Kraft durch Gedanken an Reinkarnation
;Er kann sagen: In Wahrheit habe ich selbst in einem vergangenen Leben in mir die Kraft gebildet, welche mich vor diesen Vorfall gestellt hat; ich habe in Wirklichkeit mir selbst die Sache zugefügt. Und er kann nun alle die Empfindungen in sich erregen, welche ein solcher Gedanke zur Folge haben kann. Selbstverständlich muß der Gedanke mit dem aller vollkommensten Ernste und mit allermöglichen Kraft erlebt werden, wenn er eine solche Folge für das Empfindungs- und Gefühlsleben haben soll.
Wer solches zustande bringt, für den wird sich eine Erfahrung einstellen, welche sich am besten durch einen Vergleich veranschaulichen läßt.
Zwei Menschen — so wolle man annehmen — bekämen eine Siegellackstange in die Hand. Der eine stelle intellektuelle Betrachtungen an über die «innere Natur» der Stange. Diese Betrachtungen mögen sehr klug sein; wenn sich diese «innere Natur» durch nichts zeigt, mag ihm ruhig jemand erwidern: das sei Träumerei. Der andere aber reibt den Siegellack mit einem Tuchlappen, und er zeigt dann, daß die Stange kleine Körperchen anzieht.
Es ist ein gewichtiger Unterschied zwischen den Gedanken, die durch des ersten Menschen Kopf gegangen sind und ihn zu den Betrachtungen angeregt haben, und denen des zweiten. Des ersten Gedanken haben keine tatsächliche Folge; diejenigen des zweiten aber haben eine Kraft, also etwas Tatsächliches, aus seiner Verborgenheit hervorgelockt.
So ist es nun auch mit den Gedanken eines Menschen, der sich vorstellt, er habe die Kraft, mit einem Ereignis zusammenzukommen, durch ein früheres Leben selbst in sich gepflanzt. Diese bloße Vorstellung regt in ihm eine wirkliche Kraft an, durch die er in einer ganz andern Art dem Ereignis begegnen kann, als wenn er diese Vorstellung nicht hegt.
Es geht ihm dadurch ein Licht auf über die notwendige Wesenheit dieses Ereignisses, das er sonst nur als einen Zufall anerkennen könnte. Und er wird unmittelbar einsehen: ich habe den rechten Ge danken gehabt, denn dieser Gedanke hatte die Kraft, die Tatsache mir zu enthüllen.
Wiederholt jemand solche innere Vorgänge, so werden sie fortgesetzt zu einem Mittel innerer Kraftzufuhr, und sie erweisen so ihre Richtigkeit durch ihre Fruchtbarkeit. Und diese Richtigkeit zeigt sich, nach und nach, kräftig genug. In geistiger, seelischer und auch physischer Beziehung wirken solche Vorgänge gesundend, ja in jeder Beziehung fordernd auf das Leben ein.
Der Mensch wird gewahr, daß er sich dadurch in einer richtigen Art in den Lebenszusammenhang hineinstellt, während er bei Beachtung nur des einen Lebens zwischen Geburt und Tod sich einem Irrwahn hingibt. Der Mensch wird seelisch stärker durch das gekennzeichnete Wissen.
Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft, 1925
Die zwölf Bilder des Ichs
- Tastsinn
- Lebenssinn
- Bewegungssinn
- Gleichgewichtssinn
- Geruchssinn
- Geschmackssinn
- Gesichtssinn
- Wärmesinn
- Gehörsinn
- Sprachsinn
- Gedankensinn
- Ich-Sinn.
- Materialismus
- Sensualismus
- Phänomenalismus
- Realismus
- Dynamismus
- Monadismus
- Spiritualismus
- Pneumatismus
- Psychismus
- Idealismus
- Rationalismus
- Mathematismus
Sie auch sind letzten Endes Ausdruck der menschlichen Entelechie. Nun möchte ich jetzt als Anregung ein sehr einfaches Beispiel geben, wie dieser Schlüssel, der im Prinzip Wissenschaft, Kunst und Religion erfasst, gehandhabt werden kann. Schauen wir uns eine Rose an.
Der Phänomenalist wird Farbe, Form, Duft und anderes als reine Kundgebungen ihres Wesens erleben, denn für diese Weltanschauung ist das Faktische schon Theorie. Auch die Schönheit der Dinge ist ihr Gebiet.
Die Sensualistin, mehr nach innen gewandt, wird unter anderem die Sinnesorganisation des Menschen untersuchen, denn ohne gesunde Sinne, betont sie, gibt es keine Erkenntnis.
Ferner wird der Materialist anhand der chemischen Beschaffenheit der Rose zu großen Erkenntnissen vorstoßen, nicht zuletzt medizinisch-kosmetischer Art. Nun greifen die mehr spekulativ orientierten Forschenden ein:
Die Mathematistin entdeckt im geometrisch-mathematischen Wunder der Rose bedeutsame Strukturen wie auch sonst im Weltenall.
Der echte Rationalist kommt, in seiner ruhigen Betrachtung dieser Blume im Kontext der ganzen Schöpfung, zum Gedanken ihrer sinnvoll-harmonischen Ganzheit, so wie er auch sonst vom Menschen als einem zum Wahren und Guten bestimmten Wesen ausgeht. Er ist der geborene Ethiker.
Dem schließt sich die Idealistin in ihrer Begeisterung an, denn sie kann von dieser Rose zum Urbild aller Rosen in der unvergänglichen Welt der Ideen aufsteigen, so wie es Plato verkündet hat.
Mit Selbsterkenntnis, mit dem weiten Feld der Psychologie, aber auch mit der Frage der Tauglichkeit der Seele, die Welt, die Rose, objektiv zu erkennen, beschäftigt sich der Psychist.
Aber die Pneumatistin vermag mit ihrem inneren Auge die Rose ahnend-schauend als Ausdruck der Weltseele zu erleben, in die sie dadurch für eine Weile eintauchen kann.
Der wahre Spiritualist erkennt in seiner absolut vergeistigten Anschauung das Wesen der Rose im Geistesraum hierarchisch-spiritueller Wesenheiten. Und die Rose wird ihm so erscheinen wie dem Dichter Albert Steffen, der schrieb, dass Rosen seraphische Gaben sind. Damit wies er auf die Welt der Seraphim, der hohen Geister der Liebe hin wie sie Rudolf Steiner genannt hat.
Und jetzt kommen noch die Dynamistin, die für alle Formen von Energie und Kraft in Gott, Mensch und Welt ein offenes Auge hat so wie für die Vitalkraft der Rose.
Der Realist in seiner ausgewogenen Anschauung
vollendet diesen Reigen, indem er, gleichsam zusammenfassend und
integrierend, auf die einheitlich wirkende Fülle von Aspekten aufmerksam
macht, die in unserer Rose zu finden sind: Farbe, Form, Substanz, Seele
und anderes.
(Der Monadist erkennt das Wesen der Rose als eine in sich geschlossene Monade mit ganz individuellen, mehr
oder weniger wachen, geistig-seelischen Inhalten, die er »Vorstellungen«
nennt, die nach einer von der höchsten Monade – von Gott – prästabilierten
Harmonie in verschiedene lebendige Beziehung zu
allen anderen Monaden tritt. A.S.)
Rudolf Steiner sagt, dass sich in der geistig-imaginativen Welt
unser Ich als Zwölfheit zeigt:
«Es gibt zwölf verschiedene Bilder jedes
einzelnen Ichs, und erst dann, wenn man von zwölf verschiedenen
Standpunkten aus […] dieses betrachtet hat, hat man sein vollständiges
Ich begriffen. Es verhält sich diese Anschauung des Ichs von außerhalb
genau so wie etwas, was sich abspiegelt im Verhältnis der zwölf
Sternbilder des Tierkreises zur Sonne. Wie die Sonne […] sozusagen von
zwölf verschiedenen Standpunkten unsere Erde bescheint, so bescheint
sich auch das Menschen-Ich von zwölf verschiedenen Standpunkten aus,
wenn es zurückblickt von der höheren Welt.»
Quelle: https://dasgoetheanum.com/der-ich-kosmos-als-gegenstand-der-forschung/
Geistige Impfung
Piertro Archiati
Der Körper hat eine Stimme
Arawana Hayashi
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Dirk Bräuninger erzählt seine Arbeit mit dem Social Presencing Theater
Transformation und Körperarbeit - Kurswechsel - Wir machen Arbeit wert(e)voll
https://youtu.be/LIrn9rc7n4c?t=639
https://www.dirkbraeuninger.de/sommerkurs2020
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Social Presencing Theatre - Arawana Hayashi at Wisdom Together Oslo 2017
https://www.youtube.com/watch?v=NAlBvdYFRYo
An Embodiment Practice from Social Presencing Theater - with Arawana Hayashi
https://www.youtube.com/watch?v=KqoLGlSoiB8
209. Social Presencing - with Arawana Hayashi
https://www.youtube.com/watch?v=IajQEKfKbaY
https://www.limina.at/spt-basic/
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Master Class Social Presencing Theater from Sensing Journey
https://www.youtube.com/watch?v=wRou06sb9Is
Otto Scharmer, Herausforderung Zukunft
https://www.youtube.com/watch?v=53jGaZYwmfw
Die ganze Tierwelt in mir
Das Buch vom Gral von Wilhelm Rath.
Meditationen und Gedanken
Ich trage Ruhe in mir,
Ich trage in mir selbst
Die Kräfte, die mich stärken.
Ich will mich erfüllen
Mit dieser Kräfte Wärme,
Ich will mich durchdringen
Mit meines Willens Macht.
Und fühlen will ich
Wie Ruhe sich ergießt
Durch all mein Sein,
Wenn ich mich stärke,
Die Ruhe als Kraft
In mir zu finden
Durch meines Strebens Macht.
GA 268, 1999, S. 179
Zur Pflege von Atmung und Wärme, Überwindung der äußerlichen Isolation durch die geistige Beziehung zur Welt:
In meinem Herzen
Strahlt die Kraft der Sonne
In meiner Seele
Wirkt die Wärme der Welt.
Ich will atmen
Die Kraft der Sonne
Ich will fühlen
Die Wärme der Welt.
Sonnenkraft erfüllt mich
Wärme der Welt durchdringt mich
GA 268, 1999, S. 85
Pflege des Verhältnisses zum Licht und zur Sonne
Schau ich in die Sonne,
Spricht ihr Licht mir strahlend
Von dem Geist, der gnadevoll
Durch Weltenwesen waltet.
Sonne, du Strahlentragende,
Deines Lichtes Stoffgewalt
Zaubert Leben aus der Erde
Unermesslich reichen Tiefen.
Fühl‘ ich in mein Herz,
Spricht der Geist sein eignes Wort
Von dem Menschen, den er
Liebt durch alle Zeit und Ewigkeit.
Herz, du Seelentragendes
Deines Lichtes Geistgewalt
Zaubert Leben aus des Menschen
Unermesslich tiefem Innern.
Sehen kann ich, aufwärtsblickend
In der Sonne hellem Rund
Das gewalt ́ge Weltenherz.
Fühlen kann ich einwärtsschauend
In des Herzens warmem Leben:
Die beseelte Menschen-Sonne.
Peter Selg, Michael und Christus, 2010, S. 105f.
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In der Tiefe der Isolation, in der völligen Abgeschiedenheit von jedem Spirituellen, vollzieht sich ein Mysterium im Menschen. Erst wenn man ein ganz neuer Mensch geworden ist, wird man auch zu Dingen fähig werden, die bisher dem Menschen unmöglich erschienen sind. Diesmal muss die Auferstehung durch den Menschen selbst vollzogen werden.
