiger Mensch, wie dieser Barfield einer zu sein scheint, immer wieder ein so auffälliges Gewicht auf diesen Steiner legt, dass wird an der Sache wohl was dran sein. Man sollte dem eigentlich mal nachgehen.“ Sie tun es aber nicht nicht. Alles, was sie brauchen oder alles, was sie aufzunehmen bereit sind, bekommen sie bereits von Barfield.

 Und dann gibt es noch eine dritte Kategorie von Lesern: Sie argumentieren in derselben Weise wie die zweite Kategorie - aber sie machen tatsächlich weiter und nehmen sich die Mühe, sich mit Steiner selbst auseinanderzusetzen. Ich würde sagen, diese Kategorie ist zahlenmäßig kleiner als die beiden andern, aber doch nicht ganz zu vernachlässigen. Aus ihr sind schon manche Menschen hervorgegangen, die sich die Anthroposophie in einem ernsthaften Privatstudium erarbeiten."

Aus dem ersten Vortrag des Buches Owen Barfield: Der Sprecher und sein Wort - mit einer autobiographischen Betrachtung, Verlag am Goetheanum, 1976, S. 27,28. Der Text dokumentiert den Vortrage Owen Barfield und der Ursprung der Sprache, gehalten im Rudolf Steiner House London im Jahre 1976. Barfield spricht hier über sich und seine Beobachtungen.

Gefordert: Allgemeines Verständnis

[...] Sie sehen daraus, daß es sich bei Anthroposophie wirklich nicht darum handelt, für sektiererische Tanten- oder Onkelversammlungen Schematas zu liefern, nach denen sie auseinandersetzen können: der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, sondern daß es sich hier handelt um ein ganz ernsthaftes Erfassen des Menschen und seines Verhältnisses zur Welt, um ein Hineintragen des Geistigen in alles Materielle.

Und daß Anthroposophie das Geistige in dem Materiellen verfolgen kann, das ist etwas, was eingesehen werden muß, wenn Anthroposophie wirklich sich ihre Stellung in der Welt erobern will. Denn solange man bloß für die Tanten- und Onkelver­sarinnlungen in sektiererischen Zirkeln arbeitet, die da tradieren ihre Einteilungen des Menschen, so lange hat man es nur zu tun mit etwas, was in Streit kommt mit allen möglichen anderen sektiererischen Din­gen.

In dem Augenblicke aber, wo man tatsächlich zeigt, wie dasjenige, was man begreift in der Anthroposophie, eingreift in alles übrige Wis­sen, wie es, nach dem Ausspruche, den ich gestern getan habe, alles übrige Erdenwissen beleuchtet, sowie früher die Astrologie alle Erdenvorgänge beleuchtet hat, dann hat man an der Anthroposophie eben etwas, was in den modernen Zivilisationsprozeß eingreifen muß, damit ein wirklicher Aufbau auch gegenüber den von älteren Zeiten her kom­menden Abbauprozessen in dem menschlichen Zivilisationsprozeß Platz greifen kann. Solcher Ernst ist zu verbinden mit demjemgen, was man sein Bekennt­nis zur Anthroposophie nennen kann.

Gewiß kann der einzelne ja nicht immer in der Weise mitwirken, daß er zum Beispiel selber darauf kommt, wie Belladonna auf der einen Seite, Chlor auf der anderen Seite auf den menschlichen Organismus wirkt. Aber darum handelt es sich nicht, daß der einzelne das findet, sondern darum, daß in weiteren Kreisen ein Ver­ständnis, ein allgemeines Gefühls- und Empfindungsverständnis da ist, wie das dem Menschen Heilsame gerade aus anthroposophischer Welt- und Menschenerkenntnis heraus gewonnen werden kann.

Man verlangt ja auch nicht in der Waldorfschul-Pädagogik, daß jeder einzelne Mensch erziehen oder wenigstens die Kinder vom volksschul­pffichtigen Alter an erziehen kann. Man verlangt aber, daß im allge­meinen ein Verständnis dafür vorhanden ist, wie da aus Menschen- und Welterkenntnis heraus eine Pädagogik aufgebaut ist. Was Anthroposo­phie braucht, ist ein ihr entgegenkommendes Verständnis.

Es wäre ganz falsch, wenn man glauben würde, jeder einzelne sollte alles wissen. Aber es sollte die Wirksamkeit anthroposophlscher Gemeinschaft darin bestehen, daß sich ein allgemeines, auf den gesunden Menschenver­stand sich bauendes Verständnis findet für dasjenige, was im Sinne von Menschenheil und Menschenzukunft gerade durch die Anthroposo­phie angestrebt und zu verwirklichen versucht wird.