Der Mensch muss sich gewissermaßen selbst mit seinem Gott aufraffen. Er muss Bewegung vollziehen, Anstrengung machen, um sich in Kontakt zu bringen mit sich selbst. Und das ist der wahre Sinn des Wortes „Kreativität“: Inkarnation des Christuswesens in die physischen Verhältnisse der Erde. Dadurch hat sich ein kosmisches Ereignis vollzogen, kein historisches.
Da hat sich ein Kraftfluss vollzogen von absoluter Realität.Und nun geschieht mit dem Menschen eine Umwandlung, mit der er sehr große Mühe hat. Schwer fällt es dem Menschen, aus eigener Kraft die Selbstbestimmung auch wirklich in Anwendung zu bringen.
Das fällt ihm ungeheuer schwer. Er möchte lieber etwas geschenkt bekommen. Er kriegt aber nichts mehr. Er kriegt nichts, gar nichts, von keinem Gott, von keinem Christus. Und dennoch bietet sich diese Kraft an und will mit Gewalt hinein. Aber unter der Voraussetzung, dass sich der Mensch selbst aufrafft.
Joseph Beuys
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„Bakterien können nur dann gefährlich werden, wenn sie gepflegt werden. Sie werden am intensivsten gepflegt, wenn der Mensch in den Schlafzustand hineinnimmt nichts anderes als materialistische Gesinnung. Es gibt noch wenigstens ein Mittel, das ebensogut ist wie dieses. Das ist, in einem Herd von epidemischen oder endemischen Krankheiten zu leben und nichts anderes aufzunehmen als die Krankheitsbilder um sich herum, indem man einzig und allein angefüllt ist mit der Empfindung der Furcht vor dieser Krankheit. Kann man nur ein wenig mildern diese Furcht durch werktätige Liebe zum Beispiel, wo man unter den Verrichtungen der Pflege für die Kranken etwas vergessen kann, daß man auch angesteckt werden könnte, so mildert man auch durchaus die Pflegekräfte für die Bakterien“.
GA 154.46f
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Dieser Virus, durch unser Tun und Denken erst in die Entstehung gerufen, fordert nun stringent, was wir in unserer Gedankenwelt zuvor praktiziert haben: die Isolierung im Egoismus des Materialismus spiegelt sich in der sozialen Isolierung, in der nun das Heil gesehen wird, um eine Krankheitsausbruch pandemischer Art mühsam unter Kontrolle zu halten.
Man kann durchaus sagen: der Virus spiegelt uns unser Tun. Wollen wir ein Gegenbild schaffen, müssen wir zurück in die Gemeinschaftsbildung, in die soziale Pflege, in die Anerkennung des Anderen als geistige Wesenheit, und letztlich zurück an die Lebensquellen des Kosmos in unserem Denken und Tun. Und vor allem: Schützen wir unsere Tierwelt vor unnötigen Schmerzen!
Beatrix Hachtel
Der Hund
Einen Becher hält er mir hin. Vielleicht, sagt er dazu, wirst du dich aber auch in eine Korkenzieherhasel verwandeln.
Bei diesem Gedanken blieb mir der Fisch im Hals stecken. Ich hatte ihn mit Mühe festhaltend noch zappelnd in den Mund genommen und versuchte ihn hinunterzuwürgen. Was sich als schwierig herausstellte. Dazu kam, dass dieser sonderbare Fisch, für den wir alle diese tödlichen Strapazen aufgesetzt hatten, immer noch sang. Er sang und wollte auch in meiner Kehle steckend nicht damit aufhören. Seltsam war auch das, was wer sang. Eine orginal nach Tom Waits klingende Stimme schrie Gospelsongs.
Um den Kopf herum drückten die Strapazen und ließen kalten Schweiß zwischen meinen geschwollenen und auf das doppelte ihrer normalen Größe aufgeblähten Ohren und den Pusteln im Nacken hinunterlaufen. Im großen und ganzen war es aber noch in Ordnung; es hätte alles ganz anders kommen können.
Mein Freund und Helfer hielt mir also diesen hellblau strahlenden Becher mit schwarzem Urin des ostsibirischen Eunuchentigers hin, damit ich diese jaulende Kreatur endlich in meinen Magensäften verdauen könnte. Leider ging gar nichts mehr, als er diese Möglichkeit mit der Korkenzieherhasel aussprach.
Er schlug mir mit der Handkante einmal stark gegen den Kehlkopf. Doch anstatt den Fisch zu schlucken, fiel mir der Kopf vom Hals. Ich erblickt also plötzlich meinen Augen bedenklich nahestehende Stiefelspitzen, in denen eindeutig meine Füßen steckten. Er hatte nämlich Barfüße.
Das nächste was ich sinnlich vernahm war ein Surren, ein Ziehen, ein Schnalzen und ein Schreien. Dann bemerkte ich, wie er mich anstarrte. Sofort hörte ich auf zu surren und zog nicht mehr, schnalzte noch zweimal und schloss meinen Mund nachdem der Schrei verklungen war.
Was war geschehen? Ich betrachtete meinen Körper. Er war da. Aber nicht allein. Er war zwei. Ich hob meinen Rechten Arm und fiel rückwärts ins Bodenlose. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit entfernte ich mich von der Erde und war plötzlich im unendlich weiten Raum.
Nein. Ich war der Raum und Zeit und die Ewigkeit und das Leben und das Licht die Energie die Liebe... Ich war die Liebe und Liebe und...
Ich schlug die Augen zu. Dunkel. Wo war er hin? Er hatte mir vor allem beigestanden und hatte versprochen mich anzurufen wenn ich wieder da wäre. Jetzt würde ich gerne seinen Anruf entgegennehmen. Hier allein in meiner Hundehütte in die ich mich morgens am Tag der Revolution zum Gebet mit den Hausmöwen verzogen hatte, um nicht dabei zu sein, wenn sie das neue ausprobieren.
Die Hundehütte hatte mich wohl doch nicht geschützt.
Irgend jemand würde dafür bezahlen.
Fragen an mich und meine Familie
Welchen Beruf wollte deine Mutter ergreifen? Konnte sie ihren Traum leben?
Weißt du sonst etwas von Visionen Deiner Eltern für Wohnen, reisen, Hobbys, Politik, Lebensform, Kinderzahl, soziales Engagement, usw.
Was hast du als Kind am liebsten gespielt?
Gibt es eine Geste, di dir als typisch in Erinnerung ist?
Welchen Beruf wolltest du als Kind ergreifen?
Was wollten deine Eltern, Tanten, Lehrer und andere wichtige Personen in deinem Leben, was du einmal wirst?
Welcher Wert ist für dich der höchste ? Ist es die Freiheit, die Wärme, die Ehrlichkeit, das Körpergefühl, der Gesang, die Lebensfreude, oder oder oder …..
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Vielleicht hilft es dir, wenn du dir bewusst machst, was dich am meisten stört und ärgert. Dann finde das Gegenteil heraus.
Erinnere dich an deine Gaben! Habe deine Talente im Blick! Du brauchst sie, um deine Mission in Leichtigkeit erfüllen zu können. Du hast genau die richtigen Gaben für deine Lebensaufgabe.
Stelle eine List von 20 Tätigkeiten zusammen.
Nenne 20 Tätigkeiten, die dir Freude machen. Alles was dir Freude macht und was du schon immer gern machst oder gern gemacht hättest gehört zu deinen Talenten. Manche sind vielleicht noch nicht entwickelt. Dann ist es Zeit, dass du damit beginnst. Erlaube dir Zeit, dich damit zu befassen.
Frage Freunde und Verwandte, welche Gaben sie an dir sehen. Dann frage dich, wem du mein deinen Gaben dienen magst? Hast du eine konkrete Zielgruppe?
Schreibe drei Verben auf, die eine Tätigkeit beschreiben, die dich anspricht und dir Freude macht: singen, schreiben, tanzen, erklären, bewegen, berühren, organisieren oder oder oder
Auch hier kannst du dich vom Gegenpols annähern. Was findest du wirklich abstoßend? Dann finde den Gegenpol.
Was wir bis dahin gelernt haben …
"Wir sind eine Beratung, eine Schule, Initiative und Community, die sich mit „New Work“, der Zukunft von Arbeit beschäftigt und sich für gutes neues Arbeiten einsetzt. Im September 2018 haben wir unsere Ausbildung für gutes neues Arbeiten von Les Enfants Terribles gestartet.
Fast ein ganzes Jahr lang sind wir mit den TeilnehmerInnen auf einer Reise durch die neue Welt von Arbeit, auf einer »zeitenreise«.
An dieser Stelle werden wir über die ganze Ausbildung hinweg berichten, was wir erleben, was wir lernen und wie es uns allen damit so geht. Wir werden dabei auch immer wieder Methoden und Tools vorstellen, Bücher oder sonstige Quellen empfehlen."
https://mittwochs.online/was-wir-bis-dahin-gelernt-haben-teil1/
https://mittwochs.online/was-wir-bis-dahin-gelernt-haben-teil2/
https://mittwochs.online/new-work-ausbildung-berlin/
https://mittwochs.online/was-wir-bis-dahin-gelernt-haben-teil-4/
https://mittwochs.online/was-wir-bis-dahin-gelernt-haben-teil-5/
Podcasts zum neuen Arbeiten:
https://mittwochs.online/podcasts-zum-guten-neuen-arbeiten/<
vBücher:
1928 - von Ludwig Hirsch
„Weißt du mein Sohn, irgendwann einmal, kurz nach diesem gewaltigen, allerletzten Knall, wenn es auf der Erde nurmehr große, nackte Steine gibt mit einer fettigen schwarzen Rußschicht bedeckt, wird ein großes, weißes, strahlendes Raumschiff landen.
Irgendwo zwischen dem ehemaligen Los Angeles und dem verdampften schwarzen Meer.
Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen werden Pillen an Bord haben, die sie uns Menschen als Geschenk übereicht hätten, so wie man immer, wenn man irgendwelche Wilde besucht ihnen kleine Geschenke überreicht. Pillen gegen die Traurigkeit hätten sie uns geschenkt, wenn wir noch da gewesen wären.
Stell dir vor, mein Sohn“, sagte der alte Mann ganz traurig, „Wunderbare kleine Pillen gegen die Traurigkeit.
Und diese fremden hochgewachsenen Menschen werden ihr Raumschiff verlassen. Sie werden sich umsehen und sofort wissen, dass hier vor kurzem ein gewaltiger, ein allerletzter Knall war.
Und dann werden sie sich kopfschüttelnd zwischen die großen nackten Steine setzen und schwer durchatmen. Und jeder von ihnen wird schnell ein Pille gegen die Traurigkeit schlucken. Einer von ihnen wird sogar dem Finger in die fettige schwarze Rußschicht an einem großen nackten Stein schreiben:
Wir hätten so gerne gewusst wie du bist ,
wie du aussiehst ,
wie du sprichst,
Mensch.
Und dann plötzlich wird einer von ihnen was rufen, er wird rufen, dass er was gefunden hat. Und das wird ein alter, verbeulter, kleiner Filmprojektor sein, mit einem eingespannten Film. Ja, warum nicht!“ sagt der alte Mann.
„Und sie werden sich freuen, die hochgewachsenen, fremden Wesen.
Sie werden warten bis es dunkel ist und den Film auf ihr strahlendes, weißes Raumschiff projizieren und sie werden sehr stauen, denn sie werden einen Micky Maus Film sehen.
Einen Mickey Maus Film mit Donald Duck, Kater Karlo und Goofy.
Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen werden in ihr Raumschiff steigen und sagen:
Sie waren lustig diese Menschen.
Sie haben lustig ausgesehen.
Sie haben lustig gesprochen.
Wir hätten unsere Pillen gegen die Traurigkeit völlig umsonst übereicht.
Diese Geschichte hat mir der alte Mann erzählt, ich habe nachgedacht und folgende Zeilen aufgeschrieben:
An einem bestimmten Tag im Jahr 1928 standen sich plötzlich links der seien Pflicht tuende Mond und rechts die ihre Pflicht tuende Sonne am selben Himmel gegenüber. Erschreckt starrten sie sich an , und in diesen kurzen Schreckensmoment vergaßen beide für Bruchteile von Sekunden ihre Pflicht zu tun. Die Folgen waren verheerend.
Bitte, dieser Tag sei in alle Ewigkeit verflucht.
An diesem Tag wurde die Mickey Maus geboren.
Focusing - mit sich selbst in Kontakt kommen
Dieser felt sense ist zunächst unklar und vage. Wenn wir ihm jedoch Aufmerksamkeit schenken, wird er sich in Worten oder Bildern ausdrücken, was oft zu kleinen Veränderungs- und Handlungsschritten und neuen Gedanken führt. Um diesen Vorgang zu erlernen, braucht man gewöhnlich einige Tage mit entsprechender Anleitung. Allgemeine Beschreibungen können Focusing nicht angemessen vermitteln.
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Der Focusing-Prozess wurde im Rahmen von Forschungen zur Klientenzentrierten Psychotherapie (Carl Rogers) in den 1960er Jahren von Eugene T. Gendlin, Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität Chicago, beschrieben. Bei der Untersuchung von Therapiegesprächen stellte er fest, dass die Fortschritte in der Persönlichkeitsentwicklung der Klientinnen und Klienten nicht von einer bestimmten Therapierichtung abhingen, sondern von einer Fähigkeit, die sie selbst mitbrachten.
Zu dieser Erkenntnis kam Gendlin durch die Auswertung von Therapiesitzungen, in denen mit den unterschiedlichen Methoden gearbeitet wurde. Dabei fiel auf, dass Personen, deren Therapie erfolgreich verlief, anders über ihre Probleme sprachen: so bezogen sie sich beim Sprechen über ihr Problem zugleich auch darauf wie sie ihr Problem körperlich erlebten.
Diese Einbeziehung des gegenwärtigen körperlichen Erlebens konnte Gendlin als zentralen Faktor wirksamer Persönlichkeitsveränderung identifizieren. Um diese Fähigkeit zur Aufmerksamkeitslenkung auch den weniger erfolgreichen Klientinnen und Klienten zu ermöglichen, entwickelte Gendlin spezielle Anleitungen, die Focusing-Schritte.
Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass mit Hilfe dieser Schritte „so gut wie alle Menschen“ Focusing lernen können und dass der Focusing-Prozess auch in ganz alltäglichen Situationen als Problemlöseprozess von Bedeutung ist. Im Sinne einer "Hilfe zur Selbsthilfe" veröffentlichte Gendlin daher neben seinen fachwissenschaftlichen Artikeln auch eine Focusing-Anleitung für Selbstanwender ---
Was ist Focusing nach Eugene Gendlin?
https://www.youtube.com/watch?v=JEV-TeDb8xE&ab_channel=AnneSteinbach
Anleitung zum Bodyscan - der erste Schritt im Focusing nach Eugene Gendlin
https://www.youtube.com/watch?v=qOPzwLKcsMA
Gefühle wahrnehmen mit Focusing
https://www.youtube.com/watch?v=RjfKRDOT1gY
Focusing-Prozess in 6 Schritten
https://www.youtube.com/watch?v=jbgSq6Zj0es&ab_channel=ErnstReinhardtVerlag
Was ist FOCUSING?
https://www.youtube.com/watch?v=TOWu_LETxdo&ab_channel=KatrinTom-Wiltschko
https://focusing.org/german
https://de.wikipedia.org/wiki/Focusing
So kommen wir ins Spirituelle Unterrichten
Es bleibt ganz uneingenommen von demjenigen, was ich ihm darbiete. Wenn ich aber jetzt zu ihm sage: Liebes Kind, schau dir an, wie der Schmetterling aus der Puppe herauskommt, wie er ausfliegt aus der Puppe, dann hast du ein Bild, das du anwenden kannst auf den Menschen. Schau dir den menschlichen Leib an, der ist wie die Schmetterlingspuppe. Und wie aus der Schmetterlingspuppe der Schmetterling ausfliegt, so fliegt die Seele,wenn der Tod kommt, aus dem Körper aus. Nur ist der Schmetterling sichtbar, die Seele ist unsichtbar.
Nun, ich will dieses Bild nur andeuten. Aber dieses Bild werde ich im weiteren ausführen vor dem Kinde. Ich kann zweierlei Erfahrungen machen, wenn ich das anwende. Ich kann einen Lehrer, eine Lehrerin finden, die setzen dem Kind dieses Bild auseinander, und das Kind hat gar nichts davon. Das Kind hat vielleicht ein sehr schönes Bild, aber für seine Seele, für dasjenige, was erreicht werden soll, hat es gar nichts.Ein anderer Lehrer oder eine andere Lehrerin setzen auch dieses Bild auseinander, vielleicht mit denselben Worten, nehmen wir an, und das Kind hat ungeheuer viel davon. Das Kind geht in seiner Seele ganz auf.
Wo ist denn der Unterschied? Der Unterschied ist der, daß der ersteLehrer oder die erste Lehrerin furchtbar gescheit sind, unendlich gescheit. Deshalb sagen sie sich: Ja, ein gescheiter Mensch, der glaubt doch nicht daran, daß die Puppe und der Schmetterling ein Bild sind;das mache ich nur, weil das Kind dumm ist. Das Kind ist dumm, ich bin gescheit. Ich mache für das Kind ein Bild. Der gescheite Lehrer, der das dumme Kind neben sich hat und für das dumme Kind ein gescheites Bild gemacht hat, wird nicht verstanden von dem Kinde. Sie können sich verlassen darauf, er wird nicht verstanden!
Da ist ein anderer Lehrer oder eine andere Lehrerin, die glauben selber an ihr Bild. Sie sagen sich: Die göttliche Weltordnung hat, damit wir verstehen können die Unsterblichkeit, dieses Bild selber in die Natur hineingesetzt. Das ist nicht etwa da, damit wir es erst erfinden können, sondern wir entdecken dieses Bild. Die schöpferische Geistigkeit in der Natur schafft uns dieses Bild, damit wir in dem Bilde die Unsterblichkeit sehen können. Gott hat selber hingemalt vor uns dieses Bild. Wir glauben an dieses Bild, wie das Kind auch glauben soll.
Und das Kind hat alles, was es braucht, bloß dadurch, daß wir selbst nicht sagen: Wir sind gescheit und das Kind ist dumm, sondern daß wir sagen: Das Kind hat seinen gescheiten Geist durch die Geburt in die Welt gebracht. Das Kind ist gescheit. Der Geist ist nur noch nicht erweckt. Wenn wir ihn nicht erwecken können, sind wir die Dummen, nicht das Kind.
Wenn wir nur einmal den Gedanken haben können, daß das Kind eigentlich verborgen gescheit und wir offenbar dumm sind, und nun gerade die Aufgabe haben dem Kind gegenüber, von dem Kinde lernend, erst gescheit zu werden, dann werden wir Eindruck machen mit unserem Unterricht auf das Kind.
Und dann, wenn das der Fall ist, dann haben wir im ersten Beispiel durch den Lehrer, durch die Lehrerin, die sich gescheit fanden, das Wirken des Intellektes gesehen, und bei dem zweiten Beispiel das Wirken des Geistes, des Spirituellen, desjenigen, was innerlich lebendig ist, was sich mit den Dingen verbindet, und was auch wirken kann, wenn man keine hellseherische Anschauung von dem Geiste hat. Da ist der Geist der Tätige. Da tut man im Geiste, wenn man selber an sein Bild glaubt. Wenn man nicht daran glaubt, sondern aus lauter Gescheitheit.
und aus lauter Intellektualität das Bild formt, steht man mit Intellektualität und «mind» außerhalb der Wirklichkeit, hat man bloß ein Spiegelbild. Spiegelbilder wirken nicht, Spiegelbilder sind inaktiv. Spiegelbilder sind bloß passiv. Der Geist ist produktiv, der Geist ist schöpferisch. Und wir müssen uns vor allen Dingen, um im Geiste zu tun, indas Schöpferische hineinfinden.
Und so kommen wir auf dem Wege des seelischen Arbeitens, indem wir uns in die Imagination selbst hineinarbeiten, dem Geist nah, kommen wir allmählich in den Geist hinein, in dasjenige was das Spirituelle ist. Wir müssen nur erst die Ohnmacht des Intellektuellen empfinden,dann kommen wir in das Spirituelle hinein.
Rudolf Steiner: Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst. Spirituelle Werte in Erziehung und sozialem Leben., GA 305, S. 36
Im Frühling der Welt gegenüber
Die Erde atmet aus, es entspannt sich.
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Die Weiße Rose, diese besondere Widerstandsgruppe, sie begleitet mich schon mein ganzes Leben. Seit Jahren denke ich über die Arten des Widerstands nach, die gegen die heutigen Kräfte des Bösen angebracht sind. Eines der wichtigsten Bücher in den letzten Jahren war Die Zukunft der Rebellion von Micah White. Diese und andere Quellen haben meine Sicht auf Widerstand sehr beeinflusst.
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Damit alles anders wird, muss ich selbst alles anders machen. You wanna make the world a better place. Take a look at yourself. Then make the change. Das meint, ich muss anders handeln, anders sein, als mir die lebensfeindlichen Kräfte der Welt anraten. Ich muss mich selbst von Luzifer und Ahriman befreien, mich selbst zwischen ihnen aufrichten, muss mein Ich beleben, in Liebe lebendig werden und Mensch sein, was nichts anderes heißt, als das Herz aktivieren, Christus in mir lebendig werden lassen, mein Höheres Selbst, den Engel, mein Überbewusstes in mir kultivieren und stärken, um daraus zu handeln.
Einfach gesagt.
Dann die Frage: Welche Form des Widerstands braucht mein Einsatz für das Lebendige? Prompt folgt die Antwort: Jede Entscheidung ist auf die jeweilige Situation bezogen zu treffen. Moralische Fantasie heißt Abschied von Routine und Pauschalurteilen.
Seit Christus geht es nicht mehr ums Große. Es geht ums Ganze.
Die Freiheit und die Liebe gehen von jedes Menschen Herz aus, nicht wahr? Von jedes Menschen eigenem Herzen. Wenn Mensch sich dem Herz, dieser inneren Quelle der Liebe zuwendet, um sie in die Welt strahlen zu lassen, dann kommt sie in die Welt, die Liebe, oder?
In der reinen Liebe zu allen Wesen erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele.
Es geht ums Ganze. In jedem Augenblick meines Daseins.
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Gespräche mit anderen Menschen führten mich zu besonderer Achtsamkeit bezüglich eines Aspekts meines Denken und Handels: dem Maßstab, auf den ich mich beziehe. Konkret: Bin ich Richter, wirke ich an Gericht und darüber hinaus. Bin ich Bundeskanzlerin, wirke ich in der Regierung und darüber hinaus. Bin ich CEO eines Global Players, wirke ich für mein Unternehmen und darüber hinaus. Wie geschieht dieses Wirken darüber hinaus? Durch Gedankenübertragung - mittels Werbung, Gesetzestexten und Urteilen.
Bin ich Kassierer, oder Busfahrerin wirke ich dann nur in meiner kleinen Kabine? Schließlich kommt das, was ich hinter der Kasse denke und tue nicht auf allen Kanälen im Internet und den Zeitungen. Es scheint so, als betrifft mich das, was hierarchisch mächtige Menschen machen mehr, als das, was hierarchisch weniger mächtige Menschen tun. Manchmal denke ich so. Aber stimmt das?
Dieses Ausgeliefert-sein, das Empfinden, einer Macht gegenüber ausgeliefert zu sein, findet immer in meinem Denken statt. Prinzipiell weiß ich: Selbst wenn sie meinen Körper wegtragen, selbst wenn sie mir den Kopf abhacken, ich muss mich dieser Macht nie beugen. Ich kann immer aufrichtig sein - ohne Stolz, ganz weich, sanft, liebevoll und verletzlich. Wenn mir das nicht gelingt, gerate ich aus dem Gleichgewicht, verliere ich die Fassung.