Quelle: DER UNSICHTBARE MENSCH IN UNS DAS DER THERAPIE ZUGRUNDE LIEGENDE PATHOLOGISCHE Dornach, 11. Februar 1923 Vor Mitgliedern - GA 221 Erdenwissen und Himmelserkenntnis 

Die gelebte Spiritualität

Fördern Religion und Spiritualität nicht die Passivität, oder wirken sie nicht wie "Opium fürs Volk"? 
Ich bin sehr besorgt über jede Spiritualität, die erlaubt, dass wir es uns auf der Welt bequem einrichten und sagen: "Aber ich helfe doch der Welt. Die Energie, die allein von mir ausgeht, wird eine gesellschaftliche Änderung bewirken." Eher vertraue ich einer Spiritualität, die die Menschen dazu führt, vorwärts zu gehen und die Welt zu verändern, statt nur dazusitzen im Bewusstsein dieser wunderbaren Vorstellung, dass sie ihre Energie ausstrahlen. Ich will sehen, dass sich Energie in den Handlungen der Personen widerspiegelt, wenn sie hinausgehen und Veränderungen bewirken. Es ist also etwas, was Sie tun, es ist praktizierte, gelebte Spiritualität.

MARSHALL B. ROSENBERG - Lebendige Spiritualität S. 11

http://www.junfermann.de/titel-1-1/lebendige_spiritualitaet-10286/

Die wohlwollende Diktatur

"Die grausame Diktatur hat aber noch einen anderen Nachteil. Sie verursacht Leiden. Und leidende Untertanen sind eher geneigt, sich aufzulehnen als zufriedene. Man sagt mit Recht: Selbst der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird. Darum ist es geschickter, die Würmer zu streicheln und zu füttern. Auf diese Weise kann man sie daran gewöhnen, sogar mit ihrem Dasein als Würmer zufrieden zu sein.

Darum glaubt Aldous Huxley, dass die modernen, die Diktatoren der Zukunft, mehr wohlwollende Diktatoren sein werden; nicht aus Menschenliebe, sondern aus Berechnung. Aus Berechnung, weil sie sich die Erfahrungen ihrer Vorgänger zunutze machen werden. Und auch darum, weil die Wissenschaft ihnen Mittel in die Hand gegeben hat, Mittel um die Untertanenwürmer zufrieden zu stellen, die ihre Vorgänger gar nicht hatten. Es sind dies vor allem die Mittel der Psychopharmakologie, also chemische Mittel, Erzeugnisse der modernen chemischen Industrie."
Das sagte ein deutscher Fernsehmoderator in einer Sendung über Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller und Autor des Kultromans "Schöne Neue Welt" ("Brave New World", 1932. Hier übersetzt als "Wackere Neue Welt"). Der Film von Heinz Haber greift auch von Huxley in seinem Werk thematisierte Probleme wie die Überbevölkerung und die Beherrschung der Menschen auf (Erstausstrahlung: genaues Datum liess sich bisher nicht herausfinden. Zw. 1958 und 1963).

https://www.youtube.com/watch?v=TpMYb9rUx30&feature=youtu.be&t=32m23s

Wittgensteins Prophetie

Ist es mir so klar, dass das Verschwinden einer Kultur, nicht das Verschwinden menschlichen Wertes bedeutet, sondern bloß bestimmter Ausdrucksmittel dieses Wertes, so bleibt dennoch die Tatsache bestehen, dass ich dem Strom der europäischen Zivilisation ohne Sympathie zusehe, ohne Verständnis für die Ziele - wenn sie welche hat. Ich schreibe also eigentlich für Freunde, welche in Winkeln der Welt verstreut sind. Ich habe einmal, und vielleicht mit Recht, gesagt: Aus der früheren Kultur wird ein Trümmerhaufen und am Schluß ein Aschenhaufen werden, aber es werden Geister über der Asche schweben.

Deutliche Worte entdeckt

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) schreibt 2011 im Hauptgutachten Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine - Große Transformation:

4.3.4.2 Ernährungsgewohnheiten und THG-Emissionen

Die technischen Emissionsminderungspotenziale durch klimafreundliches Management in der Landwirtschaft sind allerdings nicht so groß wie die Minderungen, die durch veränderte Ernährungsgewohnheiten erzielt werden können (Popp et al., 2010). Der Grund ist, dass die Lebenszyklusemissionen tierischer Lebensmittel (wie Fleisch, Milchprodukte, Eier) bei gleichem Gewicht bis zu zehnmal höher sind als die pflanzlicher Lebensmittel. Diese Werte sind allerdings je nach Produkt und in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. So verursacht z. B. Die Rinderproduktion im Sahel nur rund halb so viel THG-Emissionen wie in den USA (Subak, 1999).

Die Viehwirtschaft ist der größte Einflussfaktor der weltweiten anthropogenen Landnutzung. Insgesamt werden global etwa 70 % der landwirtschaftlichen Flächen für die Viehwirtschaft genutzt (als Weideland oder zur Futterproduktion), die nur 15 % der globalen Kalorienversorgung bereitstellen (Steinfeld et al., 2006; PBL, 2009b). Entsprechend groß ist mit 18 % der gesamte, also direkte wie indirekte, Beitrag der Viehwirtschaft zu anthropogenen Treibhausgasemissionen (Steinfeld et al., 2006). Zusätzlich zu den Klimawirkungen ist die Viehwirtschaft ein großer Treiber des Biodiversitätsverlusts, der Übernutzung und Verschmutzung von Wasserressourcen, des Nährstoffeintrags in die Umwelt sowie nicht zuletzt auch der Verbreitung infektiöser Krankheiten (z. B. Vogelgrippe, BSE). Wegen der deutlich geringeren Flächenintensität hätte der Wandel hin zu gesünderer Ernährung mit weniger tierischen Produkten daher eine sehr große Hebelwirkung nicht nur für die Emissionen, sondern auch für die Erhaltung biologischer Vielfalt (PBL, 2010). Ein besonders großen Unterschied für die Umweltverträglichkeit von Ernährungsgewohnheiten macht der Konsum von Rindfleisch (Marlow et al., 2009).

Andererseits verschafft dieser Sektor ca. 1,3 Mrd. Menschen Beschäftigung und Einkommen und ist gerade in Entwicklungsländern häufig die einzig praktikable Option, um durch Beweidung aus marginalem Land Erträge zu erwirtschaften. Gemäß des Anteils tierischer Produkte in der Ernährung ist der ökologische Fußabdruck der Ernährungsweise in Nordamerika und Europa heute etwa doppelt so groß wie in Afrika oder Asien (White, 2000). Dieses Verhältnis ändert sich derzeit rapide, z. B. Hat sich in den letzten 50 Jahren der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in den Entwicklungsländern mehr als verdreifacht (FAO, 2010b). Es wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet, so dass sich die Fleischproduktion bis 2050 verdoppeln könnte (Steinfeld et al., 2006).

Dies hängt nicht nur mit dem Bevölkerungswachstum, sondern vor allem mit den veränderten Ernährungsgewohnheiten zusammen, die weltweit mit zunehmendem Wohlstand zu beobachten sind. In Entwicklungsund Schwellenländern verbreitet sich eine fettund proteinreichere Ernährung mit mehr tierischen Lebensmitteln, vor allem in Lateinamerika und Ostasien (von Koerber et al., 2008). So hat sich in China in den letzten drei Jahrzehnten der Fleischkonsum verfünffacht (FAO, 2006). Der Milchsektor trägt etwa 4 % zu den anthropogenen THG-Emissionen bei, wobei CH4 etwa die Hälfte ausmacht (FAO, 2010c). Diese Trends können je nach Ausprägung zu erheblichen zusätzlichen THG-Emissionen führen (Keyzer et al., 2005; Popp et al., 2010).

Umgekehrt könnten globale THG-Emissionen aus der Landwirtschaft im Jahr 2055 sogar niedriger sein als 1995, wenn eine Umstellung auf geringere Anteile tierischer Produkte in der Ernährung erfolgte. In Kombination mit den technischen Minderungspotenzialen ergäbe sich im Jahr 2055 sogar eine Minderung der landwirtschaftlichen Emissionen auf etwa 2,5 Gt CO2 eq pro Jahr, was in etwa einer Halbierung der heutigen landwirtschaftlichen THG-Emissionen entspräche (Popp et al., 2010).

Das Potenzial für die Klimaschutzwirkung eines verringerten Fleischkonsums ist also erheblich. Auch aus gesundheitlicher Sicht enthält die in Industrieländern vorherrschende Ernährungsweise zu viele tierische Produkte. (Stehfest et al., 2009) kommen zu dem Schluss, dass eine Verringerung des Fleischkonsums auf ein Maß, das aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert ist, die Minderungskosten für das Erreichen der Stabilisierung bei 450 ppm um die Hälfte senken würde.
Es würden erhebliche Landflächen frei, die für andere Zwecke zur Verfügung stünden. Eine entsprechende Änderung der Ernährungsgewohnheiten hätte demnach einen doppelten Nutzen: für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt (McMichael et al., 2007; Tukker et al., 2009). Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Verluste im Haushalt durch Verderben und Wegwerfen von Lebensmitteln, von denen fast zwei Drittel vermeidbar wären. So könnten nicht nur Emissionen, sondern auch Kosten gespart werden (WRAP, 2009).