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Die Macht des Bösen existiert, weil Menschen aus dem Bösen heraus das gleiche Denken. Darum wirkt es manchmal so, als wäre die Macht der Mächtigen real im Sinne von unwiderstehlich. Aber das ist falsch.
Wenn ein Richter ein Urteil fällt, machen die, die es ausführen, nichts anderes, als dass sie die Gedanken des Richters zu ihren eigenen machen und aus diesen heraus handeln. In kann in jedem Moment meines Lebens selbst denken und in diesem konkreten Fall ein anderes Urteil finden. Und wenn um mich herum alle anderen das denken, was der Chef sagt?
Was nehme ich als Grundlage, für mein Handeln? Sind es die Gedanken andere Menschen?
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Überall wo ein Mensch ist, geht es ums Ganze, um den ganzen Menschen.
Es geht nicht ums Große! Es geht nicht darum, was ich dem großen Bösen, das, global gesehen, von Amazon, Google, Facebook über die gesendet wird, auf diesem globalen Maßstab entgegen bringe. Dieser globale Maßstab ist Illusion. Der globale Maßstab entscheidet sich in jedem Menschen: Denke ich das, was der Chef sagt? Denke ich das, was ich denke?
Im Richter, im Aktivist, in der Ministerin, in der Vorstandsvorsitzenden, in der Kassiererin, im Busfahrer, in allen schlägt ein Herz, in allen kämpfen die Feinde des Lebens um ihre Existenz und um die Erweiterung ihres Einflusses. Manche dieser Menschen haben Angst, sind eingeschüchtert, sind verunsichert, trauen sich nicht in ihre Kraft, können nicht in ihre Kraft, wissen nicht, dass sie sich aufrichten können, obwohl sie innerlich spüren, dass da etwas raunt, es müsste doch auch anders gehen. Jeder einzelne Mensch hat die Wahl, oft noch unbewusst, sich selbst zur Freiheit und zur Liebe zu bekennen. Wir können uns dabei helfen, diese Freiheit zu erkennen, um sie zu ergreifen. Wir können uns dabei unterstützen, unserem Herz mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dort wo wir gerade stehen. Wir können uns selbst befreien und andere Menschen inspirieren, es uns nach zu machen, was nicht bedeutet, dass sie weltlich tun, was wir tun, also nicht das tun, was wir tun, sondern dass sie selbst lernen zu tun , was sie selbst, aus ihrem Herzen heraus frei tun wollen, was manchmal ähnlich dem ist, was wir tun, aber niemals gleich.
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Wenn wir frei sind, handeln wir aus der Ewigkeit heraus. Aus der Liebe. Beide wohnen in unserem Herzen, sind eins. Sie bieten uns diese unendliche weite Fassung, in der wir wachen Auges in jedem Augenblick entscheiden können, was jetzt das Richtige ist.
Es geht um mich und dich und die Situation in der wir jetzt sind. Es geht um jeden Menschen in jeder Begegnung und immer um den Kontakt zur Liebe.
Ich sehe diese Kraft, und kann sie immer wieder nicht erreichen, wenn meine Gedanken im Sog des großen Maßstabs verwehen. Ich muss sie aus der Ferne zurückholen, in das Jetzt der Ewigkeit in meiner Situation.
Meine Kraft reicht nicht aus, den Schleier aus Angst, der sich über die ganze Welt zu legen scheint, aus der Welt heraus gedanklich zu durchdringen. Erst wenn ich die Richtung ändere, in mich hineinhöre, dann finde ich die Quelle und sehe dort drin ein Licht strahlen. Es ist das gleiche Licht, das überall auf der Welt aus jedem Herzen den Schatten entgegenleuchtet.
Hier. Jetzt. In mir, da glüht und leuchtet, manchmal strahlt dieses Licht, das für der Lebensfeindliche nicht zu erreichen ist. Er bekommt es manchmal kleingedrückt, manchmal umstellt er es einfach mit einer dicken schwarzen Wand, so dass kein Strahl nach außen scheinen kann und ich selbst vergesse, dass es da ist. Aber in Wirklichkeit lasse ich sein Wirken zu. Ich kann ihn hindern, wegleuchten. Ich bin Lichtträger.
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Die Welt macht mich manchmal fassungslos. - Es gibt nur eine Fassung, die das halten kann, was hier auf der Welt geschieht. Die eine Fassung, die hinter der Welt steht, durch die die ganze Welt gehalten ist, die in der Welt selbst alles Leben bewirkt.
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Sophie Scholl schrieb in ihr Tagebuch:
Wir sind verantwortlich. Wenn wir mit diesem Wissen und dieser Bildung nichts tun, machen wir uns schuldig.
Meine Bildung, mein Wissen lässt mich erkennen, die Liebe zu mehren ist das einzig wahre Mittel gegen den Untergang der Welt.
Als erstes gilt es also, die Liebe in mir stark zu machen. Das kann ich in Abgeschiedenheit üben, entscheidend ist jedoch erst der wahre Moment, der Moment, in dem es darauf ankommt.
Wenn ich Gott erblicke, überall, in Mutter, Vater, in allen lieben Menschen, in Tier und Pflanze, in Baum und Stein, gibt Furcht mir nichts, nur Liebe zu allem was um mich ist.
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In ein starkes Herz, in ein mit allem Konkreten durchdrungenes Herz, schleicht sich im Moment der Hingabe der Engel, und schenkt mir eine, für das Handeln in dieser einen Situation, passende Idee.
Der Teufel ist der große Zauberer, der mich davon ablenkt, das zu tun, was als Liebe in mir schlummert. In seinem Kontext, in Verbindung von Macht und Gehorsam geht es im Bereich des Fühlens hauptsächlich um Schmerz, Verdrängung und Angst. Das lässt sich lösen. Das können wir ändern. Durch Liebe.
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Wir haben diesen Instinkt für Geschichten. Rettet der Protagonist am Ende seines Kampfes zwar sein Leben, aber wendet den Blick von seinem Ideal ab, wirkt das für uns wie ein Versagen. Ist er hingegen bereit, sein Leben, bis in den Tod, für das zu geben, was er liebt, nennen wir ihn einen Helden.
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Ich frage mich, aus nachtodlicher Sicht, wenn das Leben schon verweht ist, was hätte ich in dem Moment gerne getan?
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http://stirnwelt.blogspot.com/2020/04/was-auch-immer-kommt.html
Gegen die müde Bequemlichkeit - Der kommende Aufstand
Zum Lesen als pdf
http://ant.blogsport.de/images/aufst.pdf
http://www.trend.infopartisan.net/trd1210/insurrection.pdf
Zum Lesen als Buch:
https://edition-nautilus.de/programm/der-kommende-aufstand/
Zum Anhören:
Deutsch sein
In Wahrheit gibt es beträchtliche und notwendige Unterschiede zwischen den verschiedenen Rassen und Völkern, denen jeweils ganz bestimmte geistige Aufgaben zukommen, die nur sie erfüllen können. Die damit verbundene unterschiedliche Struktur des physischen und ätherischen Leibes entscheidet aber nicht über den Wert des Individuums, das selbst seelisch-geistiger Natur ist.
Die rassische und völkische Anlage des Menschen bezeichnet nur die speziellen Bedingungen, in denen das Individuum lebt. Nur ein unklares Denken kann beides miteinander verwechseln; es wäre genauso, als wollte man den moralischen Wert eines Menschen daran bemessen, wie prunkvoll seine Kleidung oder seine Behausung ist.
Die physisch-ätherische Natur des Menschen unterscheidet sich nicht wesentlich von der Landschaft und dem Klima, in das der Mensch hineingeboren wird – aber wollte man deswegen den Bergbewohner dem im flachen Land lebenden Menschen vorziehen, oder umgekehrt?
Jede Art von Rassismus oder Nationalismus entspringt einem solchen unklaren Denken, dass überwunden werden muss, wenn die Menschheit nicht in den Niedergang kommen soll.
[...]
Bei den westeuropäischen Völkern ist es so, dass der Erzengel hineinwirkt mit seinen Willensstrahlen, bei dem italienischen Volk in die Empfindungsseele, bei dem französischen Volk in die Verstandes- und Gemütsseele, bei dem britischen Volk in die Bewusstseinsseele, und bei dem deutschen Volk in das Ich."
Rudolf Steiner
An anderer Stelle fand ich das:
Der Übergang zu einer neuen Kultur
1. Emotionelle Reinigung - den Charakterpanzer auflösen und sich selbst werden
"Was heißt emotionelle Reinigung? Es heißt, daß Liebe und Haß aus ihrer wechselseitigen Umschlingung gelöst werden... daß man keine Angst mehr hat, wo man kämpfen sollte und keine Hemmung mehr, wo Hingabe erwünscht wäre... daß man sich nicht zu einem Lächeln zwingt, wo man weinen oder schreien möchte... daß man wieder unterscheiden lernt zwischen Liebe und Anlehnungsbedürfnis, zwischen einer Zustimmung des Herzens und einer Zustimmung aus Angst vor Ablehnung... daß man die Freundin nicht mehr mit der eigenen Mutter verwechselt und den Freund nicht mehr mit dem Papa, die eigene Wehleidigkeit nicht mehr mit Nächstenliebe, die Wut der persönlichen Verletztheit nicht mit dem Zorn auf die Zerstörer des Lebens und die eigene Feigheit nicht mehr mit Rücksichtnahme oder Toleranz.
Emotionelle Reinigung heißt, daß die Emotionen und Energien wieder strömen können, weil sie frei sind von Verlogenheit, daß die Minderwertigkeitsgefühle und die Schuldgefühle verschwinden, weil die Minderwertigkeit und die Schuld verschwunden ist... es heißt, daß die falsche Scham verschwindet, mit der wir unsere lebendigsten und besten Regungen verleugnet haben, und daß die richtige Scham einkehrt, nämlich darüber, daß wir immer wieder die Wahrheit des Lebendigen in uns und anderen unterdrücken aus keinem anderen Grund als dem der Angst vor dem Blick und Urteil anderer.
Emotionelle Reinigung ist die fundamentale Überwindung jenes ganzen psychologischen und kulturellen Systems, welches Wilhelm Reich als »Charakterpanzer« bezeichnet hat. Charakterpanzer ist ein System zur Kleinhaltung biologischer Energien und gleichzeitig eine psychologisch-ideologische Schutzeinrichtung gegen alle Einbrüche des hinausgedrängten Lebens und gegen alle Klopfzeichen einer verschütteten Wahrheit, einer verschütteten Sehnsucht und einer verschütteten Liebe.
Die Kulturepoche des Charakterpanzers hat die Trauben für sauer erklärt, wenn sie zu hoch hingen, und das Süße gehaßt, wenn es unerreichbar war. Die Wollust, nach der es sie permanent verlangte, hat sie geächtet und verbrannt, aus der Impotenz hat sie die Tugend des Verzichts gemacht und aus der Feigheit die Moral. Diese Falschmünzerei ist zur Struktur geworden, zum festen Bestandteil all dessen, was als »Bildung«, »Humanität« und »Menschenwürde« überliefert ist.
Die Menschen belehrten andere über Freiheit und sahen nicht die Falle, in der sie selbst saßen... sie entwarfen Theorien als Ausrede für die eigene Angst... sie unternahmen Angriffe auf Staat und Gesellschaft, aber sie haßten jeden Angriff auf ihren eigenen Charakterpanzer.
Zur Regulierung ihres sozialen Lebens, brauchten die Menschen der alten Kultur äußere Ideologien und Autoritäten, weil sie sich als gepanzerte Wesen nicht darauf verlassen konnten, daß die menschliche Rückkoppelung, die sie im Kontakt mit ihresgleichen erhielten, ehrlich und vernünftig war.