Die Botschaft lautet also: Eine gesunde Ernährungsweise ist auch klimafreundlich. Der heutige durchschnittliche Anteil tierischer Produkte an der Ernährung in Industrieländern und den wachsenden einkommensstarken Schichten in Entwicklungsund Schwellenländern ist größer, als es für eine gesunde Ernährung angemessen wäre. Dabei ist eine Umstellung auf eine vollständig vegetarische oder sogar vegane Lebensweise keineswegs notwendig. Schon die vorgeschlagene Umstellung auf generell weniger Fleisch und insbesondere weniger Rindfleisch hätte einen erheblichen Klimaschutzeffekt (PBL, 2009a). Als Handlungsansätze bieten sich u. a. Verbesserte Kommunikation und staatliche Rahmensetzung an (Brand et al., 2007; Kap. 7.3.7.4).

http://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu.de/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/jg2011/wbgu_jg2011.pdf - S.154,155 

welthunger-entwicklungspolitik-fleischfrage

umweltbundesamt-zum-zusammenhang-von-fleischkonsum-und-welthunger 

http://www.freiheit-fuer-tiere.de/artikel/welthunger-klimakatastrophe-eine-fleischfrage.html 

http://www.freiheit-fuer-tiere.de/artikel/welthunger-klimakatastrophe-eine-fleischfrage.html

https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/welthunger/

http://www.fao.org/fileadmin/user_upload/animalwelfare/HSI--The%20Impact%20of%20Industrialized%20Animal%20Agriculture%20on%20World%20Hunger.pdf

Wollen die Jungen Journalisten Krieg?



Liebe Junge Journalisten,

als ich eure 2/17 Ausgabe in die Hände bekam stockte mir der Atem. Schockartig explodierte der Gedanke: Ist das euer Ernst? Lasst ihr wirklich die Bundeswehr auf der Rückseite von 20.000 Heftchen für Jugendliche Werbung machen? Entsetzt fragte ich mich: Haben die den Verstand verloren? Nein, schloss sich mein besonnenes Ich an: Nein, haben Sie nicht. Der kalte Verstand durfte walten. Doch das Herz musste schweigen, oder wurde überhört.

Die Bezahlung war wahrscheinlich überzeugend. Oder seid ihr für Krieg? Das kann ich mir nicht vorstellen. Also zur Erinnerung: Die Bundeswehr ist eine Armee. Sie hat Soldaten und Waffen. Mit Waffen tötet man andere Menschen, zerstört Geschäfte und Wohnräume, vergiftet Landschaften, tötet Tiere, Hoffnungen, Träume, Kinder, Frauen, junge Männer. Bomben zerfetzen Leiber, löschen Leben aus. Aleppo sieht HEUTE so aus wie deutsche Städte 1945.

Habt ihr vergessen, was Krieg ist? Ich habe auch keinen erlebt. Ich bin 35 Jahre alt. Aber ich habe die Warnungen der Überlebenden, die Bilder in den Museen und Dokumentationen nicht vergessen. Ja, ich weiß, heute heißen Kriegseinsätze humanitäre Friedenseinsätze zur Demokratisierung oder Befreiung diktatorischer Regime. Die Kriegsministerien im Westen heißen Verteidigungsministerien. Das U.S.-Kriegsministerium verteidigte also mit einem Budget von 600 Milliarden Dollar den Frieden mit 26.000 Bomben im Jahr 2016. Ein grässlicher Frieden!

Ursula von der Leyen hätte gerne, dass die Bundeswehr wieder in der Mitte der Gesellschaft ankommt. So wie in der Kriegsromantik nach 1918? Gerade waren Million in sinnlosen Stellungskriegen gestorben. Darunter viele junge Männer mit gerade einmal zwanzig Jahren. Die Kriegshelden dieses sinnlosen Gemetzels wurden geehrt, der Krieg völlig verklärt und 1939 zog man erneut in den Krieg. Zeugt das von geistiger Gesundheit? Für mich ist das geisteskranker Wahn, kollektiver, gesellschaftlicher Irrsinn. Gesundheit will und braucht Frieden.

Soll unsere Bundeswehr wieder mehr jungen Menschen die Möglichkeit geben, an unseren Grenzen zu sterben, damit sich afrikanische Menschen, deren Kontinent der Westen, also wir, seit 500 Jahren plündern, nicht dorthin gelangen, wo „ihre“ Rohstoffe in Reichtum verwandelt werden? Sollen junge Männer in „ruhmreichen Kämpfen“ unbewaffnete Flüchtlinge auf Schlepperbooten „zur Not“ auch erschießen? Warum heißen die eigentlich Schlepper und nicht Fluchthelfer - so wie die Fluchthelfer der DDR? Ja, wir müssen achtsam sein. Die Sprache ist ein Mittel der Manipulation. Sie manipuliert unser Denken.

Wie wäre es wenn die Krankenhäuser werben würden mit: Wir brauchen nicht nur Ärzte. Wir brauchen auch Verletzte. Na, das wäre doch mal ehrlich, oder? Die Bundeswehr aber wirbt mit: „Mach was wirklich zählt“. Ich entgegne: Krieg? Nein! Setz dich gegen Waffenexporte ein, damit Deutschland nicht am Krieg verdient, bei dem Menschen sterben. Sei gegen jede Form von Gewalt – gegen Gewalt gegen Frauen, Kinder und junge Menschen, die verführt werden sollen, Krieg gut zu finden. Sei für Frieden. Sei für Diplomatie. Sei für Dialog. Sei für gerechten Handel. Sei für Umweltschutz. Sei für Respekt. Sei für Frieden.

Liebe Junge Menschen,
Ich habe großen Respekt für euer Engagement, Journalisten zu werden - oder es bereits zu sein. Doch auch Journalisten und der Bereich der Medien stehen unter dem Wahn der Ökonomisierung. Nur noch Zahlen zählen. Nur noch Geld entscheidet. Wo bleibt die Menschlichkeit? Denn auch ihr als Journalisten, sei es euer Job oder eure Berufung, seid zu allererst auch Menschen. Und damit wir Menschen frei unseren Berufen, Jobs, Hobbys und Sinnlosigkeiten nachgehen können, braucht es Frieden. Armeen machen keinen Frieden. Armeen, auch wenn sie Bundeswehr heißen, und so tun, als wären sie ein Club wilder Abenteurer, gibt es nur, um Krieg zu führen. Ich bitte euch. Schaut genau hin: Wichtige Themen sind: „Krieg und Frieden“, „Käuflich durch Werbeeinnahmen“, „Propaganda und PR“ und „Die menschliche Haltung eines jeden Menschen“. Sprecht bitte darüber.

Wenn Ihr Interesse an diesen Themen habt, unterstütze ich euch gerne mit Informationen, Büchern, Kontakten, Filmen und Gesprächspartnern. Es ist mir wichtig, weil: Die Zukunft einer Gesellschaft hängt von den Menschen unter 25 Jahren ab. Und ich freue mich auf eine Welt in Frieden - für mich und für euch!

Liebe und friedliche Grüße


Der beste Weg, die Welt zu retten.


Bei seinen Recherchen zur Umweltthematik fand Kip Andersen heraus, dass die industrielle Tierhaltung der Erde mehr Schaden zufügt als jede andere Industrie. Aber er musste auch etwas sehr sonderbares bemerken:

Viele Umweltschutzorganisationen lassen diese Tatsache völlig außer Betracht. Dabei ist die industrielle Tierhaltung in extrem hohem Maße für den Klimawandel, die Waldzerstörung, die zunehmende Wasserverknappung und weitere Umweltprobleme verantwortlich.

Dem Worldwatch Institutes zufolge entfallen mindestens 51 Prozent aller in die Erdatmosphäre freigesetzten Treibhausgase auf die Tierwirtschaft. 51 Prozent!

Kip Andersen wollte herausfinden, woran es liegt, dass renommierte Umweltschutz­organisationen diese Tatsachen ausklammern - die Fleisch- und Milchindustrien faktisch ignorieren, anstatt diesem Irrsinn effektiv entgegenzuwirken.

In seinem Filmprojekt mit dem Produzenten Keegan Kuhn konfrontierte er Vertreter von Organisationen wie Greenpeace, Sierra Club, Natural Resources Defense Council (NRDC) und andere bekannten Umweltschutzorganisationen mit diesen Fakten und stellte ihnen genau diese prekäre Frage: Warum thematisieren Sie die Nutztierhaltung nicht?

Wenn du wissen willst, was die Umweltschützer zu sagen hatten, schau dir den Dokumentarfilm Cowspiracy an.

Deutsch:

Cowspiracy - Ausschnitt - Deutsch

www.erkenne-den-zusammenhang.de

www.veganstart.de


Englisch:

www.cowspiracy.com - facts

www.cowspiracy.com - infographic

Vegan - Stories

Blog-Archiv

Freiheit in Gemeinschaft

In der Gemeinschaft ist es leicht, nach fremden Vorstellungen zu leben. In der Einsamkeit ist es leicht, nach eigenen Vorstellungen zu leben. Aber bemerkenswert ist nur der, der sich in der Gemeinschaft die Unabhängigkeit bewahrt.