Da sie außerdem gestaut und voll latenter Bosheit waren, mußten sie sich durch ein System von Gesetzen und Strafen vor asozialen Exzessen schützen. Ein zentrales Regulierungsprinzip der bisherigen Gesellschaft war deshalb die Angst.
Wenn es heute einen zentralen Paradigmenwechsel der Gesamtkultur gibt, dann ist er verankert in dem Übergang einer von Strafe und Angst regulierten sozialen Ordnung zu einer im freien und direkten menschlichen Kontakt wurzelnden sozialen Selbstorganisation der Menschen."
Dieter Duhm, 2011, Aufbruch zur neuen Kultur: Von der Verweigerung zur Neugestaltung - Umrisse einer ökologischen und menschlichen Alternative
2. Soziales Training - vom einem freien Ich zum freien Du
"Wollen wir wirklich die Gegensätze zwischen den Völkern überbrücken? Wollen wir wirklich dem anderen begegnen, auch wenn er aus einem anderen Land kommt, sei er "Akademiker" oder ein einfacher Mensch, der nicht mehr als einen Hauptschulabschluss in der Tasche hat? Wollen wir dem anderen als Mensch, in seinem Ich begegnen? Jede echte Begegnung gibt die Antwort. Sobald ich aus meinem Geistes-Ich heraus dem anderen Geistes-Ich begegne, weiß ich, dasss ich einem Gewebe von Beziehungen lebe, in dem mehr anwesend ich als nur die beiden Iche. Denn es lebt darin das Göttliche, das im Zwischenmenschlichen und im Sozialen wirkt. [...]
Am Anfang dieses Jahrhunderts hat Rudolf Steiner dies alles vorbereitet durch sein Buch "Die Philosophie der Freiheit". Dort bezeichnet er das Leben aus der "moralischen Phantasie" als eine der Aufgaben unseres Jahrhunderts. In der "moralischen Phantasie" ist der Mensch kreativ, kreativ nicht im biologischen, sondern im geistigen Sinne. Diese Kreativität kann, vom Ich ausgehend, auf zweierlei Weise zum Ausdruck kommen: zum einen in der "moralischen Intuition", der Fähigkeit, aus eigener freier Entscheidung von den Möglichkeiten Gebrauch zu machen, die uns unserer Umwelt bietet. Zum anderen in der "moralischen Technik", der Kunst, innerhalb der sozialen Verhältnisse dasjenige zu verwirklichen, was man im Lichte seines eigenen Ich als das richtige ansieht, ohne dabei die Freiheit des anderen anzutasten.
Man muss sich also bei jeglicher Zusammenarbeit mit anderen prüfen, ob man durch sein Handeln den anderen nicht in seiner Freiheit beeinträchtigt. Das beinhaltet, dass man von vornherein diesen anderen eben auch so weitgehend wie möglicht in die Sache einbezieht. Wir nennen das heutzutage "soziale Fähigkeit" Dadurch wird es möglicht, aus Respekt vor dem anderen diesen fortwährend im Bewusstsein zu tragen. Das ist besonders schwer, und muss ständig aufs neue geübt werden. Man kann nie behaupten, dass das Ziel erreicht ist.
Dieser Übungsweg ist die große Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte. Es ist der Übungsweg der Generation dieses letzten Jahrhundertdrittels: Übung der sozialen Fähigkeiten, damit über die Beziehungen der Menschen zueinander ein Stück der geistigen Realtität dieses Jahrhunderts auf die Erde heruntergeholt werden kann."Bernard Lievegoed, 1994, Eine Kultur des Herzens3. Gemeinsam Arbeiten ... folgt in Kürze ...
Rudolf Steiner lesen
(Vortrag in Dornach, 3. Oktober 1920. In: Grenzen der Naturerkenntnis. GA 322.)
Theosophie lesen:
Ich habe es oft betont: Man kann ein Buch wie zum Beispiel meine ›Theosophie‹ auf zweifache Weise lesen. Man kann so lesen, daß man da liest: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und so weiter, der Mensch hat wiederholte Erenleben, Karma, das heißt, man nimmt Begriffe auf. Gewiß, das sind andere Begriffe als auf einem andern Felde, aber der geistige Prozeß, der sich abspielt, ist unter Umständen genau derselbe, wie wenn man ein Kochbuch liest. Denn gerade das habe ich ja oft gesagt, es handelt sich um den geistigen Prozeß, nicht um die Aufnahme von Ideen. Es ist ganz einerlei, ob Sie lesen, Sie sollen Butter in eine Pfanne gießen, Mehl hineintun, das durcheinanderrühren, Eier hineinschlagen, oder ob Sie lesen: Es gibt physischen Stoff, ätherische Kräfte, astralische Kräfte, die sind da durcheinanergemischt. Es ist ganz einerlei als Seelenprozeß, ganz einerlei, ob Sie Butter, Fett, Eier, Mehl auf irgendeinem Kochherde zusammengemischt haben oder ob Sie für die Menschenwesenheit physischen Leib, Ätherleib, Astralleib zusammengemischt sich vor stellen. Man kann aber auch die ›Theosophie‹ so lesen, daß man weiß: In ihr sind Begriffe enthalten, die sich zu der gewöhnlichen Begriffswelt des Physischen so verhalten wie die Begriffswelt des Physischen zur Traumwelt. Sie gehören einer Welt an, in die man ebenso aus der gewöhnlichen physischen hinein erwachen muß, wie man aus der Traumwelt in die physische Welt erwacht. Es ist die Gesinnung, mit der man liest, die dann das richtige Kolorit den Dingen gibt. Und diese Gesinnung wird eben für den Menschen der Gegenwart, durch verschiedene Mittel natürlich, lebendig. Die andern, die der Mensch für sich ausmachen kann, sind ja alle beschrieben in ›Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?‹. Aber für den modernen Menschen ist eben auch noch die Durchgangsphase, ganz abgegrenzt von der Anschauung der höheren Welt, notwendig: daß er erwachen kann an dem Seelisch-Geistigen des andern Menschen zu dem Hineinleben in die geistige Welt, wie er erwacht aus dem Traumleben durch Licht und Geräusch und so weiter in die physische Welt herein. Dafür muß man sich Verständnis erringen. Es ist notwendig, Verständnis zu erringen für das, was Anthroposophie in der Anthroposophischen Gesellschaft sein soll: Ein Geistesweg soll sie sein. Dann findet sich auch die Gemeinschaftsbildung, wenn sie ein Geistesweg ist. Aber es muß wirklich Anthroposophie ins Leben hinein.
(Vortrag in Dornach, 3. März 1923. In: Anthroposophische Gemeinschaftsbildung. GA 257.)
Mehr Infos zum Lesen von Steiner Büchern:
http://www.heartthink.org/neuesDenken.htm
Einführungsband: Leitfaden zur Code-Χ-Ausgabe (2009) – bitte als erstes herunterladen
Rudolf Steiner's Heart Logik
by William Blake
Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?
In what distant deeps or skies.
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand, dare seize the fire?
And what shoulder, & what art,
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? & what dread feet?
What the hammer? what the chain,
In what furnace was thy brain?
What the anvil? what dread grasp,
Dare its deadly terrors clasp!
When the stars threw down their spears
And water'd heaven with their tears:
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?
Tyger Tyger burning bright,
In the forests of the night:
What immortal hand or eye
Dare frame thy fearful symmetry?
Listen to the poem:
https://www.poetryfoundation.org/poems/43687/the-tyger
Our Father
Our Father, thou art in heaven
hallowed be thy name.
Thy kingdom come.
Thy will be done on earth, as it is in heaven.
Give us this day our daily bread,
and forgive us our trespasses,
as we forgive those who trespass against us,
and lead us not into temptation, but deliver us from
evil.
For thine is the kingdom, the power, and the glory,
now and for ever. Amen.
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Welcome to www.organicthinking.org
This lecture given on July 1st 2017 in Honolulu was my first attempt at recording myself answering the question: what is a spiritual writing style? I cover William Blake's Tyger, Tyger, The Book of Job, and the Our Father Prayer in its multiple forms. Part II will cover Rudolf Steiner's Philosophy of Freehood.
Part I Rudolf Steiner's Logik of the Heart: Honolulu Lecture
https://www.youtube.com/watch?v=m0KLAOemuHM
Part II Rudolf Steiner's Logik of the Heart:: Honolulu Lecture
https://www.youtube.com/watch?v=pFJY_g1SoiA
Part III Rudolf Steiner's Heart Logik Honolulu Lecture
Der Einzige und sein Eigentum - Max Stirner
Was soll nicht alles Meine Sache sein! Vor allem die gute Sache, dann die Sache Gottes, die Sache der Menschheit, der Wahrheit, der Freiheit, der Humanität, der Gerechtigkeit; ferner die Sache Meines Volkes, Meines Fürsten, Meines Vaterlandes; endlich gar die Sache des Geistes und tausend andere Sachen. Nur Meine Sache soll niemals Meine Sache sein. „Pfui über den Egoisten, der nur an sich denkt!“
Sehen Wir denn zu, wie diejenigen es mit ihrer Sache machen, für deren Sache Wir arbeiten, Uns hingeben und begeistern sollen.
Ihr wißt von Gott viel Gründliches zu verkünden und habt Jahrtausende lang „die Tiefen der Gottheit erforscht“ und ihr ins Herz geschaut, so daß Ihr Uns wohl sagen könnt, wie Gott die „Sache Gottes“, der Wir zu dienen berufen sind, selber betreibt. Und Ihr verhehlt es auch nicht, das Treiben des Herrn. Was ist nun seine Sache? Hat er, wie es Uns zugemutet wird, eine fremde Sache, hat er die Sache der Wahrheit, der Liebe zur seinigen gemacht? Euch empört dies Mißverständnis und Ihr belehrt Uns, daß Gottes Sache allerdings die Sache der Wahrheit und Liebe sei, daß aber diese Sache keine ihm fremde genannt werden könne, weil Gott ja selbst die Wahrheit und Liebe sei;
Euch empört die Annahme, daß Gott Uns armen Würmern gleichen könnte, indem er eine fremde Sache als eigene beförderte. „Gott sollte der Sache der Wahrheit sich annehmen, wenn er nicht selbst die Wahrheit wäre?“ Er sorgt nur für seine Sache, aber weil er Alles in Allem ist, darum ist auch alles seine Sache; Wir aber, Wir sind nicht Alles in Allem, und unsere Sache ist gar klein und verächtlich; darum müssen Wir einer „höheren Sache dienen“. – Nun, es ist klar, Gott bekümmert sich nur um’s Seine, beschäftigt sich nur mit sich, denkt nur an sich und hat nur sich im Auge; wehe Allem, was ihm nicht wohlgefällig ist. Er dient keinem Höheren und befriedigt nur sich. Seine Sache ist eine – rein egoistische Sache.
Wie steht es mit der Menschheit, deren Sache Wir zur unsrigen machen sollen? Ist ihre Sache etwa die eines Andern und dient die Menschheit einer höheren Sache? Nein, die Menschheit sieht nur auf sich, die Menschheit will nur die Menschheit fördern, die Menschheit ist sich selber ihre Sache. Damit sie sich entwickle, läßt sie Völker und Individuen in ihrem Dienste sich abquälen, und wenn diese geleistet haben, was die Menschheit braucht, dann werden sie von ihr aus Dankbarkeit auf den Mist der Geschichte geworfen. Ist die Sache der Menschheit nicht eine – rein egoistische Sache?
Ich brauche gar nicht an jedem, der seine Sache Uns zuschieben möchte, zu zeigen, daß es ihm nur um sich, nicht um Uns, nur um sein Wohl, nicht um das Unsere zu tun ist. Seht Euch die Übrigen nur an. Begehrt die Wahrheit, die Freiheit, die Humanität, die Gerechtigkeit etwas anderes, als daß Ihr Euch enthusiasmiert und ihnen dient?