Ralph Waldo Emerson

Wikipedia:
Ralph Waldo Emerson kam am 25. Mai 1803 in Boston, Massachusetts in die Welt. Er starb am 27. April 1882 in Concord, Massachusetts. Er gilt als ein US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller und Führer der Transzendentalisten in Neuengland.

Sein erstes Buch, Nature, veröffentlichte Ralph Waldo Emerson 1836 im Alter von 33 Jahren. In dieser Sammlung von Essays vertrat er seine Bekenntnis: Menschen sollten in einfacher Art und Weise und im Einklang mit der Natur leben. In der Natur sah er die wahre Quelle der göttlichen Offenbarung.

Zugleich stellte er die Bedeutung der schöpferischen Tätigkeit des Menschen als Anschubkraft für eine grundlegende Erneuerung und Quelle der Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums heraus. So endete Nature mit dem berühmten Appell Emersons: Build, therefore, your own world.

Das Göttliche begriff Emerson nicht länger als äußere oder höhere Macht, sondern sah es als in den Menschen selbst hineinverlegt. Dabei entwickelte er in Nature eine der Grundfiguren seines Denkens, die transzendentalistische Triade, die Selbst, Natur und Überseele (self, nature, Oversoul) umfasst.

Emerson zufolge ist die Überseele keine autonome, von der Welt der Erscheinungen abgelöste Instanz, sondern hierin ebenso wirksam wie im menschlichen Geist. Der Mensch kann nach Emerson daher sowohl durch Naturbeobachtung wie auch durch Introspektion unmittelbar am Göttlichen teilhaben.

Der ungesunde Kant-Glauben

Die Philosophie der Gegenwart leidet an einem ungesunden Kant-Glauben. Die vorliegende Schrift soll ein Beitrag zu seiner Überwindung sein. Frevelhaft wäre es, die unsterblichen Verdienste dieses Mannes um die Entwicklung der deutschen Wissenschaft herabwürdigen zu wollen. Aber wir müssen endlich einsehen, dass wir nur dann den Grund zu einer wahrhaft befriedigenden Welt- und Lebensanschauung legen können, wenn wir uns in entschiedenen Gegensatz zu diesem Geiste stellen.

Was hat Kant geleistet? Er hat gezeigt, dass der jenseits unserer Sinnen- und Vernunftwelt liegende Urgrund der Dinge, den seine Vorgänger mit Hilfe falsch verstandener Begriffsschablonen suchten, für unser Erkenntnisvermögen unzugänglich ist. Daraus hat er gefolgert, dass unser wissenschaftliches Bestreben sich innerhalb des erfahrungsmäßig Erreichbaren halten müsse und an die Erkenntnis des übersinnlichen Urgrundes, des «Dinges an sich», nicht herankommen könne. Wie aber, wenn dieses «Ding an sich» samt dem jenseitigen Urgrund der Dinge nur ein Phantom wäre!

Die Methode Goethe

Ich erinnere an Goethe. Was er die lebendige Natur genannt hat, ist genau das, was hier Weltgeschichte im weitesten Umfange, Welt als Geschichte genannt wird. Goethe, der als Künstler wieder und immer wieder das Leben, die Entwicklung seiner Gestalten, das Werden, nicht das Gewordene, herausbildet, wie es der Wilhelm Meister und Wahrheit und Dichtung zeigen, haßte die Mathematik. Hier stand die Welt als Mechanismus der Welt als Organismus, die tote der lebendigen Natur, das Gesetz der Gestalt gegenüber. Jede Zeile, die er als Naturforscher schrieb, sollte die Gestalt des Werdenden, geprägte Form, die lebend sich entwickelt, vor Augen stellen.

Nachfühlen, Anschauen, Vergleichen, die unmittelbare innere Gewißheit, die exakte sinnliche Phantasie – das waren seine Mittel, den Geheimnissen der bewegten Erscheinung nahe zu kommen. Und das sind die Mittel der Geschichtsforschung überhaupt. Es gibt keine anderen. Dieser göttliche Blick ließ ihn am Abend der Schlacht von Valmy am Lagerfeuer jenes Wort aussprechen: Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen. – Kein Heerführer, kein Diplomat, von Philosophen zu schweigen, hat Geschichte so unmittelbar werden gefühlt. Es ist das tiefste Urteil, das je über einen großen Akt der Geschichte in dem Augenblick ausgesprochen wurde, wo er sich vollzog.

Und so wie er die Entwicklung der Pflanzenform aus dem Blatt, die Entstehung des Wirbeltiertypus, das Werden der geologischen Schichten verfolgte – das Schicksal der Natur, nicht ihre Kausalität – soll hier die Formensprache der menschlichen Historie, ihre periodische Struktur, der Atem der Geschichte aus der Fülle aller sinnfälligen Einzelheiten entwickelt werden.