Sie stehen sich alle ausnehmend gut dabei, wenn ihnen pflichteifrigst gehuldigt wird. Betrachtet einmal das Volk, das von ergebenen Patrioten geschützt wird. Die Patrioten fallen im blutigen Kampfe oder im Kampfe mit Hunger und Not; was fragt das Volk darnach? Das Volk wird durch den Dünger ihrer Leichen ein „blühendes Volk“! Die Individuen sind „für die große Sache des Volkes“ gestorben, und das Volk schickt ihnen einige Worte des Dankes nach und – hat den Profit davon. Das nenn’ Ich Mir einen einträglichen Egoismus.
Aber seht doch jenen Sultan an, der für „die Seinen“ so liebreich sorgt. Ist er nicht die pure Uneigennützigkeit selber und opfert er sich nicht stündlich für die Seinen? Ja wohl, für „die Seinen“. Versuch’ es einmal und zeige Dich nicht als der Seine, sondern als der Deine: Du wirst dafür, daß Du seinem Egoismus Dich entzogst, in den Kerker wandern. Der Sultan hat seine Sache auf Nichts, als auf sich gestellt: er ist sich Alles in Allem, ist sich der einzige und duldet keinen, der es wagte, nicht einer der „Seinen“ zu sein.
Und an diesen glänzenden Beispielen wollt Ihr nicht lernen, daß der Egoist am besten fährt? Ich Meinesteils nehme Mir eine Lehre daran und will, statt jenen großen Egoisten ferner uneigennützig zu dienen, lieber selber der Egoist sein.
Gott und die Menschheit haben ihre Sache auf Nichts gestellt, auf nichts als auf Sich. Stelle Ich denn meine Sache gleichfalls auf Mich, der Ich so gut wie Gott das Nichts von allem Andern, der Ich mein Alles, der Ich der Einzige bin.
<8> 8>
Hat Gott, hat die Menschheit, wie Ihr versichert, Gehalt genug in sich, um sich Alles in Allem zu sein: so spüre Ich, daß es Mir noch weit weniger daran fehlen wird, und daß Ich über meine „Leerheit“ keine Klage zu führen haben werde. Ich bin [nicht] Nichts im Sinne der Leerheit, sondern das schöpferische Nichts, das Nichts, aus welchem Ich selbst als Schöpfer Alles schaffe.
Fort denn mit jeder Sache, die nicht ganz und gar Meine Sache ist! Ihr meint, Meine Sache müsse wenigstens die „gute Sache“ sein? Was gut, was böse! Ich bin ja selber Meine Sache, und Ich bin weder gut noch böse. Beides hat für Mich keinen Sinn.
Das Göttliche ist Gottes Sache, das Menschliche Sache „des Menschen“. Meine Sache ist weder das Göttliche noch das Menschliche, ist nicht das Wahre, Gute, Rechte, Freie usw., sondern allein das Meinige, und sie ist keine allgemeine, sondern ist – einzig, wie Ich einzig bin.
Mir geht nichts über Mich!
---
Einleitung von Max Stirner zu seinem Hauptwerk - Der Einzige und sein Eigentum
online nachlesbar beim Max StirnerArchiv Leipzig max-stirner-archiv-leipzig.de
Wer glaubt, wird selig.
Niemals wäre die Menschheit so weit gekommen ohne solche Brüder, welche in der Entwickelung ihren andern Mitmenschen weit, weit vorangeschritten waren. Zu allen Zeiten, immer und überall hat es Menschen gegeben, die sich rascher die Stufen des Daseins hinaufentwickelten, um Führer sein zu können, um die andere Menschheit leiten zu können. Solche Persönlichkeiten, solche Individualitäten werden von der Geistesforschung die Hüter der Weisheit, die Hüter des Menschenfortschrittes genannt.
Solche Hüter des Menschenfortschrittes hat es immer gegeben. Es gibt sie auch heute noch. Diese großen Individualitäten, diese Persönlichkeiten, die heute auf einer Stufe des Daseins angekommen sind, wohin die Mehrzahl der Menschheit erst in einer fernen, fernen Zukunft kommen wird, waren auch in den vorchristlichen Zeiten, in den zwei ersten Vierteln der Menschheitsentwickelung vorhanden. Sie leiteten die Welt, sie waren die Behüter der Menschheit und brachten Ordnung und Zusammenhang in die Menschheit.
Wo hatten jene Leiter des Menschengeschlechts ihr Wissen, ihre Weisheit her? Und worin bestand diese Weisheit?
Man leitete das Sichtbare durch das Unsichtbare, das Sinnliche durch das Übersinnliche. Man leitete die materiellen Zusammenhänge durch dasjenige, was im Materiellen unsichtbar schlummert.
Schlummert es im Materiellen unsichtbar? Ein einfaches Nachdenken kann Sie davon überzeugen. Sehen Sie hinauf zur Wolke. Sie erscheint Ihnen hell und dunkel. Sie kündigt Ihnen ein Gewitter an. Und während Sie noch hinaufsehen, zuckt der Blitz durch die Wolke, rollt der Donner. Wo war der Blitz, wo war der Donner? Sie schlummerten, sie schliefen als verborgene materielle Kräfte.
So wie Blitz und Donner schlummerten, so schlummern noch eine Menge verborgener Kräfte in dem Sichtbaren als Unsichtbares, in dem Sinnlichen als Übersinnliches.
So wie unsere ganze äußere Kultur im Grunde genommen dahin gekommen ist, wo sie ist, dadurch daß der Mensch gelernt hat, die einfach in der Materie schlummernden Kräfte und Fähigkeiten zu wecken, so kommt die große geistige Kultur davon her, daß die Hüter der Menschheit imstande sind, die im Sinnlichen schlummernden übersinnlichen Kräfte, die im Irdischen schlummernden überirdischen Fähigkeiten zu erwecken und das Niedere durch das Höhere zu beherrschen vermögen.
So wie der Baumeister die Anziehungskräfte der Erde benützt, um auf die Säule den Balken zu legen, also eine in der Materie schlummernde Kraft benützt, um durch die verschiedene Kombination von Säulen und Balken unsere Gebäude aufzuführen, und wie der Elektriker unsere Motoren und andere elektrische Apparate mit der unsichtbaren elektrischen Kraft beherrscht, so beherrschen die Hüter der Weisheit und des Menschheitsfortschrittes die irdischen Kräfte durch dasjenige, was nicht sinnlich in der Welt vorhanden ist.
Das Sichtbare wird nicht durch das Sichtbare beherrscht, sondern durch das Unsichtbare.
Nicht derjenige ist weltfremd, der sich erheben wird durch das Unsichtbare über das Sichtbare, sondern derjenige, der am Sichtbaren hängenbleibt.
Der wahre Wirklichkeitsmensch ist der, welcher die Welt beherrscht durch das, was in ihm schlummert, damit er die Wirklichkeit gestalten, aufbauen und in den Dienst des Menschheitsfortschrittes stellen kann.
So wie der Baumeister und der Elektriker die in der Materie schlummernden Kräfte benützen, um Häuser zu bauen, um mechanische Kultur zu schaffen, so benützen die großen Hüter der Weisheit und des Menschheitsfortschrittes die im Menschentum liegenden Kräfte, um die Menschen selbst zu ihrem Ziele zu führen, um dasjenige, was in der Außenwelt chaotisch durcheinanderwirbelt, zu gliedern und ihm Bedeutung zu geben.
Niemals war die Fortentwickelung von der instinktiven, dann gesetzmäßigen [verstandesmäßigen] Periode herauf bis zu der unsrigen sinnlich. Das aber mußten die weisen Hüter der Menschen erst erfahren, erst erlebt haben, sie mußten davon ganz durchdrungen sein, nicht aus blindem Glauben, nicht aus vagen Überzeugungen, sondern aus geistiger Erfahrung heraus.
Sie mußten sich klar darüber sein, daß es ein Übersinnliches gibt, ein Übersinnliches in und außer dem Menschen, daß das, was sich abspielt zwischen Geburt und Tod, nur die eine Seite unseres Daseins ist und daß es einen Wesenskern gibt, der hinausreicht über Geburt und Tod, daß es im Menschen etwas gibt, was umfassender als alles Sinnliche ist, was der Schöpfer der Gestalt und der Erhalter alles Sinnlichen ist, und dies nicht etwa aus einer Vermutung, sondern aus der unmittelbaren übersinnlichen, ewigen Anschauung heraus.
Aus dieser Anschauung heraus mußten die Hüter der Menschheit handeln, dann aus der Erkenntnis heraus, daß der Tod zu besiegen ist, daß ein Bewußtsein zu erringen ist, daß es etwas gibt, was den Tod als ein Ereignis wie andere Ereignisse im Leben erscheinen läßt. Nur aus einer solchen Erfahrung heraus erwächst dem Menschen die Kraft, das Sinnliche aus dem Übersinnlichen, das Sichtbare aus dem Unsichtbaren heraus zu beherrschen.
Soll ich also mit wenigen Worten sagen, worin das große Geheimnis derjenigen, die wir die großen Hüter der Menschheit nennen, bestand, so muß ich sagen, diese Hüter der Weisheit und des Menschheitsfortschrittes wußten, daß es im Menschen etwas gibt, das den Tod besiegt. Sie mußten hinter die Kulissen des Daseins, hinter die Regionen des Daseins sehen, die der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist.
Das, was hinter dem Sinnlichen liegt, mußte ihnen durch die Erfahrung zugänglich sein. Und dieses hinter der sinnlichen Welt Liegende lernten sie kennen in den sogenannten Einweihungstempeln, in den Einweihungstempeln der alten ägyptischen Priester und Geheimlehrer, in den Schulen der eleusinischen und anderer griechischer Einweihungstempel.
Diejenigen, welche reif waren, diese Überzeugungen sich zu erwerben, wurden in diese Geheimnisse eingeweiht. Nur mit wenigen Worten alles übrige wird in den nächsten Vorträgen herauskommen kann ich andeuten, was in diesen Einweihungstempeln, in diesen hohen Schulen des geistigen Lebens den Menschen überliefert worden ist.
Nur wenige, einzelne Auserlesene, konnten in solcher Weise, unmittelbar durch die Schau, teilhaftig werden an dem höheren geistigen Leben.
Von einem solchen, der Anteil genommen hat an der geistigen Welt, weil er sie geschaut hat, sagte man, er ist selig.
Die Menge hatte keinen andern Anteil als den an den Verkündigungen solcher Schauenden, solcher Eingeweihten.
Da trat das Christentum auf, und durch das Christentum wurden diese ganzen Verhältnisse anders.
Darin liegt die ganze Tiefe der Umwandlung, welche durch das Christentum in der Menschheit bewirkt worden ist. Sie ist ausgedrückt in einem gewaltigen Wort, und das heißt: «Selig sind diejenigen, die da glauben, auch wenn sie nicht schauen.»
Das Geheimnis des Christentums liegt in diesem Wort, und wir verstehen es nur, wenn wir es möglichst wörtlich nehmen. Was heißt es? Wir wissen, daß derjenige, welcher in einem Einweihungstempel die Einweihung erfahren hatte, wußte, daß er den Tod besiegte, daß er die Grablegung mitmachte und selig geworden ist durch die Schau.
Nun kam eine große Individualität, die auf dem äußeren Plane der Geschichte vor aller Augen, so weit diese Augen es sehen wollten oder es durch den Glauben, durch die Vereinigung mit der einzigartigen Persönlichkeit aufnehmen konnten, dieses große Ereignis, das sich für die Eingeweihten in dem tiefen Dunkel der Mysterientempel so oft abgespielt hatte, einmal äußerlich auf dem geschichtlichen Plane vollzog. Das war das Ereignis, das sich im Jahre 33 in Palästina abspielte.