Man hat sonst den Menschen den Organismen der Erdoberfläche zugerechnet und mit Grund. Sein Körperbau, seine natürlichen Funktionen, seine ganze sinnliche Erscheinung, alles gehört einer umfassenderen Einheit an. Nur hier macht man eine Ausnahme, trotz der tiefgefühlten Verwandtschaft des Pflanzenschicksals mit dem Menschenschicksal – einem ewigen Thema aller Lyrik – trotz der Ähnlichkeit aller menschlichen Geschichte mit der jeder andern Gruppe höherer Lebewesen – einem Thema unzähliger Märchen, Sagen und Fabeln.

Hier vergleiche man, indem man die Welt menschlicher Kulturen rein und tief auf die Einbildungskraft wirken läßt, nicht indem man sie in ein vorgefaßtes Schema zwängt; man sehe in den Worten Jugend, Aufstieg, Blütezeit, Verfall, die bis jetzt regelmäßig und heute mehr denn je der Ausdruck subjektiver Wertschätzungen und aller persönlichster Interessen sozialer, moralischer, ästhetischer Art waren, endlich objektive Bezeichnungen organischer Zustände; man stelle die antike Kultur als in sich abgeschlossenes Phänomen, als Körper und Ausdruck der antiken Seele, neben die ägyptische, indische, babylonische, chinesische, abendländische und suche das Typische in den wechselnden Geschicken dieser großen Individuen, das Notwendige in der unbändigen Fülle des Zufälligen und man wird endlich das Bild der Weltgeschichte sich entfalten sehen, das uns, den Menschen des Abendlandes, und uns allein natürlich ist.

Aus Oswald Spengler - Der Untergang des Abendlandes, 1923

Kultur vs. Zivilisation

Der Untergang des Abendlandes, so betrachtet, bedeutet nichts Geringeres als das Problem der Zivilisation. Eine der Grundfragen aller Historie liegt hier vor. Was ist Zivilisation, als logische Folge, als Vollendung und Ausgang einer Kultur begriffen?

Denn jede Kultur hat ihre eigne Zivilisation. Zum ersten Male werden hier die beiden Worte, die bisher einen vagen ethischen Unterschied persönlicher Art zu bezeichnen hatten, in periodischem Sinne, als Ausdrücke für ein strenges und notwendiges organisches Nacheinander gefaßt. Die Zivilisation ist das unausweichliche Schicksal einer Kultur. Hier ist der Gipfel erreicht, von dem aus die letzten und schwersten Fragen der historischen Morphologie lösbar werden.

Zivilisation sind die äußersten und künstlichsten Zustände, deren eine höhere Art Menschen fähig ist. Sie sind ein Abschluß; sie folgen dem Werden als das Gewordene, dem Leben als der Tod, der Entwicklung als die Starrheit, dem Lande und der seelischen Kindheit, wie sie Dorik und Gotik zeigen, als das geistige Greisentum und die steinerne, versteinernde Weltstadt, Sie sind ein Ende, unwiderruflich, aber sie sind mit innerster Notwendigkeit immer wieder erreicht worden.

Damit erst wird man den Römer als den Nachfolger des Hellenen verstehen. Erst so rückt die späte Antike in das Licht, das ihre tiefsten Geheimnisse preisgibt. Denn was hat es zu bedeuten - was man nur mit leeren Worten bestreiten kann, daß die Römer Barbaren gewesen sind, Barbaren, die einem großen Aufschwung nicht vorangehen, sondern ihn beschließen? Seelenlos, unphilosophisch, ohne Kunst, animalisch bis zum Brutalen, rücksichtslos auf materielle Erfolge haltend, stehen sie zwischen der hellenischen Kultur und dem Nichts. Ihre nur auf das Praktische gerichtete Einbildungskraft - sie besaßen ein sakrales Recht, das die Beziehungen zwischen Göttern und Menschen wie zwischen Privatpersonen regelte, aber keine Spur eines Mythos, ist eine Anlage, die man in Athen überhaupt nicht antrifft. Griechische Seele und römischer Intellekt - das ist es. So unterscheiden sich Kultur und Zivilisation.

Das gilt nicht nur von der Antike. Immer wieder taucht dieser Typus starkgeistiger, vollkommen unmetaphysischer Menschen auf. In ihren Händen liegt das geistige und materielle Geschick einer jeden Spätzeit. Sie haben den babylonischen, ägyptischen, indischen, chinesischen, römischen Imperialismus durchgeführt. In solchen Perioden sind der Buddhismus, Stoizismus und Sozialismus zu endgültigen Weltstimmungen herangereift, die ein erlöschendes Menschentum in seiner ganzen Substanz noch einmal zu ergreifen und umzugestalten vermögen. Die reine Zivilisation als historischer Prozeß besteht in einem stufenweisen Abbau anorganisch gewordener, erstorbener Formen.

Der Übergang von der Kultur zur Zivilisation vollzieht sich in der Antike im 4., im Abendlande im 19. Jahrhundert. Von da an fallen die großen geistigen Entscheidungen nicht mehr wie zur Zeit der orphischen Bewegung und der Reformation in der ganzen Welt, in der schließlich kein Dorf ganz unwichtig ist, sondern in drei oder vier Weltstädten, die allen Gehalt der Historie in sich aufgesogen haben und denen gegenüber die gesamte Landschaft der Kultur zum Range der Provinz herabsinkt, die ihrerseits nur noch die Weltstädte mit den Resten ihres höheren Menschentums zu nähren hat. Weltstadt und Provinz - mit diesen Grundbegriffen aller Zivilisation tritt ein ganz neues Formproblem der Geschichte hervor, das wir Heutigen gerade durchleben, ohne es in seiner ganzen Tragweite auch nur entfernt begriffen zu haben.

Statt einer Welt eine Stadt, ein Punkt, in dem sich das ganze Leben weiter Länder sammelt, während der Rest verdorrt; statt eines formvollen, mit der Erde verwachsenen Volkes ein neuer Nomade, ein Parasit, der Großstadtbewohner, der reine, traditipnslose, in formlos fluktuierender Masse auftretende Tatsachenmensch, irreligiös, intelligent, unfruchtbar, mit einer tiefen Abneigung gegen das Bauerntum (und dessen höchste Form, den Landadel), also ein ungeheurer Schritt zum Anorganischen, zum Ende - was bedeutet das? Frankreich und England haben diesen Schritt vollzogen und Deutschland ist im Begriff, ihn zu tun.

Aus Oswald Spengler - Der Untergang des Abendlandes, 1923

Mut zum Risiko

Jede Widerstandsgeste,
die kein Risiko in sich birgt,
ist nichts als geltungssüchtig.

Stefan Zweig

Nein, niemand regiert die Welt!


Ach - und sogar bei der Wikipedia steht:

Die BlackRock, Inc. ist der weltgrößte Vermögensverwalter.
Das international tätige US-amerikanische Finanzunternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und ist neben der Vermögens- auch in der Risikoverwaltung tätig.

BlackRock gilt als größte Schattenbank der Welt.
Die Aktien sind an der New York Stock Exchange gelistet.

Im Juni 2009 übernahm das Unternehmen von Barclays die gesamte Vermögensverwaltung Barclays Global Investors (BGI) einschließlich iShares für 13,5 Mrd. US-Dollar und stieg damit zum weltgrößten Vermögensverwalter vor der UBS (2 Billionen US-Dollar) auf. Mit BGI wechselte einer der bedeutendsten Anbieter von ETF den Besitzer.

BlackRock ist weltweit in 30 Ländern mit 70 Außenstellen vertreten. Die Kunden des Unternehmens verteilen sich auf 100 verschiedene Länder. In Europa betreut BlackRock die meisten Klienten, darunter UBS, die Europäische Zentralbank und das britische Finanzministerium.

BlackRock ist größter Einzelaktionär der Deutschen Börse.

Als einzige ausländische Anlagefirma hält BlackRock an allen 30 Dax-Unternehmen umfangreiche Beteiligungen, bei einem Drittel ist man größter Einzelaktionär.

So hält BlackRock z. B. an der Deutschen Bank 6,1 % (Stand: 8. August 2016).



BlackRock vertreibt im deutschsprachigen Raum an Privatanleger die Investmentfonds ihrer Kapitalanlagegesellschaft BlackRock Global Funds (ehemals MLIIF – Merrill Lynch International Investment Funds), von denen in Deutschland und Österreich mehr als 200 verschiedene angeboten werden, in der Schweiz rund 50.

Die deutsche Geschäftsstelle von BlackRock befindet sich in der 23. Etage des Opernturms in Frankfurt am Main. Die ETF-Sparte iShares vertreibt ihre börsengehandelten Fonds auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Als wesentliches Erfolgselement gilt das Datenanalyse-System Aladdin, das die Risikomanagement-Plattform des Unternehmens bildet. Hier geht es um Aladdin LINK

BUCH:
Heike Buchter: BlackRock. Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld. Campus, Frankfurt 2015

Folge dem Geld: www.youtube.com - Thrive Movement