Das, was bis dahin mehr oder weniger symbolisch in den Tiefen der Tempel empfangen und gehütet worden ist, das war jetzt historische Wahrheit, geschichtliche Wirklichkeit auf der großen Bühne des Lebens geworden. Das muß man verstehen, denn das ist wichtig.
Ich habe wirklich mit vollem Bedacht meine kleine Schrift über das Christentum nicht: «Die Mystik des Christentums» betitelt, sondern «Das Christentum als mystische Tatsache». Ich wollte nicht das Mystische des Christentums darstellen, sondern das Christentum selbst sollte als mystische Tatsache verstanden werden. Das ist es, worauf es ankommt.
Jetzt haben wir ein Ereignis vor alle hingestellt, welches ausspricht vor allen Menschen, daß der Tod zu besiegen ist und daß es im Geiste ein Leben gibt, das über allen Tod hinausreicht, denn der Einzige hatte den Tod besiegt. Er hatte dasjenige, was die Eingeweihten als ihre Erfahrung in den Mysterien erlebt haben, vor aller Augen dargelebt.
Jetzt brauchte man nicht mehr ins Mysterium hineinzugehen, um zu schauen, jetzt konnte man glauben und sich verbunden fühlen mit demjenigen, der in der physischen Welt das große Ereignis vom Siege des Lebens über den Tod dargelebt hat. Jetzt konnte man glauben, wenn man auch nicht schaute. Derjenige versteht die religiösen Bücher richtig, der sich wieder aufringt zu einem wörtlichen Verstehen. Das Schauen bedeutet nämlich wörtlich das Schauen in den Mysterien, und das Glauben ist der Glaube an die Tatsache der Besiegung des Todes durch das Leben, das Christus uns dargestellt hat.
So dürfen wir sagen, daß die größte Weisheitslehre des Christentums die ist, daß die Weisheitslehre der verschiedenen Religionen im Christentum zur Tatsache geworden ist.
Quelle: https://anthrowiki.at/GA_54 S. 260 ff
Gegner der Demokratie in den USA
Die Kräfte, die gegen die Demokratie sind, gibt es seit langem, wahrscheinlich sogar schon immer. In den 1960er kam es zu einer wachsenden Politisierung von, vor allem jungen, Menschen. Viele Menschen fanden ihren persönlichen Weg zur Arbeit für die Gemeinschaft, zum Einsatz für die Demokratie, zum Engagement für Frieden.
Die Gegner dieser Kräfte, so interpretierten sie selbst diese Entwicklung, waren wohl für einige Zeit etwas nachlässig im Unterdrücken dieser Kräfte geworden. Sie riefen zum gemeinsamen, vereinten Gegenschlag gegen die Demokratisierungsbestrebungen auf.
Zwei Veröffentlichungen dieses Geistes nennt Noam Chomsky in folgendem Interview.
Noam Chomsky on How Businesses Sought to Destroy the Democratic Movements of the 1960s
Den genauen Wortlaut, den Chomsky zitiert, kann man hinter dem Link zum pdf Dokument eines der Bücher auf Seite 171 nachlesen.
Hier die besagte Stelle als Auszug:
Ein Meister der Liebe - von Herbert Hahn
Durch die Länder der untergehenden Sonne wanderte vor Zeiten ein
Mann, der viel von sich reden machte. Man erzählte sich Wunder über
Wunder von seinem Wirken, den Meister der Liebe nannte
man ihn. Es war und blieb eigen, daß man nie wußte, wo er gerade
weilte. Er tauchte geheimnisvoll auf und verschwand geheimnisvoll. Meist
begleitete ihn einer der eifrigeren Schüler.
Ein Edelmann, dem weniger an seinem Namen, als an seinem Werden und
Wachsen lag, wollte den Meister der Liebe kennen lernen. Viel Mühe und
viele Mittel hatte er schon ans Lernen gewandt. Nie
scheute er auch viele Mittel und Mühe, die Fährte des Meisters der
Liebe zu suchen. Er suchte fast drei Jahre, von Land zu Land, rastlos.
Eines Abends kam er in ein Dorf, wo er hörte, wenige
Stunden zuvor sei der Meister der Liebe dagewesen. Er habe zuletzt
den Acker einer armen Witwe zum Gedeihen gesegnet; nun sei er in der
Richtung der nahen Waldkapelle fortgezogen.
Obwohl es schon dunkel werden wollte, nahm der Edle rasch Abschied,
sprang auf sein Roß und sprengte dem Walde zu. Bald stieß er auf zwei
Wanderer: einen ehrwürdigen Greis mit klarem, tiefem
Blick, einen Jüngling unscheinbaren Gesichtes, unscheinbarer
Kleidung, aber sehr gerader Haltung. Der Edle sprang vom Pferd,
verneigte sich tief und sprach: »Darf ich den Meister der Liebe
grüßen? Ist mir verstattet, ihn zu begleiten?«
Der Greis antwortete nicht. Er winkte still, aber freundlich mit der
Hand, während der Jüngling regungslos dastand. Der Edle freute sich des
bescheidenen Gebarens. Gerne wollte er der Hand dieses
Greises folgen. Er verehrte ihn schon lange, nun fand er ihn
liebenswert. Er nahm sein Pferd an den Zügel und schritt neben den
beiden Wanderern einher, der hereinbrechenden Nacht zu. Es war ihm
peinvoll, ein Pferd zu haben, während seine Begleiter so arm durch
die Welt zogen.
Da begegnete ihnen ein Bettler. Der Alte reichte ihm die Hand und
schenkte ihm einen Kreuztaler. Der Jüngling blieb stumm stehen. Dem
Edlen kam ein schöner Gedanke. Er ging auf den Bettler zu und
bot ihm sein Pferd zum Geschenk. Hocherfreut nahm jener die Gabe des
Edlen an. Als der Bettler das Pferd davon führte, murmelte der Alte ein
Wort des Lobes. »Das war mein erster Unterricht beim
Meister der Liebe«, dachte der Edle erfreut, »das Weitere wird schon
kommen.« Eins nur war ihm befremdlich: Der Jüngling zuckte die Achseln.
Sie kamen bald an die Waldkapelle. Dicht dabei war ein
Buschwächterhaus. Der Wächter war gestorben, Frau und Tochter aber
wohnten noch im Haus. Sie erlaubten den Fremden, zu übernachten. Diese
machten dafür am Morgen Holz klein und trugen Wasser herbei. Der
Jüngling grub noch einige Beete im Garten um. Sie machten sich dann auf
den Weg. Des Buschwächters Töchterlein brachte zum
Abschied Veilchen, jedem Wanderer einen Veilchenstrauß. Dann winkte
sie den Fremden nach. Schon beim nächsten Schritt warf der Jüngling sein
Sträußlein hinter sich. Und wieviel das Mädchen auch
winkte, er schaute kein einziges Mal zurück.
Der Alte blickte den Jüngling verwundert an, sagte aber nichts. »Der
Grobian«, dachte der Edle. »Und so etwas tut er beim Meister der
Liebe?« Mittags kamen sie an ein Nonnenkloster. Dessen
Vorsteherin war weit und breit berühmt wegen ihrer Sanftmütigkeit.
Niemand erinnerte sich, daß je ein böses Wort über ihre Lippen gekommen
war. Die gütige Vorsteherin ließ die Fremdlinge mit
herrlicher Speise laben. Auf die Bitte des Edlen führte sie sie dann
noch durch die einfachen und doch so stimmungsvollen Gemächer. »Hier
das Zimmer meiner Andacht«, sagte sie leise. Sie wies in
einen kleinen, matt erhellten Raum. Das Sonnenlicht brach sich in
einer zartgoldenen Fensterscheibe. In ihrem Rahmen lächelte holdselig
ein wundersames Bildnis der heiligen Cäcilia. Alle traten
scheuen Schrittes ein. Der Jüngling stolperte voran. Er wollte mit
dem Stab gegen die Scheibe weisen, glitt aus und fiel ins Fenster.
Scheiben klirrten zu Boden, die anderen schrien auf. »O, es
ist Glasl« rief er gleichsam befriedigt.
Die greise Führerin bebte. Tränen traten ihr in die Augen, Röte
schoß ihr ins Gesicht. »Nehm' sich der Flegel besser in achtl Verzeih
ihm Gott die Sündel« Und schluchzend wandte sie sich zum
Alten: »Das ist das Bild, vor dem ich seit vierzig Jahren täglich
gebetet habe.« Der Alte war betreten. Aber er zuckte nur mit den
Achseln.
Dem Edlen brannte sein Stab in der Hand. Aber er schaute immer nur
den alten Mann mit dem klaren, tiefen Blick an. Als jener tief demütig
die Hand der Vorsteherin küßte, dachte er: »Welch ein
Meister der Liebe ist er doch. Ja, bei ihm werde ich wahrhaft groß!«
Als sie aber wieder auf dem Wege waren, nahm er den Alten ein wenig bei
Seite und flüsterte ihm zu: »Ihr sollt doch euren
Begleiter da etwas weniger verziehen!« Der Alte schüttelte den Kopf.
Am Abend kamen sie in die Stadt. Sie gingen zu einem Arzte, der eben
ein großes Buch vollendet hatte. Er hieß, fremden Besuches viel
gewohnt, die drei herzlich willkommen. »Übernachten könnt ihr
in meiner Studierstube, wenn euch der Staub nicht zu dick ist.« Der
Alte lächelte: »Wir kommen von der Landstraße.«
Bald war er in tiefem Gespräch mit dem Arzte, die andern hörten zu.
Sie hörten, wie der Greis erzählte von der Wirkung der im Frühling
blühenden Pflanze, von der Wirkung der im Herbst blühenden,
von einfachen Kräutern, die nur bei gewisser Mondstellung
heilkräftig werden, von hundert Geheimnissen des innigen Verbundenseins
von Pflanze und Mensch. Der Arzt hörte andächtig zu. Er schrieb
sich Bemerkungen auf. Er hatte einen Packen von Blättern schon zum
Buch gefügt; jetzt band er sie auf und schrieb hier und schrieb dort,
während der Alte freudig erzählte. »Ein Meister der Liebe
und des Wissens!« so staunte unser Edler.
Da es noch nicht weit im Jahr war, und der Abend kühl wurde, machte
man im Kamin ein Feuer. Man wollte den Duft junger Blüten atmen, und so
blieb ein Fenster offen. Der Alte erzählte, der Arzt
schrieb; die anderen hörten zu. Niemand schien zu merken, wie am
Abendhimmel eine dunkle Wolke heraufkam. Plötzlich fuhr ein Windstoß ins
Zimmer und packte einige Blätter. Jäh wirbelten sie in
den Garten hinaus. Der Arzt, der Alte, der Edle, alle drei stürzten
nach in den Garten. Ein Regenguß war nah. Weh, wenn die kostbaren
Blätter verwischt oder zerfetzt würden. Immer stärkere Stöße
folgten. Alle haschten und haschten. Niemand merkte, daß der
Jüngling im Zimmer blieb.
Endlich gelang es, alle Blätter zu fassen. »Das hätte bös werden
können«, sagte der Arzt atemlos. Glücklich traten die drei wieder in die
Stube. Aber wie taumelten sie zurück, als ihnen dicker
Qualm entgegenschlug. Ein Windstoß hatte die übrigen Blätter gepackt
und zum Kamin geweht. Einige Fetzen, verkohlt und verschrumpft, flogen
im Zimmer herum. Ein dickes Bündel glühte über dem
Holz. Der Jüngling stand vor dem Kamin, hielt seinen Mantel
ausgebreitet, daß ja kein Blatt ins Zimmer fliege. Der Arzt sank
ohnmächtig nieder. Der Greis war erschüttert. Er schloß das Fenster
und legte dem Ohnmächtigen ein nasses Tuch auf die Stirn. Der
Jüngling trat zu dem Ohnmächtigen und hielt einen Augenblick seine Hand
auf dessen Stirn. Der Arzt erwachte. »Hab Dank!«. »Nicht
diesem, nicht diesem«, schrie der Edelmann auf. »Er hat ja - -.« Er
konnte nicht vollenden. Der Alte packte ihn am Arm und zog ihn hinaus.
Bald waren sie wieder im Wald. Als die ersten Bäume sie
umfingen, blieb der Edle stehen.
»Meister der Weisheit, das ist zu viel. Der steht dabei, läßt ein
Lebenswerk verbrennen und schämt sich nicht des Dankes. Herr, wie kannst
du es dulden?
Treib ihn fort, der nicht wert ist, dein Schüler zu sein. Oder ich
muß dich noch heute verlassen.« Der Alte schrak zusammen. Dann raunte
er: »Herr, halt an. Nicht er der Schüler. Ich - - nur
Schüler. Er - - der Meister der Liebe.« Der Edle glaubte zu träumen.
»Jener - - - der Meister der Liebe?«
Ihm schwindelte. »Herr, wenn das Liebe ist und du der Schüler dieser
Liebe bist, dann bin ich toll oder die Welt. Ich sehe, man hat meiner
gespottet: Ich scheide, noch jetzt.« Er wollte sich zum
Gehen wenden.
Der Jüngling trat vor. »Nimm noch den Sinn!« Sein Gesicht war verwandelt.
Sein Auge strahlte sonnenstark. Sein ganzes Wesen atmete Gnade. Der
Edle verstummte. Als der Alte diese Veränderung sah, flüsterte er ihm
zu: »Glaubst du bald, daß ich nicht zu alt bin, jenes
Meisters Schüler zu sein?«
Da die beiden andern sich setzten, ließ sich auch der Edle nieder.
Der Jüngling sprach. »Du wunderst dich dessen, was du heute sahst? Und
dennoch tat ich Schwacher nur Dienste der Liebe.
Daß ich den Veilchenstrauß von mir warf, hatte guten Grund. Das
Mädchen, welches einem anderen die Treue gelobt, hatte Liebe zu meiner
Gestalt gefaßt. Hätte ich nur einmal noch umgeschaut, sie
hätte in einem einzigen Blick ihre Treue verloren, für immer. So war
ich hart im Dienste der Liebe. Die Vorsteherin des Klosters war ganz
umgarnt von süßlicher Frömmigkeit und versteckter
Eitelkeit. Die Menschen hielten sie keines Vergehens mehr fähig. Sie
sagten, sie sei selbst ein Engelwesen geworden, der heiligen Cäcilia
gleich, vor der sie täglich kniete. Da deckte ich ihr die
Teufelsfratze in ihrer Seele auf. Da machte ich frischen Zug und
wurde tölpelhaft aus Liebe. Der Arzt lief Gefahr, über seinem
Buchschreiben einzuschlafen. Bücherschreiben ist ihm nichts Neues.
Das konnte er schier, als er noch in der Wiege lag. Aber dies Leben
verlangt Neues von ihm. Es berief ihn zum Heiler. Drum ließ ich das
Buch, das ich hätte retten können, ruhig verglimmen. Ich
faßte die verbrannte Weisheit in dem Worte seines neuen Lebens
zusammen und legte ihm dieses Wort aufs Haupt. Es wird in seinem Haupte
wurzeln, in seinem Herzen blühen. Er wird noch morgen einem
Kranken, den er nicht mehr besuchen wollte, das Leben retten; er
wird heilen. Und in der Todesstunde wird er den Frühlingsabend segnen,
an dem sein Buch verbrannte! So war ich ein Narr - auch aus
Liebe. Hier ist der Sinn. Sein schwacher Diener bin ich nur.«
Der Greis neigte ergriffen das Haupt: »Mein Meister, mein Meister!«
Der Edle stand auf. Für ihn begann ein neues Leben. »Ich danke dir.
Ein halbes Leben hab ich mich bereitet, drei Jahre suchte ich, einen Tag
schaute ich. Nun gehe ich; für den Rest meiner Jahre
hab ich genug zu tun.« Der Jüngling reichte ihm die Hand und hielt
sie lange. »Geh nur und wirke. Doch bedenke dein Wirken, bis du
heimreitest.«
Noch einmal staunte der Edle. »Ich - heimreiten? Gab ich nicht mein
Pferd gestern abend hin im Anfangsunterricht der Liebe?« »Der Liebe? Ich
sehe, mein neuer Freund wird den Sinn dieses Wortes
noch länger suchen, als ich dachte. Der Bettler, dem du dein Pferd
gabst, war ein schwerer Verbrecher.
Dein Roß war ihm willkommen zur Flucht vor dem Tod. Aber jetzt hängt
er schon am Galgen. Man faßte ihn, als er im Wirtshaus Branntwein
bestellen wollte für einen blinkenden Kreuztaler. Es war das
Wirtshaus, wo man dir meine Spur wies. Geh nur dorthin, dort steht
dein Pferd, angebunden an der Krippe. Geh in Frieden, mein Freund: ich
sehe gute Frühlingswege für Reiter und Roß.«
Der Edle ging. Ein Stück Weges begleitete ihn der Alte, der so jung
war im Lernen. Es war ganz still geworden. Als sie an den Waldsaum
kamen, sahen sie, wie junges Mondlicht und Sternenglanz auf
die Straße fielen. Der Duft kommender Blumen hob den Busen der Erde.
»Wandre zu in den Frühling«, sagte grüßend der Alte. Der Edle ging.
Jeder Schritt sprach ein Wort:
Ja, Frühling, jetzt kenn ich dich,
dich kenn ich seit heute,
dich, der du Sturm bringst, und Blüten im Sturm.
Du selber - ein Meister der Liebe !
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Herbert Hahn aus: Das goldene Kästchen. Erzählungen, Legenden, Märchen. Stuttgart 1981. 160 S. (Herbert Hahn gehörte 1919, zusammen mit Rudolf Steiner zum Gründungskollegium der ersten Waldorfschule in Stuttgart.)
Der Schönheit standhalten
Er warf das tote Tier in eine chinesische Vase, die hinter seinem Sessel stand, und lehnte das Gewehr an die Wand.
"Nun seien Sie kein stummer Fisch, sprechen Sie zu mir! Klären Sie mich auf, befriedigen Sie meine Neugier, erzählen Sie von der seltsamen Welt, aus der Sie kommen! Besteht es noch, das gute, alte Menschengeschlecht? Oder haben die Gespenster des Unwirklichen es schon verschlungen? Die Geister jenes heraufdämmernden Reiches der Simulation und Künstlichkeit, in dem nur der farbige Abglanz einer aufgegebenen Wirklichkeit, eines vergessenen Ursprungs, die Reproduktion der Reproduktion besteht, und alles Echte, Große und Ursprüngliche im Mistkübel der Gier, der Beliebigkeit und Verblödung landet und der Mensch, ein armseliger Homunkulus, ausgeweidet und entbeint, sich nur mehr rasend und sinnlos im Kreise dreht?
Nebenbei bemerkt, haben Sie einen ganz miserablen Schneider, junger Freund, Sie sollten sich unbedingt einen neuen suchen!"
Der Schreck, der mir durch den Gewehrschuss in die Glieder gefahren war, hatte meine Aufmerksamkeit für einen Augenblick wiederhergestellt, aber erneut musste ich nach der schönen Marquise sehen, meine Augen tasteten ihr Gesicht ab, die schmale, wohlgeformte Nase, den schönen Mund, der an die ausgebreiteten Schwingen eines nächtlichen Vogels erinnerte, und plötzlich war mir, als blinzelte sie mit einem Auge ...
"Oh, ich sehe, Sie sind ganz versunken in das Bildnis unserer lieben Marie-Élisabeth!" sagte da Amadé, und seine Stimme hatte einen hämischen Unterton.
"Nun, sie war eine sehr anziehende Frau, und Sie sind gewiss nicht der erste, der dies bemerkt. Hören Sie auf mich, und lassen Sie ab von ihr, machen Sie sich nicht unglücklich!
Gehen Sie zurück in Ihr Zimmer!
Mit welcher Kraft wollen Sie, der Sie aus dieser fellachischen, dem Geld und Stumpfsinn wahnhaft verfallenen, auf alles Erhabene verzichtenden Welt stammen, mit welcher Kraft also wollen Sie der Macht wahrer Schönheit standhalten? ..."
Sie lächelte mich an!
Sie bewegte ihren Arm und nahm ihn von der Tastatur!
Sie schüttelte ihren Kopf, und ich war nahe daran, vom Stuhl zu sinken.
Tonlos sagte ich einen Satz, der gewiss nicht zum besten gehörte, was ich in meinem Leben von mir gegeben habe.
"Mit der Kraft der Liebe, Monsieur!"
Ulrich Tukur, Die Spieluhr, Berlin 2013, S. 68f
Wir stricken unsere Realität
Der alte Mann senkte langsam den Kopf, hielt kurz inne, sah ihn mit großer Zärtlichkeit an und antwortete mit großem Frieden: "Ich stricke".
Der Junge lächelte. "Wie strickt man ohne Wolle und Nadeln Großvater?" "Ich stricke Realitäten", sagte der alte Mann.
"Es mag so aussehen, als würde ich hier nichts tun", fuhr er fort, "aber indem ich ruhig bleibe, lasse ich mein Herz eine harmonische Umgebung schaffen. Ich segne auch alle, die an diesem Platz vorbei kommen, mit meinen Gedanken und Absichten, damit sie den besten Tag haben. So stricke ich. Ich grüße sie immer mit Liebe, ich lächle sie offen an, und wenn ich sie traurig sehe, hebe ich meinen Stock und sage: Komm schon, das wird schon wieder. Ich bitte auch die Vögel mir dabei zu helfen, ihnen Kraft durch ihren Gesang zu geben, weil ihre wunderbaren Klänge revitalisieren und heilen". Der Junge war absolut erstaunt. Er konnte nicht glauben, was er hörte.
"Bei dieser leuchtenden Aufgabe, der Erschaffung einer harmonischen Umgebungen beizutragen, bin ich nicht alleine", bemerkte der Alte. Er breitete seine Arme aus und rief:
„Sieh dir die Schönheit an, die die Bäume ausstrahlen. Rieche den wundervollen Duft, den die Blumen mit uns teilen, ohne etwas dafür zu verlangen. Schau dir die unermüdliche Arbeit dieser Bienen an und sieh, wie frei die Hunde spielen. Fühle, wie der Wind dich streichelt. Die Existenz strickt auch, auf ihre Art. In meinem Fall stricke ich gerne mit Lichtfäden, deshalb öffne ich jeden Nachmittag mein Herz, damit die Sonnenstrahlen eintreten, mich streicheln und sich zusammen mit meinen reinsten Gefühlen auf dem Boden verankern, damit Mutter Erde spürt, wie sehr ich sie liebe".
Schließlich betonte der alte Mann: „Egal wie alt wir sind, wir alle können dazu beitragen, den Stoff einer bewussteren, sensibleren, solidarischen und menschlicheren Welt zu weben, indem wir unsere besten Absichten über die Grenzen hinaus reisen lassen. Wir können auch viel Liebe ausstrahlen, damit sich Wunden schließen, Herzen öffnen und jeder sein maximales Potenzial erreicht, um die transformierende Kraft einfacher Dinge zu entdecken".
Die Augen des Jungen begannen zu leuchten. Und in diesem Moment flüsterte der Junge dankbar: „Ich gehe nach Hause Opa. Ich muss das alles meiner Mutter erzählen, denn sie, die zu den Menschen gehört, die ich am meisten liebe auf dieser Welt, strickt immer noch mit Wolle und Nadel.
Anonymus




